Vom Wandern über den Hexenstieg

„Das Schuljahr hat gerade begonnen und Sie gehen schon wieder auf Wandertag? Das sind ja Zustände!“

Das mussten wir uns heute von einem Touristen auf dem Hexentanzplatz im Harz anhören.
Ja, heute war so etwas wie ein Wandertag, jedoch mit sehr gutem Grund: Wir feiern (noch immer) 25-jähriges Schuljubiläum. Die ersten 4 Schultage waren voll mit Aktionen und unsere Sternwanderung bildete den schönen Abschluss.

Mit 14 Bussen und gut 600 Schülern + 55 Lehrern ging es heute früh nicht ganz frisch und munter in den Harz. Ich hatte das Glück, mit den 11. und 12. Klassen den schwierigsten Weg gehen zu dürfen. Und ja, er hatte es in sich! Schnaufend und total durchgeschwitzt kamen wir nach 3 Stunden inklusive Pausen oben auf dem Hexentanzplatz an. Und ja, ich habe es auch ohne professionelle Wanderschuhe sehr gut geschafft, diesen beschwerlichen Weg zu gehen. Meine Füße bluten auch nicht. 😉 (Der Kollege, der diese Panik gemacht hatte, kam heute übrigens ganz professionell mit Wanderstock!)
Trotzdem war es anstrengend. Umso mehr Hunger hatte ich, der sich aber nur widerwillig mit einem ekligen Tofu-Würstchen in trockenem Brötchen stillen ließ. Die heiße Schokolade im Anschluss machte aber alles wett. 😉
Und am wenigsten Lust hatte ich nach der Wanderung, wieder mit dem Fahrrad die 7km nach Hause zu fahren. Doch ich lebe, auch wenn ich total kaputt und geschafft bin.

Eine Gruppe hatte es übrigens nicht nach oben geschafft und musste von einem anderen Ort mit dem Bus abgeholt werden. Fragt mich nicht, wie sie das geschafft haben, aber sie haben den Wanderweg nicht gefunden und sind dann einige Kilometer in einen anderen Ort gelaufen. Mit dabei: 2 Deutschlehrer. Halleluja, dass nicht mal Deutschlehrer in der Lage sind, Schilder zu finden, zu lesen und richtig zu verstehen… Ich hoffe mal, dass auch sie mittlerweile den Weg zurück in die Heimat gefunden haben und nicht weiter verschollen bleiben.

Morgen ist dann der erste richtige Schultag. Wir Kollegen haben festgestellt, dass es auch Zeit wird. Dieses ganze Festprogramm war doch sehr anstrengend und vor allem zeitintensiv. (Vor allem für unsere Planer: Vielen Dank an dieser Stelle für die große Mühe!)
Mal sehen, ob sich die Schüler genauso auf den normalen Unterricht freuen wie wir Lehrer. 😀

Back to school

So langsam, aber sicher sind die Ferien wirklich zu Ende. Ab Donnerstag werden wieder hunderte von Schülern durch das Schulgebäude wuseln – und ich mittendrin. Einerseits freue ich mich, andererseits hätten die Ferien auch noch etwas länger andauern können. 😉

Heute war unser erster Vorbereitungstag. 2 Stunden Dienstberatung mit allen möglichen Informationen durften wir heute genießen. Diesmal hat unser stellvertretender Schulleiter die Sitzung geleitet. Von einem neuen Schulleiter war bisher noch nicht die Rede und ich glaube auch nicht, dass ich den in meiner Referendarzeit noch erleben werde.

Dafür gab es viele andere Informationen. Eine Kollegin hat in den Ferien heimlich geheiratet und hat einen neuen Namen. (Sie will gern ihre Schüler veräppeln, indem auf den Stundenplänen immer ihr neuer Name stehen soll und die Kollegen dann so tun sollen, als wäre es eine neue Kollegin. Der Überraschungseffekt wird super! 😀 ) Wir haben eine neue Kollegin (darüber habe ich mich ja schon einmal extra ausgelassen), die aber heute seltsamerweise nicht anwesend war. Und wir bekommen wahrscheinlich einen promovierten Referendar in den Fächern Deutsch und Sport – vorausgesetzt es finden sich Mentoren. Dann bin ich nicht mehr allein an der Referendarfront.
Tja, ansonsten werden die ersten Tage vom Schuljubiläum gefüllt sein. Der Unterricht geht erst nächsten Mittwoch so richtig los.

Leider gab es heute aber noch nicht die Stundenpläne. Dabei bin ich soooo neugierig, wie meine Stunden diesmal verteilt sind und ob ich trotz neuer Kollegin meine Wunschklassen bekomme. Morgen bekommen wir sie hoffentlich, zumindest wird dieses Ziel angestrebt. Ich wünsche es mir sehr, weil ich dann endlich die ersten Sequenzplanungen machen kann. Im Moment ist das schwer möglich, weil ich nicht weiß, ob ich Doppel- oder Einzelstunden habe.

Ansonsten stehen morgen nur die Fachkonferenzen an. Natürlich finden Englisch und Deutsch wieder gleichzeitig statt, sodass ich nur zu Englisch gehe und mich in Deutsch von meiner Mentorin informieren lasse. Da habe ich wenigstens eine… in Englisch ist das alles noch etwas in der Schwebe, wer meine neue Mentorin wird.
Und danach müssen wir bis 12 Uhr in der Schule bleiben – wozu auch immer. Ich nehme mir was zum Arbeiten mit und hoffe, dass ich dann auch irgendwo Ruhe dazu finde.
Mittwoch dürfen wir zum Glück zu Hause bleiben, bevor es dann Donnerstag richtig losgeht. 🙂