Planung adé

Morgen ist Streik.
Den Eltern wird mitgeteilt, dass kein normaler Unterricht an der Schule stattfinden wird. Trotzdem werden einige Schüler zur Schule kommen, da sie nicht allein zu Hause bleiben dürfen. Andere freuen sich wohl jetzt schon auf den freien Tag morgen.
Für mich bedeutet das, dass ich morgen schon zur 1. statt zur 4. Stunde in der Schule erscheinen darf, um die Schüler, die da sind, zu beaufsichtigen. Da wir allerdings noch nicht wissen, wie viele wirklich kommen, kann es auch sein, dass ich gleich wieder nach Hause darf. Oder ich bleibe bis zum Nachmittag. Fest steht: Es ist alles noch unsicher, was morgen passieren wird.
Fakt ist: Ich werde morgen keinen Unterricht machen und dadurch den Streik brechen. Schließlich finde ich es gut, dass sich auch Lehrer trauen, auf die Straße zu gehen und für ihre Rechte einzutreten. Sogar verbeamtete. Das möchte ich unterstützen, indem ich zwar in der Schule bin, aber nicht den Unterricht fortsetzen werde. Andere Kollegen (wohlgemerkt ca. eine Hand voll, also sehr wenige!) handhaben es laut Vertretungsplan im Internet anders – sie werden ihren normalen Unterricht durchziehen. (Man verliert ja wertvolle Stunden…) Ob dann aber wirklich alle Schüler kommen und das mitbekommen? Zumal die offizielle Aussage der Schulleitung ist, dass kein Unterricht stattfindet?
Ich muss schon sagen, dass ich vorhin etwas geschockt war, dass nicht alle Lehrer ausnahmslos mitziehen. Aber vielleicht sind da meine Ansprüche auch zu idealistisch. Sogar die eine Referendarin wird zwei ihrer insgesamt 5 oder 6 Stunden morgen halten. Das hat mich etwas zum Nachdenken angeregt, ob ich das Richtige mache. Ist es in Ordnung, den Schülern ihr Recht auf Unterricht zu verwehren? Verhalte ich mich moralisch richtig? Den Kollegen gegenüber ja – zumindest denen, die streiken. Und den anderen? Von denen hagelt es vielleicht sogar Kritik, dass ich in der Schule bin und trotzdem nicht unterrichte. Zumindest rechtlich stehe ich aber auf der sicheren Seite, da ich nicht verpflichtet bin, Streik zu brechen. Immerhin.
Ich glaube, dass wir morgen im Chaos versinken und die Planer ordentlich zu tun haben werden, das alles zu koordinieren. Ich spreche ihnen schon jetzt meinen höchsten Respekt aus!

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