Binnendifferenzierung macht Spaß

Was für eine anstrengende Woche das doch war – das glaubt ihr gar nicht! Aber das Fazit ist: Ich starte zufrieden ins Wochenende.

Am Donnerstag hatte ich wieder eine schöne offene Unterrichtsform zum Üben des Passivs (diesmal mit der Erweiterung um das Personal Passive) ausgewählt. Wieder gab es verschiedene Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, aber dieses Mal auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten – Regeln wiederholen, Zeitformen üben, aus dem Deutschen übersetzen, … . Die Schüler erhielten einen Arbeitsplan mit insgesamt 2 Pflichtaufgaben und weiteren 6 Wahlaufgaben, wovon sie mindestens 2 auswählen und bearbeiten sollten. Die Lösungen lagen wieder vorn bei mir aus, damit sich die Schüler selbst kontrollieren konnten. Begleitend füllten sie in dem Arbeitsplan aus, welche Aufgaben sie schon geschafft hatten, wie viele Fehler sie jeweils hatten und wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit waren. Diese habe ich dann am Ende eingesammelt. Ich habe sie bisher nur überflogen, doch nahmen die Schüler das gut an und füllten alles gewissenhaft und ehrlich aus.
Niemals hätte ich gedacht, dass das so gut funktioniert! Die Schüler haben sich vorher wirklich genau überlegt, welche Defizite sie das letzte Mal festgestellt hatten und dementsprechend die verschiedenen Aufgaben ausgewählt. Und sie haben wieder ganz konzentriert und ruhig gearbeitet – was ich sonst von der Klasse eigentlich nicht kenne. Ich bin wirklich begeistert! Es sei mal infrage gestellt, ob das wirklich bei jeder Klasse funktioniert, aber diese Truppe nimmt es gut an und hat sogar Spaß dabei. Die Schüler riefen am Anfang der Stunde wirklich „Jippie“, als ich sagte, dass wir wieder frei arbeiten. 😉

Am Mittwoch hatte ich mal den Tipp aus meinem schlauen Buch ausprobiert, Gruppenpuzzle binnendifferenziert zu gestalten. In meiner 10. Klasse ging es darum, verschiedene berühmte Persönlichkeiten und ihre Verdienste für die Gesellschaft kennenzulernen. Die Schüler erarbeiteten sich in Gruppen die wichtigsten Infos, gestalteten ein Plakat und danach führten wir einen Museumsrundgang (Gallery Walk) durch. Der Clue war, dass ich den Schüler nicht einfach englische Texte gab, sondern sie ganz unterschiedliches Material bekamen: Comics, Briefe, Reden, Statistiken, Bilder, … . Da ich auch schon ungefähr ahnte, wer sich zusammen in eine Gruppe setzen wird, konnte ich mir vorher schon Gedanken darüber machen, welcher Gruppe welche Art von Informationsvermittlung wohl am ehesten zusagt. Die naturwissenschaftlich starken Schüler erhielten also z.B. die Person Fleming (Erfindung Penicillin) und Statistiken und die sprachlich starken Schüler die Rede „I have a dream“ von Martin Luther King, Jr. Und gleichzeitig wiederholten wir in den einzelnen Gruppen die grundlegenden Arbeitstechniken des Schuljahres: Analyse von Comics, Bildern, Statistiken und allgemein von Texten. Die Kreativen konnten sich dann bei der Plakatgestaltung ausleben. Und der letzte Vorteil: Die Schüler haben endlich mal Englisch gesprochen! Ihr erinnert euch vielleicht, dass diese Klasse immer sooooo ruhig ist, sie nie etwas sagen geschweige denn sich mal freiwillig melden. In den kleinen Gruppen haben sie dann aber zumindest beim Museumsrundgang alle durchgängig Englisch gesprochen, ohne dass ich sie dazu ermahnen musste.
Insgesamt also eine rundum gelungene Stunde, von der auch meine zukünftige Mentorin begeistert war. Sie möchte sogar meiner Fachseminarleiterin davon erzählen, damit auch die einen noch besseren Eindruck von mir hat. 😉 In 2 Wochen hab ich meinen nächsten GUB (gemeinsamen Unterrichtsbesuch) und dann ist sie sowieso da.

Also: Der Aufwand lohnt sich und von dem Material zehrt man noch eine ganze Weile. Und mal ehrlich: Gruppenpuzzles sind immer aufwändig – da macht die Binnendifferenzierung keinen Mehraufwand. Ich kann es wirklich nur empfehlen! 🙂

Morgen ist dann Lange Nacht der Wissenschaft, wo natürlich meine Schule auch vertreten ist. Ich darf mit ein paar Schülern Sandwiches verkaufen – yeah! 🙂
Euch ein schönes Wochenende!

Was? Schon Schluss?

Genau das fragte heute ein kleiner Sechstklässler aus meinem Englisch-Förderunterricht, als ich meinte, wir können keine weitere Aufgabe erfüllen, weil die Stunde schon vorbei sei. Auch die anderen Schüler schienen erstaunt, wie schnell die Zeit heute verging. Normalerweise nervt mich dieser Kurs ja auch etwas, weil die Schüler häufig keine Lust mehr haben – schließlich haben alle ihre Klassenkameraden schon Schluss und können ihre Freizeit genießen. Heute ging die Zeit aber auch für mich wahnsinnig schnell vorbei.
Nachdem ich letztes Mal bemerkt hatte, dass die Schüler noch gar nicht mit dem Wörterbuch umgehen können und nicht wissen, was die vielen Informationen bedeuten, hatte ich heute eine gezielte Übung vorbereitet – natürlich eher spielerisch (bei Green Line Online gibt es ein wirklich schönes Material dazu). Das machte den Schülern unglaublich viel Spaß und sie alle waren hochmotiviert, da sie schnell Erfolgserlebnisse erzielen konnten. Das war wirklich schön anzusehen. 🙂

Auch sonst ist das Fazit des Tages positiv, da ich viel geschafft habe und schon fast die Beine hochlegen kann. Umso mehr graut es mir aber vor morgen… von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends darf ich in der Schule sein – zwischendurch habe ich 4,5 Stunden Zeit, die Klassenarbeiten der Siebten zu kontrollieren. Und ich weiß jetzt schon, dass diese Dienstbesprechung am Nachmittag/ Abend wieder NICHTS bringen wird…
Nächste Woche folgt dann noch später abends am Donnerstag die Gesamtkonferenz (nachdem ich von 14-18 Uhr das Englischseminar nächste Woche selbst gestalten durfte, weil ich doch bei dieser Medienfortbildung war und das dem Kurs nun auch näher bringen darf). Lieber nicht daran denken – dagegen ist der morgige Tag doch noch human. 😉

Jetzt freue ich mich doch lieber über den erfolgreichen Tag heute und mache mir weiter Gedanken darüber, wie ich das Seminar nächste Woche gestalten werden.

Binnendifferenzierung macht glücklich

Angeregt von dem Buch über Binnendifferenzierung in der Sekundarstufe, das ich euch letztes Mal kurz vorgestellt habe, habe ich heute das erste Mal eine der Methoden ausprobiert. Ich weiß gar nicht genau, unter welche Kategorie das jetzt fiel – Lerntheke? Jedenfalls wurde sowohl in der Schnelligkeit als auch in dem Leistungsniveau und Lerntyp der Schüler differenziert. Es ist auch keine neue Idee, aber bisher hatte ich mich an so etwas nicht herangetraut.

Wir üben gerade das Passiv in Englisch in den verschiedenen Zeitformen sowie die Umformung vom Aktiv ins Passiv oder andersherum. Nachdem wir gestern noch einmal die Regeln wiederholt hatten (weil Ferien waren und die Schüler eine Erinnerungshilfe brauchten), hatte ich für heute viele verschiedene Arbeitsblätter konzipiert – leichte, mittelschwere und schwere Aufgaben sowie unterschiedlich in ihrer Art angelegt (Rätsel, Lückentexte, Sätze formulieren, usw.). Diese wurden ausgelegt und die Schüler sollten in 30 Minuten der Stunde insgesamt mindestens 3 Arbeitsblätter ausfüllen und anschließend vorn bei mir am Lehrertisch kontrollieren (die Lösungen standen auf Zetteln und hingen an der Tafel). Dabei durften sie sich selbst aussuchen, welchen Schwierigkeitsgrad sie wählen – sie mussten sich also ehrlich einschätzen. Natürlich stürzten sie sich anfangs alle auf die einfachen Aufgaben, aber ich hatte mit Absicht extra wenig Kopien davon gemacht, sodass die Schüler nach der ersten Runde quasi dazu gezwungen waren, sich auch mittelschwere Aufgaben vorzunehmen. Lediglich die wirklich schwachen Schüler konnten auch ein zweites Mal zu einfachen Aufgaben greifen. Die Schüler merkten zum Glück auch schnell, dass die einfachen Aufgaben wirklich zu einfach sind und nahmen automatisch danach die nächst höhere Schwierigkeitsstufe.

Erstaunt war ich über manche Schüler, die ich im Mittelfeld eingeordnet hatte, die sich aber gleich in der 2. Runde auch an die schweren Aufgaben trauten und sogar ganz gut bewältigten. Da sieht man mal, was manche Schüler leisten können, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Natürlich gab es aber auch Schüler, die den einfachsten Weg wählten… Laut dem Buch legt sich das wohl aber, wenn man diese Übungsform öfter verwendet. Mal sehen, ob das stimmt…

Am Ende der Stunde teilte ich noch Reflexionsbögen aus, auf denen die Schüler nicht nur festhalten sollten, was sie bereits gut konnten und was noch geübt werden muss (für die weitere Gestaltung der Übungen), sondern sie sollten auch die Methode evaluieren – also wie gut sie damit zurechtgekommen sind.
Und siehe da: Alle Schüler haben angegeben, dass ihnen diese Übungsform viel besser als das frontale Üben gefallen hat, weil sie selbst ihre Fortschritte beobachten konnten und somit den Schwierigkeitsgrad auch individuell wählen konnten. Zudem waren sie nicht so gehetzt, weil es gut zu schaffen war und sie sich wirklich Zeit zum Nachdenken nehmen konnten. Ich hatte die Schüler übrigens auch dazu aufgefordert, bei der Kontrolle nichts wegzukillern, sondern sich mit einer anderen Farbe zu korrigieren, damit sie ihre Fehler sehen und auch beobachten können, wie die Fehler weniger werden. Das hat sie wirklich motiviert! Und natürlich bin ich auch etwas herumgegangen und habe nachgefragt, wie gut es funktioniert und habe kontinuierlich gelobt. Auch das hat stark motiviert.

Absoluter Daumen hoch dafür! Die Vorbereitung war zwar etwas intensiver, weil man mehr Übungen zusammenstellen musste, aber es gibt auch schon viele fertige ABs im Internet. Und wenn man es ein Mal vorbereitet hat, kann man es immer wieder nutzen.
Auch meine Mentorin hat mich heute wieder sehr gelobt und meinte, ihr gefalle mein Unterrichtsstil sehr, den ich mittlerweile entwickelt habe. Großes Lob von dieser Frau, ich bin begeistert! 🙂

 

Und was mich heute auch erstaunt hat: Ein Schüler erzählte mir, dass seine Mutter auch Lehrerin ist und er ihr von meiner Umschlagmethode zur Disziplinierung erzählt hat. Was ist passiert? Sie und die halbe Lehrerschaft haben es nun an ihrer Schule eingeführt, weil sie so begeistert davon waren. 😀 Probiert es also aus! Es lohnt sich!

Schon wieder vorbei…

Es waren die ersten Ferien, die ich zumindest zur Hälfte so richtig genießen konnte – und leider sind sie (wie zu erwarten) viel zu schnell vorbei.

Ich habe meine SAB fertig gemacht und kann sie morgen aus dem Copy-Shop abholen und dann auch gleich nach der Schule im Seminar abgeben. Dann heißt es nur noch Warten auf die Note.
Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich bin, dass das Ding endlich vom Tisch ist!

Auch meinen zweiten GUB, der Mitte Juni ansteht, habe ich schon in Ansätzen vorbereitet. Zumindest habe ich die Planung der Sequenz fertig gemacht, in die er eingebettet ist. Nun muss ich mich nur noch entscheiden, wie ich das Thema am kooperativsten, kreativsten und kommunikativsten (Vorlieben meiner beiden Seminarleiter, die dabei sind) umsetzen kann – und zwar in nur 45 Minuten. Viel zu tun in den nächsten 3 Wochen.

Ansonsten habe ich aber wirklich nicht viel gemacht. Viiieeeeel gelesen, Zeit mit meinem Traummann, meiner Katze, Familien und Freunden verbracht, die Sonne genossen und viel geschlafen. Das tat einfach richtig gut!

Gleichzeitig bin ich aber auch auf ein wahnsinnig interessantes Fachbuch gestoßen. Bisher habe ich das Wort „Binnendifferenzierung“ immer damit abgetan, dass man dafür im Unterricht eh keine Zeit hat. Ab und an hatte ich mich aber doch schon dabei „erwischt“, unbewusst zu differenzieren, was ich als Anlass nahm, mich doch mal näher damit zu beschäftigen. Gestoßen bin ich dabei auch folgendes Buch:
http://www.amazon.de/Binnendifferenzierung-Sekundarstufe-Profi-Tipps-Materialien-Lehrerfortbildung/dp/3403068404/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1369062440&sr=8-1&keywords=binnendifferenzierung+in+der+Sekundarstufe
Ein wahnsinnig praktisch orientiertes, interessantes und anregendes Buch darüber, wie man am besten binnendifferenziert arbeiten kann. Dabei sind alle Autoren selbst Vollzeit-Lehrer und wissen, dass diese vielen Theorietipps irgendwelcher Wissenschaftler nicht wirklich zum Einsatz im Unterricht geeignet sind, weil sie einfach viel zu aufwändig sind. So entstand also dieses Praxisbuch, bei dem echte Lehrer erzählen und beschreiben, wie man ohne viel Mehraufwand individuell fördern kann. Ich bin wirklich begeistert und habe mir schon viele Anregungen geholt. Auf manche Dinge könnte man aber auch echt selbst kommen, wenn das Leben als Referendar nicht immer so vollgepackt wäre. 😉
Ich empfehle euch wirklich den Kauf, auch wenn der Preis nicht der niedrigste ist!

Worüber ich mich freue… Part II

Es gibt schon wieder soooooo viele neue Dinge, die mich mit Euphorie ausfüllen, dass ich wieder darüber berichten muss und hoffe, euch mit meiner abartig guten Laune anzustecken. 🙂

  • Es sind FEEEEEERRIIIEEEEEN und die Sonne scheint. Sagt das nicht alles? 🙂
  • Mein Traummann und ich haben endlich unseren Flug für den Sommerurlaub gebucht – 11 Tage Irland, ich freu mich soooo sehr darauf! Am Wochenende suchen wir Hostels und unsere Routen raus – ich kann es kaum erwarten!
  • Ich war natürlich trotz Feiertag und Ferien nicht untätig und kann nun freudestrahlend verkünden: Ich habe meine SAB fertig! Stundenlang saß ich die letzten 3 Tage noch einmal daran, aber nun ist sie endlich druckreif und ich fühle mich wahnsinnig erleichtert! Gut, mein Geldbeutel wird sich nach dem Drucken und Binden sicher auch wahnsinnig erleichtert fühlen (auch Einiges in Farbe), aber was tut man nicht alles für den Abschluss?
  • Meine Bestellung vom Lehrershop TimeTex ist heute endlich nach langem Warten angekommen und nun bin ich doch etwas traurig, dass gerade Ferien sind und ich die Sachen nicht sofort ausprobieren kann. Was war drin? Eine Tischglocke (wie bei Halli Galli), um bei Gruppenarbeit-Unterbrechungen meine Stimme zu schonen, wunderschöne Stempel auf Englisch zur Motivation (und die Klassenarbeit schreiben wir Ende Mai – da kommen sie zum Einsatz 🙂 ), lustige Smiley-Magnete zur Motivation (v.a. der Lehrkraft 😉 ), Ampel-Karten (für Abstimmungen oder auch zur Disziplinierung) und gratis gab es ein Klassenbuch (was auch immer ich damit soll – schenke ich sicher der Schule) und einen dünnen Folienstift. Ich freu mich!
  • In 3 Stunden ist mein Traummann dann auch endlich hier und wir können das Wochenende genießen! Unter Anderem treffen wir meinen besten Freund, der ja ins weite Kaiserslautern gezogen und nun auf Heimatbesuch ist.

Ich wünsche euch allen ein schönes und sonniges Wochenende! 🙂

Worüber ich mich freue…

Da das Wetter zumindest hier heute keine guten Seiten zeigt (Regen ist aber zumindest für die Pflanzen gut!) und es gerade auch stockduster wurde und es gewittert, möchte ich heute mal berichten, worüber ich mich im Moment so freue. Dient auch etwas der Seelenhygiene für mich selbst. 😉

Worüber ich mich also freue:

  • Ich bin heute trotz des fast durchgehenden Regens trocken mit dem Rad zur Schule und wieder nach Hause gekommen – Timing perfekt. 😉
  • Meine Förderschüler haben mir heute freudestrahlend berichtet, dass sie sich alle schon um eine ganze Note verbessert haben. Dabei habe ich so oft gezweifelt, ob der Unterricht überhaupt etwas bringt, weil die Schüler an manchen Tagen wirklich gar keine Konzentration aufbauen konnten und wir nichts geschafft haben. Aber das zeigt mir, dass mein Unterricht etwas bewirkt und bei den Schülern ankommt. 🙂
  • Meine Umschlag-Methode funktioniert einfach wunderbar! Meine Englischklasse war auch heute wieder absolut konzentriert und ruhig und sie haben gut mitgearbeitet. So macht das Arbeiten in der Klasse auch wieder Spaß – denn lieb habe ich sie ja wirklich. Und das Umsetzen zeigt auch Wirkung – die 3 Streithähne bekamen sich bisher jedenfalls nicht mehr in die Haare.
  • (Der Klassenlehrer der Englischklasse ist auch endlich wieder da (gut erholt sieht er aus) und bringt nun hoffentlich auch wieder mehr Ordnung in die Klasse.)
  • Die Schottlandreise rückt immer näher und kam mir erst heute wieder voll ins Gedächtis, weil ich noch etwas Organisatorisches mit der Klasse klären sollte. Meine Englisch-Mentorin erzählte mir heute früh schon, dass sich viele Schüler gefreut und sie gelächelt haben, als sie erfuhren, dass ich mitkomme. Heute sagte ich es ihnen auch noch einmal persönlich und sie freuten sich wirklich! Ein Mädchen wedelte sogar freudig mit den Armen. 😀
  • Ich habe mir einen Prüfungstermin Mitte November gesichert und nun können wir auch schulintern schon alles genau so planen, dass meiner Prüfung nichts im Wege steht – vor allem den Ablauf in der dann 12. Klasse, in der ich in Deutsch meine Prüfung ablege. Zwar habe ich jetzt schon etwas Angst vor der Prüfung und vor allem dem ganzen Aufwand zuvor, aber ich möchte ja heute das Positive an allem sehen. 😉
  • Bei Netto gab es Würfel im Angebot (8 Stück für 1€) – da habe ich mir gleich mal 2 Päckchen gesichert, da das Spielen im Unterricht auch mal sehr wichtig ist, v.a. zur Wiederholung und Sicherung. Seit dem tollen Prüfungskolloquium meiner Mitreferendarin (sie hat übrigens mit 1,2 bestanden! 🙂 ) über das Spielen im Unterricht habe ich mir eh vorgenommen, so etwas auch noch mehr in den Unterricht einzubauen.
  • Ich habe für morgen 3 kreative und motivierende Stunden geplant und hoffe, dass sie für die Schüler mindestens genauso interessant sind, wie ich mir das hier theoretisch vorstelle.
  • Morgen ist der letzte Schultag vor anderthalb Wochen FERIEN!!! 🙂
  • Ich habe noch immer den allertollsten Mann an meiner Seite, den ich einfach nie mehr hergeben möchte! Er ist immer für mich da, unterstützt mich, wo er nur kann, und schenkt mir mehr Liebe, als ich es mir wünschen könnte! 🙂 Und für meine Katze gilt natürlich dasselbe – nur auf einer anderen Ebene. 😉

In diesem Sinne: Think positive! 🙂

Hilfe ist da!

Das kann ja nicht so weitergehen mit der potenzierten Hilflosigkeit und ihren vielen Teilen – deswegen heute endlich mal positive Nachrichten. 🙂

Nein, der Klassenlehrer ist noch immer nicht da und es steht auch noch in den Sternen, ob er nächste Woche wiederkommt. Das behauptet die Schulleitung zwar, aber das war die letzten Wochen auch schon so.

Statt also auf seine Wiederkehr und eine Verbesserung dadurch zu hoffen (die ja nicht einmal feststeht), habe ich mir gestern sehr viele Gedanken gemacht (neben Examensarbeit- bzw. SAB-Schreiben), wie ich weiter mit der Klasse verfahre. Der Test war relativ durchschnittlich und doch schlecht für diese Klasse und insgesamt diese Schule ausgefallen: 3,0. Es gab eine Eins, einige Zweien, aber auch zwei Fünfen und einige Vieren. Alles in allem nicht berauschend, aber nach Gauß vollkommen in Ordnung (wobei seine Kurve auch diskutabel ist). Da ich den Schülern schon einmal einen grottigen Test erlassen hatte (hier war die beste Note eine 3!), habe ich mich mit meiner Mentorin darauf geeinigt, dass ich diesmal den Test bewerten werde. Das war für manch gute Schüler, die leider eine Vier hatten, sehr bitter, aber letztlich muss ich auch etwas durchziehen, wenn ich es androhe – schon allein, um mein Gesicht zu wahren und den Respekt nicht zu verlieren. Das war Lektion Nummer 1.

Lektion Nummer 2: Mir fiel endlich eine geeignete Möglichkeit des Umsetzens ein, da die drei Streithähne T., F. und R. nah aneinandersitzen. Da alle 3 aber auch vorne sitzen müssen, damit sie sich konzentrieren können, war das Ganze nie wirklich einfach. Vorerst bin ich mit der neuen Sitzordnung zufrieden, da sich F. und R. und auch F. und T. nicht mehr gegenseitig ablenken können. Und bei R. und T. kam das eh nie vor… Heute war es zumindest sehr angenehm, was aber mehrere Gründe haben kann: Das Gespräch am Dienstag, das Umsetzen oder auch meine 3. pädagogische Maßnahme:

Lange habe ich mich gegen solche Methoden gewehrt, obwohl die Wirksamkeit auch durch Mitreferendare bewiesen ist: Belohnungs- und Bestrafungssysteme. Statt Einträgen ins Hausaufgabenheft oder ins Klassenbuch gibt es bei mir jetzt Umschläge. Ja, richtig gelesen. Jede Stunde lege ich einen Zettel mit einer Extra-Hausaufgabe in den „magischen Umschlag“. Diesen bekommt immer der Schüler, der gerade stört, d.h. der Umschlag wandert in der Stunde von Schüler zu Schüler – je nachdem, wer gerade gestört hat. Wer den Umschlag am Ende der Stunde hat, muss die Aufgabe erledigen und in der nächsten Stunde vorweisen. Versäumt er das 3 Mal, kommt er zur mündlichen LK dran.
Die Schüler reagierten erstaunlich gut auf die Methode, bei der ich mir bis zur letzten Minute unsicher war, ob ich sie wirklich einführe. Viele sagten, dass sie das richtig gut fänden. Und was soll ich sagen? Es hat heute erstaunlich  gut funktioniert! Nur 3 verschiedene Schüler (und keiner der oben genannten!) erhielten den Umschlag und es war erstaunlich ruhig im Klassenraum. Die Schüler haben konzentriert gearbeitet und gut mitgemacht. Das hat mir wirklich gut gefallen. Bis zu den Sommerferien behalten wir das also bei.
Was mich allerdings stört, ist die Tatsache, dass dieses System nur auf Bestrafung aufbaut. Zum neuen Schuljahr werde ich etwas einführen, das mit Belohnung und Bestrafung arbeitet. Wie das genau aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber ich habe schon vage Vorstellungen. Und ich hoffe, dass solche Methoden auch auf Dauer wirken. Wir werden sehen… 🙂