Von Brownies, Gummibärchen und viel Schokolade

Dass mein durchschnittlicher Schokoladenkonsum weit über dem des Durchschnittsdeutschen liegt, dürfte den aufmerksamen Lesern meines Blogs bisher nicht entgangen sein. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich den Hochpunkt meiner ungesunden Ernährung erreicht habe – vielleicht ist es aber genauso viel wie immer. Sicher ist, dass ich noch immer auch einiges an Obst und Gemüse im Speiseplan habe. Das ist nicht zu verachten. Wozu aber dieser ganze Süßkram? Kann man Stress nicht auch anders bewältigen? Fakt ist: ich nicht!

Und das beschäftigt mich gerade:

  1. Mich hat dieses unglaubliche, unbeschreibliche, unaushaltbare Fernweh gepackt. Normalerweise kommt es alle 2 Jahre – nun war ich seit Juni 2010 nicht mehr weg und es zeigt sich nun in vollster Stärke! Schon letztes Jahr im Frühjahr überkam mich der Drang nach einer USA-Westküsten-Reise, nun ist er wieder da. Dabei muss es nicht mal USA sein – Irland wäre auch toll… oder einfach mal wieder London und den Süden GBs erkunden. Das wär’s! Und nein, es tröstet mich nicht, dass ich im Juni die Kursfahrt nach Schottland begleite…
  2. Wir hatten heute ein unglaublich interessantes Vertretungsseminar mit dem Hauptseminarleiter für die angehenden Förderschullehrer. Er hat uns schöne Einblicke in seine Arbeit und in die uns erwartende Inklusion gegeben. Viele praktische Tipps und Hinweise haben natürlich auch nicht gefehlt – Wusstet ihr, dass Texte auf gelbem Untergrund die Konzentration der Schüler verlängert? Das Einparfümieren mit beispielsweise Lavendel-Duft verstärkt diesen Effekt ebenso. Und Schüler in der SEK I (und Grundschule) sollten Texte mit bestenfalls Schriftgröße 14 und maximaler Breite von 15 Zentimetern (wegen der Augenspannweite und Konzentration) erhalten. Erfolg überprüft! Also ab sofort in Spalten arbeiten, vielleicht hilft es ja.
  3. Ich habe mir heute die eingesammelten Essays meiner Schüler der 11. Klasse durchgelesen – spannend! Thema war unter Anderem Schülermitbestimmung in der Schule. Interessantes Phänomen: Eine Schülerin ließ sich sehr trotzig-eingeschnappt über das Thema aus, die Jungs waren sachlicher und neutraler. Sie (frei zitiert): „Schüler dürfen nur in dem Rahmen mitbestimmen, in dem es mit den Meinungen der Lehrer konfrom geht. Sobald etwas nicht so vonstatten geht, wie sie es sich wünschen, verbieten sie es sofort.“, die männlichen Schreiber (frei zitiert): „Schüler sollten nicht bei so wichtigen Entscheidungen wie dem Lehrplan/ der Themenauswahl mitentscheiden dürfen, denn Lehrer sind dafür ausgebildet. Außerdem müssen die Schüler lernen, auch mit Dingen klarzukommen, die ihnen nicht zu 100% gefallen – so ist das im späteren Arbeitsleben auch. Schüler sollten Lehrer als Ansprechpartner sehen und mit ihm kooperieren, ihn in seiner Auswahl beraten, jedoch nicht das alleinige Entscheidungsrecht erhalten. (Doch nicht mal das nehmen Schüler in Anspruch).“ Fazit: Auch die Schüler konnten nicht so richtig ausmachen, ob und wie viel Mitbestimmung sie in der Schule haben möchten.
  4. Konzept-Schreiben für meine SAB – ohne Worte…

Vom Leben gelernt

Kennt ihr diese tolle Kategorie aus einer bekannten Zeitschrift für junge Erwachsene (zu denen ich mich noch zähle)? Ich habe heute (und am Wochenende) auch vom Leben gelernt:

  1. Unangenehme Anrufe des Vermieters (hier können auch andere Personen eingesetzt werden) erhöhen den Erdnussbutter- und Schokoladenkonsum.
  2. Schlecht isolierte Raucherräume in Kneipen führen zu relativ einsamen Nächten, weil man selbst wie eine Räucherhöhle riecht.
  3. Keinen Alkohol zu trinken lässt einen auf unangenehme Art und Weise im Mittelpunkt stehen. (Was ist das für eine Gesellschaft?)
  4. Wahre Freunde sind selten und kostbar – und leider „verwachsen“ sie sich manchmal auch nach vielen Jahren, ohne dass es einen ersichtlichen Grund gibt.
  5. Große, fluffige Schneeflocken sind zwar faszinierend, doch erfreuen sie das Herz nicht annähernd so sehr wie die ersten warmen Sonnenstrahlen im Januar.
  6. Es geht nichts über gute Musik!

Ich mag diese Kategorie sehr, sehr gern! Das ist immer das Erste, was ich lese, wenn ich die neue Ausgabe in der Hand halte, auch wenn sie auf der letzten Seite ganz unten und sehr klein abgedruckt ist. Sie toppt jedes unnütze Wissen!

Viel mehr kann ich vom heutigen Tag kaum berichten. Im Seminar waren 50 % krank, was eine Mitreferendarin zu dem Ausruf verleitete: „Ich möchte auch mal krank sein!“ Das kann ich einerseits total verstehen, weil man sich dann nicht den teilweise eher schnöden Inhalten des Seminars widmen muss, doch andererseits ist es auch doof, krank zu sein. Ich schleppe ja selbst seit Wochen meine Lieblingskrankheit in leichten Zügen mit mir herum, bin aber dennoch froh, dass es nicht so schlimm ist, dass ich mich mit Antibiotika vollstopfen muss. Außerdem könnte ich dann doch auch gar nicht meine süßen Schüler bespaßen – wie würden sie nur mit dem Ausfall der Stunden klarkommen? 😉
Naja, zumindest wurde dadurch mein grandioser Plan zerstört, schon nebenbei etwas im Seminar zu machen, weil man sich bei 5 Refs einfach schlecht verstecken konnte. Andererseits sind wir um die mehr als umfangreichen Hausaufgaben herumgekommen. *puh*
So saß ich also ewig an meinen Planungen für die Woche und am Kontrollieren der Essays meiner 10. Dass das so lange dauert, hätte man mir ruhig mal früher sagen können… Und unsicher bin ich mir bei der Bewertung auch noch, weswegen ich das morgen noch einmal absprechen werde.

Das alles bedeutet nun, dass ich morgen mehr von dem schaffen muss, was ich heute eigentlich schon anfangen wollte. Also volle Kraft voraus in die letzte Woche vor den Ferien, denn Donnerstag gibt es Zeugnisse! Aber nennen wir sie lieber „unterrichtsfreie Zeit“, denn mit Ferien hat die nächste Woche eher weniger zu tun. Ich darf gar nicht an meine To-do-Liste denken. *grusel*