Vielleicht…

Vielleicht wird ja doch alles gut.

Nachdem letzte Woche eine der Ref-Wochen war, die ich am liebsten komplett aus meinem Kalender streichen möchte, habe ich diese Woche wieder neue Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet.

Erst wird die Stelle, meine Stelle, gestrichen, damit ging auch die wunderschöne, auserkorene Traumwohnung für meinen Verlobten und mich flöten (keine Sicherheit für den Vermieter mehr da) und am Ende steht sogar meine Prüfung auf der Kippe.
Darüber habe ich hier bewusst nicht geschrieben und ich möchte das jetzt auch nicht ausbreiten, aber Fakt ist, dass manche Menschen echt mal überlegen sollten, wie sie mit anderen Menschen umgehen. Referendare sind übrigens auch vollwertige Menschen und Kollegen. Entsprechend sollte man sie auch behandeln. Aber gut… meine Prüfung ist nach langem Hickhack, vielen Tränen und noch mehr Herumtelefonieren, Herumrennen und Gespräche suchen gerettet und kann (fast) wie geplant stattfinden. Zwar verschiebt sich der gesamte Prüfungstag um 90 Minuten nach hinten, aber das nehme ich gern in Kauf, wenn ich wenigstens meine Prüfungsstunden so halten kann, wie ich es schon seit Monaten geplant habe.

Ich habe schon jetzt einige Kollegen und Mitreferendare für mein Kolloquium gewinnen können, sodass ich nicht ganz allein da sitzen werde. Ich hoffe natürlich, dass es noch mehr werden.
Die Prüfungsstunden sind komplett fertig und werden diese Woche nur noch in den Formulierungen verfeinert, damit ich sie Freitag per Post abschicken kann.
Alle Materialien sind fertig erstellt, gebastelt oder gedruckt worden. Und auch der Beamer ist für den ganzen Tag reserviert.
Morgen muss ich mir noch einmal den Raum genau angucken, um zu sehen, ob ich meine Tische in Englisch lieber in U-Form oder in Gruppentische stelle. U-Form wäre besser, ist für die Stunde an sich auch methodisch passender, aber wahrscheinlich wegen der Klassengröße schwer machbar. Aber ich werde es morgen sehen.

Die Stellenausschreibungen sind noch nicht draußen, aber immerhin konnte ich am Samstag schon meine Bewerbung für Niedersachsen rausschicken.
Meine Hoffnung für eine Stelle hier ist nicht sehr groß, aber sie ist noch vorhanden und wird auch zuletzt sterben. Nach der Prüfung werden alle Privatschulen abgeklappert. Irgendwas muss einfach klappen! Und es kann nach der Chaoswoche letzte Woche eigentlich nur noch bergauf gehen.

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Tage wie dieser…

… können meinetwegen gern aus dem Kalender gestrichen werden. Meinetwegen auch die ganze Woche. Oder gleich die ganze Zeit bis zur Prüfung (oder besser bis sie vorbei ist).

Die ganze Woche arbeite ich schon von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends, auch Sonntag ging der ganze Nachmittag und Abend für Schule drauf. Zwischendurch huschte ich noch schnell zum Arzt oder machte wenigstens den gröbsten Haushalt, damit ich nicht im Keim ersticke. Oder meine nervigen Miezen, die (zu Recht!) ganz viel Aufmerksamkeit fordern.

Und dann geht auch noch in der Schule ständig alles drunter und drüber. Heute gab es den dritten Stundenplan innerhalb weniger Tage und diesmal soll er wirklich endgültig sein. Dafür hatte meine Klasse gestern aufgrund eines Fehlers im System kein Englisch, wodurch ich plötzlich voll bepackt mit Boxen und Laptop vor einem leeren Klassenraum stand. Déja vue, weil das letzte Woche auch passierte – nur dass da wenigstens ein paar Schüler da waren und der Rest vor dem falschen Raum wartete. Irgendwas läuft da gehörig falsch… Hoffentlich bekommen sie den neuen Stundenplan mit, damit endlich mal etwas Routine in die Sache kommt.

Für heute hatte ich mir in Englisch auch nochmal etwas ganz Tolles ausgedacht (schöner Songvergleich zum Thema New York), aber beim zweiten Song wollten sie dann nicht mehr. Nicht mal schriftlich ruhig arbeiten hat funktioniert. Nur eine Schülerin arbeitete kontinuierlich eifrig mit und rettete die Stunde. (Danke!)

Und dann sind da noch die ganzen Unterrichtsbesuche. Mein Hirn blockiert, meine Kreativität hat sich in den Urlaub verabschiedet und ich sitze verzweifelt vor dem Rechner und kriege keinen klaren Gedanken hin. Warum macht man sich auch immer so einen verdammten Druck, nur weil jemand gucken kommt? Und keine Methode scheint ausgefallen und kreativ genug, um sie zu zeigen. Haben sie ja alles schon einmal gesehen. Ich wünschte, ich hätte wie manch andere auch die Lockerheit und würde in UBs ganz normalen Unterricht machen. Aber nein, ich bin ja verdammter Perfektionist. (Danke an Papa.)

Erfolgserlebnisse bitte zu mir, damit meine Motivation wieder steigt! Wahlweise auch Wärme und Sonnenschein oder Zeit für ein schönes Buch.

Nie wieder Technik!

Ganz so weit bin ich noch nicht, aber ich muss schon zugeben, dass die letzten 2 Tage aufgrund der Technik schon stark an meinen Nerven gezehrt haben. Dabei hätte alles so schön sein können…

Letztlich bin ich einfach nur froh, dass ich bei den Präsentationen der Schüler nicht auch noch von außen beobachtet und beurteilt wurde – wie es meine Mentorin gern gehabt hätte.
Am Anfang lief alles ganz gut: Die Schüler waren vorbereitet und zeigten voller Stolz und Enthusiasmus, aber auch mit einer Portion Scham, ihre fertigen Projektarbeiten. Eine war besser als die Andere, doch leider konnte ich die Präsentation an sich nicht genießen. Ich war vielmehr damit beschäftigt, ordentliche Aufnahmen zu bekommen und alles für meine Examensarbeit zu dokumentieren. Eigentlich schade… Dafür kann ich es mir jetzt aber immer wieder ansehen und umso fairer bewerten. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.
Leider lief es nicht die ganze Zeit gut… Ich verhaspelte mich ständig, sodass zumindest meine Aufnahmen als Moderatorin noch stark verbesserungswürdig sind. Die liebe Aufregung…
Und dann die Technik…
„Frau Zappelbein, unser Video ist total durcheinander geraten. Die Tonspuren haben sich komplett verschoben, das macht jetzt alles gar keinen Sinn mehr!“
„Frau Zappelbein, unser Format des Videos stimmt irgendwie nicht, es lässt sich gar nicht mehr abspielen!“
„Frau Zappelbein, alle meine Gruppenmitglieder sind krank. Wie soll ich denn allein präsentieren?“
Tja, und da war die Katastrophe perfekt. Schnell musste ich noch Alternativen aus dem Hut zaubern, damit die Schüler nicht gelangweilt dasitzen und laut werden. Zum Glück hatte ich die – auch zum Projektthema. Man wird mit der Zeit eben doch spontan und flexibel. 😉
Fazit der letzten 2 Tage: Ein fertiges Video bekomme ich hoffentlich noch am Dienstag, wenn die Tonspuren wieder da sind, wo sie sein sollen, und eine weitere Präsentation sehen wir nach der Genesung der 2 Schülerinnen hoffentlich auch noch. Bedeutet für mich: Ein drittes Mal das gesamte Equipment (Beamer, Laptop, Boxen, Kamera) aufbauen und ausrichten, damit alles endlich im Kasten ist. Puh, das macht keinen Spaß, aber zum Glück kann ich es mittlerweile schon mit einem kleinen Lächeln nehmen.
Heute habe ich auch schon angefangen, alles zusammenzuschneiden und ich bin sehr zufrieden. Ich denke, die Mühe hat sich am Ende für uns alle gelohnt und das Endprodukt wird einfach klasse! Und wenn es dann endlich mal irgendwann fertig ist, sehen wir uns das Video alle gemeinsam zur Entspannung an und freuen uns, dass trotz der vielen Katastrophen doch etwas so Schönes entstanden ist. So der Plan. 🙂

Aber eine gute Sache kann ich doch noch mitteilen: Wir haben „Der große Preis“ als Sicherung gespielt und das fanden die Schüler total klasse! So enthusiastisch habe ich sie selten gesehen und ihr Wissen konnten sie auch super anwenden. Am süßesten war der Kommentar eines Schülers: „Boah, das ist ja wie eine richtige Quizshow im Fernsehen!“ 😀 Ziel erreicht, würde ich sagen.

So schnell werde ich ein Projekt dieser Größenordnung sicher nicht noch einmal machen, aber ab und zu – vielleicht ein Mal im Schuljahr oder alle 2 Jahre – kann man sowas sicher mal machen. Den Schülern macht es Spaß, mir eigentlich auch (wenn alles funktioniert) und die Ergebnisse sind meistens auch super. Und das Schönste ist, wenn man sich das nach Jahren noch mal ansehen kann (am besten mit den Schülern zusammen, was bei mir leider nicht möglich sein wird) und gemeinsam über alles lachen und trotzdem stolz sein kann. 🙂

Streikchaos

Wie schon gestern erwähnt, wurde heute gestreikt. Wir Referendare hatten die Anweisung vom Seminar, zur ersten Stunde zu erscheinen, um die Aufsichtspflicht der Schule garantieren zu können. Da ich eine sehr pflichtbewusste Person bin, habe ich das natürlich gemacht, obwohl ich sonst erst zur 4. Stunde in die Schule gemusst hätte.

Schon in der Straßenbahn merkte man, dass heute etwas anders ist. Sonst ist sie voll mit Schülern der verschiedensten Schulen, heute konnte man die Schüler an zwei Händen abzählen. Es kamen vor allem 5.-7.-Klässler, die wahrscheinlich nicht allein zu Hause bleiben durften.
Doch es mangelte nicht nur an Schülern, sondern auch an Lehrern. Ganze 3 Kollegen waren heute früh da – ich natürlich als einzige Referendarin. So viel zu den Anweisungen des Seminars…
Schnell gewannen eine Kollegin und ich einen Überblick über die anwesenden Schüler (ca. 50, also zwei Klassen) und machten einen Schlachtplan, was wir mit denen anstellen: Eine Truppe darf mit ihr Video gucken, die andere darf mit mir und einem Sportlehrer in die Sporthalle, um Tischtennis zu spielen. Froh über die schnelle Klärung – von der Schulleitung kam bis dato nichts – erzählte ich dem Schulleiter vom Plan. Statt dem zuzustimmen, tigerte er erst einmal planlos durch das Schulgebäude, um sich selbst einen Überblick zu verschaffen. Nach gefühlten 10 Minuten kam er zu dem Entschluss, dass er das jetzt nicht entscheiden könne und auf den Stellvertreter warten möchte. Hallo? Wofür ist denn ein Schulleiter da? Warum kann er keine Anweisung geben?
Naja, die Rettung kam just in die Schule und organisierte alles genau so, wie wir es uns schon abgemacht hatten. Also ab in die Turnhalle und die Kleinen beaufsichtigen – nichts leichter als das.

Nach der 1. Stunde hatte ich dann ein Date mit meiner Mentorin und sprach noch Einiges wegen meiner schriftlichen Arbeit ab. Sie machte sich dann nach Hause (obwohl offiziell galt, dass wir bis zur siebten Stunde bleiben müssen!) und ich… ich war planlos. Alle Schüler wurden beaufsichtigt und es gab keine Aufgabe für mich. Gehen durfte ich aber auch nicht. Zum Glück hatte ich mir ein paar Schülerarbeiten mitgenommen, die ich dann korrigiert habe.
Eine Stunde später fragte ich noch einmal bei der Schulleitung nach. Schließlich gab es weiterhin keine Informationen, was passieren soll – einfach absolut unorganisiert! Und dann musste ich mir auch noch in einem mehr als frechen Ton anhören, dass es keinen interessiere, ob ich heute früher gekommen sei oder nicht. Unglaublich! Andere Kollegen kommen trotz Anweisung gar nicht und die pflichtbewussten werden auch noch zusammengesch****n. Naja, geschluckt und weiter gewartet.
Noch immer hatte ich keine wirkliche Aufgabe und beschäftigte mich weitere 2 Stunden im Vorbereitungsraum mit Schülerarbeiten und allerlei anderem Zeug. Nebenbei habe ich immer mal wieder mit einer Deutschkollegin geschnackt, die das auch alles mehr als unverschämt und unorganisiert fand. Sie musste heute nämlich auch viel länger in der Schule sein als sonst – und das ohne Aufgabe und ohne mitgebrachte Arbeiten, wie ich sie hatte.

Um 12.30 Uhr durften die unbeschäftigten Schüler und ich endlich gehen – schließlich könnte hier auch regulär Schulschluss sein, wenn man einen kurzen Tag als Schüler hat. Und wann meine liebe Deutschkollegin gehen durfte, weiß ich auch nicht… Ich hoffe schnell!

Fazit: Ich habe selten etwas so Unorganisiertes und Unstrukturiertes erlebt! Die Deutschkollegin erzählte, dass es vor wenigen Jahren schon einmal einen ähnlichen Streik gab (unter anderer Schulleitung) und an dem Tag alles perfekt durchgeplant war, wer wann welche Klasse betreut. Da konnte man sich wenigstens auf etwas einstellen!
Übrigens gab es auch die Kollegen, die den Streik – scheinbar sogar stolz darüber – gebrochen haben, indem sie normalen Unterricht gemacht und sogar Tests geschrieben haben… so viel zur Kollegialität!

Helau und Alaaf, Part I

Müde, demotiviert und lustlos steige ich heute langsam aus meinem warmen, kuschligen Bett. Im Bad werde ich blitzschnell wach, weil seltsame Töne aus dem Radio kommen. Ist das Ding etwa kaputt? Es ist doch „erst“ 20 Jahre alt, das kann gar nicht sein! Nein, ist es auch nicht. Es ist Rosenmontag. Und obwohl ich dachte, in Sachsen-Anhalt sei ich sicher vor den ganzen Pappnasen, muss ich mir das ganze Gedudel nicht nur im Radio anhören. Im Seminar geht es weiter. Unser Seminarleiter – anscheinend ein großer Fan des Karneval (oder Fasching, wie man es hierzulande nennt) – muss zwischendurch immer wieder komische Geräusche, die auf Fasching hinweisen, ausrufen. Klingt ein bisschen nach Tourette, aber er will damit wohl die Atmosphäre auflockern. Wenigstens zwei der 18 Seminarteilnehmer können lachen, manche zwingen sich ab und zu ein Lächeln ab. Zum Glück konnte ich dem Ganzen den Rest des Tages entfliehen. Bloß kein Radio oder Nachrichten mehr anmachen, dann ist man sicher vor dem ganzen Wahnsinn!

Den zweiten Schreck des Tages erlebe ich, als wir uns im Seminar noch einmal über die Entwürfe unterhalten. Eigentlich dachte ich, dass ich schon recht gut auf meinen GUB vorbereitet sei und „nur“ noch das Konzept schreiben müsse. Pustekuchen! Mein Gehirn hat versagt und so habe ich wohl auch verpasst, dass ich bei solchen großen Unterrichtsbesuchen auch Erwartungshorizonte zu jeder einzelnen Aufgabe erstellen muss. Auch das Tafelbild habe ich vernachlässigt. So kam es, dass ich den halben Nachmittag damit verbrachte, diese Schlamperei noch auszubessern (zum Glück haben wir aber heute darüber geredet, sodass ich es wenigstens noch nachholen konnte). Die andere Hälfte ging für die Planungen für morgen und übermorgen drauf. Jetzt bin ich wieder da angekommen, wo ich heute Morgen war: demotiviert und lustlos. Irgendwie hab ich meine Motivation in den Ferien verlegt… Hoffentlich find ich sie noch wieder, damit ich mit den Herausforderungen des morgigen Tages zurechtkomme.

Morgen ist nämlich schon wieder Fasching – zumindest in der Schule. Meine erste Doppelstunde in der 11. darf ich vor berühmten Musicalfiguren verbringen. Ich könnte mir wahrlich bessere Voraussetzungen für einen Neueinstieg in eine neue Klasse vorstellen. Aber gut, man muss damit leben. Danach folgen dann noch Stunden vor Zirkusfiguren (Motto der 7. Klasse) und Märchenfiguren (Motto der 6. Klasse). Wer sich das ausgedacht hat… Schüler verkleiden sich, einige Lehrer vielleicht auch und trotzdem sollen wir normalen Unterricht machen. Ich bin wirklich gespannt, wie das morgen ablaufen wird. Fest steht, dass es noch eine Menge Ärger deswegen geben wird, da die Faschingsfeier ohne Absprache mit der Schulleitung von den Schülern verkündet wurde und nun durchgeführt wird. Nachmittags finde ich solche Feiern auch wirklich in Ordnung, aber während der Unterrichtszeit? Und dann sollen wir noch normal Unterricht machen? Chaos vorprogrammiert! Ich berichte morgen im Part II. 😉

Kennt ihr das?

Ihr kommt nach Hause und seid einfach nur fertig? Ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist 13.04 Uhr. Euer Körper sagt: Es ist Zeit für das Bett. Euer Geist sagt: Ich kann nicht mehr denken, das war heute alles zu viel. (Eure Katze sagt: Ich hab Hunger und war den ganzen Tag allein – bespaße mich!)

Wenn ihr diese Fragen mit „ja“ beantworten könnt, wobei die letzte Frage eher fakultativ ist, dann könnt ihr genau nachempfinden, wie ich mich gestern gefühlt habe. Umso erstaunlicher ist, dass ich abends doch tatsächlich noch etwas bezüglich meiner Stundenplanung geschafft habe.
Ich kann euch gar nicht erzählen, was alles passiert ist, aber zumindest die Ausmaße andeuten:

  • Ich habe – ungeplant – alle Stunden eigenverantwortlich unterrichtet, weil meine Betreuerin in Englisch Klasse 10 ein Elterngespräch hatte, was wider Erwarten größere Ausmaße annahm. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich im Nachhinein bin, dass die Großen so schön auf mich gehört und mich als Lehrperson akzeptiert haben. Gestern hatte ich in dem Moment gar nicht darüber nachgedacht und es als selbstverständlich angesehen, aber irgendwie macht es mich jetzt doch stolz, dass ich auch die „Großen“ im Griff habe.
  • Ich hatte mitten im Unterricht einen Lachflash und es dauerte über eine Minute bis ich mich wieder eingekriegt habe. Situationskomik ist eben die Beste. Im Nachhinein betrachtet war es ein ganz typischer Schülerwitz:
    Lehrer: „Alle Augen wieder nach vorn.“ – Schülern tut so, als werfe sie ihre Augen nach vorn und lacht leise (wohlgemerkt meine Klassenbeste!).
    Tja, dann musste ich auch lachen und alle Schüler fragten die Schülerin, warum wir denn nun lachen würden. Irgendwie schaukelte es sich hoch und alle Schüler begannen zu lachen. Noch lustiger wurde es, als ich versuchte, wieder zu reden und Ruhe in die Klasse zu bringen und doch wieder losprusten musste. Aber ich habe die Situation dann wieder gut in den Griff bekommen und wir alle hatten eine kleine Abwechslung und Pause für das Gehirn. Ich glaube, das hat mich zumindest menschlich den Schülern näher gebracht. Jede Stunde sollte das aber nicht passieren. 😉
  • Auch die Idee der Einführung in die Vorgangsbeschreibung war super: Ich tat so, als hätte ich vergessen, wie man die Tafel wischt und ließ mich von einem Schüler anleiten. Das machte er ganz gut, doch war es echt anstrengend, weil er meinte, man müsse ganz fest aufdrücken. Als ich noch einmal hinterfragte, ob ich wirklich so doll drücken muss, weil das anstrengend ist, bejahte er. *grml* Naja, ich habe es ihm nicht übel genommen.
    Nachdem wir dann die Merkmale einer Vorgangsbeschreibung erarbeitet hatten und uns ein Beispiel angesehen hatten, wiederholten wir das Ganze: Die Schüler sollten die Vorgangsbeschreibung schriftlich verfassen und dann rief ich einen Schüler nach vorne, der nach diesen Anleitungen wischen sollte. Und schon merkten die Schüler, dass das doch nicht so einfach ist, wie sie am Anfang dachten. („Das ist doch voll einfach! Müssen wir das wirklich aufschreiben?“)
  • In Englisch  habe ich Mr Egg vorgestellt (zur Einführung der if-clauses), d.h. ich habe fast die ganze Stunde erklärt, gemalt und abschreiben lassen. Die Stunde war trotz des frontalen Charakters ein voller Erfolg. Die Schüler mochten Mr Egg sehr und verließen den Raum mit den Worten: „War schön heute.“ Das sagten sie wahrscheinlich auch, weil sie nicht aktiv mitmachen und sich etwas berieseln lassen konnten, aber schön ist es trotzdem irgendwie.
  • Abgesehen davon, dass die Stunden gut liefen, aber sehr anstrengend waren, waren die Pausen auch keine Erholung. Schlechte Laune einiger Kollegen, oben beschriebener Ärger mit einem Konflikt zwischen Schülern und damit zusammenhängendem Elterngespräch und viel zu neugierige Schüler…

Alles in allem ein schöner Tag, an dem ich endlich mal wieder zufrieden mit mir selbst war, doch auch total kaputt und geschafft. Heute habe ich dann eher Sparflamme gefahren, was auch dadurch kommt, dass ich heute mehr hospitierte als alles andere.

Nun muss ich noch ein paar Stunden warten bis mein Herzallerliebster hier ist und dann wird gemeinsam der Rest des Abends genossen. Morgen eine letzte Runde, doch ich bin zuversichtlich, weil ich  mir wieder etwas Schönes ausgedacht habe. Noch lieber wäre mir allerdings Wochenende! 😉

Achterbahn der Gefühle

Ihr glaubt nicht, wie anstrengend und kräftezehrend diese Woche war. Eigentlich wollte ich alles ganz entspannt angehen und mich mal nicht bis spät abends an den Schreibtisch setzen (was ich auch erfolgreich geschafft habe), aber irgendwie war ich trotzdem nach Feierabend so fertig, dass ich kaum etwas geschafft habe. Ob es daran liegt, dass ich kein Fleisch und keinen Fisch mehr konsumiere und mir Eisen fehlt (bin ja sehr anfällig für Blutanämie)? Oder ob ich mich insgeheim doch so kaputt geackert habe (zumindest gedanklich nie ganz weg von der Schule gekommen bin), dass ich immer so fertig war? Ich weiß es nicht…

Dienstag fing alles gut an. Meine Stunde in der 7. lief gut und meine Mentorin hatte nicht viel zu bemängeln.

Mittwoch fand dann der Unterrichtsbesuch in der 2./3. Stunde statt. Das wäre ja alles kein Problem gewesen, wenn ich nicht schon seit Wochen ratlos gewesen wäre, wie ich das Thema möglichst ansprechend und kooperativ gestalten kann – so wollte es nämlich mein Seminarleiter sehen. Weder meine Mentorin noch ich hatten eine zündende Idee… und so machte ich mich erst am Montag und Dienstag so richtig an die Planung. *hust* Ich weiß, das ist SEHR kurzfristig, aber ich wusste einfach wirklich keinen Weg. Das soll schon etwas bedeuten, denn sonst bin ich bekannt dafür, immer eine tolle Methode parat zu haben. Dienstag entließ mich meine Mentorin dann mit den „aufmunternden“ Worten: „Da haben Sie sich ja ganz schön was vorgenommen. Das wird nicht einfach!“ Die Frau versteht es, Mut zu machen.

Tja, und am Mittwoch nahm dann das Unglück seinen Lauf. Englisch, 0./1. Stunde – Ich habe Wortfindungsstörungen und kann mich nicht richtig ausdrücken. Der Schülervortrag geht absolut am Thema vorbei, sodass ich darauf nicht aufbauen kann. Die Schüler haben anscheinend alles vergessen, was vor den Ferien gemacht wurde, sodass nicht auf Vorwissen aufgebaut werden kann. Oh man!!! Ich habe die Stunde am Ende zwar einigermaßen rund gekriegt, aber wenn das meine Prüfung gewesen wäre… huiuiui…
Naja, sowohl meine Betreurin in der 10. Klasse als auch meine Mentorin bauten mich auf: „Sie waren mit den Gedanken schon im Unterrichtsbesuch. Das ist alles nicht schlimm, dafür machen Sie es jetzt umso besser. Und bei uns läuft auch nicht immer alles gut, obwohl wir schon Jahrzehnte im Beruf sind.“ Das war echt lieb.
Etwas motivierter ging ich also in meinen Unterrichtsbesuch. Wenigstens in Deutsch habe ich die nötigen Wörter gefunden, viele Schüler haben gut mitgearbeitet und auch ich habe mich recht wohl gefühlt. Einziges Manko: Zeitmanagement. Eigentlich kann ich das ganz gut; meist kann man die Uhr danach stellen. Aber diesmal hat es nicht geklappt. Ich wusste, dass es eng war, aber hätte nicht gedacht, dass mir am Ende 10 Minuten fehlen! Dadurch haben wir die Auswertung nicht geschafft und ich hatte Angst, dass mir das angekreidet wird. Klar wurde das als Kritikpunkt aufgeführt, aber ich wurde dafür gelobt, wie gut ich den Bogen doch noch bekommen hätte und wie effizient ich die kurze Auswertungszeit genutzt hätte. Und auch meine sonst immer so oft kritisierte Lehrerpersönlichkeit hat wahnsinnig viel Lob bekommen. „Man merkt, dass sie eine gute Beziehung zu den Schülern haben und diese Sie sehr mögen.“ 🙂
Zwei andere Kleinigkeiten wurden noch kritisiert, aber im Großen und Ganzen habe ich mehr Lob als Kritik bekommen. Außerdem musste mein Seminarleiter auch vor meiner Mentorin noch einmal betonen, wie toll doch meine Präsentation im Seminar war. Auf die Note warte ich zwar noch, aber schlecht kann es auf keinen Fall werden.
Und was mich am meisten überrascht hat: „Ich habe auch mit Ihrer Deutschseminarleiterin gesprochen und sie meinte, dass Sie das super machen und Ihre Stunden sehr solide und gut strukturiert sind, sodass man sich bei Ihnen keinerlei Sorgen machen muss. Das habe ich jetzt auch gesehen.“ – Mein Herz lachte, weil auch meine Mentorin alles mitbekam und jetzt hoffentlich nicht mehr alles ganz so stark auseinandernimmt. Natürlich will sie mir damit helfen, aber manchmal fehlt doch ein kleines Lob.

Gestern kam meine Stunde dann leider nicht so gut bei meinen Schülern an – Pantomime ist in dem Alter wohl doch zu peinlich. Aber man lernt ja noch, weswegen ich es ihnen nicht übel nehme. Überhaupt schienen sie aber unterfordert zu sein, obwohl wir an dem grammatischen Schwerpunkt noch nicht lange gearbeitet hatten. In Zukunft wird also mehr angezogen und ich bin auf den Test gespannt, der am Dienstag ansteht.
Süß waren die Schüler aber vor der Stunde – die leuchtenden Augen und der freudige Ausruf meines Namens, als sie mich sahen und warteten, dass ich den Raum aufschließe. Für solche Momente lohnen sich all die Strapazen doch.

Heute lief dann auch alles wieder nach Plan. Ich habe heute KEINE Kritik bekommen, obwohl ich sogar zwei Stunden gehalten habe. Besser kann ein Wochenende nicht beginnen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen erholsame Tage! 🙂