Nie wieder Technik! – Part II

Endlich, endlich, endlich konnten wir uns die letzte Präsentation anschauen, weil meine 2 Schülerinnen wieder gesund waren! Ihr glaubt gar nicht, was für ein großer Brocken mir vom Herzen fällt!

Leider hat die Technik mir heute mal wieder einen Streich gespielt, weil sich die Kamera einfach unscharf gestellt hatte und man nun auf dem letzten Video eigentlich gar nichts erkennen kann… Super! Man hört zwar, was die Schüler sagen, aber sie hatten eine teilweise so tolle visuelle Unterstützung, die man nun leider nicht sehen kann. Zum Glück habe ich auch ein Video mit meinem Handy gemacht – das ist zwar scharf, aber natürlich verwackelt, da ich hier kein Stativ benutzt habe. Nun habe ich also die Wahl zwischen Pest und Colera: unscharf oder verwackelt… Lange habe ich überlegt, aber ich habe mich für das verwackelte Video entschieden, da man hier auch die Bilder sehen kann. Dann wird man zwar etwas seekrank, aber naja. 😉 Es sei denn jemand von euch kennt noch ein gutes (kostenloses) Programm, mit dem man eines der Videos wenigstens etwas retten kann – dann her mit den Tipps! Über die Suchmaschine habe ich leider nichts finden können…

Aber hey: Endlich ist das Projekt geschafft! Es war nicht immer spaßig, sehr nervenaufreibend und unglaublich zeitraubend. Aber es hat sich gelohnt! Ich bin sooooo  stolz auf meine Schüler, dass sie so viel Arbeit auf sich genommen haben und unglaublich tolle Präsentationen gestaltet haben. Eine schlechtere Note als 3 habe ich nicht vergeben, weil es wirklich klasse war. Es hat zwar nicht immer alles funktioniert – es ist sogar ziemlich viel schief gegangen, gerade zum Ende hin – und auch haben sich nicht alle Schüler so aktiv wie gewünscht am Projekt beteiligt, aber bei den Schülern kam es dennoch super an. Ich habe mir heute Feedback von den Schülern geholt und das Einzige, was sie kritisiert haben, war die von mir festgelegte Gruppenzusammensetzung und Themenzuordnung. Sie hätten wohl so viel besser gearbeitet, wenn sie mit ihren Freunden gearbeitet hätten, auch wenn es lauter gewesen wäre… Jaja… 😉 Zum Glück habe ich meine pädagogische Begründung, warum ich das so gemacht habe. Der Klasse mangelt es nämlich an Zusammenhalt und Sozialkompetenz. Ich hoffe, die konnte ich dadurch trotzdem etwas fördern.
Ansonsten hatten die Schüler echt nichts zu bemängeln! Manchmal wurde noch über Gruppenmitglieder und die Zeit gemeckert, aber andere meinten auch, es sei ausreichend Zeit da gewesen (das denke ich auch!). Von daher kann man SEHR zufrieden sein. Es hat den Schülern Spaß gemacht, sie haben viel gelernt und sie konnten sich kreativ ausleben. 🙂

Wenn sich jetzt noch die Examensarbeit/ SAB von allein fertigschreiben würde, wäre ich noch glücklicher. Freiwillige? 😉

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Aufgeregt!

Morgen ist der große Tag – voller Neugier schaue ich auf ihn, doch auch mit viel Ehrfurcht und etwas Angst.
Morgen präsentieren meine Schüler ihre Wales-Projekte. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Ergebnisse, zumal viele Schüler ein eigenes Video drehen wollten und dieses morgen zeigen. Ich habe mir auch schöne Dinge für morgen überlegt. Unter Anderem werde ich mich als Fernsehmoderatorin (ver-)kleiden – deswegen war ich noch schnell bei Fielmann und habe mir die Brillengläser aus meiner Billig-Rossmann-Hornbrille entfernen lassen. Dafür war ich nämlich zu blöd. Oder einfach nur zu zaghaft. Auch sonst sind alle Materialien fertig. Ich darf nur nicht vergessen, alles einzupacken. Und die Technik darf mich morgen nicht hängen lassen! Zum Glück ist vor der Präsentation große Mittagspause, sodass ich alles in Ruhe ausprobieren und vorbereiten kann.
Trotzdem kann so viel schiefgehen… Die Schüler haben ihr Material vergessen oder sind krank, die Zeitplanung geht nicht auf, die Kamera nimmt alles zu leise auf und man kann nichts verstehen, ich verhaspele mich ganz schrecklich vor Aufregung (zur Not könnte ich das aber auch nochmal ohne die Schüler aufnehmen), oder oder oder… Und dann muss ich mich auch noch stark konzentrieren morgen, da die Schüler nicht nur benotet werden und das fair und transparent sein soll, sondern weil ich auch die vielen Infos brauche, um das Quiz für Mittwoch zu erstellen. Andererseits habe ich alles auf Video (wenn alles klappt), sodass ich es mir noch einmal ansehen kann… Ihr seht, ich mache mir mal wieder (zu) viele Gedanken – hoffentlich wieder unnötig!

Ansonsten ist für morgen auch alles fertig geplant und gebastelt, nur Kopien müssen noch gemacht werden. Das sollte aber das kleinste Problem sein.
Am wenigsten freue ich mich morgen übrigens auf die Klassenkonferenzen, die mich bis ca. 18.45 Uhr in der Schule halten werden. Und das Erstaunlichste: Ich darf auch noch den Klassenlehrerplatz bei der einen Konferenz einnehmen, weil der eigentliche Klassenlehrer schon länger ausfällt, meine Mentorin Stellvertreterin ist, aber die Klasse ja nicht mehr bei ihr, sondern bei mir Unterricht hat. Somit hält sie mich für kompetenter und aussagekräftiger – mal sehen, was das morgen wird. Drückt die Daumen und denkt mal an mich! 🙂

Sie mag mich, sie mag mich nicht, sie mag mich, …

Heute hatte ich mal wieder einen Unterrichtsbesuch – Englisch, 7. Klasse. Da ich gerade mein Wales-Projekt mache, bei dem die Schüler vor allem frei arbeiten, habe ich gar nicht so viel von mir selbst zeigen können. Immerhin habe ich die Stunde extra so gemacht, dass man ein bisschen von mir sieht.

Gestern hatten wir uns schon die verschiedenen TV-Programme und ihre Merkmale und Funktionen angeschaut, da die Schüler ja einen Fernsehbeitrag über ihr Thema zu Wales gestalten sollen. Das klappte erstaunlich gut. Ich zeigte ihnen BBC-News u.Ä. ohne Untertitel und trotzdem verstanden sie schon recht viel und waren gebannt von den kleinen Filmchen. Ich war/ bin richtig stolz auf meine Kleinen. 🙂

Heute haben wir dann „useful phrases“ gelernt. Die Schüler mussten Zettel ordnen, die in kleinen Briefumschlägen waren (quasi „Geheim“tipp, da das immer unheimlich motivierend wirkt!). Anschließend haben wir diese noch vorn an der Tafel geordnet (hatte sie vorher alle auf bunte Moderationskarten geschrieben) und übersetzt. Und dann kam die große Aufgabe, dass sie diese Sätze in ihre Präsentationen einbauen sollten. Leider war die Konzentration meiner Schüler wie immer in der 5. Stunde kurz vor dem Mittagessen nicht allzu hoch, sodass nicht alle Schüler konzentriert arbeiteten. Zum Glück meinte meine Seminarleiterin aber, dass das normal sei und ich es nur entsprechend in meiner Arbeit reflektieren müsse.
Und auch sonst hatte sie wohl fast nur Positives zu sagen. Offiziell gab es heute leider keine Auswertung, da es Teil meiner SAB ist und ich es dann schriftlich selbst reflektieren muss, aber meine Mentorin hat mir trotzdem alles verraten, was sie über mich erzählt haben. Und das klang schon echt gut.
Ich habe mich wohl schon gut weiterentwickelt und einen hohen qualitativen Sprung gemacht. Gerade meine Englisch-Fachseminarleiterin hat immer kritisiert, dass ich zu introvertiert bin und meine Lehrerpersönlichkeit absolut ungeeignet wäre. Naja, so krass hat sie es nicht gesagt, aber so habe ich mich immer gefühlt. Nun hieß es endlich mal, dass ich mich schon stark verbessert habe. Zwar bin ich noch immer zu introvertiert, muss also weiter an mir arbeiten, aber man habe schon eine große Weiterentwicklung beobachten können. Außerdem hat man auch gemerkt, dass ich jetzt die Klasse besser im Griff habe (und die ist echt nicht immer einfach…) und eine bessere Beziehung zu den Schülern aufgebaut habe.
Ich bin also auf dem richtigen Weg, aber muss natürlich noch weiter an mir arbeiten. Bis zur Prüfung sind es noch ein paar Monate, also noch ein bisschen Zeit zum Weiterentwickeln.

Auf jeden Fall bin ich sehr erleichtert, dass meine Fachseminarleiterin mich wohl doch mag… Bei ihr geht es immer extrem um Sympathien und Mögen bzw. Nichtmögen. Danach werden auch die Noten festgelegt. Ist natürlich nicht sehr professionell, aber als Referendar gut zu wissen. Und nun weiß ich auch, dass sie nichts gegen mich hat. Wie sehr sie mich mag bzw. schätzt, weiß ich aber auch nicht. Es kam nur durch, dass sie merkt, dass ich sehr fit in der Theorie bin, weil ich mich wohl auch immer in den theoretischen Abhandlungen so wissenschaftlich ausdrücke… Aber ist das gut? Laut Frau A.’s Prüfern schon, aber bei meinen?

 

Ein langer Tag geht zu Ende

und der morgige Tag verspricht, noch länger zu werden. Dafür klingt er aber auch hoffentlich etwas schöner aus, auch wenn daran noch gezweifelt werden kann.

Ich habe es nach 11 Stunden in der Schule endlich geschafft, wieder zu Hause anzukommen. Ich finde, dafür habe ich einen Orden verdient. 😉
Und viel erlebt habe ich auch:

Ich habe heute das erste Mal ein richtig ernstes Schülergespräch geführt, natürlich aber noch mit Unterstützung meiner Mentorin. Ein Schüler aus meiner 7. Deutschklasse macht mir schon länger etwas Sorgen und heute verschärfte sich das Problem noch weiter.
Kennen gelernt hatte ich den Schüler als sehr engagierten, wissbegierigen, aktiven Schüler, der sehr viel Allgemeinwissen in den Unterricht einbringt und den man manchmal sogar stoppen muss. Im Zusammenhang mit meiner Anne Frank-Einheit habe ich öfter über ihn geschrieben. Leider zeigt er sich so im 2. Halbjahr nicht mehr und auch seine Noten sind drastisch gesunken. Nachdem er mir heute schon wieder keinen Kurzvortrag vorweisen konnte, den er eigentlich schon vor 1,5 Wochen halten sollte, musste ich ihm die Note 6 endgültig eintragen. Er bettelte um eine weitere Chance, aber ich denke, dass 2 Chancen genug sind. Beide verpasst, selbst schuld.
Das Gespräch folgte trotzdem. Man merkte sehr, wie beschämt er war, vor allem in seiner Körpersprache. Zu sagen hatte er nämlich nicht viel. Er wollte uns nicht wirklich sagen, was mit ihm los ist. Seine einzige Begründung, die er nach langem Zögern von sich gab, war, dass er sich etwas demotiviert fühlt, weil er es im 1. Halbjahr nur knapp nicht zur 1 geschafft hatte. Statt sich aber anzustrengen, lässt er sich jetzt hängen. Blöde Situation und eindeutig der falsche Weg.
Wir haben ihm jetzt auf den Weg gegeben, sich wieder mehr anzustrengen, zumal das Thema jetzt soooooooo schön ist: Balladen. (Eines meiner Lieblingsthemen!) Schließlich soll er auch seine 2 auf dem Zeugnis nicht verspielen, wäre ja schade.
(In der 2. Hälfte der Stunde hat er übrigens wieder toll mitgearbeitet und sich angestrengt – hoffentlich bleibt die Motivation oben!)

Heute begann mein Wales-Projekt. Man, war ich aufgeregt, das glaubt ihr gar nicht. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich den Raum walisisch geschmückt und meinen Laptop für das Abspielen der walisischen Nationalhymne hochgefahren. Fünf-Minuten-Pausen sind eindeutig zu kurz! Aber meine Schüler haben mir ganz lieb beim Aufhängen der Plakate geholfen. 🙂
Der Einstieg funktionierte super. Die Schüler wirkten wahnsinnig motiviert und interessiert am Projekt und arbeiteten toll mit. Zwar maulten sie, dass ich die Gruppen eingeteilt hatte und sie mal nicht mit ihren besten Freunden zusammen arbeiten dürfen, aber sie haben sich schnell damit abgefunden und auch die erste Gruppenarbeitsphase ohne blutige Auseinandersetzungen überstanden. 😉 Nee, mal im Ernst: Sie haben sich ganz erwachsen benommen und sich schnell als Team zusammengefunden und toll gearbeitet, ich bin wirklich stolz auf sie! Morgen dürfen sie dann im Computerraum recherchieren, was die Finger und Augen hergeben.
Leider habe ich von einem Schüler keine Erlaubnis zum Fotografieren und Filmen bekommen, was echt schade ist. Seine Eltern sind dagegen, er hat damit gar kein Problem. Er hat sich sogar sehr für mich und meine Arbeit eingesetzt, aber es half alles nichts. 😦
Heute habe ich erst einmal um ihn herum fotografiert, aber blöd ist das trotzdem, vor allem für die Präsentation. Also folgt bald meine 2. Premiere: Ein Elterngespräch. Ich werde da morgen mal anrufen und fragen, ob wir einen Gesprächstermin vereinbaren können. Vielleicht überzeuge ich sie ja doch noch davon.

Auch an meiner 1. Dienstberatung nahm ich heute teil. Tja, es war so, wie Dienstberatungen eben so sind. Informativ, etwas langweilig und -wierig und vor allem zeitlich viel zu spät und lang angesetzt. Eine wichtige Information war, dass wir ein 3. Smartboard erhalten. Und nun sollen wir uns Gedanken machen, wo es hinkommt. Leider hat sich noch niemand öffentlich dazu geäußert. Ich überlege aber ernsthaft, ob ich morgen mal zum Schulleiter gehe und ihm vorschlage, mal eines im Sprachen- oder Kunstbereich zu installieren. Die anderen beiden stehen nämlich im Technik-Mathe-Physik-Bereich, weswegen sich allen anderen Kollegen nie (ohne großen Aufwand) die Möglichkeit bietet, es zu nutzen. Das ist wirklich schade… Noch besser fände ich es aber, wenn sich erst einmal um mehr (fest installierte) Beamer gekümmert werden würde. Das würde uns allen helfen!

Es war also viel los und entsprechend geschafft bin ich heute auch. Die Couch ruft und ich gehörche natürlich ganz artig. 😉

Nächtlicher Ideenfundus

Nachts hat man immer die besten Ideen – zumindest ist das bei mir so.
Als ich diese Nacht über meine „Staatsexamensarbeit“ nachdachte, kamen mir wieder ein paar neue Visionen, worüber ich genau schreiben könnte. Grob steht das Thema zwar schon, doch konnte es nicht zuletzt aufgrund der Krankheit meiner Betreuerin noch nicht genau festgelegt werden. Und damit ich mit konkreten Ideen auftreten kann, denke ich hin und wieder, wenn ich Zeit habe, über mein Projekt nach. Grob gesagt sollen die Schüler mit Hilfe unterschiedlichster Techniken (vor allem mit Hilfe neuer Medien) interkulturelle Kompetenz zu Wales erlangen. Warum Wales? Weil ich dort selbst ein halbes Jahr war, als Lehrassistentin gearbeitet habe (neben dem Auslandsstudium) und das Land einfach faszinierend finde. Umso begeisterter stellte ich also fest, dass unser schönes Lehrbuch dieses Land auch aufgreifen möchte (wenn auch leider nicht in der Intensität).
Wie ich da also lag und darüber nachdachte, kam mir die naheliegende und doch brilliante Idee, dass ich ja meine alten Kontakte noch einmal aufgreifen könnte, um nach einer E-Mail-Partnerschaft zu fragen. Gedacht, getan. Tatsächlich fand sich in den Weiten meines Laptops noch eine Kontaktadresse der Schule. Soeben habe ich eine E-Mail rausgeschickt und stellte mit Erstaunen fest, dass keine Fehlermeldung zurück kam. Die Adresse ist also noch gültig und meine Anfrage angekommen.
Jetzt bin ich echt mal gespannt, ob da eine Antwort kommt. *Spannung*