Fortbildung oder Urlaub?

Gestern und heute waren wir mit unserem Seminar in der Nähe von Naumburg auf einem schönen Weinberg mit Blick auf die wunderschöne Gegend und genossen eine Fortbildung zum Thema Web 2.0.

Als wir dort ankamen, waren wir wirklich positiv überrascht. Die Anlage hatte einen ganz eigenen Charme durch die schönen Fachwerkhäuser, aber auch das moderne Seminargebäude inklusive SmartBoard. Die Anlage befindet sich direkt an einem Weinberg und bat uns einen weiten Blick über Naumburg und angrenzende Gebiete. Den Zusammenlauf von Saale und Unstrut hatten wir direkt im Blick – leider auch noch die letzten Hochwasseranzeichen (inklusive Geruch). Die Sonne schien, es war angenehm warm, der Wind wehte uns durch die Haare – es war einfach traumhaft. Wir fühlten uns glatt wie im Urlaub.

Nach 20 Minuten war dieses Gefühl allerdings vorbei, weil wir zum Seminar mussten. 😉
Nach einer albernen Vorstellungsrunde (ich mag sowas ja nicht, zumal wir uns alle schon fast ein Jahr kennen) wurde uns erst einmal lang und breit erklärt, warum wir der GEW beitreten sollten. Ich wusste ja, dass das auf uns zukommt und habe es geduldig über mich ergehen lassen. Gut war aber, dass wir dann noch viele Fragen zum Beamtenrecht und zur Einstellung stellen durften, die sehr kompetent und ehrlich beantwortet wurden. Das hat sich wirklich gelohnt.

Nach einem leckeren Mittagessen (die Versorgung war 1A – leckere Buffets und sogar Kuchen zum Kaffee, Tee und Kaffee durchgehend kostenfrei zur Verfügung) ging es dann ans Thema Web 2.0. Das war ehrlich gesagt ein Witz… Der Typ hatte schon einmal bei unserer Vereidigung eine Stunde referiert und da war es wirklich interessant. Auch seine Art und Weise zu sprechen ist überaus angenehm. Problem: Er erzählte gestern dieselben Anekdoten, gab dieselben Inhalte + Beispiele wieder und machte dieselben Witze – bloß auf 3 Stunden ausgedehnt. Das fordert wirklich Durchhaltevermögen! Und von Praxis keine Spur. Wie soll man auch praktisch Web 2.0 behandeln, wenn es da oben kein W-Lan gibt? Sehr clever… Wir durften am Ende des Tages zwar ein Hörspiel bzw. ein Video produzieren, doch ging es nicht ums Produkt, sondern darum, dass er uns zeigen kann, wie man das dann im Internet hochladen kann. Ein Witz, wirklich! Lernzuwachs am Nachmittag = 0! Ach und die Methode des gesamten Tages: Frontalunterricht! Tolles Vorbild…

Der Abend war dann aber sehr schön, weil wir uns in der Gruppe zusammensetzten, Wein tranken, erzählten und die Musikbegabten unter uns schöne Liedchen auf der Gitarre spielten. Da fühlte es sich dann wieder ein bisschen wie Urlaub an – eine laue Sommernacht draußen verbringen – lang, lang ist’s her.

Entsprechend gering war die Motivation heute. Zwar gab es mehr Methodenwechsel, doch war es inhaltlich auch nicht sooo ertragreich. Viel Theorie zu Mobbing, Tätern und Opfern, doch anwendbares Wissen war kaum dabei. Der Teil zum Cybermobbing am Nachmittag war dann doch interessanter, aber auch größtenteils bekannt (zumindest mir).

Fazit: Schöne Gegend, in die ich meinen Traummann auch mal entführen werde, um sie näher zu betrachten, aber inhaltlich eher weniger lehr- und ertragreich. Eigentlich schade, da in den Themen so viel Potenzial steckt! Dennoch wird es wohl komisch, morgen wieder in die Schule zu gehen – ich bin gedanklich noch immer auf diesem schönen Berg. 🙂

Back to normality…

… zumindest fast.

Erst am Mittwoch geht es für mich wieder in die Schule zum Unterrichten, denn morgen und übermorgen fahren wir mit dem Seminar nach Naumburg und dürfen an einem GEW-Seminar teilnehmen.

Meine Freude darauf ist mehr als gering:

  1. Meine eine Miezekatze ist noch immer krank, erbricht ständig und der Tierarzt wollte uns am Samstag nicht sehen, weil er das Blut eh nicht hätte ins Labor schicken können. Zum Glück gehen meine Eltern morgen mit ihr dorthin und lassen sie gründlich durchchecken, doch wohl fühle ich mich bei dem Gedanken, sie für 2 Tage allein zu lassen, trotzdem nicht. 😦
  2. Laut Programm beinhalten die ersten 3 Stunden des Seminars eine Werbeveranstaltung für die GEW – Vorteile, Kosten, Rechte und Pflichten. Super! -.-
  3. Das Thema des gesamten Seminars ist für mich nicht sooo spannend, weil ich gerade erst diese zweitägige Fortbildung dazu gemacht hatte: Web 2.0 und sein Einsatz im Unterricht. Tolles Thema – ehrlich! -, aber nicht unter den Umständen. Ich mag mir nicht alles schon wieder anhören. Ich hoffe aber ganz stark darauf, dass ich noch irgendwas mitnehmen kann und es nicht vollkommen umsonst ist. Meine Unterrichtsstunden am Dienstag könnte ich an sich nämlich eigentlich gut gebrauchen, zumal letzte Woche ja alles ausfiel…
  4. Klassenfahrtatmosphäre mit mir eher unbekannten Menschen – Ich bin zwar schon fast ein Jahr im Referendariat, aber die meisten sehe ich alle zwei Wochen (oder noch seltener, wenn das Seminar ausfällt oder Ferien sind), spreche mit den meisten nur innerhalb des Seminars über die entsprechenden Inhalte und privat habe ich nur mit wenigen zu tun. Trotzdem dürfen wir in Mehrbettzimmern schlafen… Vielleicht bin ich eine Mimose, aber ich könnte mir dennoch Besseres vorstellen. Aber natürlich sehe ich auch die Vorteile für den Gruppenzusammenhalt, der hoffentlich/ vielleicht entstehen wird.

Ich versuche also möglichst positiv an alles heranzugehen, doch die große Freude will nicht aufkommen. Umso mehr freue ich mich auf die Schule am Mittwoch! 🙂

Fortbildung 2.0

Ich habe wenig geschlafen, noch weniger gegessen und dafür aber viel gearbeitet. Trotzdem ist mein Kopf noch nicht auf den Tisch gefallen. Ein bisschen stolz bin ich schon auf mich. 😉

Die letzten 2 Tage habe ich meinem besten Freund beim Umzug geholfen. Ich mag ja Umzüge nicht – zumindest nicht, wenn es nicht meine eigenen sind. In letzterem Fall breitet sich bei mir so eine Euphorie aus, dass ich Superkräfte entwickele und mich selbst wundere, was für eine Ausdauer und wie viel Kraft ich habe. Helfe ich aber bei fremden Umzügen, bleibt dieser Effekt leider aus… Erstaunlicherweise ging es bei dem Umzug echt gut, was wahrscheinlich daran lag, dass mein bester Freund viiiiiieeeeel zu weit weggezogen ist und unsere Hilfe dringend brauchte. Es ging von Magdeburg nach Kaiserslautern – ca. 6 Stunden Autofahrt und nachts um 22 Uhr konnten wir dann auch endlich mit dem Ausräumen beginnen. Die Nachbarn haben zum Glück nicht gemeckert (zumindest nicht in der Nacht). Irgendwann nach 0 Uhr lagen wir im Bett – das wir natürlich auch noch aufbauen mussten. Zu essen gab es neben 2 Brötchen auf der Autofahrt eine halbe Pizza… oh man, das war echt böse. Am nächsten Tag sogar noch weniger…
Am nächsten Morgen sind wir dann schon um 8 Uhr aufgestanden und haben mit dem Aufbauen begonnen. Schließlich mussten wir uns spätestens 14 Uhr wieder auf den Heimweg machen, um  nicht allzu spät nach Hause zu kommen. Wir haben auch echt viel geschafft, das ist Wahnsinn! Zumindest haben wir es geschafft, dass es nicht mehr ganz so chaotisch und sogar schon ein bisschen wohnlich aussah. Immerhin. Ich hoffe, mein Bester schafft es in den nächsten Tagen, das restliche Chaos allein zu beseitigen. Wenn es nicht so weit weg wäre, würde ich gern öfter helfen…

Tja, und nun sitze ich schon seit 10 Uhr morgens in Potsdam und nehme an einer Fortbildung weiter. Im Moment probieren wir wordpress.de aus und da dachte ich mir, dass ich hier auch mal etwas basteln könnte. Irgendwie gefiel mir das Design aber doch ganz gut, sodass ich es jetzt so lasse.
Um aber zum Punkt zu kommen: Das Seminar hier ist echt cool. Wir lernen ganz viele spannende und vor allem kostenlose Internetseiten kennen, die man irgendwie für den Unterricht nutzen kann. Einiges kannte ich schon, weil ich mich ja schon öfter damit beschäftigt habe, aber es ist auch viel Neues dabei. Schöne Sache!
Mit Pixton kann man z.B. eigene Comics erstellen. Hier könnte man z.B. die Sprechblasen offen und die Schüler ausfüllen lassen oder die Schüler sogar ganz eigene Comics erstellen lassen. Macht Spaß, auch wenn man sich erst einmal einarbeiten muss. Und bei glogster.com kann man virtuelle Plakate erstellen – sehr ökologisch und viele verschiedene Funktionen.
Wenn wir jetzt noch mehr Computer und WLan an der Schule hätten, könnte ich das sicher ganz super für meinen Unterricht nutzen… Aber vielleicht an der nächsten Schule, nach dem Referendariat.

Auf jeden Fall bin ich sehr froh, mich trotz meiner Müdigkeit heut morgen um 6 Uhr überwunden zu haben, nach Potsdam zu fahren und weiterzubilden. Heute Vormittag habe ich schon gelernt, Videos zu schneiden und Musik drüberzulegen – nichts Spektakuläres, aber bisher hatte ich noch nie die Ruhe, mich mal damit zu beschäftigen. Die habe ich jetzt und auch noch eine kompetente Ansprechperson, die mir alle Fragen beantwortet. Sehr praktisch!

So, und nun nutze ich die Zeit und schaue mich mal weiter im Netz um. 🙂