Zurück in der Zivilisation

I survived Wust!

Naja, ganz so schlimm war es dann doch nicht. Im Großen und Ganzen war es ok. Ich habe Einiges gelernt, doch hätte ich trotz allem auch gut und gerne auf diese Woche verzichten können.
Jeden Tag hatten wir insgesamt 3 Kurse: 9-9.50, 10-11.30 und 13.15-14.15. Wie ihr seht, hatten wir ziemlich viel Freizeit. Schon allein diese knapp zwei Stunden Mittagspause haben mich jeden Tag aufs Neue tierisch genervt, weil man in Wust fest hing und nichts machen konnte. Und vom Mittagessen möchte ich erst gar nicht reden…
Tja, und ab 14 Uhr hatten wir dann jeden Tag Freizeit. Dienstag und Donnerstag hatten wir noch einen Improv-Kurs besucht, der auch echt lustig war, aber ansonsten konnte man die Workshops am Nachmittag echt vergessen. Bei dem Angebot hat man gemerkt, dass es doch eher auf Kinder spezialisiert war.
Montag bis Mittwoch entschlossen wir uns jeden Tag aufs Neue, an den See zu fahren. Zum Glück waren viele mit dem Auto da, sodass wir dort auch hinkamen. Ohne Auto ist man in Wust aufgeschmissen. Es gibt dort nämlich genau: Nichts! Keinen Bäcker, keinen Kiosk, keinen Supermarkt, keinen Bankautomaten, einfach nichts. Naja, und am See war es auch nicht unbedingt spannender. Ich gehe gern mal zum See, um zu lesen oder zu schwimmen, aber jeden Nachmittag für 4-6 Stunden? Das war dann doch eher langweilig. Oder ich war einfach aufgrund der Umstände nicht in der Lage, zu entspannen. Und zum Lesen kam ich auch nicht, weil dafür doch zu viel erzählt wurde. Über Schule übrigens am meisten. Schreckliche Lehrerkrankheit!
Abends hatten wir dann immer auf dem Balkon gesessen und gemütlich gegessen. Der Ausblick aus der Pension war einfach super! Direkt an der Havel mit Blick auf den Sonnenuntergang. Das war mein Highlight des Tages, wirklich!

Nichtsdestotrotz vergingen die ersten drei Tage irgendwie gar nicht. Die Zeit schlich so vor sich hin und ich wartete nur darauf, dass doch endlich wenigstens Donnerstag ist, damit ich sagen kann, dass es jetzt nur noch ein Tag ist.
Gestern war es dann auch endlich so weit. Zum Glück konnten wir den Großteil der Gruppe dann auch endlich davon überzeugen, dass es doch eher langweilig ist, jeden Tag am See zu sitzen und über Schule zu reden. Gestern waren wir also in Tangermünde, haben Eis und Abendbrot gegessen und uns die Gegend angeschaut. Und abends saßen wir noch gemütlich auf dem Campingplatz zusammen. 🙂

Fazit: Wir haben wirklich tolle Kurse besuchen dürfen, bei denen viele nette Anregungen für den Unterricht dabei waren. Wir haben Menschen aus verschiedenen Regionen kennen gelernt und uns im Denglisch geübt (in unserer Freizeit konnten wir irgendwie nie bei einer Sprache bleiben 😀 ). Rob war ein lustiger, aufgeschlossener, kreativer Engländer, der jede Grammatikstunde zu einem Erlebnis machen kann. Arthur hat uns viel über Theater beigebracht und Rollenspiele durchgeführt. Chris hat einfach eine ganz besondere Gabe, Geschichten zu erzählen und jeden in ihren Bann zu ziehen. Und sie hat uns tolle Ideen mitgegeben, wie man mit diesen Geschichten weiterarbeiten kann. Unsere 3 Dozenten waren also wirklich super und ich werde sie schon etwas vermissen.
Auch sind wir als Gruppe schön zusammengewachsen und haben viel über uns persönlich erfahren. Auch das war wirklich eine schöne Erfahrung.
Ansonsten war es einfach zu lang und am falschen Ort. Oder es hätten wenigstens mehr Kurse angeboten werden müssen. Zum Glück ist noch keiner vor Langeweile gestorben, sonst könntet ihr hier nicht  mehr mitlesen. 😉

Jetzt verabschiede ich mich erst einmal in meine wohl verdienten Sommerferien! Am Montag geht es nach Irland, worauf ich mich schon riesig freue! Und dann ist lesen und entspannen angesagt – Sommerferien sind super! Ich wünsche euch auch allen eine entspannte, erholsame Zeit! 🙂

PS: Ich habe heute auch noch meine Initiativbewerbung für das Verbleiben an der Schule nach dem Ref abgeschickt. Darin enthalten ist sogar eine ausdrückliche Unterstützung der Schule, weil ich so eine Bereicherung für die Schule wäre. 🙂 Drückt also die Daumen, dass es vielleicht doch etwas wird!

Sommerferien?

Offiziell war am Freitag der letzte Schultag. Inoffiziell habe ich leider noch keine Ferien, obwohl ich mich mehr als ferienreif fühle.
Morgen geht es auf Seminarfahrt nach Wust. Nie gehört? Kein Wunder! 50 Seelen hat das Dörfchen ungefähr. Bekannt geworden ist es maximal durch die Flutkatastrophe, da es leider stark betroffen war (Wust liegt bei Fischbeck, das durch den Dammbruch komplett überflutet wurde). Tja, und da dürfen wir morgen früh um 7 Uhr hinfahren – in den Sommerferien.

Was wir da machen? Wir besuchen die Sommerschule. Dozenten aus den USA und GB haben sich eingefunden, um Kindern, Erwachsenen und auch uns Referendaren in Kursen Englisch beizubringen (bzw. uns beizubringen, wie wir unseren Englischunterricht anregend gestalten können). Meine Motivation ist auf dem Tiefpunkt, da mich das alles schon wieder an die Uni erinnert. Und wenn ich dann noch an das Hochwassergebiet (Gestank, Mücken, Tetanusgefahr) denke, sinkt sie noch weiter.
Wir bekommen nur Frühstück und Mittag zu horrenden Preisen, um Abendbrot und Unterkunft muss man sich selbst kümmern. Campen wäre eine Möglichkeit, aber nach dem Hochwasser klingt das nicht so verlockend. Ich darf also die Woche ne Menge Geld von meinem geringen Referendargehalt für etwas ausgeben, auf das ich auch gut verzichten könnte.
Warum ich trotzdem mitfahre, hatte ich ja schon erklärt… Es geht um meine Abschlussnote. Machen wir also das Beste draus. Die Woche darauf geht es zum Glück richtig in den Urlaub! 🙂

Ich bin also noch nicht richtig in den Ferien angekommen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass ich mich gestern Abend wie in der Schule gefühlt habe. Wir waren beim Irish Folk Festival (was ich mir viel besser vorgestellt hätte!) und trafen dort auf mindestens 5 meiner Kollegen. Wie soll man da in Ferienstimmung kommen? 😀 (Nichts gegen meine Kollegen, ich mag sie sehr!)

Heute Abend gehen wir noch zum OpenAir-Musical Les Miserables. Mal sehen, wie viele Lehrerkollegen und Schüler man dort antrifft. 😉

Drückt die Daumen, dass die Zeit in Wust schnell vorbei geht! Ob ich mich melden kann, weiß ich leider nicht, da es dort mit dem Internet- und Mobilempfang wohl eher schlecht aussieht.

Sport frei!

Und das bei 26°C im Schatten. Moment? Hab ich Schatten gesagt? Den gibt es doch auf unserem Sportplatz gar nicht – zumindest, wenn man die 3qm unter den zwei Bäumen nicht mitzählt (oder übersieht).

Es war definitiv nicht das richtige Wetter für ein Sportfest. Heute morgen ging es noch einigermaßen, aber ab 10 Uhr wurde es so langsam unerträglich auf dem Platz. Am meisten taten mir die achten Klassen leid, die Punkt 12 Uhr noch ihre 100m laufen durften. Dass die Ergebnisse da nicht die besten waren, ist nicht verwunderlich. (Insgesamt fand ich die Zeiten aber sehr human! Die Mädchen durften für Gold 9sec für 50m brauchen. Bei uns stand damals definitiv eine 7 vor dem Komma!)
Zum Glück hatten wir fleißige Versorger, die uns ständig Eis, Essen und vor allem Trinken gebracht haben! Somit ist auch keiner umgefallen. Zwei Schüler hatten eine Zerrung beim Laufen, ansonsten verlief alles problemlos.
Ich habe auch eine nette Kollegin kennengelernt, mit der ich sonst nichts zu tun habe und mit den Schülern, die beim Sprint geholfen haben, konnte ich mich auch sehr gut unterhalten. (Und wieder wurde ich gefragt, wie lange ich noch bleibe und ob ich nicht länger bleiben könne. Echt süß, diese Schüler. 😀 ) Es war also nicht langweilig – nur warm. Gleich nach der Schule ging es für mich ins Freibad und ins Wasser! Was soll man bei dem Wetter auch anderes machen?

Morgen gehen wir dann mit den siebten Klassen zu den verschiedenen Vorträgen, bei denen wir z.B. den Weg einer Jeans verfolgen. So richtig Lust habe ich nicht, aber wenn das wirklich die Toleranz der Schüler erhöht, dann sollte sich das allemal lohnen! Meine Kollegen erzählten vorhin zumindest, dass es letztes Jahr richtig gut gemacht war. Ich hoffe, sie halten den Standard und es zieht sich dann nicht wie Kaugummi. Zur Not müssen mich meine Mädels morgen Nachmittag wieder aufmuntern. 😀

Bauchgrummeln

Die letzte Schulwoche bricht morgen an.

Nicht unglücklich bin ich über das letzte Seminar vor den Sommerferien. Ich mag die Seminare ja eher nicht so (falls man das noch nicht herausgelesen hat), da sie meistens sehr theoretisch sind und mich an meine Unizeiten erinnern, die ich eigentlich schon hinter mir gelassen hatte. Zu allem Überfluss muss ich morgen wohl auch noch Protokoll schreiben, was im Deutschseminar echte Akkordarbeit bedeutet, aber was tut man nicht alles? 😀 Ist für die nächsten Wochen das letzte Mal – ich werde es also überleben.

Etwas unglücklich bin ich aber schon, weil ich letzte Woche meine letzte richtige Unterrichtsstunde vor den Ferien abgehalten habe. Sowohl in Deutsch als auch in Englisch war es echt schön. Meine süßen Siebener sehe ich aber alle die Woche nochmal – beim Sportfest und auch am Projekttag „Schule ohne Rassismus“. Und beim Schulfest laufen mir sicher auch noch einige über den Weg. Trotzdem ist es irgendwie komisch. Schon als Schüler mochte ich Sommerferien nicht (erst im Laufe der Ferien ^^).
Umso glücklicher bin ich aber, dass ich alle meine Klassen behalten darf (außer die stumme Englisch-10er – dafür bekomme ich eine neue 10.).

Und natürlich freue ich mich auch auf die Woche. Sportfest, Projekttag, Schulfest und Abschiedsfeier meiner Mentorin. Das Wetter soll toll werden, sodass ich optimistisch bin, dass die Tage auch schön werden und sicher nicht zu langweilig. Außerdem bin ich noch mit einigen mir wichtigen Menschen verabredet, weil ich die Wochen darauf im Sommercamp und im Urlaub bin. 🙂

Ich wünsche allen, die auch die letzte Schulwoche (oder eine der letzten) vor sich haben, ganz viel Spaß und Durchhaltevermögen und allen anderen, dass sie ihre bereits begonnenen Ferien weiterhin in vollen Zügen genießen! 🙂

Sommerloch

Als ich Schüler war, fand ich die Zeit vor den Sommerferien immer am schönsten. Die Noten standen fest, das Wetter war immer schön und wir hatten alle so wenig Lust, dass wir unsere Lehrer zur Verzweiflung gebracht haben. Wir waren einfach so lange unmotiviert und jammerig bis die Lehrer mit uns gespielt oder einen Film geguckt haben oder wir rausgegangen sind. Oder sie konnten nur halbherzigen Unterricht machen.

Als Schüler fand ich das schön, jetzt als Lehrerin nervt mich das. Die Schüler haben ihre Strategie leider nicht geändert und nun stehe ich auf der anderen Seite und kämpfe. Zum Glück sind Schüler noch genauso bestechlich: Arbeiten sie gut mit, können wir in der nächsten Stunde auch etwas spielen. Hat gut funktioniert – obwohl sie nicht alle Spiele so gut fanden. Dabei sind Grammatikspiele doch etwas ganz Feines. 😀

Naja, morgen ist dann unsere allerletzte Englischstunde in diesem Schuljahr (und wie sie sich vorhin gefreut haben, als ich verkündete, dass ich auch nächstes Jahr zumindest noch bis Weihnachten ihre Lehrerin sein werde) und ich habe ihnen überlassen, was wir machen. Wenn nichts Sinnvolles vorgeschlagen werden sollte, habe ich natürlich eine Alternative parat, aber ich vertraue meinen Schülern einfach mal. Hoffentlich werde ich nicht enttäuscht!

Ich werde jetzt erstmal noch einkaufen gehen und ein paar Kekse besorgen – soll ja auch gemütlich sein in der letzten Stunde.

Und wer sich jetzt wundert: Nächste Woche sind noch keine Ferien, aber unsere Schule macht das organisatorisch so schlau, dass Dinge wie Sportfest, Schulfest und Projekttage gemacht werden. Da freue ich  mich schon drauf. 🙂

Lernen durch Engagement/ Service-Learning

„Heute haben wir das wichtigste Hauptseminar des gesamten Jahres – Sie dürfen also gespannt sein!“
Mit diesen Worten begrüßte uns unser Hauptseminarleiter heute gut gelaunt eine halbe Stunde später als normal.
Schon vor 2 Wochen erzählte er mir ungefragt ganz aufgeregt und ausgedehnt davon, was uns heute erwarten würde – umso neugieriger war ich also.

Wir lernten heute „die ultimative Unterrichtsmethode“ LdE, Lernen durch Engagement, kennen. Kurz gesagt ist es normaler Projektunterricht, der durch gesellschaftliches Engagement seine Bedeutung erhält. Es werden also nicht nur Projekte wegen der Fachinhalte durchgeführt, sondern weil in der Gesellschaft ein realer Bedarf besteht, der dann von den Schülern innerhalb des Projektes gedeckt wird. Das Thema sollen die Schüler möglichst selbst finden, wobei uns auch Methoden vermittelt wurden, wie wir die Schüler bei der Ideenfindung unterstützen können. Meistens geht es dann in die soziale, ökologische oder politische Richtung, aber auch kulturelle Projekte sind gut denkbar. Beispiele waren, dass Schüler in Altenheime gehen und dort die Senioren verwöhnen, in Kindertagesstätten aushelfen, Tanzkurse geben/ Lieder einstudieren und die Ergebnisse dann z.B. im Krankenhaus oder Altenheim vorführen o.ä.
Die Schüler engagieren sich also in der Gesellschaft und einmal im Monat kommen sie in der Schule mit dem Fachlehrer zusammen, reflektieren ihre Projekte und bekommen fachliches Hintergrundwissen vermittelt. Das Ganze sollte möglichst über ein ganzes Schuljahr laufen, kann jedoch anfangs auch nur 4-6 Wochen gehen. Empfohlen wurde es ab der 8. Klasse. 2 Mal im Jahr werden die Schüler auch von den Fachlehrern besucht, um sicherzustellen, dass alles gut geht.

An sich ist das Konzept wirklich super, da auch endlich mal der Lebensweltbezug gegeben ist, der so oft gefordert wird. Auch die Schüler, die heute persönlich von ihren Erfahrungen berichteten, wirkten wirklich motiviert und begeistert (auch wenn sie zugaben, dass nicht alle Schüler ihres Kurses mitgezogen werden konnten).
Uns allen stellte sich allerdings die Frage, wie man solche großen Projekte aufgrund der zeitlich engen Rahmenrichtlinien/ Lehrpläne umsetzen kann… Alle Beispiele, die uns gezeigt wurden, fanden im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften oder Wahlpflichtkursen statt, jedoch nicht im Rahmen des normalen Fachunterrichts. Eigentlich schade, da so wieder nur eine kleine Gruppe Schüler von den Erfahrungen und vielfältigen Kompetenzen profitiert.
Und dann kann man das auch nicht allein implementieren, sondern braucht Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die mitziehen. Da wird es dann schon noch schwieriger.

Ich fühle mich jetzt dennoch dazu angestachelt, mal über die Implementierung in den Fachunterricht nachzudenken – für eine AG hätte ich schon sofort eine Idee. Das kommt dann aber alles nach den Prüfungen bei meiner 1. festen Stelle (sofern ich sie dann irgendwann bekomme…). Wenn ihr Ideen habt, dann immer her damit! 🙂