Wenn man gar nichts mehr weiß…

Ich war immer der Meinung, dass ich mich sehr gut einschätzen kann. Ich bin zwar oft sehr selbstkritisch, was manche nicht verstehen können, doch hat sich meine etwas negativere Sicht dann meistens auch bestätigt.

Im Moment dreht sich bei mir alles um die Prüfung (wenn da nicht der UB morgen noch wäre – der letzte Unterrichtsbesuch vor der Prüfung!, d.h. ein Ende ist in Sicht 🙂 )… Und damit verbunden natürlich meine Chancen auf eine gute Note. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass ich mit 1,5 schon echt gut wegkommen würde, es aber doch schlechter kommt. In meinem Umfeld begegne ich jedoch immer häufiger die Auffassung, dass ich mich mal wieder zu schlecht einschätze.

Heute meinte sogar bei der Dienstberatung eine Kollegin, die eigentlich gar nichts von meinem Unterricht und meinen Leistungen wissen kann, zu mir:
„Na bei dir wissen wir doch eh alle, wie das ausgehen wird.“

Wisst ihr das?
Schön, dass ihr euch da alle so sicher seid und sich das anscheinend im Kollegium herumspricht. Dann muss ich ja „nur noch“ die Erwartungen in genau einem Monat und 5 Tagen erfüllen…

 

PS: Umso schöner war es heute aber, bei den Terminen, die für die nächsten Wochen angesagt wurden, denken zu können: „Mensch, da bist du dann schon „richtige“ Lehrerin. 🙂

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Back to school

So langsam, aber sicher sind die Ferien wirklich zu Ende. Ab Donnerstag werden wieder hunderte von Schülern durch das Schulgebäude wuseln – und ich mittendrin. Einerseits freue ich mich, andererseits hätten die Ferien auch noch etwas länger andauern können. 😉

Heute war unser erster Vorbereitungstag. 2 Stunden Dienstberatung mit allen möglichen Informationen durften wir heute genießen. Diesmal hat unser stellvertretender Schulleiter die Sitzung geleitet. Von einem neuen Schulleiter war bisher noch nicht die Rede und ich glaube auch nicht, dass ich den in meiner Referendarzeit noch erleben werde.

Dafür gab es viele andere Informationen. Eine Kollegin hat in den Ferien heimlich geheiratet und hat einen neuen Namen. (Sie will gern ihre Schüler veräppeln, indem auf den Stundenplänen immer ihr neuer Name stehen soll und die Kollegen dann so tun sollen, als wäre es eine neue Kollegin. Der Überraschungseffekt wird super! 😀 ) Wir haben eine neue Kollegin (darüber habe ich mich ja schon einmal extra ausgelassen), die aber heute seltsamerweise nicht anwesend war. Und wir bekommen wahrscheinlich einen promovierten Referendar in den Fächern Deutsch und Sport – vorausgesetzt es finden sich Mentoren. Dann bin ich nicht mehr allein an der Referendarfront.
Tja, ansonsten werden die ersten Tage vom Schuljubiläum gefüllt sein. Der Unterricht geht erst nächsten Mittwoch so richtig los.

Leider gab es heute aber noch nicht die Stundenpläne. Dabei bin ich soooo neugierig, wie meine Stunden diesmal verteilt sind und ob ich trotz neuer Kollegin meine Wunschklassen bekomme. Morgen bekommen wir sie hoffentlich, zumindest wird dieses Ziel angestrebt. Ich wünsche es mir sehr, weil ich dann endlich die ersten Sequenzplanungen machen kann. Im Moment ist das schwer möglich, weil ich nicht weiß, ob ich Doppel- oder Einzelstunden habe.

Ansonsten stehen morgen nur die Fachkonferenzen an. Natürlich finden Englisch und Deutsch wieder gleichzeitig statt, sodass ich nur zu Englisch gehe und mich in Deutsch von meiner Mentorin informieren lasse. Da habe ich wenigstens eine… in Englisch ist das alles noch etwas in der Schwebe, wer meine neue Mentorin wird.
Und danach müssen wir bis 12 Uhr in der Schule bleiben – wozu auch immer. Ich nehme mir was zum Arbeiten mit und hoffe, dass ich dann auch irgendwo Ruhe dazu finde.
Mittwoch dürfen wir zum Glück zu Hause bleiben, bevor es dann Donnerstag richtig losgeht. 🙂

Ein langer Tag geht zu Ende

und der morgige Tag verspricht, noch länger zu werden. Dafür klingt er aber auch hoffentlich etwas schöner aus, auch wenn daran noch gezweifelt werden kann.

Ich habe es nach 11 Stunden in der Schule endlich geschafft, wieder zu Hause anzukommen. Ich finde, dafür habe ich einen Orden verdient. 😉
Und viel erlebt habe ich auch:

Ich habe heute das erste Mal ein richtig ernstes Schülergespräch geführt, natürlich aber noch mit Unterstützung meiner Mentorin. Ein Schüler aus meiner 7. Deutschklasse macht mir schon länger etwas Sorgen und heute verschärfte sich das Problem noch weiter.
Kennen gelernt hatte ich den Schüler als sehr engagierten, wissbegierigen, aktiven Schüler, der sehr viel Allgemeinwissen in den Unterricht einbringt und den man manchmal sogar stoppen muss. Im Zusammenhang mit meiner Anne Frank-Einheit habe ich öfter über ihn geschrieben. Leider zeigt er sich so im 2. Halbjahr nicht mehr und auch seine Noten sind drastisch gesunken. Nachdem er mir heute schon wieder keinen Kurzvortrag vorweisen konnte, den er eigentlich schon vor 1,5 Wochen halten sollte, musste ich ihm die Note 6 endgültig eintragen. Er bettelte um eine weitere Chance, aber ich denke, dass 2 Chancen genug sind. Beide verpasst, selbst schuld.
Das Gespräch folgte trotzdem. Man merkte sehr, wie beschämt er war, vor allem in seiner Körpersprache. Zu sagen hatte er nämlich nicht viel. Er wollte uns nicht wirklich sagen, was mit ihm los ist. Seine einzige Begründung, die er nach langem Zögern von sich gab, war, dass er sich etwas demotiviert fühlt, weil er es im 1. Halbjahr nur knapp nicht zur 1 geschafft hatte. Statt sich aber anzustrengen, lässt er sich jetzt hängen. Blöde Situation und eindeutig der falsche Weg.
Wir haben ihm jetzt auf den Weg gegeben, sich wieder mehr anzustrengen, zumal das Thema jetzt soooooooo schön ist: Balladen. (Eines meiner Lieblingsthemen!) Schließlich soll er auch seine 2 auf dem Zeugnis nicht verspielen, wäre ja schade.
(In der 2. Hälfte der Stunde hat er übrigens wieder toll mitgearbeitet und sich angestrengt – hoffentlich bleibt die Motivation oben!)

Heute begann mein Wales-Projekt. Man, war ich aufgeregt, das glaubt ihr gar nicht. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich den Raum walisisch geschmückt und meinen Laptop für das Abspielen der walisischen Nationalhymne hochgefahren. Fünf-Minuten-Pausen sind eindeutig zu kurz! Aber meine Schüler haben mir ganz lieb beim Aufhängen der Plakate geholfen. 🙂
Der Einstieg funktionierte super. Die Schüler wirkten wahnsinnig motiviert und interessiert am Projekt und arbeiteten toll mit. Zwar maulten sie, dass ich die Gruppen eingeteilt hatte und sie mal nicht mit ihren besten Freunden zusammen arbeiten dürfen, aber sie haben sich schnell damit abgefunden und auch die erste Gruppenarbeitsphase ohne blutige Auseinandersetzungen überstanden. 😉 Nee, mal im Ernst: Sie haben sich ganz erwachsen benommen und sich schnell als Team zusammengefunden und toll gearbeitet, ich bin wirklich stolz auf sie! Morgen dürfen sie dann im Computerraum recherchieren, was die Finger und Augen hergeben.
Leider habe ich von einem Schüler keine Erlaubnis zum Fotografieren und Filmen bekommen, was echt schade ist. Seine Eltern sind dagegen, er hat damit gar kein Problem. Er hat sich sogar sehr für mich und meine Arbeit eingesetzt, aber es half alles nichts. 😦
Heute habe ich erst einmal um ihn herum fotografiert, aber blöd ist das trotzdem, vor allem für die Präsentation. Also folgt bald meine 2. Premiere: Ein Elterngespräch. Ich werde da morgen mal anrufen und fragen, ob wir einen Gesprächstermin vereinbaren können. Vielleicht überzeuge ich sie ja doch noch davon.

Auch an meiner 1. Dienstberatung nahm ich heute teil. Tja, es war so, wie Dienstberatungen eben so sind. Informativ, etwas langweilig und -wierig und vor allem zeitlich viel zu spät und lang angesetzt. Eine wichtige Information war, dass wir ein 3. Smartboard erhalten. Und nun sollen wir uns Gedanken machen, wo es hinkommt. Leider hat sich noch niemand öffentlich dazu geäußert. Ich überlege aber ernsthaft, ob ich morgen mal zum Schulleiter gehe und ihm vorschlage, mal eines im Sprachen- oder Kunstbereich zu installieren. Die anderen beiden stehen nämlich im Technik-Mathe-Physik-Bereich, weswegen sich allen anderen Kollegen nie (ohne großen Aufwand) die Möglichkeit bietet, es zu nutzen. Das ist wirklich schade… Noch besser fände ich es aber, wenn sich erst einmal um mehr (fest installierte) Beamer gekümmert werden würde. Das würde uns allen helfen!

Es war also viel los und entsprechend geschafft bin ich heute auch. Die Couch ruft und ich gehörche natürlich ganz artig. 😉