Vielleicht…

Vielleicht wird ja doch alles gut.

Nachdem letzte Woche eine der Ref-Wochen war, die ich am liebsten komplett aus meinem Kalender streichen möchte, habe ich diese Woche wieder neue Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet.

Erst wird die Stelle, meine Stelle, gestrichen, damit ging auch die wunderschöne, auserkorene Traumwohnung für meinen Verlobten und mich flöten (keine Sicherheit für den Vermieter mehr da) und am Ende steht sogar meine Prüfung auf der Kippe.
Darüber habe ich hier bewusst nicht geschrieben und ich möchte das jetzt auch nicht ausbreiten, aber Fakt ist, dass manche Menschen echt mal überlegen sollten, wie sie mit anderen Menschen umgehen. Referendare sind übrigens auch vollwertige Menschen und Kollegen. Entsprechend sollte man sie auch behandeln. Aber gut… meine Prüfung ist nach langem Hickhack, vielen Tränen und noch mehr Herumtelefonieren, Herumrennen und Gespräche suchen gerettet und kann (fast) wie geplant stattfinden. Zwar verschiebt sich der gesamte Prüfungstag um 90 Minuten nach hinten, aber das nehme ich gern in Kauf, wenn ich wenigstens meine Prüfungsstunden so halten kann, wie ich es schon seit Monaten geplant habe.

Ich habe schon jetzt einige Kollegen und Mitreferendare für mein Kolloquium gewinnen können, sodass ich nicht ganz allein da sitzen werde. Ich hoffe natürlich, dass es noch mehr werden.
Die Prüfungsstunden sind komplett fertig und werden diese Woche nur noch in den Formulierungen verfeinert, damit ich sie Freitag per Post abschicken kann.
Alle Materialien sind fertig erstellt, gebastelt oder gedruckt worden. Und auch der Beamer ist für den ganzen Tag reserviert.
Morgen muss ich mir noch einmal den Raum genau angucken, um zu sehen, ob ich meine Tische in Englisch lieber in U-Form oder in Gruppentische stelle. U-Form wäre besser, ist für die Stunde an sich auch methodisch passender, aber wahrscheinlich wegen der Klassengröße schwer machbar. Aber ich werde es morgen sehen.

Die Stellenausschreibungen sind noch nicht draußen, aber immerhin konnte ich am Samstag schon meine Bewerbung für Niedersachsen rausschicken.
Meine Hoffnung für eine Stelle hier ist nicht sehr groß, aber sie ist noch vorhanden und wird auch zuletzt sterben. Nach der Prüfung werden alle Privatschulen abgeklappert. Irgendwas muss einfach klappen! Und es kann nach der Chaoswoche letzte Woche eigentlich nur noch bergauf gehen.

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Von Fortbildungen und Vornoten

Es ist viel los in diesen Tagen – trotz Herbstferien letzte Woche. Jeden Tag habe ich mir den ganzen Tag mit Prüfungsvorbereitungen vertrieben und nun bin ich schon echt weit gekommen. Jeden Tag mache ich ein bisschen, sodass ich es pünktlich nächsten Freitag schaffen sollte, alles an die Prüfer zu schicken. Eigentlich will nur mein Hauptseminarleiter alles per Post, die anderen können sich auch per Mail bis Montag gedulden bzw. wollen es persönlich haben. Ja, ihr habt richtig gelesen. Zwei Tage vor der Prüfung darf ich zum Landesschulamt fahren, um meine Prüfungsunterlagen persönlich an meinen Fremdprüfer zu überreichen. Warum auch nicht? Eigentlich könnte das doch jeder verlangen. Dann würde man mal ein bisschen herumkommen in diesem schönen Bundesland. 😀 Zum Glück reicht dann doch der Weg über die Post oder E-Mail.

Heute habe ich meine Deutschstunde mit meiner Mentorin abgesprochen und irgendwie muss ich sagen, dass ich sie nie so wenig kritisch erlebt habe. Entweder war mein Entwurf wirklich gut oder sie hatte gute Laune. Zumindest fand sie alles rund und stimmig, nur an den Formulierungen der Aufgabenstellungen soll ich noch einmal arbeiten, damit es wirklich eindeutig wird. Sogar meine super-mediale Idee fand sie toll, obwohl sie sonst eher gegen diesen Medienkram ist. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich das technisch umsetze. Ziel ist, dass ich alle Standbilder, die die Gruppen kreieren, mit dem Handy fotografiere, auf den Laptop bringe und alle Bilder nebeneinander über den Beamer zeige, damit wir sie dann vergleichen und auswerten können. Ein Kabel zu besorgen ist das Einfachste. Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich auf die Schnelle alle Bilder nebeneinander auf den Bildschirm bekomme. Ideen? Oder denke ich zu kompliziert?

Gestern gab es übrigens die Vornoten. Lange hatte ich den Tag herbeigesehnt und doch gefürchtet, aber es gab keine Überraschungen. Ich habe alle Noten genau so bekommen, wie ich es mir (teilweise leider) schon gedacht hatte, aber die Begründungen waren der Hammer! Einfach nicht nachzuvollziehen und lächerlich! Ich habe in meiner schriftlichen Arbeit – Achtung, haltet euch fest! – ZU VIEL reflektiert. Ich hätte mir die Auswertung der Feedbackbögen mit schönen, übersichtlichen Diagrammen doch bitte sparen können. Was soll das Ganze? (Das nächste Mal können sie sich gern durch die Feedbackbögen kämpfen und sich allein eine Übersicht über die Kommentare schaffen… Pff!) Und dann wurden auch noch Dinge kritisiert, die nach den Unterrichtsbesuchen wirklich NIE, kein einziges Mal, zu Wort kamen. Aber man muss ja bei zu wenig Sympathie irgendeine Begründung für die Note finden, ne?
Ich versuche, das Positive zu sehen und mich noch motivierter für die Prüfung zu fühlen, aber so ganz klappt das noch nicht. In den nächsten 2 Wochen kann das ja noch werden. Das fällt aber ehrlich gesagt auch schwer, wenn mich meine Kollegen seit heute alle etwas mitleidig anschauen, weil sie wissen, wie blöd die Zeit unmittelbar vor der Prüfung ist. Zumindest versuchen sie es danach aber noch mit aufmunternden Worten. 😉

Etwas Kraft kann ich auch aus dem anstrengenden Fortbildungswochenende ziehen. Davon habe ich euch noch gar nicht berichtet. Es hat sich gelohnt, zumindest am Samstag. Freitag war eher zäh und nur wiederholend für mich, was ich etwas schade fand. Samstag war dann aber umso besser. Erst haben Kinder/ Schüler von einem Projekt erzählt, wie sie im Deutschunterricht bzw. in der Projektwoche ein Theaterstück auf die Beine gestellt haben (und zwar komplett inklusive Texteschreiben und Bühnenbild gestalten). Es war echt faszinierend, das mal zu hören, wie es wirklich in der Praxis aussehen kann. Sonst liest man ja immer nur von etwas utopischen Umsetzungsmöglichkeiten, aber weiß nicht, wie das wirklich funktionieren soll. Danach stellte dann noch Maike Plath ihre Konzept vom Theaterunterricht vor, das an einer Hauptschule auch erprobt wurde. Ich erwähne den Namen extra, weil ich so begeistert davon war. Im März erscheint ihr Buch, in dem sie das gesamte Konzept erläutert und ich empfehle es wirklich wärmstens. Sie hat auch ganz viele Materialien erstellt, die man schon jetzt im Handel erwerben kann. Ohne das Konzept sind sie aber etwas „wertlos“. Ich habe zumindest das erste Geschenk auf meiner Wunschliste für Weihnachten. 😉

Potenzierte Hilflosigkeit – Part III

Die Odyssey nimmt kein Ende – zum Leidwesen aller. Die Klagen der Lehrer über die Klasse werden immer häufiger und der Klassenlehrer hat seine Kur (mal wieder) um eine Woche verlängert. Es ist echt zum Haareraufen. Seit Ostern macht er das nun schon, jetzt ist schon fast wieder Pfingsten… Dabei bräuchte seine Klasse echt mal wieder den Halt durch den Klassenlehrer. Die Stellvertreterin kümmert sich ja auch nicht wirklich um das Problem, was vor allem auch an der Teilzeitarbeit und der geringen Anwesenheit liegt.

Heute wurde es mir dann zu viel, sodass ich mich  mal zu dem Problem vor der Klasse äußerte.
Alles fing heute ruhig an – wir schrieben einen Vokabeltest, weil wir die Vokabeln die letzte Woche auch hoch und runter geübt haben und sie eigentlich sitzen müssten. Netterweise sammelte ich auch nur ein paar Tests ein – freiwillig wollte jedoch keiner abgeben.
Anschließend hatte ich mir eine nette Hörübung ausgesucht. Da morgen Feiertag ist, wollte ich die Stunde etwas auflockern. Und was passiert? Die Schüler waren heute unruhig ohne Ende. Die üblichen Verdächtigen haben wieder nur gestritten und gezankt und somit Unruhe in die gesamte Klasse gebracht. Selbst die vielen Ermahnungen und das Lauter-Werden halfen nichts. Letztes Mittel: Ich drohe den Schülern an, alle Tests einzusammeln, wenn es so weitergeht. Nach 3 Verwarnungen bzw. gelben Karten musste ich das dann leider auch in die Tat umsetzen, was mir sehr leid tat. Der Test war anscheinend ziemlich schwierig für die Schüler, obwohl wir letzte Woche so viel darüber gesprochen hatten und es auch Hausaufgabe war, die Vokabeln zu lernen.

Da es sich nicht gelohnt hätte, noch eine neue Übung anzufangen – erst recht nicht bei der Unruhe – nutzte ich die letzten 7-10 Minuten für eine „Standpauke“. Dabei sprach ich auch einige Schüler direkt an, z.B. T. wegen des Bauch-Pieksens. Ich sagte ihm direkt, dass er sich nicht wundern müsse, dass sich seine Mitschüler wehren, wenn er vermehrt in den Bauch piekst und weiß, dass diese das nicht wollen. Spätestens nach der 1. Eskalation hätte es klar sein müssen. Ich sprach aber auch die anderen Schüler an, dass so eine Reaktion ebenso unangebracht ist wie T.s Verhalten.
Es war mucksmäuschenstill während ich diese Worte alle aussprach – und die Schüler schauten wahrlich betroffen. Ich erzählte ihnen auch, dass ich weiß, dass es nicht nur in Englisch solche Probleme gibt, sondern sich das durch alle Fächer durchzieht und es so einfach nicht weitergehen könne. Aufgabe für die Schüler: morgen mal in Ruhe darüber nachdenken und ihr Verhalten reflektieren.

Bedröppelt verließen alle den Raum, auch die Lehrkraft. Eine Schülerin sprach mich noch an und fragte ängstlich, ob ich alle Tests bewerten werde. Tja, das weiß ich selbst nicht. Was würdet ihr in der Situation tun?

Nie wieder Technik! – Part II

Endlich, endlich, endlich konnten wir uns die letzte Präsentation anschauen, weil meine 2 Schülerinnen wieder gesund waren! Ihr glaubt gar nicht, was für ein großer Brocken mir vom Herzen fällt!

Leider hat die Technik mir heute mal wieder einen Streich gespielt, weil sich die Kamera einfach unscharf gestellt hatte und man nun auf dem letzten Video eigentlich gar nichts erkennen kann… Super! Man hört zwar, was die Schüler sagen, aber sie hatten eine teilweise so tolle visuelle Unterstützung, die man nun leider nicht sehen kann. Zum Glück habe ich auch ein Video mit meinem Handy gemacht – das ist zwar scharf, aber natürlich verwackelt, da ich hier kein Stativ benutzt habe. Nun habe ich also die Wahl zwischen Pest und Colera: unscharf oder verwackelt… Lange habe ich überlegt, aber ich habe mich für das verwackelte Video entschieden, da man hier auch die Bilder sehen kann. Dann wird man zwar etwas seekrank, aber naja. 😉 Es sei denn jemand von euch kennt noch ein gutes (kostenloses) Programm, mit dem man eines der Videos wenigstens etwas retten kann – dann her mit den Tipps! Über die Suchmaschine habe ich leider nichts finden können…

Aber hey: Endlich ist das Projekt geschafft! Es war nicht immer spaßig, sehr nervenaufreibend und unglaublich zeitraubend. Aber es hat sich gelohnt! Ich bin sooooo  stolz auf meine Schüler, dass sie so viel Arbeit auf sich genommen haben und unglaublich tolle Präsentationen gestaltet haben. Eine schlechtere Note als 3 habe ich nicht vergeben, weil es wirklich klasse war. Es hat zwar nicht immer alles funktioniert – es ist sogar ziemlich viel schief gegangen, gerade zum Ende hin – und auch haben sich nicht alle Schüler so aktiv wie gewünscht am Projekt beteiligt, aber bei den Schülern kam es dennoch super an. Ich habe mir heute Feedback von den Schülern geholt und das Einzige, was sie kritisiert haben, war die von mir festgelegte Gruppenzusammensetzung und Themenzuordnung. Sie hätten wohl so viel besser gearbeitet, wenn sie mit ihren Freunden gearbeitet hätten, auch wenn es lauter gewesen wäre… Jaja… 😉 Zum Glück habe ich meine pädagogische Begründung, warum ich das so gemacht habe. Der Klasse mangelt es nämlich an Zusammenhalt und Sozialkompetenz. Ich hoffe, die konnte ich dadurch trotzdem etwas fördern.
Ansonsten hatten die Schüler echt nichts zu bemängeln! Manchmal wurde noch über Gruppenmitglieder und die Zeit gemeckert, aber andere meinten auch, es sei ausreichend Zeit da gewesen (das denke ich auch!). Von daher kann man SEHR zufrieden sein. Es hat den Schülern Spaß gemacht, sie haben viel gelernt und sie konnten sich kreativ ausleben. 🙂

Wenn sich jetzt noch die Examensarbeit/ SAB von allein fertigschreiben würde, wäre ich noch glücklicher. Freiwillige? 😉

Back to the roots

Heute ist irgendwie ein komischer Tag. Es ist Mittwoch und ich musste nicht zur Schule und auch nicht zum Seminar. Stattdessen habe ich mir also vorgenommen, an meiner SAB zu schreiben. Damit hatte ich letzte Woche schon angefangen, wobei ich mich hier vor allem noch auf die Gestaltung der Arbeitsblätter für die Projektarbeit beschränkt hatte. Nun sitze ich schon seit um 9 Uhr an meiner Arbeit und habe immerhin schon 4 Seiten aufs Papier gebracht. Irgendwie reicht es mir jetzt aber auch, meine Lust geht rapide zurück, von der Konzentration sprechen wir mal gar nicht. Wahrscheinlich schreib ich deswegen auch hier. 😉

Wenn ich so darüber nachdenke, ist es genau wie während der Zeiten meiner Masterarbeit. Jeden Tag setzt man sich morgens voller Elan an den Schreibtisch, tippt ein paar Stunden vor sich hin und löscht die Hälfte wieder, um noch einmal umzuformulieren, und plötzlich hat man gar keine Lust mehr und will am liebsten den restlichen Tag und auch die nächsten Wochen nichts mehr davon wissen. Und doch weiß man, dass es morgen genauso ablaufen muss, damit man vorankommt und die Arbeit in der Zeit schafft. Genau die Perspektike habe ich auch: Morgen und übermorgen geht es zwar kurz in die Schule, aber den Nachmittag muss ich dann einfach zum Schreiben nutzen, damit mir nicht die Zeit davonläuft.

Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass ich total verrückt und panikmachend bin, weil ich erst in 2 Monaten abgeben muss… Wenn ich aber daran denke, dass ich in den Osterferien schon alles Andere außer das Schreiben an der Arbeit geplant habe und mich danach parallel zu Korrekturen, Vorbereitungen, Dienstberatungen, Fachkonferenzen, Unterrichtsbesuchen, Seminaren usw. mit dieser Ausarbeitung beschäftigen soll, wird mir schlecht. Ich glaube nämlich ehrlich gesagt kaum, dass ich noch an genügend Abenden erholt genug bin, um mich so fachwissenschaftlich auszudrücken, wie es für die Arbeit gefordert ist. Und dann ist da immer noch die liebe Motivation… Also muss ich jetzt möglichst viel schaffen und dann hab ich noch die Pfingstferien. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich auf die nächsten 2 Monate freue? Es zeigt sich hier mal wieder der Irrsinn des Systems, was man alles gleichzeitig machen soll… Wenn der Tag nur mehr Stunden und ich eine längere Konzentration hätte…

Zumindest bin ich aber sehr gespannt auf das Projekt. Nächste Woche Mittwoch geht es los und ich find meinen Plan noch immer gut. Meine Mentorin hat es schon abgenickt mit den Worten: „Schöne Idee, aber mal wieder sehr anspruchsvoll – wie du eben immer so bist.“ Meine Fachseminarleiterin hat sich bisher noch nicht intensiv mit dem Konzept beschäftigt, aber schien vom Erzählen auch zufrieden zu sein. Jetzt müssen mich nur auch die Schüler unterstützen und schön mitarbeiten, aber das kriegen wir auch noch hin. Ich habe mir ja schon viele schöne Sachen zur Motivation ausgedacht. 🙂

Von Brownies, Gummibärchen und viel Schokolade

Dass mein durchschnittlicher Schokoladenkonsum weit über dem des Durchschnittsdeutschen liegt, dürfte den aufmerksamen Lesern meines Blogs bisher nicht entgangen sein. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich den Hochpunkt meiner ungesunden Ernährung erreicht habe – vielleicht ist es aber genauso viel wie immer. Sicher ist, dass ich noch immer auch einiges an Obst und Gemüse im Speiseplan habe. Das ist nicht zu verachten. Wozu aber dieser ganze Süßkram? Kann man Stress nicht auch anders bewältigen? Fakt ist: ich nicht!

Und das beschäftigt mich gerade:

  1. Mich hat dieses unglaubliche, unbeschreibliche, unaushaltbare Fernweh gepackt. Normalerweise kommt es alle 2 Jahre – nun war ich seit Juni 2010 nicht mehr weg und es zeigt sich nun in vollster Stärke! Schon letztes Jahr im Frühjahr überkam mich der Drang nach einer USA-Westküsten-Reise, nun ist er wieder da. Dabei muss es nicht mal USA sein – Irland wäre auch toll… oder einfach mal wieder London und den Süden GBs erkunden. Das wär’s! Und nein, es tröstet mich nicht, dass ich im Juni die Kursfahrt nach Schottland begleite…
  2. Wir hatten heute ein unglaublich interessantes Vertretungsseminar mit dem Hauptseminarleiter für die angehenden Förderschullehrer. Er hat uns schöne Einblicke in seine Arbeit und in die uns erwartende Inklusion gegeben. Viele praktische Tipps und Hinweise haben natürlich auch nicht gefehlt – Wusstet ihr, dass Texte auf gelbem Untergrund die Konzentration der Schüler verlängert? Das Einparfümieren mit beispielsweise Lavendel-Duft verstärkt diesen Effekt ebenso. Und Schüler in der SEK I (und Grundschule) sollten Texte mit bestenfalls Schriftgröße 14 und maximaler Breite von 15 Zentimetern (wegen der Augenspannweite und Konzentration) erhalten. Erfolg überprüft! Also ab sofort in Spalten arbeiten, vielleicht hilft es ja.
  3. Ich habe mir heute die eingesammelten Essays meiner Schüler der 11. Klasse durchgelesen – spannend! Thema war unter Anderem Schülermitbestimmung in der Schule. Interessantes Phänomen: Eine Schülerin ließ sich sehr trotzig-eingeschnappt über das Thema aus, die Jungs waren sachlicher und neutraler. Sie (frei zitiert): „Schüler dürfen nur in dem Rahmen mitbestimmen, in dem es mit den Meinungen der Lehrer konfrom geht. Sobald etwas nicht so vonstatten geht, wie sie es sich wünschen, verbieten sie es sofort.“, die männlichen Schreiber (frei zitiert): „Schüler sollten nicht bei so wichtigen Entscheidungen wie dem Lehrplan/ der Themenauswahl mitentscheiden dürfen, denn Lehrer sind dafür ausgebildet. Außerdem müssen die Schüler lernen, auch mit Dingen klarzukommen, die ihnen nicht zu 100% gefallen – so ist das im späteren Arbeitsleben auch. Schüler sollten Lehrer als Ansprechpartner sehen und mit ihm kooperieren, ihn in seiner Auswahl beraten, jedoch nicht das alleinige Entscheidungsrecht erhalten. (Doch nicht mal das nehmen Schüler in Anspruch).“ Fazit: Auch die Schüler konnten nicht so richtig ausmachen, ob und wie viel Mitbestimmung sie in der Schule haben möchten.
  4. Konzept-Schreiben für meine SAB – ohne Worte…

Essen, schlafen, essen, schlafen, …

Das könnte ich heute nach der mehr als anstrengenden Woche nur noch machen. Nachdem ich Mittwoch nach dem langen Schultag noch bis abends um acht beim Renovieren in der neuen Wohnung meiner Großeltern geholfen hatte, stand Donnerstag mein GUB an. Seit Dienstag war meine Mentorin schon so hibbelig, dass sie gar nicht verstehen konnte, wie ich so ruhig bleiben konnte. Gestern war ich das natürlich nicht mehr… Je näher der Zeitpunkt rückte, desto aufgeregter wurde ich. Schnell nochmal die Geschichte des 19. Jahrhunderts nachgelesen, noch 3 Mal den Stundenverlauf durchgehen, damit alles reibungslos über die Bühne geht, und sofort zu Beginn der Pause in den Raum stürmen, um das Tafelbild vorzubereiten. Alles schön mit Lineal, möglichst ordentlich schreiben, zwischendurch dem Schulleiter nett die Hand schütteln und dann noch Moderationskarten austeilen. Noch schnell die Prüfer begrüßen – damit war alles rechtzeitig geschafft. Es konnte losgehen.

Die ersten 10 Minuten war ich innerlich total aufgeregt, habe aber nach außen wohl doch absolute Ruhe ausgestrahlt. Und es lief alles richtig gut! Ich habe mir keinen großen Patzer erlaubt, die Schüler haben einfach super mitgearbeitet und noch bessere Ergebnisse geliefert, als ich es mir hätte wünschen können. Ich bin wirklich stolz auf sie und muss ihnen das am Dienstag auch noch transportieren.

Nach der Stunde hatte ich die obligatorischen 10-15 Minuten, um mir alles für das Reflexionsgespräch zurechtzulegen Schon hier verriet mir meine Mentorin, was ich noch anmerken könnte und dass mir zumindest die Fachseminarleiterin, neben der sie saß, sehr wohl gesinnt sei. Erste Erleichterung machte sich breit, doch die Aufregung verflog noch lange nicht. Das geschah erst im Laufe des Gesprächs. Es wurde fast ausschließlich positive Kritik an mich gerichtet – ich habe schon einen großen Entwicklungsschritt seit dem letzten Mal getan, eine sehr positive Beziehung zu den Schülern aufgebaut, meine Lehrerpersönlichkeit sei schon sehr gut ausgereift und ich habe die Rolle gut angenommen, Medien und Sozialformen wurden sinnvoll eingesetzt und auch die Zeitplanung hat funktioniert. Und worauf sie besonders stolz waren: Ich konnte sogar mal Lockerheit zeigen. Meine Mentorin unterstützte das Bild noch durch kleine Anekdoten der vergangenen Wochen und Monate, wofür ich ihr auch ganz herzlich danken musste.
Entwicklungsschritte: Ich neige leicht zum Lehrerecho und soll dementsprechend meine Gesprächsimpulse noch weiterentwickeln (um auch die Stimme zu entlasten) und ich soll meine Tafelschrift weiterentwickeln. Sie sei zwar schon viel besser, aber noch nicht so gut, wie sie mal sein soll. Das heißt also weiter üben, üben, üben.

Ansonsten waren aber alle sehr stolz auf mich und meinten, ich sei auf einem sehr guten Weg. Eine Kollegin und die Seminarleiter meinten sogar, dass es Wahnsinn ist, wie gut ich das nach nur 6 Monaten Referendariat gemeistert hätte. Es sei wohl selten, dass man dann schon so weit ist. Und auch der Schulleiter war stolz und freute sich, dass er bzw. die Schule noch so lange etwas von mir hat. Und was wir alle im Kollegium danach feststellten: So eine Stunde ist fern von der Realität. Immerhin saß ich knapp 4 Wochen mehr oder minder konzentriert und effektiv an der Planung – absolut nicht möglich im normalen Alltag. Aber das werden die Prüfer wohl nie lernen. Sie wollen ja auch nur sehen, wozu wir im Prinzip in der Lage sind – und das müssen wir eben alles in einer Stunde perfekt zeigen. Über die Sinnhaftigkeit kann man sich nun streiten.
Nun liegt aber ein noch größerer Druck auf mir, weil es jetzt auf das Feintuning ankommt.

Dem widme ich mich aber später – jetzt brauch ich Wochenende! Zumindest heute und morgen, Sonntag geht es dann an die Wochenplanung. Und die SAB rückt auch immer näher… (Keine Nachricht aus Wales – ich muss mich also an Plan B machen. :-/ )