Frohe Weihnachten!

Das Zappelbein ist ja nun schon den 3. Tag in den Ferien, doch sicherlich hatten es nicht alle von euch so gut, jetzt schon frei zu haben. Falls es euch beruhigt: Auch ich habe nicht wirklich frei gemacht, sondern arbeite noch immer fleißg und bereite Dinge für das neue Jahr vor. Da ich nicht an den Weltuntergang glaub(t)e, habe ich schon seit Wochen im Kopf, was alles noch geschafft werden muss, bis das Weihnachtsfest wirklich kommen darf. So langsam merke ich, dass diese Pläne unrealistisch sind, doch ein bisschen möchte ich dennoch schaffen. Also sitze ich auch heute noch an meinem Schreibtisch und werkele fleißig vor mich hin. Die Motivation schwindet, genauso wie die Kraft in meinem Körper. Alles in mir sehnt sich nach Ruhe, Besinnlichkeit, Schlaf… einfach mal keine Arbeit erledigen. Ab 23. nachmittags nehme ich mir dann auch frei, versprochen! Bzw. dann mache ich mich endlich an die ganzen Erledigungen für Weihnachten: Geschenke einpacken, das Selbstgemachte fertigstellen, Torte backen usw. Aber das zähle ich einfach nicht mehr zur Arbeit, als Beruhigung für mein Innerstes.

Meine Schüler habe ich aber ohne Hausaufgaben o.Ä. in die Ferien erlassen… Naja, nicht ganz. Sie bekamen von mir die Hausaufgabe, sich mal über Weihnachten richtig schön zu entspannen, die Familienfeiern zu genießen und gut ins neue Jahr zu kommen. Nun hoffe ich, dass alle diese Aufgabe erledigen, damit wir dann im neuen Jahr fit in die neue Unterrichtssequenz starten können.

In diesem Sinne wünsche ich auch euch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, bei dem es keine Konflikte in der Familie o.Ä. gibt! Genießt einfach die Feiertage, ohne an die stressige Arbeit zu denken. 🙂

Mal wieder ein Linktipp

Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werden wir uns freuen… 🙂

Morgen ist es nämlich so weit, der letzte Schultag ist gekommen!!! Juchhu, darauf freuen wir uns alle schon seit Wochen! Heute hat man den Refs, aber auch der Seminarleiterin angemerkt, dass wir unbedingt Ferien brauchen. Neidisch wurde ich ja schon ein bisschen, als Mitrefs erzählten, morgen fände nur weihnachtliches Frühstück + Weihnachtskonzert in der Schule statt. Ich darf auch in der 6. Stunde noch Unterricht machen, was Lehrer und Schüler unheimlichen Spaß beschert. Aber da müssen wir alle durch…

Da wären wir dann auch bei der Überschrift: Ich werde morgen einen kleinen Filmausschnitt aus Four Christmases mit meinen Schülern sehen und diesen dann besprechen und einen Dialog schreiben lassen, wie es weitergehen könnte. Das wird sicher ganz lustig, weil es in der Szene u.A. darum geht, dass die Kinder dieser Familie auf ungemütliche Art und Weise erfahren, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Die Anregung hierfür habe ich von meiner Fachseminarleiterin Englisch bekommen – danke noch einmal!

Es gibt eine tolle Seite, auf der Filmausschnitte entweder thematisch oder sogar grammatisch ausgewählt sowie Fragen/ Aufgaben hierzu formuliert wurden. Absolut nützlich, um den Unterricht mal abwechslungsreich zu gestalten und die Schüler zu motivieren. 🙂

http://warmupsfollowups.blogspot.de/

http://moviesegmentstoassessgrammargoals.blogspot.de/

Viel Spaß damit, ein Blick darauf lohnt sich! 🙂

Motivation durch Verwirrung

Heutige Englischstunde:

„Bonjour mes amis!“, begrüße ich die Schüler. Heute wollen wir nämlich feststellen, dass das Lernen mehrerer Fremdsprachen sehr hilfreich beim Lernen sein kann, doch auch Risiken mit sich bringt (falscher Transfer). Heute haben wir also etwas fächerübergreifend gearbeitet.
Die Schüler antworten nicht auf meine Begrüßung, sondern schauen sich nur verwirrt gegenseitig an. Eine Schülerin reagiert mit dem Ausruf: „Hä? Falsche Sprache!“, ein anderer Schüler fragt mich, wie viele Sprachen ich denn noch spräche.
Ich sage dazu nichts und wiederhole meine Begrüßung: „Bonjour mes amis!“
Diesmal antworten die Schüler auch. „Bonjour, madame Zappelbein.“
„Asseyez-vous.“
Die Schüler setzen sich hin und es beginnt ein Gemurmel. Kurz lasse ich dieses gewähren, doch dann beginne ich mit dem Unterrichtseinstieg. Als die Schüler merken, dass ich nun wieder Englisch spreche, sind sie glatt etwas enttäuscht. Dafür waren sie aber umso motivierter, sich mit der folgenden Thematik zu beschäftigen. Selten habe ich so früh am morgen so viele Arme oben gesehen. Andererseits waren die Schüler, die nicht Französisch als zweite Fremdsprache lernen, etwas desinteressiert und demotiviert. Auf mein direktes Ansprechen einer Schülerin aus diesem Kreis bekomme ich auch keine Antwort, sondern nur ein genervtes „Weiß ich doch nicht.“, obwohl die Schülerin sonst immer ganz motiviert dabei ist. Das kann aber auch daran liegen, dass sie frustriert war, dass sie nun doch am Englischunterricht statt an der Generalprobe für das Weihnachtskonzert teilnehmen musste. Zumindest hielt sie sich die ganze Stunde bedeckt.
Ich würde den Einstieg trotzdem jederzeit wieder wählen, zumal wir dann auch auf andere spannende Themen wie „false friends“ und Homophone gekommen sind. Ich glaube, das hat fast allen Spaß gemacht. Dienstag folgt dann noch unsere kleine Weihnachtsfeier und danach starten wir endlich alle in die wohlverdienten Weihnachtsferien. Ich hoffe, die Schüler verzeihen mir dann auch, dass ich keinen Test mehr vor Weihnachten geschrieben habe, obwohl sie schon seit Tagen damit rechnen. 😉

„Was bedeutet das denn?“

Ach ja, Schüler sind manchmal schon echt süß… Heute habe ich ihnen ja das Gedicht von Rolf Krenzer, das ich gestern hier schon postete, vorgestellt. 4 Gruppen sollten 4 verschiedene Weihnachtsgedichte analysieren und verstehen, um sie anschließend ihren Mitschülern vorzustellen. In meine Rolf Krenzer-Gruppe packte ich meine Experten, die die Welt so schön in schwarz-weiß sehen und wenig kompromissbereit in Bezug auf andere Meinungen sind.
Abgesehen davon, dass alle Gruppen ihre Gedichte nur sehr oberflächlich behandelt haben, hatte ich den Eindruck, dass diese Gruppe die Message des Gedichtes nicht wirklich verstanden hatten. Oder sie waren einfach nicht in der Lage, diese in Worte zu fassen…
Nach der Präsentation stellte ein Schüler dann auch die berechtigte Frage: „Was bedeutet das denn, dass der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt?“
Ein anderer Schüler gibt die (schlaue) Antwort: „Das steht doch da, lies doch mal weiter. Der Starke liebt doch auch die Kräfte des Schwachen, also verzeiht der Schwache dem Starken, dass auch er Schwächen hat. Keiner ist perfekt.“
Da musste ich doch etwas schmunzeln. Leider schien damit auch alles gesagt zu sein. Kein weiterer Arm erhob sich, kein Schüler wollte sich äußern. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit erbarmte ich mich schließlich und erklärte den Schülern diese schöne Aussage noch einmal. Da war dann auch plötzlich der Aha-Effekt.
Fazit: Nächste Stunde, also am Freitag, werden wir uns diesem Gedicht noch einmal ganz intensiv widmen, damit alle Schüler mit einer schönen Weihnachtsstimmung in die Ferien entlassen werden können. Schließlich sehe ich die Schüler dann nicht mehr, zumindest nicht im Unterricht. Hoffentlich kommt die Aussage dann auch an!

Montag werden sie dann noch die Chance haben, bei meiner Mentorin gute Noten zu sammeln, indem sie eines der Gedichte auswählen und rezitieren. Irgendwie finden die Schüler diese Chance aber gar nicht gut… Dabei habe ich es so gut angepriesen. Schließlich geht es doch nicht nur um das Erhalten einer guten Note, sondern auch um die Schulung und Weiterentwicklung persönlicher Fähigkeiten, Präsentationsfähigkeiten sowie Merkfähigkeiten.
Aber Frau Zappelbein, was erzählen Sie denn da? (So fühlte ich mich zumindest beim Blick in die Gesichter.)
Dafür wollen alle Schüler gern noch einen Test vor Notenschluss schreiben, weil sie jetzt durch die Klassenarbeit soundso stehen und das noch rumreißen wollen. Auf meine Antwort, sie könnten doch einfach die Gedichtrezitation dafür nutzen, habe ich nur Augenrollen zurückbekommen… Das Leben ist kein Ponyhof, ne? 😉

Statt zu vieler (überflüssiger) Worte

An manchen Tagen möchte man den Kopf am liebsten in den Sand stecken und nichts mehr tun. Dann ist es schön, Texten wie diesen zu begegnen. Morgen habe ich dann auch die Ehre, diesen meinen Schülern näher zu bringen – auf dass sie ihn genauso lieben lernen.

 

Wann fängt Weihnachten an? – Rolf Krenzer (1936 – 2007)

      Wenn der Schwache
dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke
die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas
mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute
bei dem Stummen verweilt
und begreift,
was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise
laut wird
und das Laute
still,
wenn das Bedeutungsvolle
bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige
wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel
ein winziges Licht
Geborgenheit,
helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht,
sondern du
gehst,
so wie du bist,
drauf zu,
dann,
ja, dann
fängt Weihnachten an.

Riecht ihr sie auch schon, die Ferien?

Ganz sanft kann ich ihren Duft erahnen. Sie riechen so lieblich, süß, ein bisschen fruchtig und nach einer Prise Zimt.
Die ersten Weihnachtsgeschenke sind besorgt bzw. gebastelt, die ersten Plätzchen gebacken und vernascht worden. Herrlich kann sie sein, diese wunderbare Weihnachtszeit.

Nun muss ich nur noch diese letzte stressige Woche überstehen, denn nächsten Mittwoch sind schon Ferien und dienstags habe ich nur eine weihnachtliche Stunde, die sich hoffentlich leicht vorbereiten lässt.
Doch erst einmal ist Arbeit angesagt. Die Klassenarbeiten liegen dort noch immer unerbittlich auf dem Schreibtisch und wollen einfach nicht fertig werden… Keine einzige hat sich bisher erbarmt und die ihr zugeschriebene Note sowie ein passendes Worturteil aufgeschrieben. Auch die Noten sind noch nicht über Nacht in mein Notenheft geflogen… Wäre ja auch zu schön.
Heute erfuhr ich zudem etwas, das ich erfolgreich verdrängt hatte: Bis Ende Dezember müssen Thema sowie Bearbeitungszeitraum meiner Examensarbeit feststehen. Wie gut, dass ich mir bisher noch gar keine Gedanken darüber gemacht habe – weder über das Fach, noch über die Sequenz oder das genaue Thema, über das ich schreiben möchte. Da ist noch Einiges zu tun, Zappelbeinchen…
Und die Präsentation wartet auch sehnsüchtig auf meine Weiterarbeit. Vor 2 Wochen hatte ich doch relativ viel geschafft, doch dann kam mein Krankwerden hinzu und schon lag es wieder brach. Und als wäre es nicht genug, dass ich diese gleich nach den Ferien halten muss, ereilte mich heute die wunderbare Nachricht, dass mein Seminarleiter dasselbe Thema 2 Mal vergeben hat. „Sprechen Sie sich einfach ab, dann ist das alles kein Problem.“ Abgesehen davon, dass ich die Dame wohl erst zum Termin meiner Präsentation wiedersehe, ist das kein Problem, nein nein. „Oder wollen Sie lieber etwas zum Thema ‚emotionale Lernblockaden‘ machen?“ Klar! Jetzt habe ich mich schon wochenlang in ein anderes Thema eingelesen, warum nicht? Man man man, was sich manche so vorstellen… Aber es gibt nichts, was ich bisher nicht geschafft habe, dann kriegen wir das auch noch hin!

Eine gute Nachricht – nein, was sage ich? – fabelhafte Nachricht gab es aber heute doch: Die Schulrechtstests waren endlich fertig kontrolliert und das Zappelbeinchen hat ihre erste Ausbildungsnote im sehr guten Bereich gesammelt. Yeah, auf in die letzte (richtige) Woche!

Happy St. Nicholas Day!

Heute habe ich einen der wenigen Nachteile des Alleinlebens spüren müssen: Egal, wie viele blank geputzte Stiefel ich nach draußen stelle – auch am nächsten Morgen sind sie leer. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich dieses Jahr brav war oder nicht – es erbarmt sich einfach keiner. Nicht mal meine Katze hat ihren samtigen Prachtkörper zum Einkaufen bewegt, um dem Frauchen eine Freude zu machen. Eigentlich eine Sauerei. Ich finde, wir sollten gegen unsere Haustiere protestieren… Aber böse kann ich ihr auch nicht lange sein, sodass sie ihr Nikolaus-Geschenk trotzdem erhielt. Es war nur ein einfaches Leckerli, aber danach ist sie immer wie auf Crack, das ist wirklich lustig anzuschauen. Und so hatten doch Frauchen und Kätzchen ihren Spaß. 😀

Auch meine Englischklasse hat heute etwas Schokolade von mir bekommen. Das hatten sie nicht nur verdient, weil heute Nikolaus war, sondern auch wegen der guten Mitarbeit beim gestrigen Unterrichtsbesuch. (Sie haben sich heute sogar gleich erkundigt, wie wichtig dieser Besuch war und welche Rückmeldung ich bekommen habe – süß!)
Die Stunde lief im Großen und Ganzen gut. Ich war wohl am wenigsten von meiner eigenen Stunde überzeugt, doch meine Mentorin und die Fachseminarleiterin haben mich viel gelobt. Natürlich gab es auch wieder etwas zu kritisieren, aber das wäre wohl nichts, was man nicht lernen könnte. Zwei zentrale Dinge wurden kritisiert: 1. meine fast schon inflationäre Benutzung zweier Wörter, die ich heute aber schon bewusst weitestgehend vermieden habe, und 2. die Weiterentwicklung meiner Lehrerpersönlichkeit – ich soll vorne mehr schauspielern. Ganz begeistert erzählte mir dann die Fachseminarleiterin, dass sie sich heute als Nikolaus verkleiden wollte, um den Schülern einen Sack voll Aufgaben zu schenken. Ist natürlich eine super Idee, aber ganz ehrlich muss ich auch zugeben, dass das nicht ganz meine Art ist. Das liegt vor allem daran, dass ich Angst habe, dass es bei den Schülern aus pubertären Gründen oder warum auch immer nicht ankommt und ich mich lächerlich machen könnte… Vielleicht mache ich mir aber auch zu viele Gedanken und sollte so etwas einfach mal machen. Guter Vorsatz für das neue Jahr steht also fest! Mal sehen, ob ich das die letzten 1,5 Wochen vor Weihnachten auch noch besser hinbekomme…
Heute war meine Mentorin jedenfalls sehr unzufrieden. Zwar lief die Stunde gut, die Schüler machten gut mit und ich blieb auch im Zeitplan, aber sie war enttäuscht, dass ich heute nicht gleich alle Kritikpunkte beachtet und mich um 180° gedreht habe. Tja… ein Wunderkind bin ich leider nicht, zumal ich auch nicht weiß, wie schnell ich mir diese Schauspielsache aneignen kann. Wenn ihr gute Tipps habt, dann immer her damit! Vielleicht würden mir auch schon solche Selbst-Motivations-Sprüche helfen, die ich mir immer wieder sagen kann. 😉

Zumindest habe ich jetzt von beiden Fachseminarleitern meine Bestätigung, dass ich gerne Lehrer werden darf und ab Januar eine Klasse eigenverantwortlich übernehmen darf. 🙂 Nur mein Hauptseminarleiter war noch immer nicht zu Besuch… Eigentlich wollte er nächsten Freitag kommen, weswegen ich mir schon richtig schöne Sachen ausgedacht hatte. Gestern Abend kam dann aber eine E-Mail, in der er jetzt bereits zum 2. Mal den Termin verschieben möchte, weil irgendetwas dazwischen gekommen ist… Ich habe auch immer Verständnis für so etwas, aber 2 Mal? Das ist wirklich nervig… Jetzt muss ich mir zum 3. Mal etwas Schönes ausdenken, was ich ihm dann zeigen kann. Wenigstens meinte er, dass mir dadurch keinerlei Nachteile bezüglich des eigenverantwortlichen Unterrichts entstehen und ich mit der Bestätigung der beiden Fachseminarleiter trotzdem in die nächste Phase übergehen kann. Das wär auch noch schöner gewesen.

Nun bin ich gespannt auf den Besuch meines besten Freundes. Dieser wollte nämlich kurz vorbeischauen, um mir eine Freude zu bereiten… mysteriös! Und nachher ist Weihnachtsfeier des Lehrerkollegiums. Da freue ich mich drauf, weil die Location schön und das Essen gut sein sollen. Ich bin gespannt.
In diesem Sinne: Happy St. Nicholas Day!