Neuigkeiten!!!

Es ist endlich so weit, meine lieben Leser!

Lange habe ich  nichts mehr von mir hören lassen und ich war mir bis vor Kurzem auch gar nicht sicher, ob ich diesen Blog nicht einfach mit meinen Abschiedsworten ruhen lassen soll.
Nun begannen jedoch so viele von euch mir zu folgen, und es gab auch einige Nachfragen, ob ich nicht doch wieder tätig werden möchte. Also gibt es einen neuen Blog von mir, in dem ich euch von meinen vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken als Junglehrer berichte. Ich hoffe, dass ich alle meine Follower mitnehmen kann und dass noch viele neue dazukommen werden. Also weitererzählen und lesen, lesen, lesen.

Ich präsentiere euch ganz stolz – *Trommelwirbel* – meinen neuen Blog „Überleben als Junglehrer“: http://ueberlebenalsjunglehrer.wordpress.com/

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Kommentieren. 🙂

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Unterrichtsbesuch No. 1

Heute beschwerten sich alle Lehrer im Lehrerzimmer über die Vertretungsstunden, die sie für den heutigen Tag übernehmen mussten. Komischerweise wollte jedoch keiner mit mir tauschen und meinen UB übernehmen. So musste ich also selbst ran.

Kurz vor dem Besuch fragt mich eine Kollegin, ob der Unterrichtsbesuch denn wichtig wäre. Ich winkte ab. Es war ja eigentlich nur der letzte Besuch vor der Prüfung, der uns noch einmal Hinweise für die Prüfung einbringen sollte. Zwar wichtig, aber nicht wirklich relevant für die Note.

Dachte ich! Nach dem erfolgreichen Unterricht legte mir meine Seminarleiterin doch tatsächlich offen, dass sie bei meiner Ausbildungsnote immer zwischen 1 und 2 schwankte. Rein rechnerisch war sie bei genau 1,5. Der Unterrichtsblock lief heute aber sooooo wahnsinnig gut (juchhu!), dass sie jetzt zur besseren Note tendiert. Ich freu mich! 🙂 Zum Glück kannte ich die hohe Relevanz der Stunde nicht schon vorher – dann hätte ich mich ja noch verrückter gemacht.

Das mache ich wegen Freitag schon genug. Das Konzept habe ich vor kurzem abgeschickt und hoffe inständig, dass ich nichts vergessen habe. Irgendwie war es komisch, keinen richtigen Erwartungshorizont zu haben, aber es handelt sich „nur“ um eine Posterpräsentation und die Kriterien für die Poster und die Rede habe ich schon in der Sachanalyse offen gelegt.  Das sollte eigentlich so ok sein. *mit den Schultern zuck*
Heute habe ich meine Süßen schon intensiv auf die Stunde vorbereitet, sodass sie wissen, was sie erwartet. Ich glaube, das hat ihnen und mir etwas den Druck für Freitag genommen. Ich fühle mich jedenfalls etwas beruhigter.

Aber erst einmal bin ich so stolz auf meine Achter, die sonst so pubertär daherkommen. Kamen sie zwar heute auch (vor allem in der Gruppenarbeit muss man sich durch Lautstärke in den Vordergrund rücken), aber insgesamt haben sie sich super benommen und immer genau die Antworten geliefert, die ich brauchte. Es wurden nur ganz wenige Sachen bemängelt (z.B. mal wieder meine Tafelschrift, die zwar besser, aber noch immer nicht gut genug ist). Jetzt muss ich mir mal eine kleine Belohnung für sie überlegen, weil sie in den Unterrichtsbesuchen immer ganz toll waren!
Am süßesten war ja mein kleiner L., der mich vor der Stunde doch tatsächlich fragte, ob sie sich heute wieder besonders gut benehmen müssen. 😀 Das habe ich nie zu ihnen gesagt und auch heute war meine trockene Antwort: „Ihr müsst euch doch immer von eurer besten Seite zeigen.“

Ich empfehle also meinen Vulkan weiter, vor allem das Beispiel mit dem Unterricht in der Magmakammer. Das hat nicht nur bei den Schülern für Lacher gesorgt, sondern erheiterte auch meine Seminarleiterin. O-Ton: „Wir dürfen uns selbst nicht immer so ernst nehmen und können uns ruhig mal selbst auf die Schippe nehmen.“

Happy Birthday!!!

Nichtsahnend schaue ich heute mal wieder bei WordPress vorbei und was sehe ich da? Mein Blog hat heute Geburtstag! *tätäääää*

Wow, genau ein Jahr ist es jetzt also her, dass ich hier mit dem Schreiben angefangen und meine Ängste, Sorgen, aber auch meine Freude mit euch geteilt habe. Am Anfang stand eigentlich das Ziel, moderne Medien im Schulalltag auszuprobieren. Uneigentlich habe ich es vor lauter Schulalltag und dem Eingewöhnen in eben diesen irgendwie nicht geschafft, dieses Ziel zu verfolgen. Dafür habe ich mir immer wieder viele andere kleine und große Ziele gesetzt und diese mit euch geteilt – was offensichtlich auch gar nicht schlecht ankommt. Trotz meiner kleinen Sommerpause – die ich übrigens in vollen Zügen mit meinem (neuerdings) Verlobten und meinen Liebsten genieße – besuchen einige von euch noch immer regelmäßig meinen Blog. Das freut mich natürlich sehr!

So langsam vermisse ich das Bloggen auch schon, sodass ihr sicher nicht mehr lange warten müsst, bis ich wieder regelmäßig schreibe. Schließlich neigen sich die Ferien auch laaaaangsam dem Ende zu, sodass ich bald an meine Vorbereitungen für die Prüfung und das neue Schuljahr gehen werde und dann auch wieder mehr berichten kann.

So lange genieße ich noch etwas meine freie Zeit, feiere Bloggeburtstag und wünsche euch allen auch noch schöne Ferien bzw. einigen von euch einen guten und stressfreien Start in das neue Schuljahr.

Bis bald! 🙂

Schottland

Ich sitze jetzt im Bus nach Schottland und bin schon ganz aufgeregt. Vor allem habe ich Angst, irgendwas Wichtiges vergessen zu haben, aber das gehört wahrscheinlich dazu.

Den ersten Stress gab es schon, weil ein Schüler es tatsächlich geschafft hat, keinen Perso dabei zu haben. Wir versuchen alles, um ihn mit über die Grenze zu bekommen, aber der Vater musste vorsichtshalber unterschreiben, dass er seinen Sohn in Amsterdam an der Fähre abholt, falls es nicht klappt. Oh man, drückt die Daumen!

Die nächsten Tage wird es also still auf diesem Blog – wundert euch nicht. Ich wünsche euch allen eine mindestens genauso tolle Woche, wie ich sie hoffentlich haben werde! 🙂

Digitale Demenz

Heute bin ich über ein durchaus interessantes Buch und zahlreiche kontroverse Diskussionen darüber gestoßen: Digitale Demenz von Manfred Spitzer. Manche von euch mögen von diesem im Jahr 2012 erschienenen Buch schon gehört oder gelesen haben, die anderen werden das wohl jetzt erstmals tun.

Ganz einfach formuliert behauptet Spitzer, dass gerade die jüngere Generation zunehmend durch die Nutzung neuer Medien verdumme. Dass dieses Phänomen tatsächlich existiert, beweist Spitzer mit Google-Ergebnissen – sehr vertrauenswürdig… Dass dies natürlich keine wissenschaftliche Referenz ist, sollte jedem klar sein. Alle anderen können gern mal nach „schwachsinnigen“ Dingen wie Mit geschlossenen Augen lesen oder Schwimmen ohne nass zu werden suchen – ihr werdet erstaunt sein, wie viele Millionen Ergebnisse sich finden lassen.

Spitzer stellt die Verdummung außerdem anhand einiger Beispiele fest, z.B. dass sich die Menschen immer weniger Geburtstage, Telefonnummern o.ä. merken können. Ob es allerdings wirklich dumm ist, wenn man sich keine überflüssigen Informationen mehr merkt? Abgesehen davon, dass zumindest ich noch immer die wichtigsten Geburtstage und Telefonnummern in meinem Gedächtnis gespeichert habe… Doch wieso sollte ich mir alle Geburtstage und Telefonnummern meiner Freunde, Verwandten und Bekannten merken, wenn ich sie nun in meinem Smartphone oder sonstwo gespeichert habe? Und wieso war das Aufschreiben in einem Notizbuch/ Adressbuch, das ich vor wenigen Jahren noch häufig nutzte, nicht so verpöhnt?

Spitzer behauptet aber auch, dass sich die Menschen durch die neuen Medien sowieso kaum noch Informationen merken können. Das werde dadurch deutlich, dass man immer im Hinterkopf hätte, dass man den Begriff jederzeit wieder googlen könne. Hm, früher konnte man beliebig oft im Lexikon nachschlagen, es dauerte nur eben länger und deswegen tat man es seltener…
Ich möchte ja nicht dementieren, dass wir uns tatsächlich weniger Dinge merken, weil wir einfach viel schneller Zugriff auf die Informationen haben und sie uns deswegen nicht unbedingt merken müssen. Hinzu kommt die große auf uns einprasselnde Informationsflut, die die neuen Medien mit sich bringen. Da ist doch ganz klar, dass wir uns nicht mehr alles merken können und viele Informationen schnell wieder vergessen bzw. ins Unterbewusstsein verschieben. Dennoch würde ich persönlich nicht behaupten, dass die Menschen dadurch zwangsläufig dumm bzw. dümmer geworden sind. Stattdessen haben wir uns zahlreiche neue Fähigkeiten angeeignet; wir haben uns also der Umwelt angepasst. Dass wir deswegen nicht mehr denken würden, halte ich persönlich für eine totale Übertreibung. Sicherlich mag es einige Exemplare geben, die wirklich nicht mehr denken und der Technik blind vertrauen, doch sind diese eindeutig in der Unterzahl. Ich kenne wirklich niemanden, der einem Navigationsgerät blind vertraut und nicht zwischendurch überprüft, ob die Angaben Sinn machen. Oder sind Sie schon einmal links abgebogen, obwohl das in dem Moment nicht ging?

Am schlimmsten finde ich allerdings den Vergleich mit der radioaktiven Strahlung – am Anfang sahen sie alle als gewinnbringende Innovation und dann zerstörte sie die ganze Welt. Können wir das wirklich gleichsetzen? Übertrieben!

Fazit: Digitale Demenz mag vielleicht in Ansätzen tatsächlich vorhanden sein, doch würde ich sie keinesfalls als negativ deklarieren, da neue Medien zahlreiche neue Fähigkeiten und Möglichkeiten hervorgebracht  haben. Ich halte noch immer daran fest, dass wir diese Möglichkeiten auch vermehrt in der Schule einsetzen sollten, auch wenn es natürlich niemals gänzlich ohne Schulbuch gehen wird (hoffe und denke ich). Wie immer macht es die Mischung.

Und wer sich persönlich mal in Spitzers Buch hereinlesen möchte: http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-27603-7/downloads/livebook.pdf
Plus eine Rezension, die ich durchaus spannend fand: http://www.alltagsforschung.de/rezension-digitale-demenz-von-manfred-spitzer/

 

PS: Übrigens, glaubt es nach Lesen dieses Eintrages oder lasst es: Ich bin ein Verfechter des Auswendiglernens von Gedichten/ Monologen aus Dramen – schließlich muss das Gedächtnis vielseitig gefordert werden.

Das Brandenburger Schulsystem – Halleluja!

Ein Griff in den Briefkasten, ein Blick auf die kostenlose Zeitung vom Samstag, ein überraschter Blick auf meinem Gesicht – so oder so ähnlich startete mein Tag.

Da ich auf dem Weg in den 5. Stock immer viel Zeit habe, las ich mit Entsetzen diesen Artikel: http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/potsdam/artikel/5040/GEW+warnt+vor+Scheitern+des+Inklusionsprojekts+an+Grundschulen

Schon im Vorlesungssaal hatte ich stets mit Entsetzen verfolgt, was Brandenburg vorhat – Inklusion ohne zusätzliche Gelder, ohne entsprechende Lehrkräfte, ohne zusätzliche Gelder. Somit folgt Brandenburg dem deutschen Trend, was in diesem Fall nicht als positiv zu betrachten ist. Schon in wenigen Jahren sollen in Brandenburg sämtliche Förderschulen abgeschafft und alle im Moment noch speziell geförderten Schüler in das normale Schulsystem inkludiert werden. Aus meiner Sicht an sich eine schöne und lobenswerte Idee, doch bitte nicht auf diesem Weg! Und vor allem nicht alle Schüler… für manche Behinderungen mag das durchaus möglich sein. Gerade bei Hör- oder Sehstörungen oder leichten psychischen Beeinträchtigungen mag das sehr gut möglich sein, ich habe es schon live erlebt (auch im eigenen Unterricht), doch gibt es auch Behinderungen, bei denen ich mir das ganz und gar nicht vorstellen kann. Man denke beispielsweise an das Down-Syndrom oder spezielle Ausprägungen des Autismus. Ich habe selbst schon an Förderschulen geholfen und mitgearbeitet und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie einige dieser Schüler in den normalen Unterrichtsalltag integriert werden sollen – vor allem nicht ohne entsprechende Ausbildung bzw. Unterstützung von ausreichend (!) Fachkräften.

Ich möchte dieses vieldiskutierte Thema an dieser Stelle nicht vollständig ausdiskutieren und alle Argumente dafür und dagegen ausführen; ich möchte lediglich auf die Missstände aufmerksam machen.
Eine schöne Diskussion, die ich ständig mitverfolge, findet sich hier: http://www.lehrerforen.de/index.php?page=Thread&threadID=32897&pageNo=1&highlight=inklusion

Es lohnt sich wirklich, sich alles durchzulesen!

Übrigens gab es heute früh noch einen Grund zum Aufatmen: http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/potsdam/artikel/5028/Uni-Präsident+fordert+Zusatzmittel+für+Lehrer+von+Lernschwachen

Ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es noch viele Jahre dauern wird, bis diese geplante Einführung Früchte tragen wird – sofern sie überhaupt zustande kommt… schließlich muss Brandenburg sparen… ohne Worte!