Hoffnung auf den Job

Gestern war ich nochmal in meiner Bewerbungsschule, bei der ich Donnerstag schon ein Vorstellungsgespräch hatte. Da war nämlich Tag der offenen Tür und ich dachte  mir, dass es sicherlich einen super Eindruck macht, wenn ich mich da noch einmal blicken lasse und mein Interesse bekräftige. Und außerdem bekommt man dann einen tieferen Einblick in das Schulleben, da man die Räume auch mal von innen sieht und mit den vielleicht zukünftigen Kollegen ins Gespräch kommt.

Und siehe da, es hat sich gelohnt. Die Schulleitung hat sich wahnsinnig gefreut, mich zu sehen und hat mir erzählt, dass sie gern mit mir zusammenarbeiten würden und sich freuen, wenn der Betriebsrat der Zusammenarbeit zustimmt. Jetzt hängt also alles vom Betriebsrat ab. Mitte der Woche bekomme ich wahrscheinlich Bescheid, ob es klappt. Drückt ganz doll die Daumen! Ich würde wirklich gern an der Schule arbeiten, vor allem nach der Kollegenbefragung. Alle sind superglücklich an der Schule und schwärmen von der Arbeitsatmosphäre und den lieben Schülern. Und auch die Ausstattung ist einfach klasse, auch wenn ich bestimmt Schwierigkeiten damit haben werde, mich an die neumodischen Smartboards zu gewöhnen. Richtige Tafeln sucht man dort nämlich vergeblich… Aber das sollte die kleinste Hürde sein. Auf den Rest würde ich mich wirklich sehr freuen. Ich wünschte, es wäre schon Mittwoch oder Donnerstag und die Ungewissheit hätte ein Ende.

Einen Plan B gibt es aber auch schon: Ich habe noch einmal eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und rufe dort morgen gleich mal an, um einen Termin auszumachen. Dann hätte ich zwar einen längeren Fahrtweg (eine Stunde statt 15 Minuten), aber es wäre immer noch 1000 Mal besser als Hartz IV.

Ich bin wirklich gespannt, was sich diese Woche noch ergeben wird. Morgen unterstütze ich erst einmal eine meiner Lieblingsreferendarinnen, die morgen Prüfung hat. Daumen sind ganz fest gedrückt! Aber wenn das keine 1,0 wird, dann weiß ich auch nicht. 😉

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Meine zukünftige Schule?

Heute war ich zum Vorstellungsgespräch an der Berufsschule, an die ich vermittelt werden soll. Und was soll ich sagen? Es war wirklich toll!

Die Schule hat schon im Internet einen sehr gepflegten Eindruck gemacht. Zum Glück ist es nicht wie bei Hotels, dass die Fotos ein anderes Gebäude darstellen als die Realität. Das Schulgebäude ist sehr schön, aber auch wirklich riesig! Wenn man bedenkt, wie viele Berufsgruppen dort ausgebildet werden, ist das auch verständlich. Es gibt viele Flächen für die Schüler, auf denen sie ihre Pausen und Freistunden verbringen können und auch die Kantine machte einen guten Eindruck. Es wird viel Wert auf das soziale Leben gelegt, was man an vielen Stellen im Gebäude merkte. Es gibt beispielsweise eine große Küche, in der die Schüler ab und zu Frühstück oder Mittag für sich zubereiten und es dann gemeinsam konsumieren. Eine Lehrerin, die mich durch das Gebäude führte, meinte zu mir, dass sie versuchen, für manche so etwas wie eine zweite Familie zu sein, da das Familienleben bei einigen Schülern sehr zerrüttet ist. Und es scheint zu funktionieren.

Nicht nur das Gebäude machte einen tollen Eindruck, sondern auch die Schüler und Kollegen.
Bereits 30 Minuten vor dem Gespräch war ich in der Schule und sah mich etwas um. Die Schüler verhielten sich schon in der S-Bahn sehr anständig und auch auf dem Schulhof und im Gebäude machten sie einen ordentlichen Eindruck. Natürlich sagt das noch nicht soooo viel aus, aber zumindest bin ich beruhigt, dass es keine extremen Chaoten sind, die einem das Leben zur Hölle machen.

Das Gespräch mit dem Schulleiter und einer anderen Deutschlehrerin, die heute ein wenig meine „Mentorin“ war, verlief klasse. Schon der erste Eindruck stimmte auf beiden Seiten. Wir unterhielten uns sehr nett, auch wenn ich eher weniger zu Wort kam. Beide erzählten mir viel über die derzeitige Situation, meine zukünftigen Aufgaben, die Schulstruktur usw. Nach dem Gespräch wurde ich auch noch durch das Gebäude geführt und ich lernte einige Schüler und Kollegen kennen.

Am Ende kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass es gut funktionieren könnte und wir gegenseitig einen sehr guten Eindruck erhalten haben. Wir hielten einige Zusatzqualifikationen fest. Meine Noten interessieren ihn nicht, ihm kommt es auf die Person an. Jetzt muss also nur noch das Schulamt sein Ok geben.

Wie ihr herauslest, bin ich der Stelle mittlerweile nach vielem Nachdenken sehr aufgeschlossen gegenüber und könnte es mir wirklich gut vorstellen. Ich warte noch auf die Stellenausschreibungen, ob doch etwas an meiner Ausbildungsschule frei ist, aber das ist sehr unwahrscheinlich. Und eine sehr gute Option ist die Berufsschule allemal. Ich habe jedenfalls ein gutes Bauchgefühl.

Das Schulamt, dein Freund…

Normalerweise lasse ich mir meinen wohl verdienten Sonntag selten durch irgendetwas vermiesen. Schließlich ist das immer der Tag, an dem ich mit meinem Verlobten auf der Couch gammeln kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Doch heute sollte diese selige Ruhe zerstört werden.

Alles begann mit einer WhatsApp-Nachricht meiner ehemaligen Mentorin, die jetzt in den Vorruhestand gegangen ist. Sie erzählte mir vom Verlauf ihrer bisherigen Ferien und wie gespannt sie auf den Beginn des neuen Schuljahres wäre, weil sie dann den Vorruhestand erst richtig spüren wird. Tja, und wie beiläufig ließ sie die Bemerkung fallen, wie froh sie sei, dass jetzt doch noch eine Englischstelle für unsere Schule ausgeschrieben wurde und ich meine Bewerbung schon so früh abgeschickt hatte. Von meiner Absage – weil ich mich nicht auf eine konkrete Stelle beworben hatte – wusste sie noch nichts.

Dafür wusste ich jetzt umso sicherer, dass meine ganzen Aktionen für meine Anstellung an der Schule nach dem Referendariat doch etwas gebracht hatten – nämlich die Einstellung einer anderen Person. Nicht schlecht staunte ich nämlich, dass ich nach Lesen der Stellenausschreibung auch genau sehen konnte, wer die Stelle nun bekommen sollte: Englisch und Sport – die Fächerkombi einer meiner Vorgängerinnen, die schon die ganze Zeit auf eine Ausschreibung gelauert hatte. Und nun soll sie diese tatsächlich bekommen, weil ich mich eingesetzt habe…

Versteht mich nicht falsch! Ich freue mich, dass wir jetzt endlich unser Problem um die Minderbesetzung im Fach Englisch dauerhaft lösen können und ich freue mich auch, dass das lange Warten meiner Vorgängerin nun doch „Früchte trägt“, aber ich bin unendlich enttäuscht über diese Politik. Jahrelang weigert sich das Schulamt, irgendjemanden bei uns einzustellen. Nie war davon auch nur in einem Nebensatz die Rede. Und dann nehme ich alle Joker in die Hand, um mir die Stelle zu sichern, mache mir wochenlang Arbeit damit, renne allen möglichen Leuten hinterher und was bekomme ich dafür? Ne kühle Absage an meinem Geburtstag und jetzt noch den Tritt in den Allerwärtesten hinterher. Danke, liebes Schulamt, dass du so fair handelst.

Ein Fünkchen Hoffnung bleibt, dass zum Halbjahr auch noch eine Stelle an meiner Schule für Englisch und Deutsch ausgeschrieben wird – also für mich. Deutsch brauchen wir nämlich noch immer dringend und noch eine Englischkraft schadet auf keinen Fall. Aber groß ist sie nicht mehr.
Vielleicht wartet dafür eine andere schöne Schule auf mich. Ich werde es sehen, wenn die neuen Ausschreibungen draußen sind und ich mich nach der Prüfung auch richtig bewerben kann. So lange versuche ich alles mit Fassung zu tragen und mich auf meine Prüfung zu konzentrieren. Die Enttäuschung schwindet jedoch nicht so schnell…

Linktipp

http://www.forrefs.de/

Eine schöne Internetseite mit Informationen rund um das Ref – Prüfungen, Lehrproben, Umgang mit Konflikten, Umgang mit Kollegen und Schülern, Rechtlichem usw. Hier findet man also alles, was einen als Referendar interessiert und irgendwann unter den Nägeln brennt. Natürlich gibt es je nach Rechtsverordnungen über den Vorbereitungsdienst Unterschiede in den Prüfungen, Lehrproben u.ä., aber diese Sachen erfahrt ihr eh detailliert in den ersten Wochen der Ausbildung. Alles andere leider nicht, deswegen heißt es für mich Daumen hoch für die Website! 🙂

Und wenn ich schonmal bei Empfehlungen bin: Ein berühmtes soziales Netzwerk, das für seine blaue Farbe und den schönen Namen seines Begründers bekannt ist, wird von mir nunmehr fast ausschließlich als Informationsquelle genutzt, welche Verlage gerade welche Angebote haben. Habe schon Einiges an nettem und brauchbarem kostenlosen Material abgreifen können.
Dabei helfen mir insbesondere die News folgender Seiten:

http://www.facebook.com/#!/LehrerrundeInfothek
http://www.facebook.com/#!/ReferendarTipp?fref=ts

Also mal vorbeischauen und nutzen. 🙂

Die Bewerbungsformalitäten – es lebe die Bürokratie!

Frohen Mutes begann ich direkt nach Abgabe meiner Masterarbeit mit den Bewerbungen für das Referendariat – besser gesagt recherchierte ich zunächst, was ich denn alles bräuchte – nichtsahnend, dass meine Ambition schon nach wenigen Tagen getrübt sein würde. Es wirkte glatt so, als wollten die Schulämter der verschiedenen Bundesländer alles von mir wissen; am liebsten noch mit Babyfotos gespickt, auf denen das kleine Zappelbein nackt in der Badewanne sitzt und unschuldig mit dem schokoladenbeschmierten Mund in die Kamera grinst. Vielleicht können sie sich mal mit Mark Zuckerberg zusammensetzen und über eine Zusammenarbeit nachdenken.

Nichtsdestotrotz begab ich mich in den Kampf – jeden Tag mit neuer Motivation, die bis zum Abend erschlagen werden sollte. Deswegen mein Tipp: Kümmert euch rechtzeitig um eure Bewerbung und all die Unterlagen, die gefordert werden, damit ihr es innerhalb der Bewerbungsfristen schafft, eure Unterlagen abzugeben.

Die meisten Bundesländer wollen folgende Unterlagen sehen:

  • ausgefüllter Antrag des jeweiligen Bundeslandes, teilweise online (auf Homepage des jeweiligen Schulamtes zu finden)
  • Geburtsurkunde (meist in amtlich beglaubigter Kopie) – Achtung! Diese ist nur beim Standesamt in eurer Geburtsstadt erhältlich, kann aber auch online beantragt und in die neue Heimat gesendet werden. Kosten betragen 10€ für die erste Kopie und 5€ für jede weitere
  • Lebenslauf (meist mit 1-2 Fotos von euch)
  • Abiturzeugnis in amtlich beglaubigter Kopie
  • Bachelor- und Masterzeugnis in amtlich beglaubigter Kopie (manchmal nur das Masterzeugnis, welches auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt nachgereicht werden kann, solange ein vorläufiges Zeugnis vorliegt)
  • erweitertes Führungszeugnis im Original (was bedeutet, dass ihr pro Bewerbung eines beantragen müsst und jeweils 13€ dafür zahlt – Massenrabatt gibt es nicht)
  • ggf. Gesundheitszeugnis (Kosten ca. 11€, wird aber meistens bei Annahme erstattet)
  • ggf. Äquivalenzbescheinigung (also eine Bescheinigung, dass der Master eures Bundeslandes gleichzustellen ist mit denen anderer Bundesländer bzw. mit dem Staatsexamen – hierfür benötigt man amtlich beglaubigte Kopien des BA- und MA- Zeugnisses, beider Urkunden sowie der beiden Diploma Supplement (in Brb beim Laleb einzureichen))

Viele Schulämter akzeptieren übrigens keine Beglaubigungen von Krankenkassen, Pfarrern o.ä., sondern lediglich die kostenpflichtigen, die man im Rathaus bzw. beim Bürgerbüro machen kann. Somit kommt man pro Bewerbung auf ca. 50€ oder mehr, was ich mehr als happig finde. Überlegt euch also gut, wo ihr euch bewerben möchtet.

In NRW werden momentan alle Bewerber angenommen, was jedoch mit erheblichem Qualitätsverlust der Ausbildung einhergeht. Auch Bayern und Baden-Württemberg nehmen wohl so ziemlich alle Bewerber. Schlimmer sieht es in Hamburg, Brandenburg oder Berlin aus – hier gibt es weitaus mehr Bewerber als Plätze, sodass man extrem gute Noten oder eine gefragte Fächerkombi braucht. Auch bei Sachsen wäre ich persönlich vorsichtig, da der Vorbereitungsdienst auf 12 Monate verkürzt wurde und noch aussteht, ob diese Ausbildung dann in allen Bundesländern akzeptiert wird.

Informiert euch auch regelmäßig über die Bewerbungsfristen, da diese jedes Jahr leicht verändert werden. Hier die aktuellen Zahlen für die nächsten Fristen (Stand Juni 2012):

Mitte Sept. Bayern
15.9. Hamburg
25.9. Berlin
28.9. Thüringen
Ende Sept. NRW
1.10. Schleswig-Holstein
5.10. Brandenburg
31.10. Bremen
1.11. Saarland
1.11. Sachsen
30.11. Niedersachsen
1.1. Hessen
1.2. Mecklenburg-Vorpommern

Falls ihr noch Fragen, Korrekturen oder Ergänzungen habt, könnt ihr euch gern bei mir melden. 🙂