Eine Zugfahrt, die ist lustig

Ich sitze gerade im Zug in meine 2. Heimat, habe mein Buch ausgelesen, kein weiteres auf meinem E-Book-Reader und auch keine Lust mehr aufs Arbeiten am Laptop.

Heute war der letzte Ferientag, an dem ich an meiner Prüfung weiterarbeiten konnte. In Deutsch kam mir zwar nicht DIE Idee, aber dennoch halte ich die Stunde für sehr solide, rund und schülerorientiert. Und differenzieren kann man auch gut. Mal sehen, was meine Mentorin nächste Woche dazu sagen wird. Etwas Zeit zum Überarbeiten habe ich zum Glück noch.
In genau zwei Wochen muss aber alles im Briefkasten auf dem Weg zu meinen Seminarleitern sein. Und meinem Fremdprüfer, den ich gestern doch noch bekommen habe. :-/ Aber gut, es gibt keine Hürde, die ich nicht nehmen kann. Das wird schon. 🙂

Morgen und übermorgen bin ich bei einer sehr interessanten theaterpädagogischen Fortbildung. Obwohl sie morgen wohl 12 Stunden gehen wird (danach bin ich sicher zu gar nichts mehr fähig!), freue ich mich schon sehr darauf. Und sie sollte meine Jobchancen enorm steigern. Darstellendes Spiel habe ich ja leider nicht als Zusatzausbildung, aber so eine Fortbildung macht sich bestimmt super. Ich bin zumindest schon sehr gespannt, ob sich die Investition lohnt.

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Es werde Licht!

Da ganz hinten, kaum zu erkennen, aber doch vorhanden, sehe ich ein kleines, schwaches, flackerndes Licht am Ende des Tunnels. Hätte mir jemand letzte Woche diese Aussicht gegeben, hätte ich ihm wohl nicht geglaubt und doch die Woche etwas positiver erlebt.

Meine UPs der bisherigen Woche:

  • Ich habe das Gefühl, dass ich ganz langsam lerne, wie ich mit meinen superpubertären 8. Klassen umgehen muss, damit konzentriertes Lernen möglich ist. Ich werde auf jeden Fall nicht aufgeben, Methoden auszuprobieren, um meine Teenies, die alles außer Unterricht im Kopf haben, den Unterrichtsstoff näher zu bringen.
  • Ich habe meine GUB-Planung für nächsten Freitag in Englisch fertig und bin sogar zufrieden damit! Lange saß ich mit meiner Mentorin da und uns wollte einfach nichts Gescheites einfallen. Ich stellte eine Planung auf, die zwar ok, aber einem GUB eigentlich nicht angemessen ist. Meine Kreativität hatte sich aufgrund des Stresses jedoch in den Urlaub verabschiedet – gestern kam sie wieder. Und siehe da: Hier und da noch ein paar kleine Kniffe und eine schöne Besuchsstunde ist geschaffen. Mentorin und Zappelbein zufrieden. 🙂
  • Auch die UB-Planung für nächsten Dienstag in Deutsch nimmt Formen an. Auch hier war ich eigentlich schon recht zufrieden mit der Planung, doch Kleinigkeiten störten mich nach wie vor. Nach einem langen Gespräch gestern habe ich noch ein paar Sachen verändert und hoffe auf Zustimmung morgen. So ganz zufrieden wirkte meine Mentorin noch immer nicht, aber Vorschläge kann sie auch nicht machen. Sie sagt nur immer, dass sie es ganz anders angehen würde, aber dass sie weiß, dass man im UB solche gestellten Sachen zeigen muss (Methodenwechsel und so). Ohne Besuch würde ich es auch anders aufziehen, aber wo bleiben denn da die kooperativen Lernformen, die kreativen Ideen und das Feuerwerk?
  • Ich war gestern Abend bei einer schönen Fortbildung im Theater. Die neue Spielzeit wurde vorgestellt und wir bekamen ein paar Kostproben. Super Sachen dabei – Theater, du siehst mich diese Spielzeit öfter! Und vor allem wusste ich gar nicht, dass das Theater so toll mit Schulen kooperiert. Die kommen sogar kostenlos in die Schule, um Stücke vor- oder nachzubereiten. Außerdem gibt es zu jedem Stück Unterrichtsmaterial zur kostenlosen Anforderung. Und kostenlose Führungen durchs Theater gibt es auch (die hab ich als Schüler mal mitgemacht und fand sie echt interessant). Ui, wenn das Ref erst einmal fertig ist… 🙂

Meine DOWNs der Woche:

  • Mir fehlen definitiv Freizeit und ein wenig Schlaf! Und meine doofen Krankheitsanzeichen à la Übelkeit, Schwindel und manchmal Bauchschmerzen gehen auch nicht weg. (Schwangerschaftstest war „zum Leidwesen“ meines Verlobten aber negativ.)
  • Hier liegen Tests unberührt herum und meine Schüler maulen bestimmt, wenn sie erfahren, dass sie die erst nächsten Donnerstag bekommen. Beim UB will ich die nämlich nicht zurückgeben. (Und das Beste: Ich schreibe Freitag auch in Englisch einen Test (hoffentlich liest keiner der Schüler mit 😉 ) und der will dann auch noch zwischen den UBs korrigiert werden…)
  • Und was mich heute am meisten ärgerte: Das ganze letzte Schuljahr habe ich mit meiner Englischklasse kooperative Lernformen eingeübt, weil die nicht mal zu einer einfachen Gruppenarbeit imstande waren. Sie konnten am Ende des Schuljahres sogar offen arbeiten – voller Konzentration und Enthusiasmus! Heute mache ich eine Gruppenarbeit und was ist? Sie haben scheinbar alles in den Ferien vergessen. Sie hauen sich, sie brauchen ewig, um sich zusammenzufinden (trotz mehrfacher klarer Ansagen), sie fangen viel zu spät an und am Ende schaffen sie es nicht. Ganz ehrlich: Pech gehabt. Obwohl sie es in den Stammgruppen nicht geschafft haben, alle anzuhören, müssen sie am Freitag alles wissen und es mir auf Abruf in einer mündlichen Kontrolle vorweisen können. Mal sehen, wie sie das hinbekommen.

Und da ich immer positiv enden möchte und ich nicht nur über meine Englischklasse meckern kann: Meine neue junge Kollegin hatte heute in der Klasse Vertretung und meinte, die Schüler seien im Vergleich zu vor zwei Jahren, wo sie sie selbst im Ref hatte, eine viel angenehmere Klasse. Juchhu, meine ganzen Anstrengungen haben also doch gefruchtet!

Zurück in der Zivilisation

I survived Wust!

Naja, ganz so schlimm war es dann doch nicht. Im Großen und Ganzen war es ok. Ich habe Einiges gelernt, doch hätte ich trotz allem auch gut und gerne auf diese Woche verzichten können.
Jeden Tag hatten wir insgesamt 3 Kurse: 9-9.50, 10-11.30 und 13.15-14.15. Wie ihr seht, hatten wir ziemlich viel Freizeit. Schon allein diese knapp zwei Stunden Mittagspause haben mich jeden Tag aufs Neue tierisch genervt, weil man in Wust fest hing und nichts machen konnte. Und vom Mittagessen möchte ich erst gar nicht reden…
Tja, und ab 14 Uhr hatten wir dann jeden Tag Freizeit. Dienstag und Donnerstag hatten wir noch einen Improv-Kurs besucht, der auch echt lustig war, aber ansonsten konnte man die Workshops am Nachmittag echt vergessen. Bei dem Angebot hat man gemerkt, dass es doch eher auf Kinder spezialisiert war.
Montag bis Mittwoch entschlossen wir uns jeden Tag aufs Neue, an den See zu fahren. Zum Glück waren viele mit dem Auto da, sodass wir dort auch hinkamen. Ohne Auto ist man in Wust aufgeschmissen. Es gibt dort nämlich genau: Nichts! Keinen Bäcker, keinen Kiosk, keinen Supermarkt, keinen Bankautomaten, einfach nichts. Naja, und am See war es auch nicht unbedingt spannender. Ich gehe gern mal zum See, um zu lesen oder zu schwimmen, aber jeden Nachmittag für 4-6 Stunden? Das war dann doch eher langweilig. Oder ich war einfach aufgrund der Umstände nicht in der Lage, zu entspannen. Und zum Lesen kam ich auch nicht, weil dafür doch zu viel erzählt wurde. Über Schule übrigens am meisten. Schreckliche Lehrerkrankheit!
Abends hatten wir dann immer auf dem Balkon gesessen und gemütlich gegessen. Der Ausblick aus der Pension war einfach super! Direkt an der Havel mit Blick auf den Sonnenuntergang. Das war mein Highlight des Tages, wirklich!

Nichtsdestotrotz vergingen die ersten drei Tage irgendwie gar nicht. Die Zeit schlich so vor sich hin und ich wartete nur darauf, dass doch endlich wenigstens Donnerstag ist, damit ich sagen kann, dass es jetzt nur noch ein Tag ist.
Gestern war es dann auch endlich so weit. Zum Glück konnten wir den Großteil der Gruppe dann auch endlich davon überzeugen, dass es doch eher langweilig ist, jeden Tag am See zu sitzen und über Schule zu reden. Gestern waren wir also in Tangermünde, haben Eis und Abendbrot gegessen und uns die Gegend angeschaut. Und abends saßen wir noch gemütlich auf dem Campingplatz zusammen. 🙂

Fazit: Wir haben wirklich tolle Kurse besuchen dürfen, bei denen viele nette Anregungen für den Unterricht dabei waren. Wir haben Menschen aus verschiedenen Regionen kennen gelernt und uns im Denglisch geübt (in unserer Freizeit konnten wir irgendwie nie bei einer Sprache bleiben 😀 ). Rob war ein lustiger, aufgeschlossener, kreativer Engländer, der jede Grammatikstunde zu einem Erlebnis machen kann. Arthur hat uns viel über Theater beigebracht und Rollenspiele durchgeführt. Chris hat einfach eine ganz besondere Gabe, Geschichten zu erzählen und jeden in ihren Bann zu ziehen. Und sie hat uns tolle Ideen mitgegeben, wie man mit diesen Geschichten weiterarbeiten kann. Unsere 3 Dozenten waren also wirklich super und ich werde sie schon etwas vermissen.
Auch sind wir als Gruppe schön zusammengewachsen und haben viel über uns persönlich erfahren. Auch das war wirklich eine schöne Erfahrung.
Ansonsten war es einfach zu lang und am falschen Ort. Oder es hätten wenigstens mehr Kurse angeboten werden müssen. Zum Glück ist noch keiner vor Langeweile gestorben, sonst könntet ihr hier nicht  mehr mitlesen. 😉

Jetzt verabschiede ich mich erst einmal in meine wohl verdienten Sommerferien! Am Montag geht es nach Irland, worauf ich mich schon riesig freue! Und dann ist lesen und entspannen angesagt – Sommerferien sind super! Ich wünsche euch auch allen eine entspannte, erholsame Zeit! 🙂

PS: Ich habe heute auch noch meine Initiativbewerbung für das Verbleiben an der Schule nach dem Ref abgeschickt. Darin enthalten ist sogar eine ausdrückliche Unterstützung der Schule, weil ich so eine Bereicherung für die Schule wäre. 🙂 Drückt also die Daumen, dass es vielleicht doch etwas wird!

Educating Rita

Hach, so schön könnten alle Schultage sein… eine Stunde hospitieren, dann ins Theater fahren und ein schönes englisches Stück (Educating Rita: http://www.theater-magdeburg.de/front_content.php?idart=8151) anschauen. Die Schüler (wollte gerade SuS schreiben – man merkt also, dass ich  heute schon viel theoretischen Kram geschrieben habe ^^) haben sich super verhalten und es mussten keine größeren Sanktionen herangezogen werden. Und das, obwohl das Stück doch recht anspruchsvoll war – nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich. Schade, dass wir keine Zeit mehr zum Auswerten hatten und ich diese am Montag wegen des Hauptseminars nicht mitbekommen werde… mir hat es aber sehr gut gefallen. Und pünktlich um 11.15 Uhr konnte ich mich auf den Heimweg begeben, um meine vielen Unterrichtsstunden für nächste Woche zu planen. 🙂

Naja, so ganz ergiebig, wie ich mir das gewünscht habe, war es leider nicht… immerhin habe ich aber den UB für nächsten Mittwoch vorbereitet, sodass ich ihn hoffentlich morgen mit meiner Mentorin noch besprechen und gegebenenfalls abändern kann. Und Gedanken über meine Englischstunden habe ich mir auch schon gemacht. Dieser Sprung von 0 Stunden Unterricht zu 6 Stunden Unterricht ist aber doch hart… Aaaaaaaber ich wäre ja nicht ich, wenn ich das nicht auf die Reihe kriegen würde. 😉 Irgendwie wird das, bisher hat alles irgendwie geklappt. Gespannt bin ich allerdings sehr, was meine Mentoren zu meinen ersten Stunden sagen werden… ob ihnen mein Stil gefällt? Ob sie viel zu kritisieren haben? Und was wohl die Seminarleiterin Deutsch sagen wird? Oh  man, ich darf gar nicht darüber nachdenken, sonst werd ich jetzt schon ganz hibbelig. Zu meinem Namen würde es ja passen. 😉