Herzklopfen

Die letzte Woche in „Freiheit“ ist angebrochen, am Montag geht es los. Freitag darf ich mich schon einmal auf den Weg nach Halle begeben und meine Ernennungsurkunde abholen. Ab dem Zeitpunkt dauert es angeblich 14 Tage bis zum Eingang des ersten Gehaltes auf meinem Konto. Das wird sich freuen!
Am Freitag erhalten wir auch alle wichtigen Informationen für Montag… da darf ich nämlich wieder nach Halle, eine meiner „Lieblingsstädte“, weil sie so schön grau ist. Naja, Montag ist jedenfalls die feierliche Vereidigung und danach die ersten Seminare. Wie es danach weitergeht, hat uns noch  keiner verraten… man munkelt, dass man in der ersten Woche nicht in die Schule geht, sondern lediglich Seminare stattfinden – weil wir ja in der Uni noch nicht  genug Theorie hatten… Es gibt sogar Gerüchte, dass Donnerstag und Freitag frei sind (obwohl das die ersten Schultage in Sachsen-Anhalt sind). Man darf also gespannt sein, was passiert und vor allem, was uns Wichtiges in den Seminaren mitgeteilt wird. Ich bin jedenfalls schon total hibbelig und aufgeregt.

Morgen werde ich noch einmal mit meinem Partner dem Alltag entfliehen und einen Tag frische Ostseeluft schnuppern. Das wird ein Fest, ich liebe das Meer! 🙂 Und die restlichen Tage bekomme ich auch noch rum, hab immerhin herzallerliebsten Besuch in Magdeburg… aber kleiner wird die Vorfreude wohl nicht mehr.

Digitale Demenz

Heute bin ich über ein durchaus interessantes Buch und zahlreiche kontroverse Diskussionen darüber gestoßen: Digitale Demenz von Manfred Spitzer. Manche von euch mögen von diesem im Jahr 2012 erschienenen Buch schon gehört oder gelesen haben, die anderen werden das wohl jetzt erstmals tun.

Ganz einfach formuliert behauptet Spitzer, dass gerade die jüngere Generation zunehmend durch die Nutzung neuer Medien verdumme. Dass dieses Phänomen tatsächlich existiert, beweist Spitzer mit Google-Ergebnissen – sehr vertrauenswürdig… Dass dies natürlich keine wissenschaftliche Referenz ist, sollte jedem klar sein. Alle anderen können gern mal nach „schwachsinnigen“ Dingen wie Mit geschlossenen Augen lesen oder Schwimmen ohne nass zu werden suchen – ihr werdet erstaunt sein, wie viele Millionen Ergebnisse sich finden lassen.

Spitzer stellt die Verdummung außerdem anhand einiger Beispiele fest, z.B. dass sich die Menschen immer weniger Geburtstage, Telefonnummern o.ä. merken können. Ob es allerdings wirklich dumm ist, wenn man sich keine überflüssigen Informationen mehr merkt? Abgesehen davon, dass zumindest ich noch immer die wichtigsten Geburtstage und Telefonnummern in meinem Gedächtnis gespeichert habe… Doch wieso sollte ich mir alle Geburtstage und Telefonnummern meiner Freunde, Verwandten und Bekannten merken, wenn ich sie nun in meinem Smartphone oder sonstwo gespeichert habe? Und wieso war das Aufschreiben in einem Notizbuch/ Adressbuch, das ich vor wenigen Jahren noch häufig nutzte, nicht so verpöhnt?

Spitzer behauptet aber auch, dass sich die Menschen durch die neuen Medien sowieso kaum noch Informationen merken können. Das werde dadurch deutlich, dass man immer im Hinterkopf hätte, dass man den Begriff jederzeit wieder googlen könne. Hm, früher konnte man beliebig oft im Lexikon nachschlagen, es dauerte nur eben länger und deswegen tat man es seltener…
Ich möchte ja nicht dementieren, dass wir uns tatsächlich weniger Dinge merken, weil wir einfach viel schneller Zugriff auf die Informationen haben und sie uns deswegen nicht unbedingt merken müssen. Hinzu kommt die große auf uns einprasselnde Informationsflut, die die neuen Medien mit sich bringen. Da ist doch ganz klar, dass wir uns nicht mehr alles merken können und viele Informationen schnell wieder vergessen bzw. ins Unterbewusstsein verschieben. Dennoch würde ich persönlich nicht behaupten, dass die Menschen dadurch zwangsläufig dumm bzw. dümmer geworden sind. Stattdessen haben wir uns zahlreiche neue Fähigkeiten angeeignet; wir haben uns also der Umwelt angepasst. Dass wir deswegen nicht mehr denken würden, halte ich persönlich für eine totale Übertreibung. Sicherlich mag es einige Exemplare geben, die wirklich nicht mehr denken und der Technik blind vertrauen, doch sind diese eindeutig in der Unterzahl. Ich kenne wirklich niemanden, der einem Navigationsgerät blind vertraut und nicht zwischendurch überprüft, ob die Angaben Sinn machen. Oder sind Sie schon einmal links abgebogen, obwohl das in dem Moment nicht ging?

Am schlimmsten finde ich allerdings den Vergleich mit der radioaktiven Strahlung – am Anfang sahen sie alle als gewinnbringende Innovation und dann zerstörte sie die ganze Welt. Können wir das wirklich gleichsetzen? Übertrieben!

Fazit: Digitale Demenz mag vielleicht in Ansätzen tatsächlich vorhanden sein, doch würde ich sie keinesfalls als negativ deklarieren, da neue Medien zahlreiche neue Fähigkeiten und Möglichkeiten hervorgebracht  haben. Ich halte noch immer daran fest, dass wir diese Möglichkeiten auch vermehrt in der Schule einsetzen sollten, auch wenn es natürlich niemals gänzlich ohne Schulbuch gehen wird (hoffe und denke ich). Wie immer macht es die Mischung.

Und wer sich persönlich mal in Spitzers Buch hereinlesen möchte: http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-27603-7/downloads/livebook.pdf
Plus eine Rezension, die ich durchaus spannend fand: http://www.alltagsforschung.de/rezension-digitale-demenz-von-manfred-spitzer/

 

PS: Übrigens, glaubt es nach Lesen dieses Eintrages oder lasst es: Ich bin ein Verfechter des Auswendiglernens von Gedichten/ Monologen aus Dramen – schließlich muss das Gedächtnis vielseitig gefordert werden.

Angekommen

Eine Woche voll mit Abbauen, Ausräumen, Umräumen, (Wieder-)Aufbauen, Einräumen, Sortieren, Putzen, … ist geschafft – ich bin endlich gut in der neuen Wohnung angekommen! Nun kann ich gemütlich wasserschlürfend auf meiner Couch sitzen und auf den Platz starren, wo eigentlich der TV stehen sollte. Mach ich aber nicht. 😉 Eigentlich bin ich noch immer total unruhig, weil noch viele Kleinigkeiten fehlen, z.B. Lampen. Aber das werd ich sicher (hoffentlich!) noch alles bis zum Beginn des Refs hinbekommen.

Ja, nächste Woche Freitag ist mein erster Dienstantritt – ich darf mir in Halle meine Ernennungsurkunde abholen. Und am Montag darauf ist dann die feierliche Vereidigung und das erste Seminar. In der Woche sollen dann wohl auch nur Seminare stattfinden und keine Besuche in der Schule, was ich sehr schade finde. Da aber von offizieller Stelle diesbezüglich noch keine Informationen kamen, habe ich noch Hoffnung, dass ich dann doch schon in die Schule darf, um meine neuen Kollegen und das Schulgebäude kennenzulernen. Ansonsten mach ich das einfach auf inoffiziellem Weg. Im Moment geht das leider noch nicht, da wir mitten in den Sommerferien stecken und das Schulgebäude nicht nur verschlossen, sondern auch menschenleer ist.

Ach man, ich will gern Informationen! Ich bin doch immer sooooo neugierig… Geduld zählt in manchen Hinsichten nicht zu meiner Stärke – sollte ich mir aber lieber noch antrainieren.

Naja, währenddessen überlege ich noch immer, ob ich mir meinen neu anvisierten Schatz wirklich zulegen soll oder nicht: http://www.amazon.de/Transformer-TF300T-Tablet-PC-Android-KeyDock/dp/B007XOOM0K/ref=wl_it_dp_o_pC_nS_nC?ie=UTF8&colid=FO8ZY9QWYWVR&coliid=I3MW4EIC0EKQWK

An meiner neuen Schule gibt es W-Lan, sodass ich das Ding tatsächlich auch vor Ort zum Arbeiten nutzen könnte… mal schnell was nachschlagen, ein Video oder Bild zeigen, Noten etc. verwalten, in Freistunden Stundenpläne tippen – ich stell mir das schon sehr praktisch vor. Schließlich habe ich mir erst vor wenigen Wochen ein Smart-Phone gegönnt und konnte die vielen Vorteile dessen entdecken. Aber es ist natürlich zu klein, um länger und effizient damit zu arbeiten. Ein Netbook wäre auch eine Option, aber irgendwie hat es mir das Touchsystem mehr angetan. Tipps? Meinungen? Entscheidungshilfen? Ich bin für alles offen und noch sehr unentschlossen… HELP!

Chaos – nicht nur in der Wohnung

Ihr fragt euch sicher, warum das Zappelbein nichts mehr von sich hören lässt. Der Grund ist ganz simpel: Absolutes Umzugschaos. Naja, mittlerweile sieht es nach geordnetem Chaos aus. Morgen früh ist es soweit, der Umzug wird starten. In der neuen Wohnung erwartet mich im Moment noch nicht viel, lediglich einzelne aufgebaute Möbel, ansonsten leere Zimmer.

Tja, wie fühle ich mich? Ich weiß es nicht… einerseits freu ich mich auf das neue Heim, auf die neuen Herausforderungen, auf die neue Arbeit. Andererseits hatte ich hier wunderschöne 5 Jahre (naja, nicht immer wunderschön, aber man verschönigt sich ja einiges im Gehirn 😉 ). Viele meiner liebgewonnenen Freunde bleiben hier, vor allem auch mein geliebter Partner. Es ist nur eine begrenzte Zeit und eine Fernbeziehung mit etwas mehr als einer Stunde Entfernung ist auch nicht die Welt… aber es wird eine Umstellung werden.

Was mich aufbaut: Seine Worte, dass er mich unterstützen wird, wo er nur kann (und davon kann ich sicherlich mehr als genug brauchen in dieser aufregenden Zeit) und dass wir das schaffen.
Was mich noch aufbaut: Meine überwiegend vorherrschende Vorfreude auf die neue Schule, die neuen Schüler, die neuen Kollegen, die neuen Herausforderungen und die zahlreichen vielseitigen Erfahrungen, die ich sicher machen werde. Trotzdem blicke ich nicht nur positiv auf diese Zeit. Man hört genug Horrorgeschichten, wie schlimm doch das Referendariat sei. Andererseits hat man das auch über das Praxissemester gesagt und das hat auch super geklappt und Spaß gemacht. 🙂

Meine Amtsarztuntersuchung, über die man auch schauerliche Geschichten lesen kann, war übrigens auch halb so schlimm – eigentlich ganz harmlos. Einen Hör- und Sehtest, eine Urinprobe, eine Blutabnahme und ein kurzes Gespräch mit dem Onkel Doktor inklusive einiger Abtastgeschichten später war ich schon fertig und wurde für gesund und geeignet erklärt. 🙂
Habt auch keine Angst vor dem Hör- oder Sehtest. Der Sehtest ist eigentlich wie bei der Fahrschule, das schöne Spielchen mit den Kreisen mit kleinen Öffnungen, wo man sagen muss, wo die Öffnung ist (oben, unten, links, rechts). Beim Hörtest werdet ihr in eine Kammer gesetzt und bekommt Kopfhörer auf. Ihr hört dann Pieptöne auf unterschiedlichen Frequenzen, die immer lauter werden und ihr müsst einen Knopf drücken, sobald ihr etwas hört. Also wirklich alles halb so wild. 🙂

Fazit: Lasst euch bloß nicht von den ganzen Geschichten im Internet verrückt machen und geht mit Freude und Enthusiasmus an die neuen Herausforderungen heran! Andere haben es auch schon geschafft. 🙂

Private Krankenversicherung im Referendariat

Nachdem ich meine Zusage für das Referendariat erhalten hatte, stellte sich mir natürlich auch die Frage nach der richtigen Krankenversicherung. Hoch motiviert googlete ich nach diesem Thema, fand Millionen von Themen, las gefühlte 100 und fühlte mich danach kein Stück schlauer. Auch die Umfrage in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ergab keine wirklich brauchbaren Ergebnisse. Das einzige, was nach meiner Recherche feststand: Die Wahl einer geeigneten (privaten) Krankenkasse kann das Internet nicht für dich übernehmen, da es wohl individueller ist als alles andere im Leben eines angehenden Beamten. Was also tun?

Zunächst überlegte ich mit Hilfe der vielen Infos im Internet, ob ich mich freiwillig gesetzlich oder privat versichern möchte. Beides ist als Referendar legitim. Was viele von der privaten Krankenversicherung abschreckt, sind die Gerüchte, man käme nach dem Ref nicht mehr zurück in die Gesetzliche und müsse dann horrende Preise bezahlen. Dem ist nicht so. Nach dem Referendariat, währenddessen man Beamter auf Widerruf ist, findet ein Statuswechsel statt (zu Angestelltenverhältnis, Arbeitslosigkeit oder Beamte auf Probe). Mit jedem Statuswechsel kann man auch die KKV wechseln, somit steht euch auch der Wechsel zur gesetzlichen Kasse zu. Die müssen euch nehmen!
Dann müsst ihr für euch persönlich gucken, was sich für euch lohnt. Als lediger, gesunder Mensch lohnt sich die private KKV sehr (macht ca. 100€ im Monat weniger, da der Staat Beihilfe leistet: Privat ca. 60-80€, freiwillig gesetzlich ca. 150-180€). Kommen Kinder, Ehepartner oder schwere chronische Krankheiten dazu (Letzteres gibt Risikozuschlag durch die private KKV), sollte man sich beraten lassen und genau durchrechnen, das für den persönlichen Fall am besten ist.

Ich nahm dafür einen Makler in Anspruch.
Es gibt einige Vergleichsportale im Internet, wovon mir aber viele von Anfang an suspekt vorkamen. Bei manchen musste man nur Namen, Geburtsdatum und Adresse eingeben und schon konnten die tollen Rechner ermitteln, welche die beste Krankenversicherung für einen sei. Also ehrlich, Finger weg!
Und schaut bitte vorher auch nach, ob und was euch der Spaß kosten soll, denn auch hier kann es böse Überraschungen geben.

Auf welchem Vergleichsportal ich letztlich gelandet bin, weiß ich leider gar nicht mehr. Es war aber eines der wenigen Portale, bei denen mir nicht sofort etwas ausgespuckt wurde, sondern bei dem ich lediglich eine E-Mail bekam, dass sich bald jemand bei mir melden wird, um individuelle Absprachen zu tätigen.
Und so war es dann auch. Anfangs war es mir sehr suspekt – da war ein sehr netter und hilfsbereiter Herr am Telefon, der mir ein Beratungsgespräch über 45 Minuten anbot und sehr kompetent klang. Bevor ich den Termin ausmachte, fragte ich ihn natürlich, was mich der Spaß kosten wird – „Nichts, Frau Zappelbein. Wir werden bei erfolgreicher Vermittlung mit einer Provision von der Privaten Krankenversicherung belohnt, darüber brauchen Sie sich gar keine Gedanken machen.“
Ich war baff! Und nahm an. Seitdem habe ich viel mit dem Herren telefoniert und E-Mails geschrieben, er hat mir viel erklärt und ich fühle mich mittlerweile recht sicher in der Materie. Und eine passende Krankenversicherung haben wir natürlich auch gefunden. Sogar als sich plötzlich erhebliche Probleme bezüglich der gesetzlichen Krankenversicherung bei mir auftaten, war er immer für mich da und rettete mich sehr glimpflich aus der Situation. Selbst sonntags hatte er Zeit für mich, als es brannte, das war Wahnsinn!

Ich bin also sehr, sehr zufrieden mit meinem Makler und wer den Namen dieses Helden erfahren möchte, kann sich gern an mich persönlich wenden. Ich empfehle ihn sehr gern weiter.

Und falls es doch welche gibt, die keine persönliche Beratung wollen und einen Namen einer guten privaten Krankenversicherung lesen wollen: Ich bin bei der DBV gelandet – was mir übrigens auch von meiner Schwiegermama in spe von Anfang an empfohlen wurde. 😉

Das Brandenburger Schulsystem – Halleluja!

Ein Griff in den Briefkasten, ein Blick auf die kostenlose Zeitung vom Samstag, ein überraschter Blick auf meinem Gesicht – so oder so ähnlich startete mein Tag.

Da ich auf dem Weg in den 5. Stock immer viel Zeit habe, las ich mit Entsetzen diesen Artikel: http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/potsdam/artikel/5040/GEW+warnt+vor+Scheitern+des+Inklusionsprojekts+an+Grundschulen

Schon im Vorlesungssaal hatte ich stets mit Entsetzen verfolgt, was Brandenburg vorhat – Inklusion ohne zusätzliche Gelder, ohne entsprechende Lehrkräfte, ohne zusätzliche Gelder. Somit folgt Brandenburg dem deutschen Trend, was in diesem Fall nicht als positiv zu betrachten ist. Schon in wenigen Jahren sollen in Brandenburg sämtliche Förderschulen abgeschafft und alle im Moment noch speziell geförderten Schüler in das normale Schulsystem inkludiert werden. Aus meiner Sicht an sich eine schöne und lobenswerte Idee, doch bitte nicht auf diesem Weg! Und vor allem nicht alle Schüler… für manche Behinderungen mag das durchaus möglich sein. Gerade bei Hör- oder Sehstörungen oder leichten psychischen Beeinträchtigungen mag das sehr gut möglich sein, ich habe es schon live erlebt (auch im eigenen Unterricht), doch gibt es auch Behinderungen, bei denen ich mir das ganz und gar nicht vorstellen kann. Man denke beispielsweise an das Down-Syndrom oder spezielle Ausprägungen des Autismus. Ich habe selbst schon an Förderschulen geholfen und mitgearbeitet und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie einige dieser Schüler in den normalen Unterrichtsalltag integriert werden sollen – vor allem nicht ohne entsprechende Ausbildung bzw. Unterstützung von ausreichend (!) Fachkräften.

Ich möchte dieses vieldiskutierte Thema an dieser Stelle nicht vollständig ausdiskutieren und alle Argumente dafür und dagegen ausführen; ich möchte lediglich auf die Missstände aufmerksam machen.
Eine schöne Diskussion, die ich ständig mitverfolge, findet sich hier: http://www.lehrerforen.de/index.php?page=Thread&threadID=32897&pageNo=1&highlight=inklusion

Es lohnt sich wirklich, sich alles durchzulesen!

Übrigens gab es heute früh noch einen Grund zum Aufatmen: http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/potsdam/artikel/5028/Uni-Präsident+fordert+Zusatzmittel+für+Lehrer+von+Lernschwachen

Ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es noch viele Jahre dauern wird, bis diese geplante Einführung Früchte tragen wird – sofern sie überhaupt zustande kommt… schließlich muss Brandenburg sparen… ohne Worte!

Die Bewerbungsformalitäten – es lebe die Bürokratie!

Frohen Mutes begann ich direkt nach Abgabe meiner Masterarbeit mit den Bewerbungen für das Referendariat – besser gesagt recherchierte ich zunächst, was ich denn alles bräuchte – nichtsahnend, dass meine Ambition schon nach wenigen Tagen getrübt sein würde. Es wirkte glatt so, als wollten die Schulämter der verschiedenen Bundesländer alles von mir wissen; am liebsten noch mit Babyfotos gespickt, auf denen das kleine Zappelbein nackt in der Badewanne sitzt und unschuldig mit dem schokoladenbeschmierten Mund in die Kamera grinst. Vielleicht können sie sich mal mit Mark Zuckerberg zusammensetzen und über eine Zusammenarbeit nachdenken.

Nichtsdestotrotz begab ich mich in den Kampf – jeden Tag mit neuer Motivation, die bis zum Abend erschlagen werden sollte. Deswegen mein Tipp: Kümmert euch rechtzeitig um eure Bewerbung und all die Unterlagen, die gefordert werden, damit ihr es innerhalb der Bewerbungsfristen schafft, eure Unterlagen abzugeben.

Die meisten Bundesländer wollen folgende Unterlagen sehen:

  • ausgefüllter Antrag des jeweiligen Bundeslandes, teilweise online (auf Homepage des jeweiligen Schulamtes zu finden)
  • Geburtsurkunde (meist in amtlich beglaubigter Kopie) – Achtung! Diese ist nur beim Standesamt in eurer Geburtsstadt erhältlich, kann aber auch online beantragt und in die neue Heimat gesendet werden. Kosten betragen 10€ für die erste Kopie und 5€ für jede weitere
  • Lebenslauf (meist mit 1-2 Fotos von euch)
  • Abiturzeugnis in amtlich beglaubigter Kopie
  • Bachelor- und Masterzeugnis in amtlich beglaubigter Kopie (manchmal nur das Masterzeugnis, welches auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt nachgereicht werden kann, solange ein vorläufiges Zeugnis vorliegt)
  • erweitertes Führungszeugnis im Original (was bedeutet, dass ihr pro Bewerbung eines beantragen müsst und jeweils 13€ dafür zahlt – Massenrabatt gibt es nicht)
  • ggf. Gesundheitszeugnis (Kosten ca. 11€, wird aber meistens bei Annahme erstattet)
  • ggf. Äquivalenzbescheinigung (also eine Bescheinigung, dass der Master eures Bundeslandes gleichzustellen ist mit denen anderer Bundesländer bzw. mit dem Staatsexamen – hierfür benötigt man amtlich beglaubigte Kopien des BA- und MA- Zeugnisses, beider Urkunden sowie der beiden Diploma Supplement (in Brb beim Laleb einzureichen))

Viele Schulämter akzeptieren übrigens keine Beglaubigungen von Krankenkassen, Pfarrern o.ä., sondern lediglich die kostenpflichtigen, die man im Rathaus bzw. beim Bürgerbüro machen kann. Somit kommt man pro Bewerbung auf ca. 50€ oder mehr, was ich mehr als happig finde. Überlegt euch also gut, wo ihr euch bewerben möchtet.

In NRW werden momentan alle Bewerber angenommen, was jedoch mit erheblichem Qualitätsverlust der Ausbildung einhergeht. Auch Bayern und Baden-Württemberg nehmen wohl so ziemlich alle Bewerber. Schlimmer sieht es in Hamburg, Brandenburg oder Berlin aus – hier gibt es weitaus mehr Bewerber als Plätze, sodass man extrem gute Noten oder eine gefragte Fächerkombi braucht. Auch bei Sachsen wäre ich persönlich vorsichtig, da der Vorbereitungsdienst auf 12 Monate verkürzt wurde und noch aussteht, ob diese Ausbildung dann in allen Bundesländern akzeptiert wird.

Informiert euch auch regelmäßig über die Bewerbungsfristen, da diese jedes Jahr leicht verändert werden. Hier die aktuellen Zahlen für die nächsten Fristen (Stand Juni 2012):

Mitte Sept. Bayern
15.9. Hamburg
25.9. Berlin
28.9. Thüringen
Ende Sept. NRW
1.10. Schleswig-Holstein
5.10. Brandenburg
31.10. Bremen
1.11. Saarland
1.11. Sachsen
30.11. Niedersachsen
1.1. Hessen
1.2. Mecklenburg-Vorpommern

Falls ihr noch Fragen, Korrekturen oder Ergänzungen habt, könnt ihr euch gern bei mir melden. 🙂