FEEERIIIIIIIIEEEEEEEN!!!

Da sind sie, ich stecke mittendrin und der Dienstag neigt sich schon wieder dem Ende zu. Bisher fühlt es sich voll nach Ferien an. Endlich mal ein wenig Ruhe, ein warmes Getränk auf der Couch, kuscheln mit dem Traummann und geliebter Schmuseschnurrkatze, ein heißes Bad – was wünscht man sich mehr?

Naja, zumindest war es so bis gestern Abend. Der Traummann musste abreisen, die Schmuseschnurrkatze dreht heute frei (weil der beruhigende Mann fehlt oder ich dadurch auch unruhiger bin/ wirke?) und neben mir liegen die Schulrechtsunterlagen und die Halloweenarbeitsblätter der 7. Klasse. Das mit dem Lernen hat heut schon ganz passabel geklappt, zumindest habe ich schon einige Erlasse und Verordnungen mehr in meinem Kopf. Und da das Ganze am Wochenende noch thematisch eingeschränkt wurde, bin ich sogar recht zuversichtlich, dass ich das alles noch schaffe, obwohl ich verhältnismäßig spät mit dem Lernen begonnen habe (für mich). Einige alte Schulrechtstests wurden heut schon durchgearbeitet und meine Ergebnisse waren schon viel besser als vorher; wenn auch noch nicht zufriedenstellend für das ehrgeizige und leicht perfektionistische Zappelbeinchen.

Die Halloweenarbeitsblätter waren auch ganz gut. Vielleicht nicht so toll, wie ich erwartet hatte, aber es war nichts wirklich Grausiges dabei. Manchmal bieten einem die Schüler ja doch wahrlich abstruse Dinge an. Ein Schüler wollte Kürbisse zwar einlochen und nicht aushöhlen, aber den Spaß lass ich ihm, ohne böse zu sein. 😉
Ich kann diese thematische Arbeit an Halloween in Verbindung mit Vokabeln auch nur empfehlen. Ich las den Schülern zu Beginn der Stunde eine gruselige Geschichte vor, in der es darum ging, warum wir heutzutage Kürbisse aushöhlen und Kerzen darin anzünden. Die Schüler waren mucksmäuschenstill und lauschten gespannt. Selten habe ich die Schüler so erlebt – so gebannt hingen sie wohl noch nie an meinen Lippen. Sie haben die Geschichte sogar gut verstanden, was mich total freute. Danach bekamen sie dann ein schön gestaltetes Arbeitsblatt, an dem sie mehr über Halloween erfuhren und den Umgang mit Vokabeln festigen sollten. Auch hier arbeiteten die Schüler gut und die Ergebnisse stimmen mich positiv. Also eine rundum gelungene Stunde, die ich sicher noch einmal halten werde. Und man mag es kaum glauben: Ich selbst mag Halloween gar nicht, aber die Stunde hat mir trotzdem riesigen Spaß gemacht, weil ich einfach die Schüler dafür begeistern konnte. 🙂

Das einzig Negative an dieser Stunde war – wer möchte raten? – die Kritik meiner Mentorin. Hatte sie mein Arbeitsblatt tags zuvor noch in höchsten Tönen gelobt, kam sie nach der Stunde erbost zu mir und fragte mich mit vorwurfsvollem Ton: „Also Zappelbein, jetzt mal ehrlich, würdest du DIESE Stunde nochmal so halten?“
Ich war völlig verblüfft über ihre Reaktion und antwortete schüchtern: „Ja, ehrlich gesagt schon. Ich finde, sie lief richtig gut.“
„Na dann guck dir bloß nicht die Arbeitsblätter an. Die waren doch viel zu schwierig und komplex für die Schüler, das können die doch gar nicht!“
Ich schaute sich noch immer mit verständnislosem und etwas leerem Blick an. Antworten konnte ich nichts.
„Na los, lass uns mal gemeinsam einen Blick darauf werfen.“, sagte sie schließlich.
Wir schauten sie uns also gemeinsam kurz an und schon nach kurzer Zeit sagte sie: „Na die sind ja doch gar nicht so schlecht, wie ich dachte. Die haben das ja richtig gut gemacht.“ Meine innere Zufriedenheit stieg wieder.
„Na schau sie dir in den Ferien mal in Ruhe an, vielleicht ist ja doch was Gutes herausgekommen.“
Und wieder einmal zeigte sich, dass sie die Schüler unterschätzt und ich sie vielleicht manchmal überfordere, aber genau das sie auch anspornt, an sich zu arbeiten. Und vielleicht erkennt das meine Mentorin irgendwann auch mal… Und die Ergebnisse zeigen, dass das Arbeitsblatt gut war. Im Selbstreflexionsteil haben die Schüler auch geschrieben, wie viel Spaß ihnen das machte und wie viel sie gelernt hätten. Vielleicht sollte ich ihr das mal zeigen.

Aber das ist Schnee von gestern – jetzt genieß ich die Ferien (mehr oder weniger). Das mit dem Schulrechtstest wird schon werden, einen Deutschtest muss ich noch korrigieren und auch die Sequenzplanung wartet noch. Ein paar Tage habe ich ja noch Zeit, heut Abend ist erstmal Mädelsabend. 🙂

2 days to go until… Herbstferien!

Jaaaaaaaa, die ersten Ferien in meinem Referendariatsleben stehen vor der Tür und ich kann es kaum erwarten. (Und meine Kollegen auch nicht; manche laufen schon ziemlich muffelig durchs Schulhaus und lauern sozusagen auf die Ferien.)
Meine Ferien werden zwar alles andere als entspannt, aber zumindest habe ich dann endlich mal die Zeit, für meinen Schulrechtstest, der gleich nach den Ferien ansteht, zu lernen. Und dann wären da noch Korrekturen, Sequenzplanungen und meine Präsentationsvorbereitung. Herrje, hoffentlich reichen die Ferien dafür… zum Glück habe ich mich diese Woche schon stundenlang nach der Schule hinter den PC gesetzt, um endlich mal mein Portfolio anzufangen. Und siehe da, ganze 7 Seiten sind zustande gekommen. Das kann sich doch sehen lassen. Und eine Sequenzplanung ist auch schon fast in Sack und Tüten, nur auf diese elendige Kompetenzformulierung hatte ich noch keine Lust. Letztlich schreibt man doch fast immer dasselbe, zumindest was Sozialkompetenzen und Medienkompetenzen angeht… Aber gut, muss auch sein und angeblich profitiert man die ganzen nächsten Jahre von dieser Arbeit. Und wehe dem, der mir das nur erzählt hat, um mich zu motivieren, aber nicht, weil es der Wahrheit entspricht.

Die Schüler sind auch schon auf Ferien programmiert, zumindest habe ich das Gefühl. In meiner Deutschklasse war nur die Hälfte anwesend (auch wenn ich mehr Schülerkörper vor mir sitzen sehen habe) und meine Englischklasse hielt die Gruppenarbeit für eine tolle Gelegenheit, um sich schon einmal über die Ferienpläne auszutauschen…
Aber diese Gruppenarbeit war eh die Krönung des Tages. Ich glaube, ich werde das in dieser Klasse nie wieder machen (zumindest vorerst). Es war viel zu unruhig, obwohl ich mehrmals dazu ermahnte, eine Arbeitsatmosphäre herzustellen. So kann doch kein Mensch arbeiten… Das zeigten dann auch die Ergebnisse. Es sollten Sportwörter zueinander zugeordnet werden und plötzlich braucht man beim Rugby eine Laufbahn und zum Fans-Zuwinken eine Schwimmbrille.
Und bei der Sache war auch nur die Hälfte. Klar kann man bei einer Gruppenarbeit nie 100%ig garantieren, dass jeder einzelne Schüler mitdenkt und mitmacht, aber so wie heute geht es nicht… jetzt frage ich mich nur, ob es wirklich an der Ferienstimmung liegt oder daran, dass die Stunde kurz vor der Mittagspause lag oder daran, dass die Schüler es einfach nicht gewohnt sind und noch üben müssen oder gar daran, dass man das mit dieser Klasse einfach nicht machen kann? Ich werde es sicher noch einmal an einem anderen Tag testen, aber erstmal muss die Klasse mit anderen Sozialformen leben. Die klappen nämlich sehr viel besser!
Morgen tauschen wir uns über Halloween aus – ganz lauschig in der ersten Stunde, wo es draußen noch dunkel ist und eine gruselige Stimmung eher geschafften werden kann. Ich bin schon gespannt, wie die Schüler darauf reagieren. (Hoffentlich schlafen sie bei der Dunkelheit nicht ein!)
(Das Ganze wurde übrigens von meiner Mentorin abgesegnet – sie hat mich sogar schon heute für das tolle Arbeitsblatt gelobt! Insgesamt lässt sie mich eigentlich alles machen, was ich will und hat mich für mein tolles methodisches Vorgehen gelobt… dafür hakt es aber noch an andere Stellen. Wär doch schlimm, wenn ich jetzt schon alles perfekt könnte. Und „meine Kleine“ hat sie mich auch schon genannt; ich glaube, das wird langsam mit uns. 😉 )

Ich muss aber auch noch eine Lanze für die Schüler brechen: Alle Lehrer, auch ich, wollen jetzt kurz vor den Ferien noch einen Test schreiben, weil unbedingt Noten benötigt werden und in den Ferien Korrekturzeit vorhanden ist. Mein kleiner Genius in Deutsch jammerte mir schon vor, dass sie am Freitag 5 Tests schreiben… das ist schon heftig. Für meinen müssen sie zwar nicht wirklich lernen, weil es sich um Textarbeit handelt, aber trotzdem ist das doch wahnsinnig anstrengend. War das in meiner Schulzeit auch schon so extrem? Habe ich das schon so erfolgreich verdrängen können?

Wenn aus Skibrillen eine bekannte Suchmaschine wird…

… dann habe ich einen grausigen Englischvokabeltest vor mir liegen, bei dessen Korrektur ich so manches Mal am liebsten alle Tests in die Ecke geworfen hätte. Dabei fing alles so gut an…

Da ich mich während des Wochenendes von der letzten Horrorwoche in Englisch erholt hatte, startete ich oberoptimistisch in die Woche. Montagabend gönnte ich mir dann ja wie schon erzählt die Geburtstagsfeier.
Kaum dort angekommen, erreichte mich ein Anruf meiner Englischmentorin: „Zappelbein, ich habe heute mit den Kindern nochmal geübt, schreib doch morgen mal einen Test!“, sagte sie.
„Äh… also ehrlich gesagt habe ich die Stunde für morgen schon geplant und habe gar keine Zeit, sie jetzt nochmal komplett umzuschmeißen. Ich hatte Ihnen den Plan auch schon geschickt und hatte für Donnerstag einen Test für Grammatik und Vokabeln angesetzt.“
„Achso, du hast deine Stunde schon fertig?“
Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es 18.27 Uhr ist – scheinbar also nicht selbstverständlich, dass man dann fertig ist. (Gut, ich schaffe es auch nicht immer, gebe mir aber Mühe.)
„Na gut, dann schreibst du Donnerstag, wenn du das schon so geplant hast, ist ja kein Problem. Dann schönen Abend noch!“
„Ebenfalls.“
Anfangs war ich noch ziemlich fassungslos, dass ich das noch auf die Schnelle hätte andern sollen, aber letztlich ließ sie mich gewähren, was mich beruhigte und den Geburtstag genießen ließ. (Der war übrigens sehr schön. 🙂 )

Am nächsten Morgen fahre ich nichtsahnend in die Schule und freue mich auf meine Englischstunde in der 6. Stunde. „Diese Woche will ich alles besser machen, diese Woche bin ich auch viel besser vorbereitet.“, ermuntere ich mich. Doch noch vor der 1. Stunde werde ich wieder beim Treffen meiner Mentorin unsicher: „Ich hab heut schlechte Laune, lass mich besser in Ruhe.“
Oh man, besser kann eine Woche nicht beginnen… aber Kopf nicht hängen lassen, es sind noch 5 Stunden Zeit. Vielleicht beruhigt sie sich, aber zumindest kann ich mich bis dahin wieder aufbauen.
Die Englischstunde lief dann wahnsinnig gut und ruhig. Ich war sogar früher fertig, sodass ich noch länger mit den Schülern diskutieren konnte. Sogar ein paar Anekdoten konnte ich erzählen, um die Schüler zu motivieren. Meine Mentorin blieb vollkommen still und gab danach nur positives Feedback. Ich hätte die Schüler zwar sehr gefordert, weil ich wollte, dass sie mit mir reden (ähm, naja, kann man sich drüber streiten, aber meiner Meinung nach sollten sie doch in der 7. Klasse, also im 4. Lernjahr, in einem Satz auf Fragen antworten können), aber das hätte ja gut geklappt (oh Wunder!).

Mittwoch kam ich im Schockzustand in der Schule an, weil ich beinahe die Motorhaube eines Autos geküsst hätte… Schulterblick ist eben doch nicht selbstverständlich. Naja, trotzdem habe ich meine Deutsch- und Englischstunden gut gemeistert, die Schüler waren mit Spaß und Kopf dabei und haben viel mitgenommen. Sogar meine Englischmentorin hatte wahnsinnigen Spaß beim Ausfüllen meines Kreuzworträtsels, das ich zur Sicherung der Vokabeln erstellt hatte. Und sie machte sich bei uns allen sympathisch, weil sie spicken musste und zugab, dass die Schüler besser seien als sie.

Da das alles so gut klappte, schrieb ich also am Donnerstagmorgen den Vokabel- und Grammatiktest. Grammatik lief super, da haben fast alle volle Punktzahl. Die Vokabeln waren ein Graus! Dabei hatte ich angesagt, dass ich die Sätze aus dem Vokabelteil im Buch abfragen werde… kann man die sich dann nicht angucken oder wenigstens auswendig lernen, wenn man keine englischen Sätze bilden kann? Das war echt traurig… letztlich sind die Tests ganz normal mit einem Durchschnitt von 2,7 ausgefallen, aber das geht viel besser! Da müssen sie wohl nächste Woche nochmal ran… am grausigsten war aber, welche Fehler die Schüler machten. Wear ist nicht were und goggles ist nicht google… denn sonst sind wir alle ein bisschen google. 😉
Naja, die Stunde wurde dann auch wieder mehr kritisiert, sie griff auch mehr ein. Woran es lag, weiß ich gar nicht so richtig, aber scheinbar hab ich irgendwas anders gemacht, was die Stunden davor gut lief!? Und dann bemerkt sie immer, dass die Schüler überraschend ruhig geblieben sind… aber vielleicht empfinden die das auch nicht so krass wie sie? Naja, neue Woche, neues Glück, immer ein Stückchen besser. Und größtenteils habe ich diese Woche Lob von ihr geerntet. 🙂
Deutsch lief heute auch wieder supergut, sodass ich entspannt und froh ins Wochenende starte.

Auf ein frohes googlen uns allen!

Linktipp

http://www.forrefs.de/

Eine schöne Internetseite mit Informationen rund um das Ref – Prüfungen, Lehrproben, Umgang mit Konflikten, Umgang mit Kollegen und Schülern, Rechtlichem usw. Hier findet man also alles, was einen als Referendar interessiert und irgendwann unter den Nägeln brennt. Natürlich gibt es je nach Rechtsverordnungen über den Vorbereitungsdienst Unterschiede in den Prüfungen, Lehrproben u.ä., aber diese Sachen erfahrt ihr eh detailliert in den ersten Wochen der Ausbildung. Alles andere leider nicht, deswegen heißt es für mich Daumen hoch für die Website! 🙂

Und wenn ich schonmal bei Empfehlungen bin: Ein berühmtes soziales Netzwerk, das für seine blaue Farbe und den schönen Namen seines Begründers bekannt ist, wird von mir nunmehr fast ausschließlich als Informationsquelle genutzt, welche Verlage gerade welche Angebote haben. Habe schon Einiges an nettem und brauchbarem kostenlosen Material abgreifen können.
Dabei helfen mir insbesondere die News folgender Seiten:

http://www.facebook.com/#!/LehrerrundeInfothek
http://www.facebook.com/#!/ReferendarTipp?fref=ts

Also mal vorbeischauen und nutzen. 🙂

Das Leben – eine aufmunternde Geschichte

Heute fand ich nach der Schule bei einem sozialen Netzwerk folgenden Text, der mich wirklich zum Nachdenken brachte und aufmunterte. Ich hoffe, er gefällt euch auch, ich musste ihn unbedingt teilen. Leider kann ich keine Quelle angeben, da ich nicht weiß, woher der Text stammt. Er ist aber nicht von mir!

Ein Philosophie-Professor stand vor seinem Kurs und hatte ein kleines Experiment vor sich aufgebaut: Ein sehr großes Marmeladenglas und drei geschlossene Kisten. Als der Unterricht begann, öffnete er die erste Kiste und holte daraus Golfbälle hervor, die er in das Marmeladenglas füllte. Er fragte die Studenten, ob das Glas voll sei. Sie bejahten es.
Als nächstes öffnete der Professor die zweite Kiste. Sie enthielt M&Ms. Diese schüttete er zu den Golfbällen in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die M&Ms rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei. Sie stimmten zu.
Daraufhin öffnete der Professor die dritte Kiste. Sie enthielt Sand. Diesen schüttete er ebenfalls in den Topf zu dem Golfball-M&M-Gemisch. Logischerweise füllte der Sand die verbliebenen Zwischenräume aus. Er fragte nun ein drittes Mal, ob der Topf nun voll sei. Die Studenten antworteten einstimmig „ja“.
Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor, öffnete diese und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten.
„Nun“, sagte der Professor, als das Lachen nachließ, „ich möchte, dass Sie dieses Marmeladenglas als Ihr Leben ansehen. Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch erfüllen würden.“ Er fuhr fort: „Die M&Ms symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles Andere, die Kleinigkeiten.“ „Falls Sie den Sand zuerst in das Glas geben“, schloss der Professor, „hat es weder Platz für die M&Ms noch für die Golfbälle.
Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand.“
Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll. Der Professor schmunzelte: „Ich bin froh, dass Sie das fragen. Das zeigt Ihnen, egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es ist immer noch Platz für ein oder zwei Bier.“

Neue Woche – neues Glück?

Das Wochenende ist wie wahrscheinlich bei den meisten viel zu schnell vergangen. Ich brauchte den gesamten Freitag und auch den halben Samstag, um wenigstens einigermaßen von der Woche herunterzukommen… ständige Bauch- und Kopfschmerzen quälten mich, immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Doch mein Partner war die ganze Zeit für mich da und hat mir Halt gegeben – danke nochmal dafür!

Ich hatte auch die Möglichkeit, mich mit einem ehemaligen Referendar meiner Mentorin zu unterhalten. Wirklich erfreulich war es nicht, hilfreich trotzdem. Ich hatte gedacht bzw. gehofft, dass er mir Tipps geben könnte, wie ich mir mehr Freiheit erkämpfen könne und vor allem sie im Unterricht „ruhig kriegen“ könnte, sodass sie bei mir wirklich nur hospitiert und nicht eingreift.
Stattdessen schilderte er mir, dass er sich damals irgendwann mit der Situation abgefunden hätte und darauf wartete, dass er in den eigenständigen Unterricht gehen konnte (was bei ihm 1 Jahr war, bei mir sind es nur 3-4 Monate!). Sie machte ihm genau dieselben starren Vorschriften, griff in seinen Unterricht ein, schrieb sogar zwischendurch etwas an die Tafel, wenn er erklärte und korrigierte ihn.
„Versuche, das Positive in ihrem Unterricht zu sehen und guck dir das ab, genau das habe ich auch gemacht. Schließlich hat sie auch einige guten Seiten, z.B. ihre Konsequenz beim Vokabellernen und der Hefterführung, ihre zügige und stringente Arbeitsweise. Nimm das Gute für dich mit und merk dir, was du später anders machen willst. Zieh dein Ding da vorne durch und lass dich nicht beirren, wenn sie dazwischen redet. Mach danach einfach normal weiter. Im eigenständigen Unterricht und in der Prüfung hast du dann mehr Freiheiten, aber man hat eh keine Zeit, um jedes Mal ein Methodenfeuerwerk zu gestalten.“, sagte er zu mir.

Ich habe noch viel darüber nachgedacht. Natürlich hatte er mit vielem Recht und ich möchte auch nicht gänzlich ohne Buch arbeiten und jedes Mal ein Methodenfeuerwerk gestalten. Das ist utopisch, das weiß ich. Und natürlich hat sie auch sehr gute und „abschauenswerte“ Elemente in ihrem Unterricht, das steht außer Frage. Ich möchte ja auch von ihr lernen und werde jede Kritik annehmen. Dennoch werde ich sie morgen darauf ansprechen, dass ich es unangenehm und bedenklich finde, wenn sie so in meinen Unterricht eingreift. Und ich werde auch versuchen, mir nach und nach Freiheiten zu erspielen, was ich aber eher schleichend und unbewusst versuchen werde. Diese Woche bin ich jedenfalls mit meinen Planungen schon recht zufrieden und hoffe, dass es endlich besser läuft. Blöd ist nur, dass sie die Klasse heute unterrichtet hat und ich nicht wirklich weiß, was sie gemacht hat und wo ich anknüpfen kann… Das muss unbedingt besser werden in Zukunft, so geht es ja nun wirklich nicht. Ich hoffe einfach, dass das morgen trotzdem gut geht. Zumindest schau ich erstmal etwas optimistischer in die Woche, so ganz bauchschmerzenfrei bin ich aber noch nicht.

Jetzt feiert eine liebe Mitreferendarin aber erstmal Geburtstag, da werde ich mich etwas ablenken. 🙂

„Wir können auch einfach alle wieder nach Hause gehen.“

Dieser reizende Vorschlag wurde mir heut Morgen vor der ersten Stunde von einem meiner Siebtklässler gemacht. Hätte ich gewusst, wie dieser Tag verlaufen würde, hätte ich wohl auch dankend angenommen und mich wieder in mein Bett gelegt. Da ich aber keine hellseherischen Fähigkeiten habe, antwortete ich nur lässig: „Aber es macht doch immer so viel Spaß mit euch, das können wir uns doch nicht entgehen lassen!“ Seine schlagfertige Antwort: „Das sagen Sie nicht mehr lange, glauben Sie mir.“ 😀

Mit einem trägen „Good morning“ begrüßte mich die Klasse schließlich. Schon an dieser Stelle hätte mir klar werden müssen, dass heute etwas nicht stimmt… Frohen Mutes versuchte ich aber, die Schüler durch ein Ratequiz aufzuwecken. Abgesehen davon, dass die ersten zwei aufgerufenen Schüler die Aufgabe nicht verstanden hatten bzw. gar nicht erfüllt hatten, lief das auch ganz gut. Munterer wirkten sie aber leider trotzdem nicht. Aber es hilft ja alles nichts, Englischunterricht muss trotzdem gemacht werden. Wirklich rund lief die Stunde dann nicht… zwar hatten die Schüler die Grammatikregeln wunderbar gelernt, doch an der Anwendung haperte es gewaltig. Und vom absolut respektlosen Verhalten meiner Mentorin will ich mal gar nicht reden… das war ja die Krönung. Nicht nur hat sie mir ständig dazwischengeredet, sondern ist sie selbst in der Auswertungsphase, als die Übung längst beendet war, noch weiter herumgegangen und hat individuell geholfen. Ähm, wozu vergleichen wir gemeinsam? Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber das ist doch absolut unter aller Kanone, oder? Leider war keine Zeit, um das Problem anzusprechen, aber das wird definitiv nachgeholt (wenn ich mich auch wieder etwas beruhigt habe).

Den restlichen Tag war ich dann auch nur halb da, weil ich viel nachgedacht und gegrübelt habe, warum meine Stunde nicht lief und warum ich mich überhaupt in Englisch so wahnsinnig unwohl fühle und vor der Klasse nicht ich selbst sein kann. Es liegt ja eigentlich auf der Hand: Ich stehe nicht hinter dem, was ich vorne mache, weil es mir auferlegt wurde. Und auch wenn ich ein bisschen ausbrechen kann, erfüllt mich das einfach noch nicht. Abgesehen davon kann ich ja wohl kaum noch Respekt von den Schülern erwarten, wenn meine Autorität durch meine Mentorin selbst vor den Schülern in Frage gestellt wird, oder?

Das Thema beschäftigte mich so brennend, dass ich auch meine Seminarleiterin damit konfrontieren musste – zum Glück hatten wir heute Seminar. Sie machte mir Mut, dass sie das Problem schon kennt und wir das alles hinkriegen… und ich hoffe einfach inständig, dass sie Recht hat!

Jetzt drückt mir die Daumen, dass es in Deutsch morgen wieder genauso super läuft wie am Mittwoch, damit ich etwas selbstbewusster und -sicherer ins Wochenende starten kann, als ich mich nun gerade fühle. Aber tschakka, das wird! Ich bin ja gut vorbereitet.

„Sie haben den richtigen Beruf gewählt.“

Völlig abgehetzt und fertig von meinem morgendlichen Fahrradmarathon komme ich in der Schule an. Noch 13 Minuten. Ich muss noch kopieren und ein großes Tafelbild an die Tafel bringen.
Am Kopierer angekommen sehe ich, wie 2 völlig entnervte Kollegen am Kopierer herumwerkeln, weil sich ein Blatt verhakt hat. Also kein Kopieren, kann ich auch noch in der Frühstückspause machen. Vorsichtig dränge ich mich aber an die Schneidemaschine, um wenigstens vorher ausgedruckte Arbeitsblätter ordentlich zu halbieren.
Schnell wieder herunterrennen, Materialien schnappen, aufpassen, dass bei der Masse nichts herunterfällt und ab in den Klassenraum. Pünktlich zum Stundenklingeln steht auch das Tafelbild. Nebenbei erzähle ich noch mit meiner Seminarleiterin über Dies und Das.
Als ich mich umdrehe, ist der Raum noch immer leer. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich nicht unter Halluzinationen leide, sondern es durchaus zur Stunde geklingelt hat. Doch wo sind die Schüler? Und meine Mentorin?
Panik macht sich breit. Heute ist doch Mittwoch. Und es ist auch 7.45Uhr. Ich renne schnell in den Vorbereitungsraum, um noch einmal sicherzugehen, dass ich den Stundenplan nicht falsch im Kopf habe. Nein, alles richtig. Auch der Raum stimmt. Also ab ins Sekretariat, von dort zum Koordinator. Nach einigem Hin und Her teilt man mir mit, dass es eine Stundenplanänderung gab, von der mir keiner erzählt hat. 2. und 3. Stunde habe ich die Klasse, nicht mehr 1. und 2. Na super!
Also wieder runter in den Raum und der Seminarleiterin beichten… zum Glück nimmt sie es mit Humor und wir finden eine gute Lösung (später nimmt meine Mentorin auch noch die Schuld auf sich, weil sie mir nichts gesagt hat und es ihr auch beim Besprechen meiner Planung nicht auffiel, dass ich mit falschen Zeiten arbeitete). Wir nutzen die Zeit, um meine Planungen durchzusprechen und festzustellen, dass rein theoretisch eine super Stunde entstehen müsste. Nur meine Tafelschrift wird bemängelt – ich sei in irgendeiner pubertären Phase stehen geblieben und müsse meine Schrift weiterentwickeln… ah ja… gut, erster Arbeitspunkt gefunden.
Um 8.32 Uhr betreten dann auch endlich die ersten Schüler den Raum und pünktlich mit dem Klingeln kann die Stunde beginnen. An und für sich eine tolle Stunde. Etwas zügiger soll noch gearbeitet werden, d.h. ich muss mehr „Druck“ ausüben, der Rest war ok. Vor allem mochte sie, dass ich Raum für Diskussionen ließ und die Gespräche gut leitete. Auch meine Rückmeldungen zu den Schülerleistungen seien toll gewesen, weil sie so differenziert waren. Genau diese Punkte machen mich besonders stolz, weil ich dort im Praxissemester noch unsicher war. Aber anscheinend habe ich doch schon  eine Menge gelernt. Jetzt kann ich mich an die nächsten Baustellen machen.

Doch es blieb kaum Zeit zu verschnaufen. Schnell noch die Kopien anfertigen (Gott sei dank ging der Drucker wieder!), Englischsachen schnappen und ab in die nächste Stunde. (Ich bin dafür, dass man längere Pausen lässt, 5 Minuten reichen einfach nicht!) Selbstsicher trete ich vor die Klasse – ich hatte ja auch  keine Zeit zum Nachdenken und Grübeln, ob das alles Sinn macht. 😉 Fazit: Eine zweite (bzw. dritte) gelungene Stunde an diesem Tag. Lob von meiner Mentorin, dass ihr diese Stunde sehr viel besser gefallen hat, weil ich viel mehr aus mir herauskam, viel gelobt habe und alles Sinn machte (trotz innovativen Spielchen, die ihr allerdings zu viel Zeit einnahmen). Manko auch hier: Nicht zügig genug gearbeitet. Also auch hier morgen mehr Tempo machen.

Nach dem aufregenden Tag habe ich mich dann ganz schnell aufs Fahrrad geschwungen, bin nach Hause gefahren und habe mit meinem Traummann telefoniert und mich mit einem Festmahl belohnt. Die Planungen für morgen und übermorgen beschäftigten mich dann doch noch bis in den Abend… Ich bin für Feierabend! (Nur noch drucken…)

 

„Wie lange unterrichten Sie uns jetzt?“

Das war die einzige direkte Rückmeldung der Schüler, die ich heute nach meiner Stunde bekam. Dem Gesichtausdruck nach war das auch eine durchaus positiv gemeinte Frage. Vom Hocker gerissen habe ich sie heute aber sicher nicht. Ich war absolut unzufrieden mit meiner Stunde… ich war viel zu aufgeregt und verunsichert durch die Kommentare gestern und habe gar nicht richtig zu mir gefunden.

Letzte Nacht hatte ich geträumt, wie alles schief geht und sie mich ständig verbessert und unterbricht und am Ende die Stunde sogar selbst übernimmt… Horror!
Und auch heute früh nach dem Betreten des Vorbereitungsraums sagte meine Deutschmentorin zu mir, dass ich ängstlich und verunsichert wirke. Sie baute mich dann den ganzen Tag ganz lieb auf, da besagte Stunde erst in der 6. Stunde stattfand. Und ihre Rückmeldung zu meiner Planung für den morgigen UB war auch durchweg positiv. Es gab nur ganz wenige Anmerkungen und genau zu den Schwächen, die ich selbst bei mir auch kenne (z.B. Formulierung eines knackigen Themas). Morgen sollte das also laufen. Aber nochmal zu heute.

Die erste Hälfte der Stunde merkte man mir wohl meine Unischerheit an, da ich gar nicht aus mir herauskam und wenig mitreißend war. Nach und nach wurde es aber besser, was meine Mentorin als sehr positiv anmerkte. Sie meinte, ich sei sicher eine super Lehrerin, wenn ich mehr aus mir herauskommen würde, wie zum Schluss der Stunde. Puh, endlich etwas Positives! Naja, sie hatte auch nicht viel zu kritisieren, ich umso mehr. Ich fühlte mich in mein Bachelorstudium ganz an den Anfang zurückversetzt, weil ich die stupidesten Fehler machte, die ich mir eigentlich schon längst abgewöhnt hatte. Peinlich, peinlich…
Meine Mentorin fragte auch, woran es denn gelegen hätte und da sagte ich ihr ganz ehrlich ins Gesicht, dass ich mich von ihr habe einschüchtern lassen und echt Angst vor der Stunde hatte. Da lachte sie nur und sagte lieb-lachend-tröstend, dass das Quatsch sei und ich doch keine Angst haben brauche, die Stunde sei doch gut gelaufen und ein Anfang ist gemacht. Morgen wird es dann auch besser, wenn ich aufgetauter bin. Und ich hätte eine Sache super gemeistert, die die anderen Referendare meist gar nicht können: Zeitplanung!
Das hat mich wirklich beruhigt, endlich mal liebe Worte bezüglich meines Unterrichts. Vielleicht freunden wir uns ja doch noch an, ich geh es erstmal langsam und wenig innovativ an. Ich hoffe nur, dass ich so die Schülerherzen auch etwas für mich gewinne, denn schließlich sollen sie ja etwas lernen!

Morgen liegt dann ein großer Tag vor mir: Unterrichtsbesuch in Deutsch (Doppelstunde) von der wohl kritischsten Fachseminarleiterin und danach die 2. Stunde in Englisch. Ich bin gespannt, wie die Deutschklasse auf die Methoden reagiert, da sie doch neu für die Schüler sind… noch gespannter bin ich dann auf die Rückmeldung meiner Seminarleiterin. Und am gespanntestes (gibt es das? ^^) bin ich darauf, was die Schüler in Englisch aus meinem kleinen „Experiment“ machen – sie sollen nämlich mal versuchen, selbst eine schöne Übersicht zur Grammatik (relative pronouns) zu erstellen. Mal sehen, was dabei herauskommt und wie viel Schüler sich an der HA überhaupt versuchen. Bestimmt haben morgen viele zufällig ihre Hefter vergessen… 😉

Es bleibt also spannend, bleibt dran! 😀

Das ist er also…

… der Zwiespalt eines Referendars. Vor einigen Tagen hätte ich wohl noch gesagt, dass mich das nicht betrifft, doch nun weiß ich doch nicht so richtig, wie ich mich verhalten soll. Aber ich fang mal von vorne an.

Wir ihr wisst, ist meine eine Mentorin eine sehr konservative Lehrerin, die Aufgabe für Aufgabe im Lehrbuch abarbeitet und keine zusätzlichen Materialien erstellt oder nutzt. Diese Woche soll ich nun die ersten Stunden in Englisch machen, morgen die erste. Mir wurde schon angst und bange, als sie am Donnerstag den mir wohl immer im Gedächtnis bleibenden Satz sagte: „Referendare wollen immer das Rad neu erfinden und irgendwas Innovatives machen. Meiner Meinung nach braucht ihr doch nur nach dem Buch arbeiten; die Ersteller haben sich dabei schon was gedacht. Warum wollt ihr immer noch etwas anderes machen?“ Tja, die Antwort muss ich wohl nicht ausführen, oder? Natürlich möchte man die Methoden mal ausprobieren, die man im Studium gelernt hat. Natürlich möchte man sich als Lehrerpersönlichkeit ausprobieren. Und vor allem will ich doch auch meine Schüler etwas motivieren, was mit reiner Lehrbucharbeit meiner Meinung nach nicht möglich ist. Und nein, ich sage nicht, dass Frontalunterricht oder Lehrbucharbeit per se schlecht sind. Aber ausschließlich?
Ganz vorsichtig traute ich mich dann zu fragen: „Aber es ist nicht schlimm, wenn ich mal eine Aufgabe im Buch auslasse oder Zusätzliches suche/ erstelle?“ – „Nein, das natürlich nicht. Aber du solltest dich schon größtenteils daran halten.“

Tja, nun habe ich versucht, den Spagat zwischen „ich-arbeite-ganz-viel-mit-dem-Lehrbuch“ und „ich-bleib-mir-auch-selbst-treu-und-mach-methodisch-etwas-mehr“ hinzubekommen. Den Entwurf schickte ich am Samstag ab, heute bekam ich einen Anruf meiner Mentorin. Zuerst durfte ich mir anhören, dass mein tabellarischer Entwurf (eine Tabelle, wie sie im Seminar genutzt wird und wie ich sie auch aus dem Studium kenne) absolut unübersichtlich sei und wie toll das doch die Referendarin vor mir immer gemacht hatte… *bumm* Erste Flaute. Ich erklärte ihr, dass ich die genauen Vorgaben aus Englisch noch nicht kenne, aber dieser Entwurf eigentlich Standard ist, da ich den so aus dem Studium sowie aus dem Deutsch- und Hauptseminar kenne.
Danach kritisierte sie meine pre- und post-reading-Aufgaben (die ich mir selbst ausgedacht hatte, weil das Buch so etwas gar nicht macht, sondern einfach nur lesen lässt und dann daran Grammatik erklärt – kann man wohl drüber streiten) und meinte, dass sie den Sinn darin nicht sehe, aber ich solle mal machen… von Motivation, Einstimmung auf den Text u.ä. hat sie scheinbar noch nichts gehört, denn auch nach dieser Erklärung erschien ihr das sinnlos und als Zeitverschwendung.
Die restlichen Sachen fand sie wohl ok, die anderen Hinweise waren auch hilfreich (auch wenn ich mich fühlte, als wäre das meine allererste Stunde und als dächte sie, ich wäre von irgendwo weit hinter dem Mond und hätte noch nie etwas von Unterrichtsplanung gehört). Wenn ich nicht wüsste, dass ich schon knapp 1 Jahr allein unterrichtet habe und dass die Schüler und meine alten Mentoren aus dem Praxissemester durchweg zufrieden und sogar begeistert von meinem Unterricht waren, würde ich jetzt wohl vollkommen an mir zweifeln. So habe ich jetzt einfach nur tierische Angst vor morgen, fühle mich total unsicher und fürchte mich vor dem, was sie wohl nach der Stunde sagen wird… und vor allem stellt sich mir die Frage, wie ich in Zukunft damit umgehen soll. Den mentorengestützten Unterricht strikt nach Lehrbuch und ihren Vorgaben machen und im eigenverantwortlichen Unterricht Eigenes ausprobieren? Oder es darauf anlegen und durchweg mein Ding durchziehen (benotet wird es schließlich nicht, aber ihre Meinung zählt irgendwie auch in meine Note herein und ständige Unzufriedenheit ihrerseits bedrückt mich auf Dauer sicher auch sehr stark)? Und was passiert, wenn ich wirklich mal andere Methoden anwende, Gruppenarbeiten, szenisches Spiel oder gar Projektunterricht, Stationenarbeit o.ä.? Ich hab mich ja extrem zurückgehalten und alles recht lehrerzentriert gehalten… Oder irgendwann noch mal ein ruhiges Gespräch mit ihr, dem Seminar oder gar dem Schulleiter führen?
Oh man, warum kann man uns Referendare nicht mal ausprobieren und notfalls auf die Nase fallen lassen? Aber am besten mache ich erst einmal nicht die Pferde scheu und warte die ersten Stunden ab. Aber das Telefonat hat mich schon sehr verunsichert… :/