Vielleicht…

Vielleicht wird ja doch alles gut.

Nachdem letzte Woche eine der Ref-Wochen war, die ich am liebsten komplett aus meinem Kalender streichen möchte, habe ich diese Woche wieder neue Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet.

Erst wird die Stelle, meine Stelle, gestrichen, damit ging auch die wunderschöne, auserkorene Traumwohnung für meinen Verlobten und mich flöten (keine Sicherheit für den Vermieter mehr da) und am Ende steht sogar meine Prüfung auf der Kippe.
Darüber habe ich hier bewusst nicht geschrieben und ich möchte das jetzt auch nicht ausbreiten, aber Fakt ist, dass manche Menschen echt mal überlegen sollten, wie sie mit anderen Menschen umgehen. Referendare sind übrigens auch vollwertige Menschen und Kollegen. Entsprechend sollte man sie auch behandeln. Aber gut… meine Prüfung ist nach langem Hickhack, vielen Tränen und noch mehr Herumtelefonieren, Herumrennen und Gespräche suchen gerettet und kann (fast) wie geplant stattfinden. Zwar verschiebt sich der gesamte Prüfungstag um 90 Minuten nach hinten, aber das nehme ich gern in Kauf, wenn ich wenigstens meine Prüfungsstunden so halten kann, wie ich es schon seit Monaten geplant habe.

Ich habe schon jetzt einige Kollegen und Mitreferendare für mein Kolloquium gewinnen können, sodass ich nicht ganz allein da sitzen werde. Ich hoffe natürlich, dass es noch mehr werden.
Die Prüfungsstunden sind komplett fertig und werden diese Woche nur noch in den Formulierungen verfeinert, damit ich sie Freitag per Post abschicken kann.
Alle Materialien sind fertig erstellt, gebastelt oder gedruckt worden. Und auch der Beamer ist für den ganzen Tag reserviert.
Morgen muss ich mir noch einmal den Raum genau angucken, um zu sehen, ob ich meine Tische in Englisch lieber in U-Form oder in Gruppentische stelle. U-Form wäre besser, ist für die Stunde an sich auch methodisch passender, aber wahrscheinlich wegen der Klassengröße schwer machbar. Aber ich werde es morgen sehen.

Die Stellenausschreibungen sind noch nicht draußen, aber immerhin konnte ich am Samstag schon meine Bewerbung für Niedersachsen rausschicken.
Meine Hoffnung für eine Stelle hier ist nicht sehr groß, aber sie ist noch vorhanden und wird auch zuletzt sterben. Nach der Prüfung werden alle Privatschulen abgeklappert. Irgendwas muss einfach klappen! Und es kann nach der Chaoswoche letzte Woche eigentlich nur noch bergauf gehen.

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Lahmer Schulstart

Irgendwie hätte ich mir den ersten Schultag anders vorgestellt. Meine Klassen aus den Ferien begrüßen, mir Ferienerlebnisse anhören, in freudige Schülergesichter gucken – wenigstens Letzteres konnte ich etwas auf dem Flur.

Da heute Donnerstag ist, hätte ich normalerweise gänzlich frei gehabt. Allerdings mussten alle Kollegen ab 8.15 Uhr in der Schule sein, weil die 5.-Klässler begrüßt wurden. Pünktlich wie immer erschien ich in der Schule, um in mein meistens leeres Fach zu schauen und die neuesten Zettel an unseren Pinnwänden zu studieren. Erstaunlicherweise fand ich 2 Zettel in meinem Fach (neuer Stundenplan, auf dem aber nur ein Raum geändert war, und das Protokoll der Fachkonferenz Deutsch). Auch an der Pinnwand fanden sich allerhand neue Informationen, u.a. zu unserem Spendenlauf am Montag (den ich leider nicht miterlebe, weil montags Seminartag ist) und unserer Harzwanderung am Dienstag.
Hier erfuhr ich, dass ich mit meiner Lieblingsklasse, mit denen ich auch in Schottland war, mit dem Bus in den Harz fahre und auch mit ihnen wandern werde. Während ich da vor der Pinnwand stand und sorgfältig alle Infos zu Dienstag studierte, bemerkte ein Sportkollege, dass wir die schwierigste und längste Strecke wandern würden. Man brauche unbedingt Wanderschuhe! Ich zeigte beinahe schüchtern auf meine Turnschuhe, die ich auch zum Wandern anziehen wollte. Da mischten sich gleich noch 2 weitere Kollegen ein, dass ich mit diesen Schuhen niemals wandern könne und ich mir meine Füße damit kaputt mache! Wenn die wüssten, was ich mit den Schuhen schon alles erlebt und gemacht habe… Fakt ist: Ich werde mir nicht für eine läpprige Wanderung im Harz Wanderschuhe für über 100€ kaufen!
Später am Tag meinte meine Mentorin auch, dass sie die Strecke schon öfter in normalen Halbschuhen gelaufen sei und das super klappte. Also drauf gepfiffen!

Ein anderer nebenbei geäußerter Kommentar eines Kollegen vor der Pinnwand beunruhigte mich dann schon eher. Mir auf die Schulter klopfend kam besagter Kollege an mir vorbei und bemerkte, dass ich ja dann mit der neuen Englischkollegin meine Klassen teilen würde und dass das sicher suuuuuuper  mit uns funktionieren wird, weil wir uns recht ähnlich sind. Letzteres kann ich nicht beurteilen, da sie erst ab Mitte September bei uns ist (sie ist noch nicht von ihrer alten Schule freigegeben wurden). Ersteres in diesem Satz beunruhigte mich dann aber sehr. Wir teilen uns die Klassen? Wie soll ich mir das vorstellen? Teamteaching? Hälfte-Hälfte?
Eigentlich hatte ich den stellv. Schulleiter so verstanden, dass die Stunden offiziell geteilt sind, ich die Klassen aber bis Weihnachten habe und sie die dann ab Januar, also wenn ich weg bin, übernimmt. Alles Andere macht auch wenig Sinn, weil in der einen Klasse noch ein wichtiger Unterrichtsbesuch (GUB) aussteht und ich in der anderen meine Prüfung mache. Das funktioniert doch mit Teilen oder Teamteaching gar nicht…
Ich warte jetzt erst einmal ab, bis sie da ist und bespreche das mit ihr. Sollte sie auf so eine komische Teilung bestehen, rede ich nochmal mit dem stellv. Schulleiter und zur Not mit meinem Seminar. Meine Stunden lass ich mir aber nicht nehmen – und meine Prüfung/ meine Gesamtnote erst recht nicht verpfuschen!

Tja, das waren meine spannenden 5 Minuten des heutigen Schultages. Ansonsten wartete ich, dass die Zeit vergeht, quatschte etwas mit meinen Kollegen und machte mich dann kurz vor 10 Uhr auf den Weg, nachdem sich eine andere Kollegin auch nach Hause traute. Leider gab es nämlich keine Information, wie lange wir in der Schule bleiben müssen…

Morgen wird es dann hoffentlich spannender bei den alljährlichen Projektvorstellungen in der Uni. Außerdem kommen morgen allerlei wichtige Menschen, um Reden zu unserem Schuljubiläum zu halten. Man darf also gespannt sein! 🙂

Back to school

So langsam, aber sicher sind die Ferien wirklich zu Ende. Ab Donnerstag werden wieder hunderte von Schülern durch das Schulgebäude wuseln – und ich mittendrin. Einerseits freue ich mich, andererseits hätten die Ferien auch noch etwas länger andauern können. 😉

Heute war unser erster Vorbereitungstag. 2 Stunden Dienstberatung mit allen möglichen Informationen durften wir heute genießen. Diesmal hat unser stellvertretender Schulleiter die Sitzung geleitet. Von einem neuen Schulleiter war bisher noch nicht die Rede und ich glaube auch nicht, dass ich den in meiner Referendarzeit noch erleben werde.

Dafür gab es viele andere Informationen. Eine Kollegin hat in den Ferien heimlich geheiratet und hat einen neuen Namen. (Sie will gern ihre Schüler veräppeln, indem auf den Stundenplänen immer ihr neuer Name stehen soll und die Kollegen dann so tun sollen, als wäre es eine neue Kollegin. Der Überraschungseffekt wird super! 😀 ) Wir haben eine neue Kollegin (darüber habe ich mich ja schon einmal extra ausgelassen), die aber heute seltsamerweise nicht anwesend war. Und wir bekommen wahrscheinlich einen promovierten Referendar in den Fächern Deutsch und Sport – vorausgesetzt es finden sich Mentoren. Dann bin ich nicht mehr allein an der Referendarfront.
Tja, ansonsten werden die ersten Tage vom Schuljubiläum gefüllt sein. Der Unterricht geht erst nächsten Mittwoch so richtig los.

Leider gab es heute aber noch nicht die Stundenpläne. Dabei bin ich soooo neugierig, wie meine Stunden diesmal verteilt sind und ob ich trotz neuer Kollegin meine Wunschklassen bekomme. Morgen bekommen wir sie hoffentlich, zumindest wird dieses Ziel angestrebt. Ich wünsche es mir sehr, weil ich dann endlich die ersten Sequenzplanungen machen kann. Im Moment ist das schwer möglich, weil ich nicht weiß, ob ich Doppel- oder Einzelstunden habe.

Ansonsten stehen morgen nur die Fachkonferenzen an. Natürlich finden Englisch und Deutsch wieder gleichzeitig statt, sodass ich nur zu Englisch gehe und mich in Deutsch von meiner Mentorin informieren lasse. Da habe ich wenigstens eine… in Englisch ist das alles noch etwas in der Schwebe, wer meine neue Mentorin wird.
Und danach müssen wir bis 12 Uhr in der Schule bleiben – wozu auch immer. Ich nehme mir was zum Arbeiten mit und hoffe, dass ich dann auch irgendwo Ruhe dazu finde.
Mittwoch dürfen wir zum Glück zu Hause bleiben, bevor es dann Donnerstag richtig losgeht. 🙂

Lernen durch Engagement/ Service-Learning

„Heute haben wir das wichtigste Hauptseminar des gesamten Jahres – Sie dürfen also gespannt sein!“
Mit diesen Worten begrüßte uns unser Hauptseminarleiter heute gut gelaunt eine halbe Stunde später als normal.
Schon vor 2 Wochen erzählte er mir ungefragt ganz aufgeregt und ausgedehnt davon, was uns heute erwarten würde – umso neugieriger war ich also.

Wir lernten heute „die ultimative Unterrichtsmethode“ LdE, Lernen durch Engagement, kennen. Kurz gesagt ist es normaler Projektunterricht, der durch gesellschaftliches Engagement seine Bedeutung erhält. Es werden also nicht nur Projekte wegen der Fachinhalte durchgeführt, sondern weil in der Gesellschaft ein realer Bedarf besteht, der dann von den Schülern innerhalb des Projektes gedeckt wird. Das Thema sollen die Schüler möglichst selbst finden, wobei uns auch Methoden vermittelt wurden, wie wir die Schüler bei der Ideenfindung unterstützen können. Meistens geht es dann in die soziale, ökologische oder politische Richtung, aber auch kulturelle Projekte sind gut denkbar. Beispiele waren, dass Schüler in Altenheime gehen und dort die Senioren verwöhnen, in Kindertagesstätten aushelfen, Tanzkurse geben/ Lieder einstudieren und die Ergebnisse dann z.B. im Krankenhaus oder Altenheim vorführen o.ä.
Die Schüler engagieren sich also in der Gesellschaft und einmal im Monat kommen sie in der Schule mit dem Fachlehrer zusammen, reflektieren ihre Projekte und bekommen fachliches Hintergrundwissen vermittelt. Das Ganze sollte möglichst über ein ganzes Schuljahr laufen, kann jedoch anfangs auch nur 4-6 Wochen gehen. Empfohlen wurde es ab der 8. Klasse. 2 Mal im Jahr werden die Schüler auch von den Fachlehrern besucht, um sicherzustellen, dass alles gut geht.

An sich ist das Konzept wirklich super, da auch endlich mal der Lebensweltbezug gegeben ist, der so oft gefordert wird. Auch die Schüler, die heute persönlich von ihren Erfahrungen berichteten, wirkten wirklich motiviert und begeistert (auch wenn sie zugaben, dass nicht alle Schüler ihres Kurses mitgezogen werden konnten).
Uns allen stellte sich allerdings die Frage, wie man solche großen Projekte aufgrund der zeitlich engen Rahmenrichtlinien/ Lehrpläne umsetzen kann… Alle Beispiele, die uns gezeigt wurden, fanden im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften oder Wahlpflichtkursen statt, jedoch nicht im Rahmen des normalen Fachunterrichts. Eigentlich schade, da so wieder nur eine kleine Gruppe Schüler von den Erfahrungen und vielfältigen Kompetenzen profitiert.
Und dann kann man das auch nicht allein implementieren, sondern braucht Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die mitziehen. Da wird es dann schon noch schwieriger.

Ich fühle mich jetzt dennoch dazu angestachelt, mal über die Implementierung in den Fachunterricht nachzudenken – für eine AG hätte ich schon sofort eine Idee. Das kommt dann aber alles nach den Prüfungen bei meiner 1. festen Stelle (sofern ich sie dann irgendwann bekomme…). Wenn ihr Ideen habt, dann immer her damit! 🙂

Das Danach

Ich weiß, dass ich thematisch in meinem Blog gerade abweiche, aber ohne Schule gibt es auch keine großen Neuigkeiten aus der Schule.

Nachdem ich gerade die heute-Nachrichten auf ZDF verfolgt habe, steigt in mir wieder diese Wut und Traurigkeit hoch, wie ich sie schon seit einigen Tagen fühle. Nach dem Hochwasser ist offensichtlich nicht vor dem Hochwasser. Die Solidarität nimmt ab – zumindest zwischen den Städten und Orten, die betroffen sind. Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gang und auch an unserer Schule haben sich heute einige Kollegen eingetroffen, um die Schule aufzuräumen, um ab Montag den Unterrichtsbetrieb wieder zu sichern. Schade war, dass so viele Kollegen nicht gekommen sind, von denen ich weiß, dass sie nicht vom Hochwasser betroffen sind und dass sie problemlos hätten kommen können. Aber die werden schon ihre Gründe haben. Und dass ich als einzige von uns drei Referendaren da war, wird mir wohl außer meines Gewissens auch keiner danken.

Was mich aber viel trauriger und gleichzeitig wütender macht, sind die Vorwürfe aus umliegenden Orten, die man sich anhören muss. Ständig wird gesagt, dass wir alle egoistisch wären, weil unser Ort vor den größten Katastrophen gesichert wurde und andere Orte angeblich nur deswegen absaufen würden. Wir würden uns mit Absicht querstellen, diesen Orten zu helfen, nur damit es uns gut geht. Und wir haben einen unserer Ortsteile mit Absicht geopfert, damit es den anderen gut geht. (Letzteres mag sogar stimmen, denn hätten wir diesen Stadtteil nicht „geopfert“, dann wären die Ausmaße der Katastrophe hier nicht denkbar gewesen – Wasser aus allen Gullis und keine ordentliche Abwasserversorgung mehr.) Dennoch finde ich es unmöglich in Zeiten wie diesen, in denen es Orten wie Aken, Fischbeck, Wust usw. noch immer wahnsinnig schlecht geht, in denen noch immer gekämpft werden muss, dass nicht noch mehr Wasser in die Orte läuft, die Gemeinschaftshilfe in Frage zu stellen. Es wurden Fahrgemeinschaften gebildet, um auch den umliegenden Orten zu helfen, es wurden viele Kilometer gefahren, und dennoch hören wir diese Vorwürfe. Zumal gerade wir zivilen Helfer gar nichts gegen die Entscheidungen von oben machen können.
Es macht mich einfach traurig, dass wir nicht weiter zusammenhalten und gemeinsam gegen die Flut kämpfen können.
Es macht mich noch trauriger, dass die Politik nicht immer den Überblick über die Gesamtsituation behalten und schnell die richtigen Entscheidungen treffen konnte. Doch das sind auch nur Menschen… Umso wichtiger ist der Zusammenhalt und keine Hetze auf Politik oder andere Orte.

Unfreiwillige Ferien

Dass Hochwasser furchtbar ist, habe ich in meinen letzten Posts bereits deutlich genug gemacht. Hier entspannt sich die Lage zwar, doch kann man in den Medien weiterhin schreckliche Bilder von überfluteten Dörfern, Feldern und Städten sehen, die mich einfach nur schockieren und sprachlos machen. Man möchte so gern helfen, auch wenn man schon viel geschuftet hat, doch im Moment ist es einfach nicht möglich.

Die Bewohner der evakuierten Stadtteile meiner Heimatstadt konnten heute fast alle wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen, doch an Aufräumen ist noch nicht zu denken. Das Wasser steht dort noch immer mindestens kniehoch… (Also kehren sie auch nicht wirklich zurück, doch können sie sich ein Bild von der Lage machen.)

Also sitze ich hier und gehe typischen Lehrertätigkeiten nach, während mein Berg an Arbeit langsam, aber sicher abgearbeitet ist. Einerseits eine gute Nachricht, andererseits fühle ich mich doch blöd. Die ganze Woche hat die Schule geschlossen und spätestens morgen Vormittag werde ich alles erledigt und auch meine Wohnung blitzeblank geputzt haben. Aufgrund des starken Drucks, der noch immer auf den Deichen lastet, können auch keine Sandsäcke weggeschafft werden.

Was mache ich also ab morgen? Wahrscheinlich Ferien… Donnerstagvormittag treffen wir uns noch einmal in der Schule und räumen dort den Keller, die Turnhalle und das untere Stockwerk wieder ein. Ansonsten haben wir keine Aufgabe. Es macht auch keinen Sinn, schon den Unterricht für die nächsten Wochen zu planen, weil noch so viel Ungewissheit herrscht. Und in Englisch wird es eh unspektakulär die nächsten Stunden, weil ich noch immer die Klassenarbeit zurückgeben und ein Diktat schreiben muss. Hmpf… einfach unbefriedigend.

Ich hoffe, dass zum Wochenende doch schon mehr getan werden kann und das Wasser weiter abläuft. Dann kann man auch endlich wieder tätig werden. Ich fühle mich einfach falsch dabei, hier Ferien zu machen, wenn andere gerade eine große Katastrophe durchstehen müssen. Oder bin ich zu sehr Gutmensch? Alle Kollegen reden auf mich ein, dass ich schon genug getan hätte und mich einfach mal entspannen soll. Und die Schüler freuen sich wahrscheinlich auch riesig über die schulfreie Zeit, sofern sie nicht selbst betroffen sind…

Kommen wir jetzt ins Fernsehen?

Jetzt ist der Streik schon 2 Tage vorbei und noch immer ist er Gesprächsthema Nummer 1 bei uns an der Schule. Neugierige Kollegen, die gestreikt haben, hören sich nach den Umständen an der Schule am Dienstag um – und sind nicht verwundert über das Chaos. *Ironie an* Wie soll man das auch vorher planen, wenn sich die Lehrer und Schüler erst 5 Tage vorher melden, ob sie da sind oder nicht? Das ist ja schier unmöglich!*Ironie aus*

Die Kollegen, die trotz Streik unterrichtet haben, werden von noch neugierigeren Kollegen zu ihrer Haltung zum Streik ausgefragt und kritisch beäugt. Interessant ist das Phänomen, dass eben jene Kollegen sich wie Promis, Politiker oder ähnlich geartete Wichtigkeiten unserer Gesellschaft im Fernsehen verhalten: „Kein Kommentar“ und komplette Ignoranz gegenüber den zu wissberierigen Menschen um sie herum. Ob es ihnen peinlich ist oder ob sie es satt sind, wieder und wieder ihre Argumente dafür hervorzubringen, weiß man nicht. Dass sie sich damit aber keine Freunde gemacht haben, sollte ihnen spätestens heute klar sein. Aber Kollegialität ist für einige eben doch ein Fremdwort – die anderen können sich einsetzen und wir profitieren von ihren Kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen. Ist ja auch viel bequemer.

Und das Beste: Unsere Schule stand jetzt namentlich sogar in der Zeitung: Wir sind das einzige Gymnasium, das am Dienstag auch Unterricht gemacht hat. Toll, oder? Holt die Sektgläser heraus und lasst uns anstoßen! Eine neue Ära unserer Schule ist angebrochen – und wir sind mal wieder Gesprächsthema Nummer 1. Nur leider diesmal in einer ganz anderen Weise, als es sonst der Fall ist…