Von Fortbildungen und Vornoten

Es ist viel los in diesen Tagen – trotz Herbstferien letzte Woche. Jeden Tag habe ich mir den ganzen Tag mit Prüfungsvorbereitungen vertrieben und nun bin ich schon echt weit gekommen. Jeden Tag mache ich ein bisschen, sodass ich es pünktlich nächsten Freitag schaffen sollte, alles an die Prüfer zu schicken. Eigentlich will nur mein Hauptseminarleiter alles per Post, die anderen können sich auch per Mail bis Montag gedulden bzw. wollen es persönlich haben. Ja, ihr habt richtig gelesen. Zwei Tage vor der Prüfung darf ich zum Landesschulamt fahren, um meine Prüfungsunterlagen persönlich an meinen Fremdprüfer zu überreichen. Warum auch nicht? Eigentlich könnte das doch jeder verlangen. Dann würde man mal ein bisschen herumkommen in diesem schönen Bundesland. 😀 Zum Glück reicht dann doch der Weg über die Post oder E-Mail.

Heute habe ich meine Deutschstunde mit meiner Mentorin abgesprochen und irgendwie muss ich sagen, dass ich sie nie so wenig kritisch erlebt habe. Entweder war mein Entwurf wirklich gut oder sie hatte gute Laune. Zumindest fand sie alles rund und stimmig, nur an den Formulierungen der Aufgabenstellungen soll ich noch einmal arbeiten, damit es wirklich eindeutig wird. Sogar meine super-mediale Idee fand sie toll, obwohl sie sonst eher gegen diesen Medienkram ist. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich das technisch umsetze. Ziel ist, dass ich alle Standbilder, die die Gruppen kreieren, mit dem Handy fotografiere, auf den Laptop bringe und alle Bilder nebeneinander über den Beamer zeige, damit wir sie dann vergleichen und auswerten können. Ein Kabel zu besorgen ist das Einfachste. Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich auf die Schnelle alle Bilder nebeneinander auf den Bildschirm bekomme. Ideen? Oder denke ich zu kompliziert?

Gestern gab es übrigens die Vornoten. Lange hatte ich den Tag herbeigesehnt und doch gefürchtet, aber es gab keine Überraschungen. Ich habe alle Noten genau so bekommen, wie ich es mir (teilweise leider) schon gedacht hatte, aber die Begründungen waren der Hammer! Einfach nicht nachzuvollziehen und lächerlich! Ich habe in meiner schriftlichen Arbeit – Achtung, haltet euch fest! – ZU VIEL reflektiert. Ich hätte mir die Auswertung der Feedbackbögen mit schönen, übersichtlichen Diagrammen doch bitte sparen können. Was soll das Ganze? (Das nächste Mal können sie sich gern durch die Feedbackbögen kämpfen und sich allein eine Übersicht über die Kommentare schaffen… Pff!) Und dann wurden auch noch Dinge kritisiert, die nach den Unterrichtsbesuchen wirklich NIE, kein einziges Mal, zu Wort kamen. Aber man muss ja bei zu wenig Sympathie irgendeine Begründung für die Note finden, ne?
Ich versuche, das Positive zu sehen und mich noch motivierter für die Prüfung zu fühlen, aber so ganz klappt das noch nicht. In den nächsten 2 Wochen kann das ja noch werden. Das fällt aber ehrlich gesagt auch schwer, wenn mich meine Kollegen seit heute alle etwas mitleidig anschauen, weil sie wissen, wie blöd die Zeit unmittelbar vor der Prüfung ist. Zumindest versuchen sie es danach aber noch mit aufmunternden Worten. 😉

Etwas Kraft kann ich auch aus dem anstrengenden Fortbildungswochenende ziehen. Davon habe ich euch noch gar nicht berichtet. Es hat sich gelohnt, zumindest am Samstag. Freitag war eher zäh und nur wiederholend für mich, was ich etwas schade fand. Samstag war dann aber umso besser. Erst haben Kinder/ Schüler von einem Projekt erzählt, wie sie im Deutschunterricht bzw. in der Projektwoche ein Theaterstück auf die Beine gestellt haben (und zwar komplett inklusive Texteschreiben und Bühnenbild gestalten). Es war echt faszinierend, das mal zu hören, wie es wirklich in der Praxis aussehen kann. Sonst liest man ja immer nur von etwas utopischen Umsetzungsmöglichkeiten, aber weiß nicht, wie das wirklich funktionieren soll. Danach stellte dann noch Maike Plath ihre Konzept vom Theaterunterricht vor, das an einer Hauptschule auch erprobt wurde. Ich erwähne den Namen extra, weil ich so begeistert davon war. Im März erscheint ihr Buch, in dem sie das gesamte Konzept erläutert und ich empfehle es wirklich wärmstens. Sie hat auch ganz viele Materialien erstellt, die man schon jetzt im Handel erwerben kann. Ohne das Konzept sind sie aber etwas „wertlos“. Ich habe zumindest das erste Geschenk auf meiner Wunschliste für Weihnachten. 😉

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Fortbildung 2.0

Ich habe wenig geschlafen, noch weniger gegessen und dafür aber viel gearbeitet. Trotzdem ist mein Kopf noch nicht auf den Tisch gefallen. Ein bisschen stolz bin ich schon auf mich. 😉

Die letzten 2 Tage habe ich meinem besten Freund beim Umzug geholfen. Ich mag ja Umzüge nicht – zumindest nicht, wenn es nicht meine eigenen sind. In letzterem Fall breitet sich bei mir so eine Euphorie aus, dass ich Superkräfte entwickele und mich selbst wundere, was für eine Ausdauer und wie viel Kraft ich habe. Helfe ich aber bei fremden Umzügen, bleibt dieser Effekt leider aus… Erstaunlicherweise ging es bei dem Umzug echt gut, was wahrscheinlich daran lag, dass mein bester Freund viiiiiieeeeel zu weit weggezogen ist und unsere Hilfe dringend brauchte. Es ging von Magdeburg nach Kaiserslautern – ca. 6 Stunden Autofahrt und nachts um 22 Uhr konnten wir dann auch endlich mit dem Ausräumen beginnen. Die Nachbarn haben zum Glück nicht gemeckert (zumindest nicht in der Nacht). Irgendwann nach 0 Uhr lagen wir im Bett – das wir natürlich auch noch aufbauen mussten. Zu essen gab es neben 2 Brötchen auf der Autofahrt eine halbe Pizza… oh man, das war echt böse. Am nächsten Tag sogar noch weniger…
Am nächsten Morgen sind wir dann schon um 8 Uhr aufgestanden und haben mit dem Aufbauen begonnen. Schließlich mussten wir uns spätestens 14 Uhr wieder auf den Heimweg machen, um  nicht allzu spät nach Hause zu kommen. Wir haben auch echt viel geschafft, das ist Wahnsinn! Zumindest haben wir es geschafft, dass es nicht mehr ganz so chaotisch und sogar schon ein bisschen wohnlich aussah. Immerhin. Ich hoffe, mein Bester schafft es in den nächsten Tagen, das restliche Chaos allein zu beseitigen. Wenn es nicht so weit weg wäre, würde ich gern öfter helfen…

Tja, und nun sitze ich schon seit 10 Uhr morgens in Potsdam und nehme an einer Fortbildung weiter. Im Moment probieren wir wordpress.de aus und da dachte ich mir, dass ich hier auch mal etwas basteln könnte. Irgendwie gefiel mir das Design aber doch ganz gut, sodass ich es jetzt so lasse.
Um aber zum Punkt zu kommen: Das Seminar hier ist echt cool. Wir lernen ganz viele spannende und vor allem kostenlose Internetseiten kennen, die man irgendwie für den Unterricht nutzen kann. Einiges kannte ich schon, weil ich mich ja schon öfter damit beschäftigt habe, aber es ist auch viel Neues dabei. Schöne Sache!
Mit Pixton kann man z.B. eigene Comics erstellen. Hier könnte man z.B. die Sprechblasen offen und die Schüler ausfüllen lassen oder die Schüler sogar ganz eigene Comics erstellen lassen. Macht Spaß, auch wenn man sich erst einmal einarbeiten muss. Und bei glogster.com kann man virtuelle Plakate erstellen – sehr ökologisch und viele verschiedene Funktionen.
Wenn wir jetzt noch mehr Computer und WLan an der Schule hätten, könnte ich das sicher ganz super für meinen Unterricht nutzen… Aber vielleicht an der nächsten Schule, nach dem Referendariat.

Auf jeden Fall bin ich sehr froh, mich trotz meiner Müdigkeit heut morgen um 6 Uhr überwunden zu haben, nach Potsdam zu fahren und weiterzubilden. Heute Vormittag habe ich schon gelernt, Videos zu schneiden und Musik drüberzulegen – nichts Spektakuläres, aber bisher hatte ich noch nie die Ruhe, mich mal damit zu beschäftigen. Die habe ich jetzt und auch noch eine kompetente Ansprechperson, die mir alle Fragen beantwortet. Sehr praktisch!

So, und nun nutze ich die Zeit und schaue mich mal weiter im Netz um. 🙂

Ich bin reich!

Reich an neuen Büchern und Unterrichtsmaterialien! 🙂
Gestern war Fremdsprachentag – ich habe mich also mit meinem Allerliebsten zusammen um 7 Uhr aus dem Bett geschält, um pünktlich um 8.30 Uhr im Klassenzimmer zu sitzen und Frank Haß (renommierter Englisch-Didaktiker) live zu erleben. Und das war es allemal wert! Er hat ein paar hilfreiche Tipps gegeben, wie man sein Englischbuch aufpimpen und besser und effizienter nutzen kann. Naja, und Werbung für den Verlag war natürlich auch viel dabei – dabei aber auch viel neues Material, was uns vor allem für die anstehende Inklusion rüsten soll. Und er hat den Ausblick gegeben, dass es ab Sommer 2013 dann auch eine eigene Lehrbuchreihe für inklusiven Englischunterricht geben soll. Sah auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht aus, aber inwiefern das wirklich im Alltag hilft, kann ich nach so einem kurzen Einblick noch nicht beurteilen. Ich finde es aber toll, dass sich wenigstens die Verlage intensiv darum kümmern, uns das Leben zu erleichtern, wenn es die Länder schon nicht machen und uns einfach unterstützungsbedürftige Kinder in den Raum setzt. Fachliche Hilfe bekommen wir ja leider in keiner Weise… Und ich muss auch ehrlich sagen, dass ich mich das ein oder andere Mal schon stark mit meinem Autisten in Englisch überfordert fühle. Sonderpädagogische Hilfe gibt es aber nicht mehr, weil „er sich schon so toll weiterentwickelt hat“.
Nach dem ersten Seminar haben wir uns etwas nach Materialien umgesehen, aber außer Reclam hatte kein Verlag auch nur annähernd Rabatte anzubieten. Und auch sonst  konnte man nichts abgreifen – lediglich ein Plakat mit Classroom Phrases und 2 Magnete konnte ich erhaschen. Aber immerhin, ich freu mich sehr darüber!
Danach haben wir uns dann noch eine interessante Veranstaltung über Englisch-Abi-Vorbereitung angehört. Die gute Frau hat uns allen einen eigenen Hefter mit vielen nützlichen, bereits selbst erprobten Arbeitsblättern inklusive Lösungen zu allen möglichen Themen gegeben. Einfach klasse! Zusätzlich gab es noch eine komplette Englisch-Grammatik für Sek I und ein Arbeitsheft für die Oberstufe kostenlos! Ich würde sagen, dass ich insgesamt bestimmt 50€ gespart habe gestern – es hat sich also gelohnt.
Vor allem ist nicht nur mein Regal jetzt voller, sondern auch ich voller neuer Ideen und Anregungen, die ich bei den nächsten Planungen verarbeiten kann. Es lohnt sich also wirklich, früh aufzustehen und dort hinzugehen.
Nach 2 Veranstaltungen hatten wir aber beide echt genug und sind nach Hause gegangen, um das restliche Wochenende mit Kochen, Kino, Schlafen, usw. zu genießen. Schließlich wartet auch keine Unterrichtsvorbereitung auf mich, weil Projektwoche ist. 🙂