Lahmer Schulstart

Irgendwie hätte ich mir den ersten Schultag anders vorgestellt. Meine Klassen aus den Ferien begrüßen, mir Ferienerlebnisse anhören, in freudige Schülergesichter gucken – wenigstens Letzteres konnte ich etwas auf dem Flur.

Da heute Donnerstag ist, hätte ich normalerweise gänzlich frei gehabt. Allerdings mussten alle Kollegen ab 8.15 Uhr in der Schule sein, weil die 5.-Klässler begrüßt wurden. Pünktlich wie immer erschien ich in der Schule, um in mein meistens leeres Fach zu schauen und die neuesten Zettel an unseren Pinnwänden zu studieren. Erstaunlicherweise fand ich 2 Zettel in meinem Fach (neuer Stundenplan, auf dem aber nur ein Raum geändert war, und das Protokoll der Fachkonferenz Deutsch). Auch an der Pinnwand fanden sich allerhand neue Informationen, u.a. zu unserem Spendenlauf am Montag (den ich leider nicht miterlebe, weil montags Seminartag ist) und unserer Harzwanderung am Dienstag.
Hier erfuhr ich, dass ich mit meiner Lieblingsklasse, mit denen ich auch in Schottland war, mit dem Bus in den Harz fahre und auch mit ihnen wandern werde. Während ich da vor der Pinnwand stand und sorgfältig alle Infos zu Dienstag studierte, bemerkte ein Sportkollege, dass wir die schwierigste und längste Strecke wandern würden. Man brauche unbedingt Wanderschuhe! Ich zeigte beinahe schüchtern auf meine Turnschuhe, die ich auch zum Wandern anziehen wollte. Da mischten sich gleich noch 2 weitere Kollegen ein, dass ich mit diesen Schuhen niemals wandern könne und ich mir meine Füße damit kaputt mache! Wenn die wüssten, was ich mit den Schuhen schon alles erlebt und gemacht habe… Fakt ist: Ich werde mir nicht für eine läpprige Wanderung im Harz Wanderschuhe für über 100€ kaufen!
Später am Tag meinte meine Mentorin auch, dass sie die Strecke schon öfter in normalen Halbschuhen gelaufen sei und das super klappte. Also drauf gepfiffen!

Ein anderer nebenbei geäußerter Kommentar eines Kollegen vor der Pinnwand beunruhigte mich dann schon eher. Mir auf die Schulter klopfend kam besagter Kollege an mir vorbei und bemerkte, dass ich ja dann mit der neuen Englischkollegin meine Klassen teilen würde und dass das sicher suuuuuuper  mit uns funktionieren wird, weil wir uns recht ähnlich sind. Letzteres kann ich nicht beurteilen, da sie erst ab Mitte September bei uns ist (sie ist noch nicht von ihrer alten Schule freigegeben wurden). Ersteres in diesem Satz beunruhigte mich dann aber sehr. Wir teilen uns die Klassen? Wie soll ich mir das vorstellen? Teamteaching? Hälfte-Hälfte?
Eigentlich hatte ich den stellv. Schulleiter so verstanden, dass die Stunden offiziell geteilt sind, ich die Klassen aber bis Weihnachten habe und sie die dann ab Januar, also wenn ich weg bin, übernimmt. Alles Andere macht auch wenig Sinn, weil in der einen Klasse noch ein wichtiger Unterrichtsbesuch (GUB) aussteht und ich in der anderen meine Prüfung mache. Das funktioniert doch mit Teilen oder Teamteaching gar nicht…
Ich warte jetzt erst einmal ab, bis sie da ist und bespreche das mit ihr. Sollte sie auf so eine komische Teilung bestehen, rede ich nochmal mit dem stellv. Schulleiter und zur Not mit meinem Seminar. Meine Stunden lass ich mir aber nicht nehmen – und meine Prüfung/ meine Gesamtnote erst recht nicht verpfuschen!

Tja, das waren meine spannenden 5 Minuten des heutigen Schultages. Ansonsten wartete ich, dass die Zeit vergeht, quatschte etwas mit meinen Kollegen und machte mich dann kurz vor 10 Uhr auf den Weg, nachdem sich eine andere Kollegin auch nach Hause traute. Leider gab es nämlich keine Information, wie lange wir in der Schule bleiben müssen…

Morgen wird es dann hoffentlich spannender bei den alljährlichen Projektvorstellungen in der Uni. Außerdem kommen morgen allerlei wichtige Menschen, um Reden zu unserem Schuljubiläum zu halten. Man darf also gespannt sein! 🙂

Back to school

So langsam, aber sicher sind die Ferien wirklich zu Ende. Ab Donnerstag werden wieder hunderte von Schülern durch das Schulgebäude wuseln – und ich mittendrin. Einerseits freue ich mich, andererseits hätten die Ferien auch noch etwas länger andauern können. 😉

Heute war unser erster Vorbereitungstag. 2 Stunden Dienstberatung mit allen möglichen Informationen durften wir heute genießen. Diesmal hat unser stellvertretender Schulleiter die Sitzung geleitet. Von einem neuen Schulleiter war bisher noch nicht die Rede und ich glaube auch nicht, dass ich den in meiner Referendarzeit noch erleben werde.

Dafür gab es viele andere Informationen. Eine Kollegin hat in den Ferien heimlich geheiratet und hat einen neuen Namen. (Sie will gern ihre Schüler veräppeln, indem auf den Stundenplänen immer ihr neuer Name stehen soll und die Kollegen dann so tun sollen, als wäre es eine neue Kollegin. Der Überraschungseffekt wird super! 😀 ) Wir haben eine neue Kollegin (darüber habe ich mich ja schon einmal extra ausgelassen), die aber heute seltsamerweise nicht anwesend war. Und wir bekommen wahrscheinlich einen promovierten Referendar in den Fächern Deutsch und Sport – vorausgesetzt es finden sich Mentoren. Dann bin ich nicht mehr allein an der Referendarfront.
Tja, ansonsten werden die ersten Tage vom Schuljubiläum gefüllt sein. Der Unterricht geht erst nächsten Mittwoch so richtig los.

Leider gab es heute aber noch nicht die Stundenpläne. Dabei bin ich soooo neugierig, wie meine Stunden diesmal verteilt sind und ob ich trotz neuer Kollegin meine Wunschklassen bekomme. Morgen bekommen wir sie hoffentlich, zumindest wird dieses Ziel angestrebt. Ich wünsche es mir sehr, weil ich dann endlich die ersten Sequenzplanungen machen kann. Im Moment ist das schwer möglich, weil ich nicht weiß, ob ich Doppel- oder Einzelstunden habe.

Ansonsten stehen morgen nur die Fachkonferenzen an. Natürlich finden Englisch und Deutsch wieder gleichzeitig statt, sodass ich nur zu Englisch gehe und mich in Deutsch von meiner Mentorin informieren lasse. Da habe ich wenigstens eine… in Englisch ist das alles noch etwas in der Schwebe, wer meine neue Mentorin wird.
Und danach müssen wir bis 12 Uhr in der Schule bleiben – wozu auch immer. Ich nehme mir was zum Arbeiten mit und hoffe, dass ich dann auch irgendwo Ruhe dazu finde.
Mittwoch dürfen wir zum Glück zu Hause bleiben, bevor es dann Donnerstag richtig losgeht. 🙂

Das Schulamt, dein Freund…

Normalerweise lasse ich mir meinen wohl verdienten Sonntag selten durch irgendetwas vermiesen. Schließlich ist das immer der Tag, an dem ich mit meinem Verlobten auf der Couch gammeln kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Doch heute sollte diese selige Ruhe zerstört werden.

Alles begann mit einer WhatsApp-Nachricht meiner ehemaligen Mentorin, die jetzt in den Vorruhestand gegangen ist. Sie erzählte mir vom Verlauf ihrer bisherigen Ferien und wie gespannt sie auf den Beginn des neuen Schuljahres wäre, weil sie dann den Vorruhestand erst richtig spüren wird. Tja, und wie beiläufig ließ sie die Bemerkung fallen, wie froh sie sei, dass jetzt doch noch eine Englischstelle für unsere Schule ausgeschrieben wurde und ich meine Bewerbung schon so früh abgeschickt hatte. Von meiner Absage – weil ich mich nicht auf eine konkrete Stelle beworben hatte – wusste sie noch nichts.

Dafür wusste ich jetzt umso sicherer, dass meine ganzen Aktionen für meine Anstellung an der Schule nach dem Referendariat doch etwas gebracht hatten – nämlich die Einstellung einer anderen Person. Nicht schlecht staunte ich nämlich, dass ich nach Lesen der Stellenausschreibung auch genau sehen konnte, wer die Stelle nun bekommen sollte: Englisch und Sport – die Fächerkombi einer meiner Vorgängerinnen, die schon die ganze Zeit auf eine Ausschreibung gelauert hatte. Und nun soll sie diese tatsächlich bekommen, weil ich mich eingesetzt habe…

Versteht mich nicht falsch! Ich freue mich, dass wir jetzt endlich unser Problem um die Minderbesetzung im Fach Englisch dauerhaft lösen können und ich freue mich auch, dass das lange Warten meiner Vorgängerin nun doch „Früchte trägt“, aber ich bin unendlich enttäuscht über diese Politik. Jahrelang weigert sich das Schulamt, irgendjemanden bei uns einzustellen. Nie war davon auch nur in einem Nebensatz die Rede. Und dann nehme ich alle Joker in die Hand, um mir die Stelle zu sichern, mache mir wochenlang Arbeit damit, renne allen möglichen Leuten hinterher und was bekomme ich dafür? Ne kühle Absage an meinem Geburtstag und jetzt noch den Tritt in den Allerwärtesten hinterher. Danke, liebes Schulamt, dass du so fair handelst.

Ein Fünkchen Hoffnung bleibt, dass zum Halbjahr auch noch eine Stelle an meiner Schule für Englisch und Deutsch ausgeschrieben wird – also für mich. Deutsch brauchen wir nämlich noch immer dringend und noch eine Englischkraft schadet auf keinen Fall. Aber groß ist sie nicht mehr.
Vielleicht wartet dafür eine andere schöne Schule auf mich. Ich werde es sehen, wenn die neuen Ausschreibungen draußen sind und ich mich nach der Prüfung auch richtig bewerben kann. So lange versuche ich alles mit Fassung zu tragen und mich auf meine Prüfung zu konzentrieren. Die Enttäuschung schwindet jedoch nicht so schnell…

Stummer Impuls

In letzter Zeit treten gehäuft Suchanfragen nach der Methode des stummen Impulses auf, weswegen ich dazu jetzt mal etwas mehr schreiben möchte.

Genutzt habe ich diese Methode erst ein einziges Mal, doch war ich davon sehr begeistert und möchte die Methode in Zukunft öfter nutzen.

Sie eignet sich vor allem als Unterrichtseinstieg in eine neue Sequenz oder auch in eine einzelne Unterrichtsstunde. Generell kann ich sie mir auch in allen Unterrichtsfächern vorstellen, wobei etwas Kreativität gefragt ist und sie nicht bei jedem Thema einsetzbar ist.
Ziel ist das Wecken von Interesse, aber auch der Motivation der Schüler sowie die Aktivierung von Vorwissen, Erfahrungen, Assoziationen o.ä. der Schüler zu einem Thema.

Zu Beginn einer Unterrichtsstunde wartet der Lehrer auf absolute Ruhe und Konzentration. Die Methode kann nur funktionieren, wenn wirklich alle Schüler ihre Augen nach vorn richten und auf den Lehrer achten. Dieser wiederum sagt nichts, sondern gibt – wie der Name schon sagt – einen stummen Impuls. Das passiert meistens durch das Schreiben eines oder mehrerer Wörter an die Tafel, doch kann auch durch das Zeigen eines Gegenstandes oder einer bestimmten Körperbewegung (je nach Thema) erfolgen. Ganz wichtig ist, dass der Lehrer keinerlei Erklärungen abgibt, sondern auf die Reaktion der Schüler wartet. Im besten Fall äußern sich die Schüler frei zu diesem Impuls, sodass man die Anmerkungen als Diskussionsgrundlage bzw. Einstieg in die Thematik nutzen kann.

Die Methode funktioniert umso besser, desto geübter die Schüler hier bereits sind.
Als ich die Methode das erste Mal anwendete, schrieb ich die Worte „Fünfter sein“ an die Tafel und wartete auf die Reaktion. Und was machten die Schüler? Sie fingen an aus Unsicherheit zu lachen. Ich als Lehrer sagte nichts und die Schüler wussten in dem Moment nicht, was sie machen sollten. Erst nach einer kleinen verbalen Reaktion meinerseits begannen die Schüler, ihre Assoziationen zu nennen. So ganz geklappt hatte die Methode also nicht, weil die Schüler sie noch nicht kannten, doch ihr Ziel hat sie auf keinen Fall verfehlt. Am Ende hatte ich meine Grundlage für die Behandlung des Gedichtes.
Ich denke, wenn ich das öfter machen würde, kämen die Wortmeldungen der Schüler viel spontaner und auch ihre Unsicherheit würde abnehmen.

Ich halte diese Methode als Unterrichtseinstieg als sehr geeignet, sofern sie nicht zu oft angewendet wird. Wie bei jeder anderen Methode auch… 😉

Es ist vollbracht!

Ich habe tatsächlich angefangen, Vorbereitungen für das neue Schuljahr zu tätigen. Ich bin wirklich stolz auf mich!

Nachdem ich am Montag unser Fotobuch vom ersten gemeinsamen Urlaub gestaltet und in Auftrag gegeben hatte, überfiel mich gestern eine unbeschreibliche Lust, meinen Arbeitsbereich aufzuräumen. Ja, leider ist es nur ein Arbeitsbereich im Wohnzimmer, da es noch kein Arbeitszimmer in dieser Wohnung gibt, aber mit dem Zusammenziehen mit meinem Verlobten wird das dann auch endlich Einzug erhalten. Bisher reicht der Platz noch, aber es sammelt sich doch so Einiges an, sodass ich bald wirklich mehr Platz brauche.

Jetzt bin ich zumindest was den Arbeitsbereich angeht endlich fit für das neue Schuljahr. Heute habe ich mir endlich auch mal einen Tacker gekauft, den ich schon das ganze Schuljahr vermisst hatte. Und wo ich schon einmal dabei war, gab es auch ein paar von diesen Zeitschriftenständern, weil ich endlich eine Lösung für die ganzen Hefter, Klarsichtfolien, Druckerfolien etc. brauchte. Die hingen nämlich alle eher schief in meinem Regal herum, als dass sie dort schön standen. Sah meist sehr unordentlich aus. Richtig zufrieden bin ich mit dieser Lösung auch noch nicht, aber es ist schon besser. Ich frag mich echt manchmal, wie andere solche Dinge lagern… Tipps? 🙂

Heute Nachmittag habe ich schließlich auch mit meinen Vorbereitungen für mein Prüfungskolloquium begonnen. Immerhin 1,5 Stunden konnte ich mich motivieren, dann überfielen mich leider Kopfschmerzen. In der Zeit habe ich aber viel geschafft und morgen geht es dann hoffentlich weiter. Zumindest kleine Etappen möchte ich schaffen, damit ich die Prüfungsphase etwas entlasten kann. Davor graut mir nämlich schon etwas… Gestern in 3 Monaten ist der Termin. *bibber*

Noch 1,5 Wochen Ferien, dann beginnt die Vorbereitungswoche. Da kann ich noch Einiges schaffen, wenn nur die Motivation noch steigt…

Happy Birthday!!!

Nichtsahnend schaue ich heute mal wieder bei WordPress vorbei und was sehe ich da? Mein Blog hat heute Geburtstag! *tätäääää*

Wow, genau ein Jahr ist es jetzt also her, dass ich hier mit dem Schreiben angefangen und meine Ängste, Sorgen, aber auch meine Freude mit euch geteilt habe. Am Anfang stand eigentlich das Ziel, moderne Medien im Schulalltag auszuprobieren. Uneigentlich habe ich es vor lauter Schulalltag und dem Eingewöhnen in eben diesen irgendwie nicht geschafft, dieses Ziel zu verfolgen. Dafür habe ich mir immer wieder viele andere kleine und große Ziele gesetzt und diese mit euch geteilt – was offensichtlich auch gar nicht schlecht ankommt. Trotz meiner kleinen Sommerpause – die ich übrigens in vollen Zügen mit meinem (neuerdings) Verlobten und meinen Liebsten genieße – besuchen einige von euch noch immer regelmäßig meinen Blog. Das freut mich natürlich sehr!

So langsam vermisse ich das Bloggen auch schon, sodass ihr sicher nicht mehr lange warten müsst, bis ich wieder regelmäßig schreibe. Schließlich neigen sich die Ferien auch laaaaangsam dem Ende zu, sodass ich bald an meine Vorbereitungen für die Prüfung und das neue Schuljahr gehen werde und dann auch wieder mehr berichten kann.

So lange genieße ich noch etwas meine freie Zeit, feiere Bloggeburtstag und wünsche euch allen auch noch schöne Ferien bzw. einigen von euch einen guten und stressfreien Start in das neue Schuljahr.

Bis bald! 🙂