Informationen zum Referendariat

Das Referendariat erstreckt sich in Sachsen-Anhalt insgesamt über einen Zeitraum von 16 Monaten.
Dabei sind die ersten 4 Monate die Einführungsphase, in der vorrangig hospitiert bzw. mentorengestützt unterrichtet wird. Mentorengestützt bedeutet hierbei, dass die Mentoren nicht nur den Unterricht des Referendars beobachten und Rückmeldung zu den gehaltenen Stunden geben, sondern auch, dass sie Hilfestellung bei der Planung und Gestaltung von Unterricht leisten. Besonders wichtig empfinde ich diese Hilfe bei der Zeitplanung, der Einschätzung des Leistungsniveaus der Schüler sowie der Planung längerer Sequenzen bzw. sogar des gesamten Schuljahres.
In den darauffolgenden 8 Monaten befindet sich der Referendar in der Qualifizierungsphase. In dieser Phase werden die ersten Stunden eigenständig geplant und unterrichtet (man ist also ganz allein in der Klasse und dafür verantwortlich, dass Rahmenrichtlinien eingehalten, Klassenarbeiten geschrieben und Noten vergeben werden). Lediglich 2 Stunden Hospitation sind noch vorgesehen.
Die Prüfungsphase nimmt schließlich die letzten 4 Monate ein, wobei die Prüfung beliebig an den Anfang, in die Mitte oder an das Ende gesetzt werden kann. Hier findet fast ausschließlich eigenständiger Unterricht statt, wobei die Mentoren natürlich vor allem bei der Planung der Prüfungsstunden helfend zur Seite stehen.
Nach der Prüfung unterrichtet der Referendar noch bis zum Ende des Referendariatszeitraums 16 Stunden eigenständig. Vor der Prüfung sollen die Referendare insgesamt 12 Stunden an der Schule sein, wobei es eine unterschiedliche Gewichtung der Hospitationen und des Unterrichts gibt, je nach Phase des Referendariats.

Neben diesen 12 Stunden an der Schule hat man noch Seminare zu besuchen. Alle 2 Wochen finden jeweils 4 Stunden Hauptseminar sowie die beiden Fachseminare statt.
Zudem muss man Zeit für Hausaufgaben (ja, auch als Referendar muss man Hausaufgaben machen), Korrekturen und Unterrichtsplanungen einplanen. Auch diverse Prüfungsleistungen finden nebenbei statt, beispielsweise ein Schulrechtstest, eine schriftliche Hausarbeit, ein Portfolio sowie eine Präsentation. Manchmal wünscht man sich wirklich, der Tag hätte mehr als 24 Stunden…
Auch Unterrichtsbesuche finden zwischendurch statt, wobei diese nicht benotet werden, sondern lediglich als Orientierung/ Hilfestellung für die weitere Entwicklung gelten sollen. Trotzdem stellen sie einen erheblichen Mehraufwand dar, da ein ausführlicher Unterrichtsentwurf abgegeben werden muss: Ausformulierte Lernziele, Sequenzplanung, Stundenverlaufsplanung, Lerngruppenanalyse, ommentierter Sitzplan, didaktische und methodische Analyse und Sachanalyse. Das frisst viel Zeit und ist natürlich absolut unrealistisch für den normalen Lehreralltag. Hier muss man also rechtzeitig planen, um keine Nachtschicht einlegen zu müssen.

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7 Kommentare zu “Informationen zum Referendariat

    • Ja, ich finde es auch extrem wenig und wünschte, es wären mehr… Man merkt richtig, wie man durch das Referendariat gehetzt wird und sich von jetzt auf gleich zum perfekten Lehrer wandeln soll. Man hat fast gar keine Zeit, um sich und Methoden richtig auszuprobieren, weil man die Schüler immer sicher von einem Unterrichtsbesuch zum nächsten vorbereiten muss. Echt schade!

  1. Hey ich mache ebenfalls mein Referedariat gerade in Sachsen-Anhalt… jetzt ist bei mir ene Frage aufgekommen und zwar, weil unsere mentoren uns ja ständig gut begleite und weiterhelfen. Wie ist das am Prüfungstag im Prüfungsunterricht? Sind die Mentoren da dabei? Neulich hörte ich, dass da eher ein fachlehrer oder so anwesend ist und der Mentor nicht??? Das wäre ja nicht so schön…

    • Echt? Davon habe ich noch nie gehört… Also so weit ich weiß, werden meine Mentoren dabei sein (bzw. meine Englischmentorin geht in Rente und ich hab mir schon Ersatz gesucht). Wann machst du denn Prüfung?

  2. Hallöchen, ich habe eine Frage zum vorbereitungsdienst, ich weiß nicht so richtig an wen ich mich wenden soll… bestimmt kannst du mir helfen 🙂
    Ich habe mich zum 01.04.2015 zum Vorbereitungsdienst in S-A beworben und werd sicherlich einen Platz bekommen, da ich einen guten Abschluss und Mangelfächer habe. Nach meinem Vorbereitungsdienst möchte ich jedoch nach Sachsen und mich dort zum 01.08.2016 bewerben.
    In Sachsen muss dann mein Zeugnis bis Ende Juli eingegangen sein.

    Wie lange dauert die Zeugniserstellung in S-A nach den Abschlussprüfungen im Vorbereitungsdienst (wenn ich versuche meine Prüfungen so früh wie möglich zu legen)? Wann bekommt man i.d.R. sein Zeugnis?
    Glaubst du, dass mein „nahtloser“ Übergang möglich wäre?

    Viele liebe weihnachtliche Grüße

    • Liebe Therese, das sollte kein Problem sein. Du bekommst unmittelbar nach der Prüfung ein vorläufiges Zeugnis ausgestellt, damit du dich bewerben kannst. Alle möchten den nahtlosen Übergang ermöglichen.
      Das „richtige“ Zeugnis gibt es dann normalerweise erst am Ende des Referendariats. Alle im Seminar sind aber sehr bemüht und hilfsbereit. Sollte Sachsen das vorläufige Zeugnis nicht reichen, lässt sich bestimmt im Seminar etwas regeln. 🙂

      Weihnachtliche Grüße zurück

      • Vielen herzliches 10000000 dank für deine schnelle Antwort, das klingt ja auf jeden fall richtig super, ich glaube es reicht sogar eine vorläufige Bescheinigung. Da bin ich mega erleichtert und kann jetzt entspannt in die Weihnachtszeit starten. Viele liebe Grüße

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