Meine zukünftige Schule?

Heute war ich zum Vorstellungsgespräch an der Berufsschule, an die ich vermittelt werden soll. Und was soll ich sagen? Es war wirklich toll!

Die Schule hat schon im Internet einen sehr gepflegten Eindruck gemacht. Zum Glück ist es nicht wie bei Hotels, dass die Fotos ein anderes Gebäude darstellen als die Realität. Das Schulgebäude ist sehr schön, aber auch wirklich riesig! Wenn man bedenkt, wie viele Berufsgruppen dort ausgebildet werden, ist das auch verständlich. Es gibt viele Flächen für die Schüler, auf denen sie ihre Pausen und Freistunden verbringen können und auch die Kantine machte einen guten Eindruck. Es wird viel Wert auf das soziale Leben gelegt, was man an vielen Stellen im Gebäude merkte. Es gibt beispielsweise eine große Küche, in der die Schüler ab und zu Frühstück oder Mittag für sich zubereiten und es dann gemeinsam konsumieren. Eine Lehrerin, die mich durch das Gebäude führte, meinte zu mir, dass sie versuchen, für manche so etwas wie eine zweite Familie zu sein, da das Familienleben bei einigen Schülern sehr zerrüttet ist. Und es scheint zu funktionieren.

Nicht nur das Gebäude machte einen tollen Eindruck, sondern auch die Schüler und Kollegen.
Bereits 30 Minuten vor dem Gespräch war ich in der Schule und sah mich etwas um. Die Schüler verhielten sich schon in der S-Bahn sehr anständig und auch auf dem Schulhof und im Gebäude machten sie einen ordentlichen Eindruck. Natürlich sagt das noch nicht soooo viel aus, aber zumindest bin ich beruhigt, dass es keine extremen Chaoten sind, die einem das Leben zur Hölle machen.

Das Gespräch mit dem Schulleiter und einer anderen Deutschlehrerin, die heute ein wenig meine „Mentorin“ war, verlief klasse. Schon der erste Eindruck stimmte auf beiden Seiten. Wir unterhielten uns sehr nett, auch wenn ich eher weniger zu Wort kam. Beide erzählten mir viel über die derzeitige Situation, meine zukünftigen Aufgaben, die Schulstruktur usw. Nach dem Gespräch wurde ich auch noch durch das Gebäude geführt und ich lernte einige Schüler und Kollegen kennen.

Am Ende kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass es gut funktionieren könnte und wir gegenseitig einen sehr guten Eindruck erhalten haben. Wir hielten einige Zusatzqualifikationen fest. Meine Noten interessieren ihn nicht, ihm kommt es auf die Person an. Jetzt muss also nur noch das Schulamt sein Ok geben.

Wie ihr herauslest, bin ich der Stelle mittlerweile nach vielem Nachdenken sehr aufgeschlossen gegenüber und könnte es mir wirklich gut vorstellen. Ich warte noch auf die Stellenausschreibungen, ob doch etwas an meiner Ausbildungsschule frei ist, aber das ist sehr unwahrscheinlich. Und eine sehr gute Option ist die Berufsschule allemal. Ich habe jedenfalls ein gutes Bauchgefühl.

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Unterrichtsbesuch No. 2

Ich bin eine schlechte Bloggerin. Ich habe euch noch gar nicht vom 2. Unterrichtsbesuch letzte Woche erzählt, obwohl der jetzt auch schon wieder fast eine ganze Woche her ist. Aber ich habe eine gute Ausrede: Ich war/ bin krank.

Ja, das Zappelbein hat das Glück gehabt, sich mal wieder so eine blöde Krankheit einzufangen, die kaum einer kennt und worauf eine Hausärztin ohne Magenspiegelung auch nicht kommt. Magenspiegelung! Ich muss das betonen. Magenspiegelung ist so ziemlich die ekligste und schlimmste Untersuchungsmethode, die ich kenne. (Darmspiegelungen sollen noch schlimmer sein, aber bisher wurde ich davor noch verschont.)
Naja, nachdem meine Ärztin wegen meiner ständigen Übelkeit und Magenschmerzen schon auf ein Magengeschwür tippte und ich voller Angst dort im Wartezimmer verharrt hatte, kam bei der Magenspiegelung „nur“ heraus, dass ich Gallensaft im Magen hab und mir deshalb immer so schlecht ist. Das bedeutet 4 Wochen Medikamente, min. 2 Wochen Schonkost und möglichst Vermeidung von Stress. (Super, so kurz vor der Prüfung.) Mittwoch und Donnerstag war ich letzte Woche krankgeschrieben und stürzte mich dann mit all meinen Symptomen in den GUB.

Aber was soll ich sagen? Wenn ich muss, dann kann ich auch. Die GUB-Stunde lief einfach super! Meine Schüler hatten wahnsinnig kreative und viele unterschiedliche Kampagnen gegen das Komasaufen erstellt. Im Galerierundgang schauten sie sich diese an, entschieden aus ihrer Rolle (Bürgermeister, Lehrer, alte Dame, …) heraus, welche sie am meisten überzeugt und hielten dann vor der Jury (Klasse) eine Werberede. Mit grünen bzw. roten Ampelkarten musste die Klasse dann entscheiden, ob die Rede überzeugend war oder nicht und ihre Meinung begründen.
Es hat alles geklappt, sogar fast auf die Minute genau. Die Plakate gaben viel her und auch die Reden waren einfach erstklassig. Es hätte fast gar nicht besser laufen können. Fast. Das übliche Problem trat auf: Die Schüler sprachen in den Gruppen fast gar kein Englisch. Nach der Stunde gab es also entsprechend kritische Fragen, wie man das noch verbessern könnte (zum Glück weiß ich aber, dass meine Seminarleiterin selbst kein funktionierendes Konzept hat), aber auch zur Bewertung der Gruppenarbeit. Ich glaube, ich habe das alles ganz gut begründen können.
Tja, und was wurde kritisiert? Der Entwurf. Wie ich das hasse. Da läuft eine Stunde perfekt ab, aber der Entwurf stimmt nicht. Gut, es waren nur Kleinigkeiten in der Formulierung (ich darf die Schüler nicht als faul bezeichnen, sondern muss schreiben, dass ihre Leistungsbereitschaft tagesformabhängig ist), aber trotzdem nervt es.

Das anschließende Gespräch zum Ausbildungsstand war dann noch blöder. Ich konnte mich dank der Medikamente nicht mehr richtig konzentrieren und habe ein paar Sachen echt ungünstig formuliert. Und überhaupt hatte ich das Gefühl, dass ich das viel besser hätte machen können. Ich habe mich nicht gut genug reflektiert. Ändern kann ich es eh nicht mehr, aber es ist trotzdem doof. Umso gespannter bin ich nun auf meine Vornoten, die ich in 4 Wochen bekomme.
Teils klang es echt nicht sooo gut wie gehofft. Ich habe zum Beispiel im Seminar nicht gut genug mitgearbeitet. Dass das nahezu unmöglich war, akzeptiert meine Seminarleiterin nicht. Wir haben nämlich 3 Kandidaten bei uns im Seminar, die immer die Antworten hereinrufen, und zwei andere, die ständig quatschen. Als sich brav meldende Referendarin kommt man dann einfach sehr selten dran. Und selbst reinrufen? Dafür bin ich nicht der Typ. Aber das zählt nicht.

Zumindest haben mir beide Fachseminarleiter zugesichert, dass eine 1 in der Prüfung möglich wäre. 6 Wochen habe ich noch. Also weiter üben, üben, üben und fein Konzepte schreiben. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht wenigstens ne 2 schaffe. 😉

Dafür macht mir das „Danach“ immer mehr Sorgen. Bekomme ich einen Job? Mein Verlobter auch? Wenn ja, wo? Werden wir endlich in eine Stadt ziehen können? Oder wartet nur Hartz IV?
Gestern und heute gab es ernste Gespräche mit meinem Vater (was sehr ungewöhnlich ist, weil er sonst ein sehr stiller Mensch ist und meine Beziehung zu ihm lange Zeit sehr schlecht war bzw. nonexistent), der mir viele Tipps mitgab. Danke!
Ich bin wirklich gespannt, was kommt. Ende Oktober gibt es die neuen Stellenausschreibungen. Ich weiß bisher, dass meine Kombi an einer Berufsschule hier in der Nähe ausgeschrieben wird. Aber Berufsschule? Will ich das für die nächsten 2-3 Jahre? Ich weiß es nicht…