Osterferien und Entspannung – es geht doch!

Ich hab sie gefunden, juchhu! Lange hab ich gesucht und sie hat sich dieses Jahr auch echt gut versteckt. Dabei könnte man meinen, dass es aufgrund des Winterwetters umso leichter sein müsste, die bunten Ostersachen zu finden. Aber nein, die Entspannung hatte sich gut getarnt. Gestern war es dann aber endlich so weit: Sie hat sich in ihrer vollen Pracht gezeigt!

Nachdem ich Donnerstag noch einmal den ganzen Tag bei dieser tollen Fortbildung war und z.B. gelernt habe, wie ich Hörspiele recht einfach selbst gestalten kann (und dies auch meinen Schülern zeigen kann – nämlich mit Audacity), kam ich Donnerstagabend so spät nach Hause, dass alle Erinnerungen an den feiertäglichen Karfreitag zu spät waren und ich nichts mehr einkaufen konnte. Ich habe trotzdem überlebt, aber meine Gelüste nach bestimmten Dingen, die nicht im Haus waren, waren schier unerträglich… Na gut, ist wahrscheinlich übertrieben, aber trotzdem hab ich mich heut gefreut, meinen Kühlschrank wieder füttern zu können.

Ansonsten habe ich gestern nur entspannt: viel geschlafen, viel gelesen, ein wenig ferngesehen, mit dem Kätzchen ausgiebig gekuschelt… Hach ja, so lässt es sich leben. Und heute war ich auch recht faul. Nur etwas einkaufen und den Unterrichtsbesuch für nächste Woche fertig machen. An die Stundenplanungen für nächste Woche mag ich noch gar nicht denken. Irgendwie kriege ich das schon hin… Vor allem muss ich noch viel schnippeln für den UB, aber auch für die eine Deutschstunde. Und etwas basteln. Aber das krieg ich hin, vielleicht hilft meine bessere Hälfte auch etwas mit. ^^

Nun suhle ich mich mal weiter in meiner freien Zeit und freue mich auf das Essengehen mit meinem Liebsten. Das haben wir tatsächlich noch nie so richtig zu zweit gemacht (oder doch, ein Mal!). Deswegen freue ich mich erst recht darauf.

In diesem Sinne frohe Ostern euch allen! Genießt die freien Stunden und baut ein paar Schneehasen. 🙂

Fortbildung 2.0

Ich habe wenig geschlafen, noch weniger gegessen und dafür aber viel gearbeitet. Trotzdem ist mein Kopf noch nicht auf den Tisch gefallen. Ein bisschen stolz bin ich schon auf mich. 😉

Die letzten 2 Tage habe ich meinem besten Freund beim Umzug geholfen. Ich mag ja Umzüge nicht – zumindest nicht, wenn es nicht meine eigenen sind. In letzterem Fall breitet sich bei mir so eine Euphorie aus, dass ich Superkräfte entwickele und mich selbst wundere, was für eine Ausdauer und wie viel Kraft ich habe. Helfe ich aber bei fremden Umzügen, bleibt dieser Effekt leider aus… Erstaunlicherweise ging es bei dem Umzug echt gut, was wahrscheinlich daran lag, dass mein bester Freund viiiiiieeeeel zu weit weggezogen ist und unsere Hilfe dringend brauchte. Es ging von Magdeburg nach Kaiserslautern – ca. 6 Stunden Autofahrt und nachts um 22 Uhr konnten wir dann auch endlich mit dem Ausräumen beginnen. Die Nachbarn haben zum Glück nicht gemeckert (zumindest nicht in der Nacht). Irgendwann nach 0 Uhr lagen wir im Bett – das wir natürlich auch noch aufbauen mussten. Zu essen gab es neben 2 Brötchen auf der Autofahrt eine halbe Pizza… oh man, das war echt böse. Am nächsten Tag sogar noch weniger…
Am nächsten Morgen sind wir dann schon um 8 Uhr aufgestanden und haben mit dem Aufbauen begonnen. Schließlich mussten wir uns spätestens 14 Uhr wieder auf den Heimweg machen, um  nicht allzu spät nach Hause zu kommen. Wir haben auch echt viel geschafft, das ist Wahnsinn! Zumindest haben wir es geschafft, dass es nicht mehr ganz so chaotisch und sogar schon ein bisschen wohnlich aussah. Immerhin. Ich hoffe, mein Bester schafft es in den nächsten Tagen, das restliche Chaos allein zu beseitigen. Wenn es nicht so weit weg wäre, würde ich gern öfter helfen…

Tja, und nun sitze ich schon seit 10 Uhr morgens in Potsdam und nehme an einer Fortbildung weiter. Im Moment probieren wir wordpress.de aus und da dachte ich mir, dass ich hier auch mal etwas basteln könnte. Irgendwie gefiel mir das Design aber doch ganz gut, sodass ich es jetzt so lasse.
Um aber zum Punkt zu kommen: Das Seminar hier ist echt cool. Wir lernen ganz viele spannende und vor allem kostenlose Internetseiten kennen, die man irgendwie für den Unterricht nutzen kann. Einiges kannte ich schon, weil ich mich ja schon öfter damit beschäftigt habe, aber es ist auch viel Neues dabei. Schöne Sache!
Mit Pixton kann man z.B. eigene Comics erstellen. Hier könnte man z.B. die Sprechblasen offen und die Schüler ausfüllen lassen oder die Schüler sogar ganz eigene Comics erstellen lassen. Macht Spaß, auch wenn man sich erst einmal einarbeiten muss. Und bei glogster.com kann man virtuelle Plakate erstellen – sehr ökologisch und viele verschiedene Funktionen.
Wenn wir jetzt noch mehr Computer und WLan an der Schule hätten, könnte ich das sicher ganz super für meinen Unterricht nutzen… Aber vielleicht an der nächsten Schule, nach dem Referendariat.

Auf jeden Fall bin ich sehr froh, mich trotz meiner Müdigkeit heut morgen um 6 Uhr überwunden zu haben, nach Potsdam zu fahren und weiterzubilden. Heute Vormittag habe ich schon gelernt, Videos zu schneiden und Musik drüberzulegen – nichts Spektakuläres, aber bisher hatte ich noch nie die Ruhe, mich mal damit zu beschäftigen. Die habe ich jetzt und auch noch eine kompetente Ansprechperson, die mir alle Fragen beantwortet. Sehr praktisch!

So, und nun nutze ich die Zeit und schaue mich mal weiter im Netz um. 🙂

Schon wieder Ferien, doch wo bleibt der Urlaub?

Ja, ihr habt richtig gelesen, es sind schon wieder Ferien. Man kommt gar nicht mehr zum Unterrichten vor lauter Ferienzeit, Projektwochen und sonstigem Gedöns. Schon blöd… Aber beschweren will ich mich auch nicht. 😉

Wirklich freuen tue ich mich auf die Ferien nicht, weil sie schlichtweg keine Ferien sind. Montag und Dienstag bin ich fleißige Umzugshelferin und Mittwoch und Donnerstag bilde ich mich bei einer Fortbildung persönlich weiter. Dann noch Familienfeiern an Ostern und schon sind die Ferien um. Dabei habe ich doch nach den Ferien gleich einen Unterrichtsbesuch in Englisch, der geplant werden will. Und mein Projekt muss auch noch weiter geplant und vorbereitet werden. Puh, wann soll ich das nur alles schaffen?

Am meisten bereitet mir aber das Warten über die Ferien Bauchschmerzen. Zum Glück nicht auf Godot, aber Warten ist trotzdem nicht meine Stärke.
Zum Einen muss ich darauf warten, ob sich die Eltern meines einen Schülers doch noch dafür entscheiden, mir eine Foto- und Videoerlaubnis zu geben. Ich habe gestern ca. 10 Minuten mit der Mutter telefoniert und sie wirkte zum Schluss zumindest weitaus offener als am Anfang. Entscheiden wollte sie es aber auch nicht ohne ihren Mann, was ich voll verstehen kann. Mal sehen, mit welchen Neuigkeiten der Schüler aus den Ferien kommt.
Zum Anderen habe ich meine Deutschmentorin heute auf die Prüfung angesprochen und sie gefragt, ob ich diese in der 11. Klasse, dann 12., machen darf. Ihre Antwort war leider wenig erfreulich – eigentlich hätte sie für den Zeitraum ein Theaterprojekt geplant und es passt gar nicht in ihren Plan. Sie will es mal sacken lassen und sich überlegen. Hmpf… Ich MUSS die Prüfung einfach in der Klasse machen. In der Sek II-Klasse in Englisch fühle ich mich bei Weitem nicht so wohl und ich denke, dass man mir das auch in der Prüfung anmerken würde. Und gerade bei der Prüfung will ich mich doch wohl und sicher fühlen… Drückt die Daumen, dass ihr bewusst wird, wie wichtig die Prüfung für mich ist und dass sie mich reinlässt…

Aber es gibt auch noch gute Neuigkeiten: Nachdem mein Liebster sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, konnte er sich nun auch einen tollen Job schnappen. Das bedeutet für uns, dass wir uns dann so langsam endlich an die Urlaubsplanung machen können! Wird auch Zeit, ich hab solches Fernweh! Und meinem Englisch tut es sicher auch vor der Prüfung gut, wenn es noch einmal in authentischen Situationen aufgefrischt wird. 🙂

Ein langer Tag geht zu Ende

und der morgige Tag verspricht, noch länger zu werden. Dafür klingt er aber auch hoffentlich etwas schöner aus, auch wenn daran noch gezweifelt werden kann.

Ich habe es nach 11 Stunden in der Schule endlich geschafft, wieder zu Hause anzukommen. Ich finde, dafür habe ich einen Orden verdient. 😉
Und viel erlebt habe ich auch:

Ich habe heute das erste Mal ein richtig ernstes Schülergespräch geführt, natürlich aber noch mit Unterstützung meiner Mentorin. Ein Schüler aus meiner 7. Deutschklasse macht mir schon länger etwas Sorgen und heute verschärfte sich das Problem noch weiter.
Kennen gelernt hatte ich den Schüler als sehr engagierten, wissbegierigen, aktiven Schüler, der sehr viel Allgemeinwissen in den Unterricht einbringt und den man manchmal sogar stoppen muss. Im Zusammenhang mit meiner Anne Frank-Einheit habe ich öfter über ihn geschrieben. Leider zeigt er sich so im 2. Halbjahr nicht mehr und auch seine Noten sind drastisch gesunken. Nachdem er mir heute schon wieder keinen Kurzvortrag vorweisen konnte, den er eigentlich schon vor 1,5 Wochen halten sollte, musste ich ihm die Note 6 endgültig eintragen. Er bettelte um eine weitere Chance, aber ich denke, dass 2 Chancen genug sind. Beide verpasst, selbst schuld.
Das Gespräch folgte trotzdem. Man merkte sehr, wie beschämt er war, vor allem in seiner Körpersprache. Zu sagen hatte er nämlich nicht viel. Er wollte uns nicht wirklich sagen, was mit ihm los ist. Seine einzige Begründung, die er nach langem Zögern von sich gab, war, dass er sich etwas demotiviert fühlt, weil er es im 1. Halbjahr nur knapp nicht zur 1 geschafft hatte. Statt sich aber anzustrengen, lässt er sich jetzt hängen. Blöde Situation und eindeutig der falsche Weg.
Wir haben ihm jetzt auf den Weg gegeben, sich wieder mehr anzustrengen, zumal das Thema jetzt soooooooo schön ist: Balladen. (Eines meiner Lieblingsthemen!) Schließlich soll er auch seine 2 auf dem Zeugnis nicht verspielen, wäre ja schade.
(In der 2. Hälfte der Stunde hat er übrigens wieder toll mitgearbeitet und sich angestrengt – hoffentlich bleibt die Motivation oben!)

Heute begann mein Wales-Projekt. Man, war ich aufgeregt, das glaubt ihr gar nicht. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich den Raum walisisch geschmückt und meinen Laptop für das Abspielen der walisischen Nationalhymne hochgefahren. Fünf-Minuten-Pausen sind eindeutig zu kurz! Aber meine Schüler haben mir ganz lieb beim Aufhängen der Plakate geholfen. 🙂
Der Einstieg funktionierte super. Die Schüler wirkten wahnsinnig motiviert und interessiert am Projekt und arbeiteten toll mit. Zwar maulten sie, dass ich die Gruppen eingeteilt hatte und sie mal nicht mit ihren besten Freunden zusammen arbeiten dürfen, aber sie haben sich schnell damit abgefunden und auch die erste Gruppenarbeitsphase ohne blutige Auseinandersetzungen überstanden. 😉 Nee, mal im Ernst: Sie haben sich ganz erwachsen benommen und sich schnell als Team zusammengefunden und toll gearbeitet, ich bin wirklich stolz auf sie! Morgen dürfen sie dann im Computerraum recherchieren, was die Finger und Augen hergeben.
Leider habe ich von einem Schüler keine Erlaubnis zum Fotografieren und Filmen bekommen, was echt schade ist. Seine Eltern sind dagegen, er hat damit gar kein Problem. Er hat sich sogar sehr für mich und meine Arbeit eingesetzt, aber es half alles nichts. 😦
Heute habe ich erst einmal um ihn herum fotografiert, aber blöd ist das trotzdem, vor allem für die Präsentation. Also folgt bald meine 2. Premiere: Ein Elterngespräch. Ich werde da morgen mal anrufen und fragen, ob wir einen Gesprächstermin vereinbaren können. Vielleicht überzeuge ich sie ja doch noch davon.

Auch an meiner 1. Dienstberatung nahm ich heute teil. Tja, es war so, wie Dienstberatungen eben so sind. Informativ, etwas langweilig und -wierig und vor allem zeitlich viel zu spät und lang angesetzt. Eine wichtige Information war, dass wir ein 3. Smartboard erhalten. Und nun sollen wir uns Gedanken machen, wo es hinkommt. Leider hat sich noch niemand öffentlich dazu geäußert. Ich überlege aber ernsthaft, ob ich morgen mal zum Schulleiter gehe und ihm vorschlage, mal eines im Sprachen- oder Kunstbereich zu installieren. Die anderen beiden stehen nämlich im Technik-Mathe-Physik-Bereich, weswegen sich allen anderen Kollegen nie (ohne großen Aufwand) die Möglichkeit bietet, es zu nutzen. Das ist wirklich schade… Noch besser fände ich es aber, wenn sich erst einmal um mehr (fest installierte) Beamer gekümmert werden würde. Das würde uns allen helfen!

Es war also viel los und entsprechend geschafft bin ich heute auch. Die Couch ruft und ich gehörche natürlich ganz artig. 😉

Kleine Anekdote II

Widerwillig war ich aus meinem Bett gestiegen und bin in den grauen, schneevermatschten Tag gestartet. Die Nacht war wie die Nächte davor schrecklich und voller Alpträume. Leider erlebe ich auch im wahren Leben gerade einen Alptraum, da meine Oma seit nunmehr einem Jahr schwer krank ist und es immer schlimmer wird.
Voll in Gedanken versunken setzte ich mich ins Seminar. Es war 8.30 Uhr und nur 3 von 10 Teilnehmern anwesend. Na super…
„Wer von Ihnen möchte Protokoll schreiben?“, fragt die Fachseminarleiterin in die Runde.
„Bitte nicht ich, nicht heute, bitte nicht!“, denke ich.
„Ich mach das!“, meldet sich eine Mitreferendarin schnell freiwillig.
Puh, Glück gehabt. Dann kann ich mich in Ruhe meinen Gedanken widmen und trotzdem so tun, als wäre ich anwesend. Das war sogar leichter als gedacht, weil das Seminar heute seeeeehhr langweilig war. Und es zog sich und zog sich und zog sich… 4 Stunden kamen mir vor wie 8. Keiner bemerkte meinen Zustand, was sicher auch daran lag, dass ich die Fragen trotzdem immer beantworten konnte.
Kurz vor Ende fragt mich meine liebe Banknachbarin schließlich: „Alles ok bei dir? Du siehst heut so blass aus!“
Sie merkt es immer, wirklich immer. Das ist schließlich nicht das erste Mal.
Und dann frage ich mich, warum wir nicht enger befreundet sind… Weil sie Familie hat und ziemlich weit weg wohnt und arbeitet? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich sie mag und uns irgendetwas verbindet.

Mit einem Lächeln ins Wochenende

Projektwoche könnte öfter sein. Ich musste nichts vorbereiten und kaum etwas korrigieren, sondern Hinweise für das Vorankommen mit dem Projekt geben. Umsetzen müssen es dann aber die Schüler. Gut, die Arbeit kommt dann noch, wenn ich mir die langen Ausarbeitungen anschauen und ihnen noch Tipps für die Präsentation geben darf, aber daran denke ich noch gar nicht.

Worüber ich mich am meisten freue, ist eigentlich, dass ich viel Nähe zu manchen meiner Schüler bekommen habe. Ich hatte gestern und heute insgesamt 4 Stunden Aufsicht im Informatikraum und an sich ist das stinklangweilig. Man passt eigentlich nur auf, dass sich alle ordentlich benehmen und nichts kaputt machen. Und da wir eh die Rosinen bei uns haben, hat man nur wenig zu tun. 😉
Zumindest habe ich viel von meinen Schülern erfahren, auch privat. Sie haben mir Einiges anvertraut und mir auch gezeigt, dass sie mich schätzen und gern haben. Letzteres hat sich vor allem eben auf dem Nachhauseweg in der Bahn gezeigt. Zwei meiner Siebtklässler aus Englisch haben sich mit mir zusammen in einen Dreier gesetzt und wir haben über alles Mögliche erzählt: Berufswünsche, guten Unterricht, Lehrer und die Schule, aber auch Hobbies usw. Es ist wirklich interessant, auch mal solche Dinge von den Schüler zu erfahren, vor allem ihre Meinung zum Unterricht. 😉 Beide Schüler sagten mir getrennt voneinander (einer gestern, einer heute), dass sie nicht wollen, dass ich nach meinem Referendariat wieder weggehe und dass ich an der Schule bleiben soll. Dass ich bis zu den Weihnachtsferien bleibe, war nur ein kleiner Trost, aber hat sie immerhin gefreut. Balsam für die Seele. 🙂

Ich kann jetzt noch besser nachfühlen, was Ulbricht in seinem Buch „Lehrer – Traumberuf oder Horrorjob?“ mit den schönen Momenten im Lehrerleben gemeint hat. Ich freue mich auf hoffentlich viele weitere!
Das Buch kann ich übrigens nur jedem empfehlen! Ich hatte es gewonnen und gestern erhalten – mittlerweile ist es ausgelesen. Sein Schreibstil war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, doch schon bald konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen. Er erzählt viel Persönliches, aber er kritisiert auch stark das System, vom Referendariat bis zur Verbeamtung, aber auch den Föderalismus. Eine nette Lektüre – also wenn ihr mal Zeit habt, lest es! Es ist auch das perfekte Wetter dafür – sonnig und dadurch wenigstens schon etwas wärmer. In diesem Sinne: Schönes Wochenende! 🙂

Back to the roots

Heute ist irgendwie ein komischer Tag. Es ist Mittwoch und ich musste nicht zur Schule und auch nicht zum Seminar. Stattdessen habe ich mir also vorgenommen, an meiner SAB zu schreiben. Damit hatte ich letzte Woche schon angefangen, wobei ich mich hier vor allem noch auf die Gestaltung der Arbeitsblätter für die Projektarbeit beschränkt hatte. Nun sitze ich schon seit um 9 Uhr an meiner Arbeit und habe immerhin schon 4 Seiten aufs Papier gebracht. Irgendwie reicht es mir jetzt aber auch, meine Lust geht rapide zurück, von der Konzentration sprechen wir mal gar nicht. Wahrscheinlich schreib ich deswegen auch hier. 😉

Wenn ich so darüber nachdenke, ist es genau wie während der Zeiten meiner Masterarbeit. Jeden Tag setzt man sich morgens voller Elan an den Schreibtisch, tippt ein paar Stunden vor sich hin und löscht die Hälfte wieder, um noch einmal umzuformulieren, und plötzlich hat man gar keine Lust mehr und will am liebsten den restlichen Tag und auch die nächsten Wochen nichts mehr davon wissen. Und doch weiß man, dass es morgen genauso ablaufen muss, damit man vorankommt und die Arbeit in der Zeit schafft. Genau die Perspektike habe ich auch: Morgen und übermorgen geht es zwar kurz in die Schule, aber den Nachmittag muss ich dann einfach zum Schreiben nutzen, damit mir nicht die Zeit davonläuft.

Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass ich total verrückt und panikmachend bin, weil ich erst in 2 Monaten abgeben muss… Wenn ich aber daran denke, dass ich in den Osterferien schon alles Andere außer das Schreiben an der Arbeit geplant habe und mich danach parallel zu Korrekturen, Vorbereitungen, Dienstberatungen, Fachkonferenzen, Unterrichtsbesuchen, Seminaren usw. mit dieser Ausarbeitung beschäftigen soll, wird mir schlecht. Ich glaube nämlich ehrlich gesagt kaum, dass ich noch an genügend Abenden erholt genug bin, um mich so fachwissenschaftlich auszudrücken, wie es für die Arbeit gefordert ist. Und dann ist da immer noch die liebe Motivation… Also muss ich jetzt möglichst viel schaffen und dann hab ich noch die Pfingstferien. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich auf die nächsten 2 Monate freue? Es zeigt sich hier mal wieder der Irrsinn des Systems, was man alles gleichzeitig machen soll… Wenn der Tag nur mehr Stunden und ich eine längere Konzentration hätte…

Zumindest bin ich aber sehr gespannt auf das Projekt. Nächste Woche Mittwoch geht es los und ich find meinen Plan noch immer gut. Meine Mentorin hat es schon abgenickt mit den Worten: „Schöne Idee, aber mal wieder sehr anspruchsvoll – wie du eben immer so bist.“ Meine Fachseminarleiterin hat sich bisher noch nicht intensiv mit dem Konzept beschäftigt, aber schien vom Erzählen auch zufrieden zu sein. Jetzt müssen mich nur auch die Schüler unterstützen und schön mitarbeiten, aber das kriegen wir auch noch hin. Ich habe mir ja schon viele schöne Sachen zur Motivation ausgedacht. 🙂

Unfassbar!

Ich muss heute mal in etwas anderer Sache an euch schreiben, weil es mich einfach so sehr berührt und es die Unzulänglichkeiten unseres Systems zeigt.

Eine liebe Bloggerin, die ich leider nicht persönlich, aber durch ihren Blog doch schon ein wenig kenne, hatte heute Prüfung. Und mal wieder hat die Realität gezeigt, was für ein Mangelexemplar von System wir haben. Man bereitet stuuuuundenlang, absolut fern von der Unterrichtsrealität, tolle Stunden vor, die methodisch und didaktisch einfach gut durchdacht sind. Man investiert eine Menge Zeit und Herzblut in die Vorbereitung und ist immer mit vollem Enthusiasmus im Unterricht dabei. Man liebt seinen Beruf, man liebt die Kinder vor einem, man geht in seinem Beruf – oder vielmehr in seiner Berufung – auf. Man hat eine tolle Lehrerpersönlichkeit und wird von den Kindern und den Kollegen sehr gemocht und geschätzt für seine Arbeit.
Und dann kommt die Prüfung… Und es zählt von alledem nichts mehr! Es ist egal, ob die Stunde gut lief oder nicht und es ist auch egal, was die Kinder wie gelernt haben, wie handlungsorientiert und lebensnah die Aufbereitung war. Wichtig ist nur, wie man seinen theoretischen Entwurf gestaltet hat – Wurden die Lernziele richtig formuliert? Wie gut ist die Sachanalyse? Habe ich meine methodischen Entscheidungen ausreichend begründet und viele Alternativen beschrieben? Kenne ich die gängigen didaktischen Modelle und kann sie auf meine Stunde anwenden? usw.
Was zählt das denn alles im wahren Lehreralltag? Was nützt es den Kindern, wenn die Lehrerin tolle Lernziele formulieren kann, aber den Inhalt einfach nicht herüberbringen kann, wenn sie selbst nicht für ihr Fach brennt und die Inhalte entsprechend nicht transportieren kann? Es ist doch einfach irrsinnig, angehende Lehrer aufgrund der falschen Schwerpunktsetzung in der Bewertung so dermaßen so demotivieren, dass sie selbst an sich zweifeln! Was soll denn nur aus unserer Gesellschaft werden, wenn so mit frischen Kollegen und innovativen Ideen umgegangen wird, wenn nur auf die Theorie geachtet wird?
Die liebe Bloggerin hat zum Glück nicht ihren Spaß am Beruf und ihren Glauben an sich selbst verloren, was ich auch einfach bewundernswert finde, aber dennoch läuft doch hier etwas gewaltig schief! Ich verstehe auch nicht, warum es noch immer Seminare gibt, in denen es so abläuft. Vor allem sitzen hier oft Leute, die selbst seit Jahren vor keiner Klasse gestanden haben und keine Ahnung von Schulrealität haben. Wie komepetent sind sie denn bitte, Unterricht fair bewerten zu können?
Aber macht euch doch selbst ein Bild von der Situation, ich verlinke sie hier äußerst gerne: http://dersteinigeweg.wordpress.com/2013/03/12/es-reicht/

Ich bin wirklich ein bisschen froh, dass sich meine Seminarleiter bisher immer so gezeigt haben, dass ihnen wichtig ist, WIE ich in der Stunde agiere und meinen Plan umsetze. Zwar ist der Plan auch wichtig und zählt in die Bewertung ein, doch ist es viel wichtiger, wie ich wirke und inwieweit ich die Schüler für den Stoff begeistern und ihnen diesen vermitteln kann. Ich hoffe nur, dass das auch in der Prüfung so bleibt, denn sonst verliere ich noch mehr den Glauben an die eh schon mehr als renovierungsbedürftige Lehrerausbildung…

Ich bin reich!

Reich an neuen Büchern und Unterrichtsmaterialien! 🙂
Gestern war Fremdsprachentag – ich habe mich also mit meinem Allerliebsten zusammen um 7 Uhr aus dem Bett geschält, um pünktlich um 8.30 Uhr im Klassenzimmer zu sitzen und Frank Haß (renommierter Englisch-Didaktiker) live zu erleben. Und das war es allemal wert! Er hat ein paar hilfreiche Tipps gegeben, wie man sein Englischbuch aufpimpen und besser und effizienter nutzen kann. Naja, und Werbung für den Verlag war natürlich auch viel dabei – dabei aber auch viel neues Material, was uns vor allem für die anstehende Inklusion rüsten soll. Und er hat den Ausblick gegeben, dass es ab Sommer 2013 dann auch eine eigene Lehrbuchreihe für inklusiven Englischunterricht geben soll. Sah auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht aus, aber inwiefern das wirklich im Alltag hilft, kann ich nach so einem kurzen Einblick noch nicht beurteilen. Ich finde es aber toll, dass sich wenigstens die Verlage intensiv darum kümmern, uns das Leben zu erleichtern, wenn es die Länder schon nicht machen und uns einfach unterstützungsbedürftige Kinder in den Raum setzt. Fachliche Hilfe bekommen wir ja leider in keiner Weise… Und ich muss auch ehrlich sagen, dass ich mich das ein oder andere Mal schon stark mit meinem Autisten in Englisch überfordert fühle. Sonderpädagogische Hilfe gibt es aber nicht mehr, weil „er sich schon so toll weiterentwickelt hat“.
Nach dem ersten Seminar haben wir uns etwas nach Materialien umgesehen, aber außer Reclam hatte kein Verlag auch nur annähernd Rabatte anzubieten. Und auch sonst  konnte man nichts abgreifen – lediglich ein Plakat mit Classroom Phrases und 2 Magnete konnte ich erhaschen. Aber immerhin, ich freu mich sehr darüber!
Danach haben wir uns dann noch eine interessante Veranstaltung über Englisch-Abi-Vorbereitung angehört. Die gute Frau hat uns allen einen eigenen Hefter mit vielen nützlichen, bereits selbst erprobten Arbeitsblättern inklusive Lösungen zu allen möglichen Themen gegeben. Einfach klasse! Zusätzlich gab es noch eine komplette Englisch-Grammatik für Sek I und ein Arbeitsheft für die Oberstufe kostenlos! Ich würde sagen, dass ich insgesamt bestimmt 50€ gespart habe gestern – es hat sich also gelohnt.
Vor allem ist nicht nur mein Regal jetzt voller, sondern auch ich voller neuer Ideen und Anregungen, die ich bei den nächsten Planungen verarbeiten kann. Es lohnt sich also wirklich, früh aufzustehen und dort hinzugehen.
Nach 2 Veranstaltungen hatten wir aber beide echt genug und sind nach Hause gegangen, um das restliche Wochenende mit Kochen, Kino, Schlafen, usw. zu genießen. Schließlich wartet auch keine Unterrichtsvorbereitung auf mich, weil Projektwoche ist. 🙂

Kommen wir jetzt ins Fernsehen?

Jetzt ist der Streik schon 2 Tage vorbei und noch immer ist er Gesprächsthema Nummer 1 bei uns an der Schule. Neugierige Kollegen, die gestreikt haben, hören sich nach den Umständen an der Schule am Dienstag um – und sind nicht verwundert über das Chaos. *Ironie an* Wie soll man das auch vorher planen, wenn sich die Lehrer und Schüler erst 5 Tage vorher melden, ob sie da sind oder nicht? Das ist ja schier unmöglich!*Ironie aus*

Die Kollegen, die trotz Streik unterrichtet haben, werden von noch neugierigeren Kollegen zu ihrer Haltung zum Streik ausgefragt und kritisch beäugt. Interessant ist das Phänomen, dass eben jene Kollegen sich wie Promis, Politiker oder ähnlich geartete Wichtigkeiten unserer Gesellschaft im Fernsehen verhalten: „Kein Kommentar“ und komplette Ignoranz gegenüber den zu wissberierigen Menschen um sie herum. Ob es ihnen peinlich ist oder ob sie es satt sind, wieder und wieder ihre Argumente dafür hervorzubringen, weiß man nicht. Dass sie sich damit aber keine Freunde gemacht haben, sollte ihnen spätestens heute klar sein. Aber Kollegialität ist für einige eben doch ein Fremdwort – die anderen können sich einsetzen und wir profitieren von ihren Kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen. Ist ja auch viel bequemer.

Und das Beste: Unsere Schule stand jetzt namentlich sogar in der Zeitung: Wir sind das einzige Gymnasium, das am Dienstag auch Unterricht gemacht hat. Toll, oder? Holt die Sektgläser heraus und lasst uns anstoßen! Eine neue Ära unserer Schule ist angebrochen – und wir sind mal wieder Gesprächsthema Nummer 1. Nur leider diesmal in einer ganz anderen Weise, als es sonst der Fall ist…