Tränen der Rührung

Heute war mein vorletzter Tag an meiner Ausbildungsschule – meine letzte Deutschstunde in der pubertären 8.
Sie sind anstrengend, sie sind mit allem anderen als der Schule beschäftigt, sie sind unkonzentriert, sie sind manchmal sehr schwatzhaft, sie sind nicht immer motiviert, sie geben ungefragte Kommentare – sie sind einfach mitten in der Pubertät.
Und trotzdem sagte ich ihnen heute zum Abschied, dass ich immer gern in die Klasse gekommen bin und sie wahnsinnig vermissen werden. Und das stimmt. Andere Lehrer regen sich pausenlos über diese Klasse auf, doch ich muss sagen, dass ich den Unterricht auch in den letzten Wochen als sehr angenehm und schön empfunden habe. Natürlich merkte man gerade beim Thema „Liebeslyrik“, dass die Schüler gerade in einer schwierigen Phase stecken, aber sie haben sich immer bemüht und gute Ergebnisse gebracht. Und trotz aller Schwierigkeiten konnten wir jede Stunde gemeinsam lachen, konzentrierte Arbeitsphasen gestalten und zu einer Erkenntnis am Ende der Stunde kommen. Was will man mehr?
Ich werde sie wirklich vermissen…

Und sie mich auch. Zumindest schrieben sie das auf meine Abschiedskarte. Es ist wirklich toll, was Schüler auf die Beine stellen können, wenn sie wirklich wollen – und das in so kurzer Zeit. Dienstag erfuhren sie erst, dass ich leider schon nächste Woche an einer anderen Schule sein werde. Heute bekomme ich eine selbstgebastelte Karte, die die Tür in meine Zukunft darstellt und auf der alle Schüler unterschrieben haben. Dazu gab es Süßes und das Beste: ein von meinen Schülern vorgetragenes Gedicht zum Abschied.
Hach, das war so schön. Und irgendwie war es auch komisch, auf der anderen Seite zu stehen. Als Schüler haben wir so etwas auch für die Lehrer gemacht, die wir besonders mochten. Zufrieden lächelnd sahen wir dann nach vorn, wie sich unser Lehrer freut und vor Rührung kaum Worte findet. Heute sah ich in die lächelnden Gesichter und wusste nicht, was ich sagen soll.

Morgen sehe ich meine anderen drei Klassen das letzte Mal. Mal sehen, ob die mich wirklich noch zum Weinen bringen, denn heute hatte ich schon einen Kloß im Hals. Oder es kommt gar nichts, das kann auch sein. Ich erwarte auch nichts, außer einen schönen Ausklang dieser meistens sehr schönen gemeinsamen Zeit. 🙂

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Ein Kommentar zu “Tränen der Rührung

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