Lernen durch Engagement/ Service-Learning

„Heute haben wir das wichtigste Hauptseminar des gesamten Jahres – Sie dürfen also gespannt sein!“
Mit diesen Worten begrüßte uns unser Hauptseminarleiter heute gut gelaunt eine halbe Stunde später als normal.
Schon vor 2 Wochen erzählte er mir ungefragt ganz aufgeregt und ausgedehnt davon, was uns heute erwarten würde – umso neugieriger war ich also.

Wir lernten heute „die ultimative Unterrichtsmethode“ LdE, Lernen durch Engagement, kennen. Kurz gesagt ist es normaler Projektunterricht, der durch gesellschaftliches Engagement seine Bedeutung erhält. Es werden also nicht nur Projekte wegen der Fachinhalte durchgeführt, sondern weil in der Gesellschaft ein realer Bedarf besteht, der dann von den Schülern innerhalb des Projektes gedeckt wird. Das Thema sollen die Schüler möglichst selbst finden, wobei uns auch Methoden vermittelt wurden, wie wir die Schüler bei der Ideenfindung unterstützen können. Meistens geht es dann in die soziale, ökologische oder politische Richtung, aber auch kulturelle Projekte sind gut denkbar. Beispiele waren, dass Schüler in Altenheime gehen und dort die Senioren verwöhnen, in Kindertagesstätten aushelfen, Tanzkurse geben/ Lieder einstudieren und die Ergebnisse dann z.B. im Krankenhaus oder Altenheim vorführen o.ä.
Die Schüler engagieren sich also in der Gesellschaft und einmal im Monat kommen sie in der Schule mit dem Fachlehrer zusammen, reflektieren ihre Projekte und bekommen fachliches Hintergrundwissen vermittelt. Das Ganze sollte möglichst über ein ganzes Schuljahr laufen, kann jedoch anfangs auch nur 4-6 Wochen gehen. Empfohlen wurde es ab der 8. Klasse. 2 Mal im Jahr werden die Schüler auch von den Fachlehrern besucht, um sicherzustellen, dass alles gut geht.

An sich ist das Konzept wirklich super, da auch endlich mal der Lebensweltbezug gegeben ist, der so oft gefordert wird. Auch die Schüler, die heute persönlich von ihren Erfahrungen berichteten, wirkten wirklich motiviert und begeistert (auch wenn sie zugaben, dass nicht alle Schüler ihres Kurses mitgezogen werden konnten).
Uns allen stellte sich allerdings die Frage, wie man solche großen Projekte aufgrund der zeitlich engen Rahmenrichtlinien/ Lehrpläne umsetzen kann… Alle Beispiele, die uns gezeigt wurden, fanden im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften oder Wahlpflichtkursen statt, jedoch nicht im Rahmen des normalen Fachunterrichts. Eigentlich schade, da so wieder nur eine kleine Gruppe Schüler von den Erfahrungen und vielfältigen Kompetenzen profitiert.
Und dann kann man das auch nicht allein implementieren, sondern braucht Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die mitziehen. Da wird es dann schon noch schwieriger.

Ich fühle mich jetzt dennoch dazu angestachelt, mal über die Implementierung in den Fachunterricht nachzudenken – für eine AG hätte ich schon sofort eine Idee. Das kommt dann aber alles nach den Prüfungen bei meiner 1. festen Stelle (sofern ich sie dann irgendwann bekomme…). Wenn ihr Ideen habt, dann immer her damit! 🙂

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