Private Krankenversicherung im Referendariat

Nachdem ich meine Zusage für das Referendariat erhalten hatte, stellte sich mir natürlich auch die Frage nach der richtigen Krankenversicherung. Hoch motiviert googlete ich nach diesem Thema, fand Millionen von Themen, las gefühlte 100 und fühlte mich danach kein Stück schlauer. Auch die Umfrage in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ergab keine wirklich brauchbaren Ergebnisse. Das einzige, was nach meiner Recherche feststand: Die Wahl einer geeigneten (privaten) Krankenkasse kann das Internet nicht für dich übernehmen, da es wohl individueller ist als alles andere im Leben eines angehenden Beamten. Was also tun?

Zunächst überlegte ich mit Hilfe der vielen Infos im Internet, ob ich mich freiwillig gesetzlich oder privat versichern möchte. Beides ist als Referendar legitim. Was viele von der privaten Krankenversicherung abschreckt, sind die Gerüchte, man käme nach dem Ref nicht mehr zurück in die Gesetzliche und müsse dann horrende Preise bezahlen. Dem ist nicht so. Nach dem Referendariat, währenddessen man Beamter auf Widerruf ist, findet ein Statuswechsel statt (zu Angestelltenverhältnis, Arbeitslosigkeit oder Beamte auf Probe). Mit jedem Statuswechsel kann man auch die KKV wechseln, somit steht euch auch der Wechsel zur gesetzlichen Kasse zu. Die müssen euch nehmen!
Dann müsst ihr für euch persönlich gucken, was sich für euch lohnt. Als lediger, gesunder Mensch lohnt sich die private KKV sehr (macht ca. 100€ im Monat weniger, da der Staat Beihilfe leistet: Privat ca. 60-80€, freiwillig gesetzlich ca. 150-180€). Kommen Kinder, Ehepartner oder schwere chronische Krankheiten dazu (Letzteres gibt Risikozuschlag durch die private KKV), sollte man sich beraten lassen und genau durchrechnen, das für den persönlichen Fall am besten ist.

Ich nahm dafür einen Makler in Anspruch.
Es gibt einige Vergleichsportale im Internet, wovon mir aber viele von Anfang an suspekt vorkamen. Bei manchen musste man nur Namen, Geburtsdatum und Adresse eingeben und schon konnten die tollen Rechner ermitteln, welche die beste Krankenversicherung für einen sei. Also ehrlich, Finger weg!
Und schaut bitte vorher auch nach, ob und was euch der Spaß kosten soll, denn auch hier kann es böse Überraschungen geben.

Auf welchem Vergleichsportal ich letztlich gelandet bin, weiß ich leider gar nicht mehr. Es war aber eines der wenigen Portale, bei denen mir nicht sofort etwas ausgespuckt wurde, sondern bei dem ich lediglich eine E-Mail bekam, dass sich bald jemand bei mir melden wird, um individuelle Absprachen zu tätigen.
Und so war es dann auch. Anfangs war es mir sehr suspekt – da war ein sehr netter und hilfsbereiter Herr am Telefon, der mir ein Beratungsgespräch über 45 Minuten anbot und sehr kompetent klang. Bevor ich den Termin ausmachte, fragte ich ihn natürlich, was mich der Spaß kosten wird – „Nichts, Frau Zappelbein. Wir werden bei erfolgreicher Vermittlung mit einer Provision von der Privaten Krankenversicherung belohnt, darüber brauchen Sie sich gar keine Gedanken machen.“
Ich war baff! Und nahm an. Seitdem habe ich viel mit dem Herren telefoniert und E-Mails geschrieben, er hat mir viel erklärt und ich fühle mich mittlerweile recht sicher in der Materie. Und eine passende Krankenversicherung haben wir natürlich auch gefunden. Sogar als sich plötzlich erhebliche Probleme bezüglich der gesetzlichen Krankenversicherung bei mir auftaten, war er immer für mich da und rettete mich sehr glimpflich aus der Situation. Selbst sonntags hatte er Zeit für mich, als es brannte, das war Wahnsinn!

Ich bin also sehr, sehr zufrieden mit meinem Makler und wer den Namen dieses Helden erfahren möchte, kann sich gern an mich persönlich wenden. Ich empfehle ihn sehr gern weiter.

Und falls es doch welche gibt, die keine persönliche Beratung wollen und einen Namen einer guten privaten Krankenversicherung lesen wollen: Ich bin bei der DBV gelandet – was mir übrigens auch von meiner Schwiegermama in spe von Anfang an empfohlen wurde. 😉

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4 Kommentare zu “Private Krankenversicherung im Referendariat

  1. Ich werde mich auch bald entscheiden müssen. Nach Rücksprache mit Familie und Freunden habe ich für mich schon jetzt entschieden in der gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben, auch wenn ich damit monatlich finanziell mehr belastet werde. Meine Gründe:

    – „staatliche Deckelung des Beitragssatzes“ (das spielt in jungen Jahren keine Rolle, aber wenn wir älter werden, können die Beiträge unverhältnismäßig je nach Tarif, neuen Risiken, finanzieller Situation der Kasse etc. ansteigen, während die gesetzliche immer fest im staatlichen Solidarsystem verankert ist) –> Zitat Finanztest: „Weil die Lebenserwartung und die Gesundheitskosten stetig zunehmen, müssen die privaten Versicherer die Beiträge regelmäßig neu kalkulieren. Daher steigen die Beiträge. Gesetzlich Versicherte müssen sich also weniger um Beiträge sorgen, jedoch mehr um das Leistungsspektrum.“

    – Unkompliziertheit (kein Einreichen von Rechnungen, keine horrenden Vorauszahlungen, kein potentielles Hick-Hack um Erstattungen oder minimale Rechnungsposten)

    – Ärzte neigen dann eher zum „Bequatschen“, weil man ja gut & schnell dafür zahlt (unnütze Untersuchungen oder ggf. überteuerte, neue Äquivalentuntersuchungen)

    – hohe Zufriedenheit (für mich gibt’s einfach keinen offensichtlichen Grund, zu wechseln :))

    – „Tarif-Dschungel“ (mich schreckt die Unübersichtlichkeit der vielen Angebote ab, die ich nicht mal richtig blicke, da man ja eh einen individuellen Tarif erhält; und auch diese ominösen Risiko- und Vegleichsgruppenzuschläge)

    Keine Frage: Für die PKV spricht natürlich der (anfänglich) geringe Beitrag, die Passgenauigkeit / Individualität des Tarifs und das breitere Leistungsspektrum sowie das schnelle Bekommen eines Facharzttermins. Aber dennoch schlüpfe ich lieber unter den gemeinschaftlichen Schirm der GKV. „Da weiß man, was man hat“ – vor allem chronisch Erkrankte! Da kenne ich auch schon welche in jungen Jahren, die risikobelasteter sind.

    Nach dem Ref, also nach Eintritt in den Schuldienst, ist dieser Schritt unumkehrbar. Deswegen freue ich mich über jede Anregung zum Nachdenken.

    Kritische Grüße
    Mr. Mahoni

    • Deine Argumente kann ich durchaus nachvollziehen und sie haben für mich auch eine große Rolle gespielt. Genau deswegen habe ich mir einen Versicherungsmakler zur Seite geholt und mich umgehend beraten lassen. Dieser hat auch meine letzten Zweifel beheben können, indem er mir wirklich alles haargenau erklärte (und dabei nicht immer unkritisch mit der PKV umging!). Mit der Aussicht, dass die Beiträgesteigerung im Alter für mich noch keine Rolle spielt und bei der Wahl nicht beachtet werden muss, da ich nach dem Referendariat eh erstmal wieder in die GKV wechsele, habe ich mich dann für die Private entschieden.
      Ganz wohl fühle ich mich aber ehrlich gesagt nicht, wenn man gleich entsprechend in der Arztpraxis empfangen wird („Oh, Sie sind Privatpatient.“ – nicht gerade leise verkündet, damit es auch jeder mitbekommt). Wie gut das nun mit den Abrechnungen funktioniert, muss sich noch herausstellen. Auf jeden Fall macht es aber mehr Arbeit, das stimmt. Mir ist es aber die 100€ mehr auf dem Konto im Monat wert, da man als Ref eh nicht so wahnsinnig gut bezahlt wird.
      Übrigens bin ich auch als chronisch Kranker in der PKV – Beitragssteigerung ja (hält sich aber im Rahmen), im Ref aber noch nicht angerechnet (man hat als Beamtenanwärter noch eine Sonderstellung, sodass Risikozuschläge erst später für mich relevant werden).

      • Hey, wie konntest du den nach dem Referendariat wieder in die GKV wechseln? Will mich nämlich für das Ref auch erst einmal privat versichern und würde aber danach wieder gerne in die gesetzliche zurück. Danke für deine Hilfe.

      • Du kannst generell wieder in die GKV zurück wechseln, wenn ein Statuswechsel stattfindet, d.h. wenn du aus dem Beamtenstand entlassen wirst und als angestellter Lehrer arbeitest (Vertretungskraft, Privatschule o.Ä.). Solltest du nach dem Referendariat keine Stelle bekommen, bezahlt der Staat die Kosten für die Krankenversicherung, auch bei ALG II. Man „muss“ nur in der PKV bleiben, wenn man nahtlos wieder verbeamtet wird. Dann kann man aber noch immer den Tarif ändern.
        Ich hatte im Ref einen Tarif, der nicht alterstauglich war, dafür aber günstig. Bin jetzt erst einmal in Anwartschaft, werde aber bei Verbeamtung (falls ich wieder in die PKV gehe) den Tarif ändern, damit ich auch sorglos alt werden kann.
        Ich hoffe, das hilft dir etwas. Angst vor der PKV braucht man aus meiner Sicht im Ref nicht haben. Es macht nur Arbeit, sein Geld wieder zurückzuholen. Das bleibt jedoch im Rahmen.

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