Stummer Impuls

In letzter Zeit treten gehäuft Suchanfragen nach der Methode des stummen Impulses auf, weswegen ich dazu jetzt mal etwas mehr schreiben möchte.

Genutzt habe ich diese Methode erst ein einziges Mal, doch war ich davon sehr begeistert und möchte die Methode in Zukunft öfter nutzen.

Sie eignet sich vor allem als Unterrichtseinstieg in eine neue Sequenz oder auch in eine einzelne Unterrichtsstunde. Generell kann ich sie mir auch in allen Unterrichtsfächern vorstellen, wobei etwas Kreativität gefragt ist und sie nicht bei jedem Thema einsetzbar ist.
Ziel ist das Wecken von Interesse, aber auch der Motivation der Schüler sowie die Aktivierung von Vorwissen, Erfahrungen, Assoziationen o.ä. der Schüler zu einem Thema.

Zu Beginn einer Unterrichtsstunde wartet der Lehrer auf absolute Ruhe und Konzentration. Die Methode kann nur funktionieren, wenn wirklich alle Schüler ihre Augen nach vorn richten und auf den Lehrer achten. Dieser wiederum sagt nichts, sondern gibt – wie der Name schon sagt – einen stummen Impuls. Das passiert meistens durch das Schreiben eines oder mehrerer Wörter an die Tafel, doch kann auch durch das Zeigen eines Gegenstandes oder einer bestimmten Körperbewegung (je nach Thema) erfolgen. Ganz wichtig ist, dass der Lehrer keinerlei Erklärungen abgibt, sondern auf die Reaktion der Schüler wartet. Im besten Fall äußern sich die Schüler frei zu diesem Impuls, sodass man die Anmerkungen als Diskussionsgrundlage bzw. Einstieg in die Thematik nutzen kann.

Die Methode funktioniert umso besser, desto geübter die Schüler hier bereits sind.
Als ich die Methode das erste Mal anwendete, schrieb ich die Worte „Fünfter sein“ an die Tafel und wartete auf die Reaktion. Und was machten die Schüler? Sie fingen an aus Unsicherheit zu lachen. Ich als Lehrer sagte nichts und die Schüler wussten in dem Moment nicht, was sie machen sollten. Erst nach einer kleinen verbalen Reaktion meinerseits begannen die Schüler, ihre Assoziationen zu nennen. So ganz geklappt hatte die Methode also nicht, weil die Schüler sie noch nicht kannten, doch ihr Ziel hat sie auf keinen Fall verfehlt. Am Ende hatte ich meine Grundlage für die Behandlung des Gedichtes.
Ich denke, wenn ich das öfter machen würde, kämen die Wortmeldungen der Schüler viel spontaner und auch ihre Unsicherheit würde abnehmen.

Ich halte diese Methode als Unterrichtseinstieg als sehr geeignet, sofern sie nicht zu oft angewendet wird. Wie bei jeder anderen Methode auch… 😉

Advertisements