Prüfung!

Morgen ist es soweit und ich bin schon unglaublich aufgeregt… Aufgeregt ist gar kein Ausdruck!

Drückt bitte alle ganz fest die Daumen! 🙂

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Aufgeregt!

Morgen ist der große Tag – voller Neugier schaue ich auf ihn, doch auch mit viel Ehrfurcht und etwas Angst.
Morgen präsentieren meine Schüler ihre Wales-Projekte. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Ergebnisse, zumal viele Schüler ein eigenes Video drehen wollten und dieses morgen zeigen. Ich habe mir auch schöne Dinge für morgen überlegt. Unter Anderem werde ich mich als Fernsehmoderatorin (ver-)kleiden – deswegen war ich noch schnell bei Fielmann und habe mir die Brillengläser aus meiner Billig-Rossmann-Hornbrille entfernen lassen. Dafür war ich nämlich zu blöd. Oder einfach nur zu zaghaft. Auch sonst sind alle Materialien fertig. Ich darf nur nicht vergessen, alles einzupacken. Und die Technik darf mich morgen nicht hängen lassen! Zum Glück ist vor der Präsentation große Mittagspause, sodass ich alles in Ruhe ausprobieren und vorbereiten kann.
Trotzdem kann so viel schiefgehen… Die Schüler haben ihr Material vergessen oder sind krank, die Zeitplanung geht nicht auf, die Kamera nimmt alles zu leise auf und man kann nichts verstehen, ich verhaspele mich ganz schrecklich vor Aufregung (zur Not könnte ich das aber auch nochmal ohne die Schüler aufnehmen), oder oder oder… Und dann muss ich mich auch noch stark konzentrieren morgen, da die Schüler nicht nur benotet werden und das fair und transparent sein soll, sondern weil ich auch die vielen Infos brauche, um das Quiz für Mittwoch zu erstellen. Andererseits habe ich alles auf Video (wenn alles klappt), sodass ich es mir noch einmal ansehen kann… Ihr seht, ich mache mir mal wieder (zu) viele Gedanken – hoffentlich wieder unnötig!

Ansonsten ist für morgen auch alles fertig geplant und gebastelt, nur Kopien müssen noch gemacht werden. Das sollte aber das kleinste Problem sein.
Am wenigsten freue ich mich morgen übrigens auf die Klassenkonferenzen, die mich bis ca. 18.45 Uhr in der Schule halten werden. Und das Erstaunlichste: Ich darf auch noch den Klassenlehrerplatz bei der einen Konferenz einnehmen, weil der eigentliche Klassenlehrer schon länger ausfällt, meine Mentorin Stellvertreterin ist, aber die Klasse ja nicht mehr bei ihr, sondern bei mir Unterricht hat. Somit hält sie mich für kompetenter und aussagekräftiger – mal sehen, was das morgen wird. Drückt die Daumen und denkt mal an mich! 🙂

So viel zum Kindergarten…

Heute haben meine Siebten in Englisch ihre Ergebnisse der letzten Woche vorgestellt. 2 Gruppen sollten ein Programmheft gestalten, wovon eines absolut nicht ansprechend war (keine Bilder, keine schöne Formatierung, alles schwarz-weiß) und das andere richtig schön war (genau das Gegenteil). Die anderen 2 Gruppen sollten das Theaterstück aufführen. Aufführung eins war sehr nett, was vor allem durch die schönen Kostüme zustande kam. Die Schüler haben sich beim Anblick teilweise gekringelt, vor allem weil ein Schüler plötzlich lange braune Haare hatte. Aber wie soll sonst eine Gruppe Jungs deutlich machen, dass sie auch weibliche Rollen spielen? Außerdem alles ganz normal – zu Shakespeares Zeiten war das doch auch so. 😉

Die zweite Aufführung war auch ok, aber in der Gruppe hat man auch deutlich gemerkt, dass schon in der Vorbereitung nicht alles glatt lief, was vor allem an den Differenzen und dem unprofessionellen Miteinander zusammenhing… Tja, und bei der Auswertung waren wir dann wieder vollkommen im Kindergarten angekommen. Es wurde sich angezickt (wohlgemerkt unter Jungs!), es wurden unsachliche Vorwürfe auf die Reflexionsbögen geschrieben und man sah nur die Augen vor Wut blitzen. Sogar die Mitschüler haben heute besänftigend eingegriffen, aber sie hören ja kaum auf mich. Selbst meine Mentorin, die sonst eher der „Schrecken“ aller Schüler ist, weil sie sehr streng und konsequent ist, kam nicht ganz gegen das Gezicke an, als sie Montag mit der Klasse hatte. Sie erzählte mir auch, dass die Schüler selbst zugaben, dass die Probleme in einigen Fächern bestehen (wodurch ich dann auch entlastet war und es eindeutig nicht an meiner falschen Lehrweise liegt).
Zumindest habe ich es aber geschafft, dass sie ihre Gruppenarbeit am Ende doch noch recht anständig reflektiert haben, sodass es beim nächsten Mal hoffentlich besser funktioniert. Das werde ich bald mal prüfen, wenn es sich wieder anbietet. So lange können wir aber trainieren, mit einem Partner zusammen zu arbeiten – da hakt es ja im Moment auch etwas…

Ansonsten ist gestern und heute nicht viel passiert:

  • Das Thema für meine schriftliche Arbeit (SAB) ist eingereicht und (inoffiziell) bestätigt, sodass ich das Unterrichtsprojekt hierzu pünktlich in 4 Wochen starten kann.
  • Das Konzept für meinen GUB habe ich erfolgreich herumgeschickt – es kann also nichts mehr umformuliert oder geändert werden.
  • Meine Mentorin ist schon ganz hibbelig wegen meines GUBs am Donnerstag und wundert sich, dass ich noch nicht so aufgeregt bin (weil ich es noch vermeide, mir ins Gedächtnis zu rufen, dass ich die Stunde, die ich nun wochenlang vorbereitet habe, am Donnerstag endlich halten soll). Und warum sie so aufgeregt ist? Ich glaube, das liegt vor allem am neuen Schulleiter, den sie in solchen Situationen noch nicht kennen gelernt hat, also inwieweit er sich auch für die Referendare einsetzt.
  • Ein Haufen Korrekturen wurde erledigt, aber es liegt noch immer ein kleiner, nicht zu verachtender Stapel auf meinem Tisch.

Morgen werde ich mich also zwischen Renovieren der neuen Wohnung meiner Großeltern und dem normalen Schulalltag seelisch auf meinen GUB vorbereiten, damit am Donnerstag (hoffentlich) nichts mehr schief gehen kann. (So langsam bin ich doch aufgeregt…)

PS: Morgen wird auch in Sachsen-Anhalt gestreikt und ich bin gespannt, wie viele Kollegen mitmachen. Als Referendar wurde uns ja deutlich von seiten der Schulleitung/ Kollegen und des Landesinstitutes davon abgeraten. Wir könnten zwar teilnehmen, müssten aber mit Konsequenzen rechnen… Willkommen in dieser Welt!

Helau und Alaaf, Part II

Ich habe überlebt! Karneval ist jetzt endlich vorbei und morgen beginnt die Fastenzeit (in der ich weiterhin Fleisch faste). Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich darüber bin. Der heutige Tag war zwar nicht ganz so schlimm, wie ich mir vorgestellt habe, aber trotzdem hätte ich darauf verzichten können.

Als ich in der Schule ankam, winkten mir meine Siebentklässler schon fröhlich aus dem Glasteil unserer Schule zu und freuten sich ihres Lebens. So freudig wurde ich wahrlich noch nie begrüßt, aber natürlich habe ich mindestens genauso enthusiastisch zurückgewunken, um den Schülern eine Freude zu machen.
Zu meiner Überraschung waren nicht ganz so viele Schüler verkleidet wie befürchtet – ich schätze, dass 1/3 bunt daherkam. Die Kostüme waren allesamt kreativ. Mein Lieblingskostüm: Einer meiner Elftklässler hängte sich ein Pappschild um den Hals, auf dem stand: „BER Flughafen Berlin-Brandenburg – Sorry, leider konnte das Kostüm nicht rechtzeitig fertiggestellt werden.“ Grandios!

Meine Stunde in der 11. lief auch einfach fantastisch. Die Schüler haben mich sofort angenommen und akzeptiert und gut mitgearbeitet. Zwar war ich anfangs irritiert, dass manche Schüler bunte Haare, nette Vokuhila-Haarschnitt-Perücken oder riesige Schnurrbärte hatten, aber die Stunde hat einfach wahnsinnig Spaß gemacht. Lange hatte ich Respekt (und Angst) davor, in der Oberstufe zu unterrichten, aber jetzt weiß ich wieder, warum ich auf Gymnasium studiert habe – das ist auch thematisch einfach voll mein Ding. So ging ich rundum zufrieden aus der Stunde heraus, die Schüler wirkten auch zufrieden und das Beste: Meine Mentorin hatte NICHTS zu kritisieren. Hier und da hätte sie vielleicht etwas anders gemacht, aber meinen Weg fand sie auch vollkommen in Ordnung. Der GUB nächste Woche kann also doch ruhigen Gewissens kommen, da ich jetzt weiß, dass ich es schaffen kann!

In der 7. Klasse in Englisch war es dafür umso anstrengender. Nicht nur hatten sich hier mehr Schüler verkleidet, sondern scheint auch das Gehirn unter der Fassade verloren gegangen zu sein. Ich fühlte mich heute wie in der Grundschule, wenn nicht sogar wie im Kindergarten. „Frau Zappelbein, der hat meine Jacke runtergeschmissen.“; „Frau Zappelbein, der hat mich gehauen.“; „Frau Zappelbein, mit dem möchte ich nicht zusammenarbeiten.“; „Frau Zappelbein, ich will hier nicht mehr sitzen, der nervt.“; usw. Ahhhhhhhhhhhh! Ich habe heute bestimmt 10 Minuten der Stunde damit verbracht, diese „wichtigen Probleme“ aus dem Weg zu räumen und meinen Schülern klar zu machen, dass man so nicht arbeiten und lernen kann. In den letzten 10-15 Minuten lief auch alles wieder normal, aber die 30 Minuten davor hätten mir fast den letzten Nerv geraubt… Wenn die morgen wieder so sind, dann gibt es schön grundschul-like Einträge ins Hausaufgabenheft und Elternmitteilungen. Und ein Testchen liegt auch immer in der Tasche…

Die Förderstunde war aber wieder gut. Die 6.-Klässler sind einfach soooo niedlich. Sie kamen ganz freudig alle an den Lehrertisch gestürmt und freuten sich, dass ich da bin und jetzt mit ihnen Förderunterricht mache. Ganz spontan haben wir dann die Stunde auch zusammen gestaltet, indem sich die Schüler Übungen wünschen durften (Bankrutschen mit Vokabeln etc.) und ich mir dann auch noch eine kleine Übung ausgedacht hatte. Schön war’s gewesen.

Und das Beste: Ich wurde heute von 2 Siebentklässlern aus meiner Deutschklasse gefragt, ob ich ihr Projekt in der Projektwoche betreuen möchte! Damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet, weil die meisten Schüler schon eins hatten und sich keiner bei mir gemeldet hatte. Bei uns dürfen die Schüler sich nämlich selbst ein Thema aussuchen und sich ihren Betreuer passend zum Thema selbst suchen. So viel Ahnung hab ich von dem Thema zwar nicht (Vergleich iOS und Android), aber spannend ist es allemal. Und ich freu mich einfach, dass sie mich anscheinend so sehr mögen, dass sie das bei mir machen möchten. Natürlich musste ich erstmal bei der Schulleitung nachfragen, ob ich das als Referendar überhaupt darf. Die waren auch ganz überrascht, dass ich mit so einer Frage komme, weil das anscheinend noch nicht vorkam, aber ihnen fiel auch nichts ein, was dagegen spräche. Und sie haben sich richtig gefreut, dass die Schüler mich darum baten, weil das ihr großes Vertrauen zeigt. Hach, Balsam für die Seele. 🙂

Die letzten Stunden

Tja, das waren sie also, die ersten Weihnachtsferien als Referendar. Eigentlich auch die Einzigen, da ich dieses Jahr schon fertig werde und die Ferien zwar noch zur Referendariatszeit zählen, aber ich dann ja schon alles hinter mich gebracht habe. Schon komisch, wie schnell das vergehen soll.

Welche Neuerungen kommen also ab morgen auf mich zu:

  1. Ich habe morgen meine mündliche Präsentation (SAL), die dann die zweite Teilnote meines Referendariats ausmacht und viel mehr zählt als der Schulrechtstest. Thema: Interventionsmöglichkeiten bei LRS und Dyskalkulie. Durchaus spannend und schwer, alles in 90 Minuten zu packen, zumal viel kooperativ gearbeitet werden soll. Daumen drücken, dass morgen alles klappt!
  2. Ich darf jetzt eigenständig unterrichten! Ich werde jeden Mittwoch und Donnerstag in Englisch allein mit den süßen Siebentklässlern sein und habe dann endlich mehr Freiheit bezüglich der Gestaltung. Nicht mehr jede Lehrbuchaufgabe, endlich mal etwas Neues ausprobieren. So richtig traue ich mich zwar noch nicht, weil meine Mentorin dienstags noch im Unterricht drin sitzt und montags die Klasse selbst noch hat, aber einen ersten Schritt werde ich unternehmen. Bin echt gespannt, wie die Schüler auf mich reagieren werden, wenn ich ganz allein da bin und dann auch noch anderen Unterricht mache. Etwas Angst, oder eher Respekt, hab ich ja schon, aber das wird schon werden. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. 😉
    In Deutsch haben wir uns noch gar nicht abgemacht, welche (oder ob alle) Stunden ich allein machen werde, aber das wird sich auch die Woche klären.
  3. Ich unterrichte in Englisch jetzt auch die 10. Klasse, zumindest bis zu den Winterferien. Andere Englischlehrerin, die hinten drin sitzt, andere Anforderungen, andere Methoden, andere Meinung. Meine Sequenzplanung fand sie schon toll, jetzt muss ich es nur noch umsetzen. Wie ich aber von der anderen Referendarin mitbekommen habe, ist diese Lehrerin sehr viel lieber und humaner in der Bewertung. Ich kann also mal auf ein Lob hoffen. 😉

Es wird also eine spannende Woche. Aber erstmal muss das morgen alles hinhauen, dann bin ich schon halbwegs beruhigt! Also Daumen drücken! 🙂

Happy St. Nicholas Day!

Heute habe ich einen der wenigen Nachteile des Alleinlebens spüren müssen: Egal, wie viele blank geputzte Stiefel ich nach draußen stelle – auch am nächsten Morgen sind sie leer. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich dieses Jahr brav war oder nicht – es erbarmt sich einfach keiner. Nicht mal meine Katze hat ihren samtigen Prachtkörper zum Einkaufen bewegt, um dem Frauchen eine Freude zu machen. Eigentlich eine Sauerei. Ich finde, wir sollten gegen unsere Haustiere protestieren… Aber böse kann ich ihr auch nicht lange sein, sodass sie ihr Nikolaus-Geschenk trotzdem erhielt. Es war nur ein einfaches Leckerli, aber danach ist sie immer wie auf Crack, das ist wirklich lustig anzuschauen. Und so hatten doch Frauchen und Kätzchen ihren Spaß. 😀

Auch meine Englischklasse hat heute etwas Schokolade von mir bekommen. Das hatten sie nicht nur verdient, weil heute Nikolaus war, sondern auch wegen der guten Mitarbeit beim gestrigen Unterrichtsbesuch. (Sie haben sich heute sogar gleich erkundigt, wie wichtig dieser Besuch war und welche Rückmeldung ich bekommen habe – süß!)
Die Stunde lief im Großen und Ganzen gut. Ich war wohl am wenigsten von meiner eigenen Stunde überzeugt, doch meine Mentorin und die Fachseminarleiterin haben mich viel gelobt. Natürlich gab es auch wieder etwas zu kritisieren, aber das wäre wohl nichts, was man nicht lernen könnte. Zwei zentrale Dinge wurden kritisiert: 1. meine fast schon inflationäre Benutzung zweier Wörter, die ich heute aber schon bewusst weitestgehend vermieden habe, und 2. die Weiterentwicklung meiner Lehrerpersönlichkeit – ich soll vorne mehr schauspielern. Ganz begeistert erzählte mir dann die Fachseminarleiterin, dass sie sich heute als Nikolaus verkleiden wollte, um den Schülern einen Sack voll Aufgaben zu schenken. Ist natürlich eine super Idee, aber ganz ehrlich muss ich auch zugeben, dass das nicht ganz meine Art ist. Das liegt vor allem daran, dass ich Angst habe, dass es bei den Schülern aus pubertären Gründen oder warum auch immer nicht ankommt und ich mich lächerlich machen könnte… Vielleicht mache ich mir aber auch zu viele Gedanken und sollte so etwas einfach mal machen. Guter Vorsatz für das neue Jahr steht also fest! Mal sehen, ob ich das die letzten 1,5 Wochen vor Weihnachten auch noch besser hinbekomme…
Heute war meine Mentorin jedenfalls sehr unzufrieden. Zwar lief die Stunde gut, die Schüler machten gut mit und ich blieb auch im Zeitplan, aber sie war enttäuscht, dass ich heute nicht gleich alle Kritikpunkte beachtet und mich um 180° gedreht habe. Tja… ein Wunderkind bin ich leider nicht, zumal ich auch nicht weiß, wie schnell ich mir diese Schauspielsache aneignen kann. Wenn ihr gute Tipps habt, dann immer her damit! Vielleicht würden mir auch schon solche Selbst-Motivations-Sprüche helfen, die ich mir immer wieder sagen kann. 😉

Zumindest habe ich jetzt von beiden Fachseminarleitern meine Bestätigung, dass ich gerne Lehrer werden darf und ab Januar eine Klasse eigenverantwortlich übernehmen darf. 🙂 Nur mein Hauptseminarleiter war noch immer nicht zu Besuch… Eigentlich wollte er nächsten Freitag kommen, weswegen ich mir schon richtig schöne Sachen ausgedacht hatte. Gestern Abend kam dann aber eine E-Mail, in der er jetzt bereits zum 2. Mal den Termin verschieben möchte, weil irgendetwas dazwischen gekommen ist… Ich habe auch immer Verständnis für so etwas, aber 2 Mal? Das ist wirklich nervig… Jetzt muss ich mir zum 3. Mal etwas Schönes ausdenken, was ich ihm dann zeigen kann. Wenigstens meinte er, dass mir dadurch keinerlei Nachteile bezüglich des eigenverantwortlichen Unterrichts entstehen und ich mit der Bestätigung der beiden Fachseminarleiter trotzdem in die nächste Phase übergehen kann. Das wär auch noch schöner gewesen.

Nun bin ich gespannt auf den Besuch meines besten Freundes. Dieser wollte nämlich kurz vorbeischauen, um mir eine Freude zu bereiten… mysteriös! Und nachher ist Weihnachtsfeier des Lehrerkollegiums. Da freue ich mich drauf, weil die Location schön und das Essen gut sein sollen. Ich bin gespannt.
In diesem Sinne: Happy St. Nicholas Day!

Das ist er also…

… der Zwiespalt eines Referendars. Vor einigen Tagen hätte ich wohl noch gesagt, dass mich das nicht betrifft, doch nun weiß ich doch nicht so richtig, wie ich mich verhalten soll. Aber ich fang mal von vorne an.

Wir ihr wisst, ist meine eine Mentorin eine sehr konservative Lehrerin, die Aufgabe für Aufgabe im Lehrbuch abarbeitet und keine zusätzlichen Materialien erstellt oder nutzt. Diese Woche soll ich nun die ersten Stunden in Englisch machen, morgen die erste. Mir wurde schon angst und bange, als sie am Donnerstag den mir wohl immer im Gedächtnis bleibenden Satz sagte: „Referendare wollen immer das Rad neu erfinden und irgendwas Innovatives machen. Meiner Meinung nach braucht ihr doch nur nach dem Buch arbeiten; die Ersteller haben sich dabei schon was gedacht. Warum wollt ihr immer noch etwas anderes machen?“ Tja, die Antwort muss ich wohl nicht ausführen, oder? Natürlich möchte man die Methoden mal ausprobieren, die man im Studium gelernt hat. Natürlich möchte man sich als Lehrerpersönlichkeit ausprobieren. Und vor allem will ich doch auch meine Schüler etwas motivieren, was mit reiner Lehrbucharbeit meiner Meinung nach nicht möglich ist. Und nein, ich sage nicht, dass Frontalunterricht oder Lehrbucharbeit per se schlecht sind. Aber ausschließlich?
Ganz vorsichtig traute ich mich dann zu fragen: „Aber es ist nicht schlimm, wenn ich mal eine Aufgabe im Buch auslasse oder Zusätzliches suche/ erstelle?“ – „Nein, das natürlich nicht. Aber du solltest dich schon größtenteils daran halten.“

Tja, nun habe ich versucht, den Spagat zwischen „ich-arbeite-ganz-viel-mit-dem-Lehrbuch“ und „ich-bleib-mir-auch-selbst-treu-und-mach-methodisch-etwas-mehr“ hinzubekommen. Den Entwurf schickte ich am Samstag ab, heute bekam ich einen Anruf meiner Mentorin. Zuerst durfte ich mir anhören, dass mein tabellarischer Entwurf (eine Tabelle, wie sie im Seminar genutzt wird und wie ich sie auch aus dem Studium kenne) absolut unübersichtlich sei und wie toll das doch die Referendarin vor mir immer gemacht hatte… *bumm* Erste Flaute. Ich erklärte ihr, dass ich die genauen Vorgaben aus Englisch noch nicht kenne, aber dieser Entwurf eigentlich Standard ist, da ich den so aus dem Studium sowie aus dem Deutsch- und Hauptseminar kenne.
Danach kritisierte sie meine pre- und post-reading-Aufgaben (die ich mir selbst ausgedacht hatte, weil das Buch so etwas gar nicht macht, sondern einfach nur lesen lässt und dann daran Grammatik erklärt – kann man wohl drüber streiten) und meinte, dass sie den Sinn darin nicht sehe, aber ich solle mal machen… von Motivation, Einstimmung auf den Text u.ä. hat sie scheinbar noch nichts gehört, denn auch nach dieser Erklärung erschien ihr das sinnlos und als Zeitverschwendung.
Die restlichen Sachen fand sie wohl ok, die anderen Hinweise waren auch hilfreich (auch wenn ich mich fühlte, als wäre das meine allererste Stunde und als dächte sie, ich wäre von irgendwo weit hinter dem Mond und hätte noch nie etwas von Unterrichtsplanung gehört). Wenn ich nicht wüsste, dass ich schon knapp 1 Jahr allein unterrichtet habe und dass die Schüler und meine alten Mentoren aus dem Praxissemester durchweg zufrieden und sogar begeistert von meinem Unterricht waren, würde ich jetzt wohl vollkommen an mir zweifeln. So habe ich jetzt einfach nur tierische Angst vor morgen, fühle mich total unsicher und fürchte mich vor dem, was sie wohl nach der Stunde sagen wird… und vor allem stellt sich mir die Frage, wie ich in Zukunft damit umgehen soll. Den mentorengestützten Unterricht strikt nach Lehrbuch und ihren Vorgaben machen und im eigenverantwortlichen Unterricht Eigenes ausprobieren? Oder es darauf anlegen und durchweg mein Ding durchziehen (benotet wird es schließlich nicht, aber ihre Meinung zählt irgendwie auch in meine Note herein und ständige Unzufriedenheit ihrerseits bedrückt mich auf Dauer sicher auch sehr stark)? Und was passiert, wenn ich wirklich mal andere Methoden anwende, Gruppenarbeiten, szenisches Spiel oder gar Projektunterricht, Stationenarbeit o.ä.? Ich hab mich ja extrem zurückgehalten und alles recht lehrerzentriert gehalten… Oder irgendwann noch mal ein ruhiges Gespräch mit ihr, dem Seminar oder gar dem Schulleiter führen?
Oh man, warum kann man uns Referendare nicht mal ausprobieren und notfalls auf die Nase fallen lassen? Aber am besten mache ich erst einmal nicht die Pferde scheu und warte die ersten Stunden ab. Aber das Telefonat hat mich schon sehr verunsichert… :/