Sind das Rosinen?

Meine Mentorin pflegt ja immer zu sagen, dass wir uns gar nicht über unsere Schüler beschweren dürfen, da wir das Glück hätten, die Rosinen unter den Schülern an der Schule zu haben. Damit mag sie nicht ganz unrecht haben, wenn man sich 1. die harten Aufnahmebedingungen der Schule und 2. die Gesamtschulen der Stadt anschaut.
Andererseits habe ich mich heute bei der Kontrolle der Tests darüber gewundert, dass diesen Rosinen trotzdem irgendetwas fehlen muss. Jedes Mal sage ich vor den Vokabeltests an, dass sich die Schüler auch die Beispielsätze im Buch anschauen sollen, da ich diese im Test abfragen werde. Ihr werdet glauben, dass das zu einfach ist; das dachte ich am Anfang auch. Man kann aber beim Durchsehen der Tests gar nicht glauben, dass ich das gesagt habe… weder die Vokabeln, geschweige denn die Sätze sitzen. Woran liegt das? Kann mir das irgendjemand sagen??? Warum gibt es trotzdem Schüler mit 4 oder 5? Wieso? Sind sie zu dumm, meine lieben Rosinen? Fehlt ihnen etwas im Gehirn? Oder sind sie schlicht und einfach zu faul? Nicht ehrgeizig genug?
Meine Mentorin scheint sich damit abgefunden zu haben. „Wir nehmen so lange diese Sätze bis sie es verstanden haben und diese lernen. Das ist auch für uns einfacher.“ Gut, machen wir so. Verstehen kann ich es trotzdem nicht.

Auf meine E-Mail nach Wales hat übrigens noch keiner geantwortet. Das Semester müsste gerade angefangen haben – vielleicht sind sie im Stress, weil ein (oder mehrere) neuer Fremdsprachenassistent da ist. Ich hoffe trotzdem, dass sich bald jemand meldet.
Ich wäre aber auch nicht ich, wenn ich nicht noch einen Plan B und C in petto hätte – ich bin also noch ganz optimistisch gestimmt.

Morgen probiere ich wieder einige neue Methoden aus und bin schon gespannt, wie meine Schüler reagieren. Physikexperimente im Deutschunterricht? (Vorgangsbeschreibung)
„Lebendige“ Eier im Englischunterricht? (Einführung der neuen Grammatik)
Hach, das wird grandios! (hoffe ich)
Noch grandioser war es heute allerdings im Lehrerzimmer: Feier der frischgebackenen Omis. Man stelle sich 3 glückliche Frauen vor, die alle gerade Oma geworden sind und Fotos herumzeigen, + gefühlte 20, die die Kinderchen bestaunen. Die Geräuschkulisse kann sich jetzt jeder selbst vorstellen. Absolut süß das alles! Und als dann meine Mentorin noch damit herausrückte, dass auch sie letzte Nacht Oma geworden ist, haben sich die Frauen gar nicht mehr halten können. Und die Männer? Tja, die haben wohl einen großen Bogen um das Lehrerzimmer gemacht… Warum wohl? 🙂

Nächtlicher Ideenfundus

Nachts hat man immer die besten Ideen – zumindest ist das bei mir so.
Als ich diese Nacht über meine „Staatsexamensarbeit“ nachdachte, kamen mir wieder ein paar neue Visionen, worüber ich genau schreiben könnte. Grob steht das Thema zwar schon, doch konnte es nicht zuletzt aufgrund der Krankheit meiner Betreuerin noch nicht genau festgelegt werden. Und damit ich mit konkreten Ideen auftreten kann, denke ich hin und wieder, wenn ich Zeit habe, über mein Projekt nach. Grob gesagt sollen die Schüler mit Hilfe unterschiedlichster Techniken (vor allem mit Hilfe neuer Medien) interkulturelle Kompetenz zu Wales erlangen. Warum Wales? Weil ich dort selbst ein halbes Jahr war, als Lehrassistentin gearbeitet habe (neben dem Auslandsstudium) und das Land einfach faszinierend finde. Umso begeisterter stellte ich also fest, dass unser schönes Lehrbuch dieses Land auch aufgreifen möchte (wenn auch leider nicht in der Intensität).
Wie ich da also lag und darüber nachdachte, kam mir die naheliegende und doch brilliante Idee, dass ich ja meine alten Kontakte noch einmal aufgreifen könnte, um nach einer E-Mail-Partnerschaft zu fragen. Gedacht, getan. Tatsächlich fand sich in den Weiten meines Laptops noch eine Kontaktadresse der Schule. Soeben habe ich eine E-Mail rausgeschickt und stellte mit Erstaunen fest, dass keine Fehlermeldung zurück kam. Die Adresse ist also noch gültig und meine Anfrage angekommen.
Jetzt bin ich echt mal gespannt, ob da eine Antwort kommt. *Spannung*

Achterbahn der Gefühle

Ihr glaubt nicht, wie anstrengend und kräftezehrend diese Woche war. Eigentlich wollte ich alles ganz entspannt angehen und mich mal nicht bis spät abends an den Schreibtisch setzen (was ich auch erfolgreich geschafft habe), aber irgendwie war ich trotzdem nach Feierabend so fertig, dass ich kaum etwas geschafft habe. Ob es daran liegt, dass ich kein Fleisch und keinen Fisch mehr konsumiere und mir Eisen fehlt (bin ja sehr anfällig für Blutanämie)? Oder ob ich mich insgeheim doch so kaputt geackert habe (zumindest gedanklich nie ganz weg von der Schule gekommen bin), dass ich immer so fertig war? Ich weiß es nicht…

Dienstag fing alles gut an. Meine Stunde in der 7. lief gut und meine Mentorin hatte nicht viel zu bemängeln.

Mittwoch fand dann der Unterrichtsbesuch in der 2./3. Stunde statt. Das wäre ja alles kein Problem gewesen, wenn ich nicht schon seit Wochen ratlos gewesen wäre, wie ich das Thema möglichst ansprechend und kooperativ gestalten kann – so wollte es nämlich mein Seminarleiter sehen. Weder meine Mentorin noch ich hatten eine zündende Idee… und so machte ich mich erst am Montag und Dienstag so richtig an die Planung. *hust* Ich weiß, das ist SEHR kurzfristig, aber ich wusste einfach wirklich keinen Weg. Das soll schon etwas bedeuten, denn sonst bin ich bekannt dafür, immer eine tolle Methode parat zu haben. Dienstag entließ mich meine Mentorin dann mit den „aufmunternden“ Worten: „Da haben Sie sich ja ganz schön was vorgenommen. Das wird nicht einfach!“ Die Frau versteht es, Mut zu machen.

Tja, und am Mittwoch nahm dann das Unglück seinen Lauf. Englisch, 0./1. Stunde – Ich habe Wortfindungsstörungen und kann mich nicht richtig ausdrücken. Der Schülervortrag geht absolut am Thema vorbei, sodass ich darauf nicht aufbauen kann. Die Schüler haben anscheinend alles vergessen, was vor den Ferien gemacht wurde, sodass nicht auf Vorwissen aufgebaut werden kann. Oh man!!! Ich habe die Stunde am Ende zwar einigermaßen rund gekriegt, aber wenn das meine Prüfung gewesen wäre… huiuiui…
Naja, sowohl meine Betreurin in der 10. Klasse als auch meine Mentorin bauten mich auf: „Sie waren mit den Gedanken schon im Unterrichtsbesuch. Das ist alles nicht schlimm, dafür machen Sie es jetzt umso besser. Und bei uns läuft auch nicht immer alles gut, obwohl wir schon Jahrzehnte im Beruf sind.“ Das war echt lieb.
Etwas motivierter ging ich also in meinen Unterrichtsbesuch. Wenigstens in Deutsch habe ich die nötigen Wörter gefunden, viele Schüler haben gut mitgearbeitet und auch ich habe mich recht wohl gefühlt. Einziges Manko: Zeitmanagement. Eigentlich kann ich das ganz gut; meist kann man die Uhr danach stellen. Aber diesmal hat es nicht geklappt. Ich wusste, dass es eng war, aber hätte nicht gedacht, dass mir am Ende 10 Minuten fehlen! Dadurch haben wir die Auswertung nicht geschafft und ich hatte Angst, dass mir das angekreidet wird. Klar wurde das als Kritikpunkt aufgeführt, aber ich wurde dafür gelobt, wie gut ich den Bogen doch noch bekommen hätte und wie effizient ich die kurze Auswertungszeit genutzt hätte. Und auch meine sonst immer so oft kritisierte Lehrerpersönlichkeit hat wahnsinnig viel Lob bekommen. „Man merkt, dass sie eine gute Beziehung zu den Schülern haben und diese Sie sehr mögen.“ 🙂
Zwei andere Kleinigkeiten wurden noch kritisiert, aber im Großen und Ganzen habe ich mehr Lob als Kritik bekommen. Außerdem musste mein Seminarleiter auch vor meiner Mentorin noch einmal betonen, wie toll doch meine Präsentation im Seminar war. Auf die Note warte ich zwar noch, aber schlecht kann es auf keinen Fall werden.
Und was mich am meisten überrascht hat: „Ich habe auch mit Ihrer Deutschseminarleiterin gesprochen und sie meinte, dass Sie das super machen und Ihre Stunden sehr solide und gut strukturiert sind, sodass man sich bei Ihnen keinerlei Sorgen machen muss. Das habe ich jetzt auch gesehen.“ – Mein Herz lachte, weil auch meine Mentorin alles mitbekam und jetzt hoffentlich nicht mehr alles ganz so stark auseinandernimmt. Natürlich will sie mir damit helfen, aber manchmal fehlt doch ein kleines Lob.

Gestern kam meine Stunde dann leider nicht so gut bei meinen Schülern an – Pantomime ist in dem Alter wohl doch zu peinlich. Aber man lernt ja noch, weswegen ich es ihnen nicht übel nehme. Überhaupt schienen sie aber unterfordert zu sein, obwohl wir an dem grammatischen Schwerpunkt noch nicht lange gearbeitet hatten. In Zukunft wird also mehr angezogen und ich bin auf den Test gespannt, der am Dienstag ansteht.
Süß waren die Schüler aber vor der Stunde – die leuchtenden Augen und der freudige Ausruf meines Namens, als sie mich sahen und warteten, dass ich den Raum aufschließe. Für solche Momente lohnen sich all die Strapazen doch.

Heute lief dann auch alles wieder nach Plan. Ich habe heute KEINE Kritik bekommen, obwohl ich sogar zwei Stunden gehalten habe. Besser kann ein Wochenende nicht beginnen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen erholsame Tage! 🙂

Neuer Arbeitsalltag, neue Methoden, neue Herausforderungen

Jeden Tag schauen viele auf meinen Blog – jeden Tag wurden sie enttäuscht, weil das Zappelbein nichts schrieb. Ich entschuldige mich hiermit ganz herzlich bei euch, ich habe aber auch gute Ausreden Gründe.

Wie ich euch ja schon berichtet hatte, hat letzte Woche mein neuer Arbeitsalltag begonnen. Nicht nur unterrichte ich nun 3 Stunden mehr pro Woche in der 10. Klasse bei einer anderen Lehrerin, sondern bin ich teilweise schon allein in den Klassen ohne meine Mentoren. Es sind einige berichtenswerte Dinge in der letzten Woche passiert:

  • Mir hat der Unterricht in der 10. Klasse wahnsinnig gut gefallen! Die letzten Monate war ich es ja gewohnt, immer nur in der siebten Klasse zu unterrichten. Schwieriges Alter – die Schüler sind manchmal unaufmerksam, wollen immer beschäftigt werden und befinden sich gerade in Selbstfindungsprozessen. Im Gegensatz dazu war es in der 10. Klasse total ruhig und angenehm. Die Schüler haben gut mitgearbeitet (zumindest für die Verhältnisse dieser Klasse – ohne Aufrufen kommt da leider fast nie ein Gespräch zustande) und super Ergebnisse in der Gruppenarbeit erzielt. Die erstellten Übersichten zu Charakterisierung etc. waren wirklich klasse und vorzeigbar. Und auch wenn der Anspruch in der Klasse natürlich höher ist, fand ich das Unterrichten irgendwie angenehmer. Ich fühlte mich selbst einfach auch viel mehr fachlich gefordert. Davor hatte ich zwar auch Angst, aber die hat sich bisher gar nicht bestätigt. Und meine betreuende Lehrerin schien auch sehr zufrieden zu sein. Zumindest hatte sie nur sehr wenige Anmerkungen zur Verbesserung (und Tipps, wie ich die Schüler noch mehr zum Reden bekomme) und meinte zu meiner Planung für diesen Mittwoch nur: „Ich lese mir Ihren Entwurf gleich durch. Wenn ich mich nicht noch einmal melde, ist alles ok. (Davon gehe ich aus. :)“ Das geht doch runter wie Öl. (Sie meldete sich nicht mehr. 😉 ) Auf dass es weiterhin so gut läuft!
  • Die beiden eigenverantwortlichen Stunden in der 7. Klasse waren auch zufriedenstellend. Am Mittwoch waren die Schüler noch etwas zu unruhig für meinen Geschmack, was aber auch am anregenden und motivierenden Thema liegen kann (beliebte TV-Sendungen). Ich habe ihnen aber auch von Anfang an klar gemacht, dass sie sich entweder benehmen müssen, sodass wir arbeiten können, oder ich wie meine Mentorin sturen Lehrbuchunterricht mache. Das hat sie irgendwie beeindruckt und abgeschreckt… Donnerstag waren sie dann wahre Schäfchen und haben dennoch gut mitgearbeitet. Die Stunde hat mir wirklich gut gefallen, zumal die Schüler gute Texte geschrieben und viel geredet haben. Hoffen wir mal, dass wir weiterhin gut zusammenarbeiten können bzw. das noch optimieren können.
  • Ich habe am letzten Mittwoch mal einen neuen Unterrichtseinstieg ausprobiert: Stummer Impuls. Ich habe den Titel eines Gedichtes von Ernst Jandl („Fünfter sein“) an die Tafel geschrieben und mich still hingestellt. Die Schüler wurden sehr schnell unsicher, mussten verlegen lachen und fragten „Hä?“. Nach gefühlten 3 Minuten, sicher war es nur eine oder weniger, habe ich die Schüler erlöst und sie nach ihren Assoziationen zu den Begriffen gefragt. Ich glaube, wenn man das mit den Schülern trainiert bis sie irgendwann wissen, dass sie erste Eindrücke/ Assoziationen in solchen Situationen schildern sollen, kann das ein echt toller Einstieg werden (als Abwechslung). Das werde ich nun also öfter machen.
  • Als Letztes noch das Unglaublichste: Ich habe am Freitag ganz ausdrückliches Lob von meiner Deutschmentorin bekommen. Sie hatte nur 2 kleine Dinge zu kritisieren und sagte doch tatsächlich, ihr hätte die Stunde sehr gut gefallen und dass sie beeindruckt gewesen wäre. WOW! 🙂

So konnte ich munter in das Wochenende starten, was mich und meine bessere Hälfte nach Dresden führte. Grund: Philipp Poisel! Einer meiner absoluten Lieblinge! Bis auf die Location, die etwas kühl und unpersönlich war, bot Philipp Poisel uns ein wahnsinnig tolles, tiefsinniges Konzert und verzauberte Jung und Alt mit seiner Musik. Auch seine Bühnen- und Lichtgestaltung war einfach super durchdacht. Nur bei den lauteren Tönen hat der Tonmann nicht wirklich gut regulieren können, was wohl daran liegt, dass 90% des Konzerts ruhig waren. An einigen Stellen musste ich sogar weinen… und besonders schön fand ich, dass er ca. 3 Stunden gespielt hat. Es hat sich also voll gelohnt!

Tja, und nun sitze ich wieder hier und plane meine Stunden für die Woche. Mittwoch steht mal wieder ein Unterrichtsbesuch an, der mich echt Nerven gekostet hat. So lange saß ich wohl noch nie an einer Stundenplanung… so ideenlos war ich aber auch noch nie. Und meine Mentorin war genauso ratlos. Jetzt habe ich aber mit Hilfe meines tollen Partners doch noch eine gute Stunde aufs Papier zaubern können, die meine Mentorin rein planerisch auch für gelungen hält. Jetzt muss ich sie nur noch so gut umsetzen wie am Freitag. Aber das krieg ich auch noch hin! Erstmal kommt der Dienstag – einer meiner Lieblingsschultage (weil er so kurz ist und spät startet).
In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Abend und morgen einen guten Start in den Dienstag! 🙂

Codename Nasenbär

Heute Morgen um 8.20 Uhr: In 10 Minuten beginnt das Seminar und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann mein redseliger Seminarleiter all seine wichtigen Wünsche für das neue Jahr und Sonstiges losgeworden ist und mir das Wort übergibt.
Zu diesem Zeitpunkt bin ich absolut fertig und halb durchgeschwitzt. Was war passiert?

In meiner weisen Voraussicht ging ich gestern schon sehr zeitig ins Bett. Man weiß ja nie, wie der Körper die Umstellung auf das frühe Aufstehen verkraftet, zumal mich eine fiese Erkältung eingeholt hat. Anderthalb Stunden später lag ich noch immer wach im Bett. So viel zum Plan. Super Zappelbein!
Endlich eingeschlafen wache ich alle Stunde auf, freue mich darüber, überhaupt eingeschlafen zu sein, schaue in „freudiger“ Erwartung auf die Uhr, wie lange ich durchgeschlafen habe und stelle fest, dass erst eine Stunde vergangen ist. So ging es tatsächlich die ganze Nacht. Erkältungen sind einfach nichts, Halsschmerzen am allerwenigsten. Auch meine Katze ist unruhig und wälzt sich neben mir hin und her. Immerhin macht sie sich aber die Mühe, sich immer wieder in meinen Nacken zu kuscheln und zu schnurren, sehr lobenswert.
Am nächsten Morgen war ich überraschenderweise natürlich gar nicht ausgeschlafen und nicht bereit für meine Präsentation. Aber es musste sein. Also schälte ich mich im Dunkeln aus dem Bett, vergaß das Licht im Bad anzumachen und hätte beinahe auch im Dunkeln geduscht. Da ich aber ohne Sehhilfe halb blind bin, war es gut, dann doch den Lichtschalter noch zu finden.
Dann das übliche Morgenprogramm, schnell Sachen gepackt und los! Im Seminar angekommen bemerke ich, dass mein Seminarleiter noch nicht da ist und ich versuchen muss, an den Schlüssel zu kommen. Hat zum Glück auch alles geklappt: Schlüssel geholt, gesamte Sitzordnung im Raum verändert, – den ersten Mitreferendar begrüßen -, Moderationskoffer besorgen, Plakate aufhängen, Handouts etc. austeilen, – zwischendurch immer mehr Mitreferendare begrüßen und Zeitpanik bekommen-, Flipchart-Papier besorgen, Computer anschließen und sich über die funktionierende Technik freuen… Also eigentlich lief alles gut, aber am Ende war ich in den 15 Minuten so viel herumgerannt, dass ich echt fertig war. Die Aufregung war natürlich nicht förderlich.
Nebenbei höre ich Gespräche, dass meine lieben Kollegen alle keine Lust auf das Ferienende haben und wie sie sich austauschen, dass bald schon wieder Ferien sind. Auch über die Examensarbeit wird geredet. Überaus empfänglich war ich dafür aber nicht. Hauptsache sie arbeiten mit und alles klappt.

10.30 Uhr war die Präsentation dann endlich vorbei. Ich habe zwar 15 Minuten überzogen, weil die Teilnehmer hohen Diskussionsbedarf hatten, aber mein Seminarleiter kommt trotz allem total erfreut auf mich zu und sagt, dass die Präsentation wirklich klasse und überaus gelungen war; es habe ihm sehr gut gefallen. Mein Entschuldigen wegen der Zeitüberziehung will er nicht hören, weil er das total wichtig fand und auch keine Langeweile aufkam. Puh! Mir fällt ein Stein vom Herzen (schließlich hatte er zur Zeiteinhaltung gemahnt, nachdem meine Vorreferentin vor den Ferien 60 Minuten überzog!) und ich bin glücklich, es endlich hinter mich gebracht zu haben. Meine Seminarteilnehmer haben zwar kleinere Kritikpunkte, aber perfekt ist keiner. Jetzt muss ich noch meine Reflexion schreiben und darf dann gespannt auf meine Note warten.

Ich danke euch also allen sehr für das Daumendrücken! Es hat wirklich geholfen!

Dafür kam mein Schnupfen nach der Präsentation mit doppelter Wucht zurück, wo er mich doch während der Präsentation so schön in Ruhe gelassen hatte… man kann ja nicht alles haben. Morgen fallen zum Glück 2 Stunden aus (wo auch immer sich meine Klasse rumtreibt), weswegen ich erst mittags in die Schule muss. Genug Zeit zum Auskurieren also. Und dann hoffe ich, dass ich meine Mentoren diese Woche endlich mal wieder von mir überzeugen kann und sie durch die Erholungsphasen auch mal wieder zum Lob fähig sind. Die neue Betreuerin in der 10. Klasse lobte mich zumindest bereits sehr viel per Mail für meine Sequenzplanung und die Stundenplanung für Mittwoch. Jetzt muss ich das alles nur noch umsetzen. 😉

Die letzten Stunden

Tja, das waren sie also, die ersten Weihnachtsferien als Referendar. Eigentlich auch die Einzigen, da ich dieses Jahr schon fertig werde und die Ferien zwar noch zur Referendariatszeit zählen, aber ich dann ja schon alles hinter mich gebracht habe. Schon komisch, wie schnell das vergehen soll.

Welche Neuerungen kommen also ab morgen auf mich zu:

  1. Ich habe morgen meine mündliche Präsentation (SAL), die dann die zweite Teilnote meines Referendariats ausmacht und viel mehr zählt als der Schulrechtstest. Thema: Interventionsmöglichkeiten bei LRS und Dyskalkulie. Durchaus spannend und schwer, alles in 90 Minuten zu packen, zumal viel kooperativ gearbeitet werden soll. Daumen drücken, dass morgen alles klappt!
  2. Ich darf jetzt eigenständig unterrichten! Ich werde jeden Mittwoch und Donnerstag in Englisch allein mit den süßen Siebentklässlern sein und habe dann endlich mehr Freiheit bezüglich der Gestaltung. Nicht mehr jede Lehrbuchaufgabe, endlich mal etwas Neues ausprobieren. So richtig traue ich mich zwar noch nicht, weil meine Mentorin dienstags noch im Unterricht drin sitzt und montags die Klasse selbst noch hat, aber einen ersten Schritt werde ich unternehmen. Bin echt gespannt, wie die Schüler auf mich reagieren werden, wenn ich ganz allein da bin und dann auch noch anderen Unterricht mache. Etwas Angst, oder eher Respekt, hab ich ja schon, aber das wird schon werden. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. 😉
    In Deutsch haben wir uns noch gar nicht abgemacht, welche (oder ob alle) Stunden ich allein machen werde, aber das wird sich auch die Woche klären.
  3. Ich unterrichte in Englisch jetzt auch die 10. Klasse, zumindest bis zu den Winterferien. Andere Englischlehrerin, die hinten drin sitzt, andere Anforderungen, andere Methoden, andere Meinung. Meine Sequenzplanung fand sie schon toll, jetzt muss ich es nur noch umsetzen. Wie ich aber von der anderen Referendarin mitbekommen habe, ist diese Lehrerin sehr viel lieber und humaner in der Bewertung. Ich kann also mal auf ein Lob hoffen. 😉

Es wird also eine spannende Woche. Aber erstmal muss das morgen alles hinhauen, dann bin ich schon halbwegs beruhigt! Also Daumen drücken! 🙂

Frohe Weihnachten!

Das Zappelbein ist ja nun schon den 3. Tag in den Ferien, doch sicherlich hatten es nicht alle von euch so gut, jetzt schon frei zu haben. Falls es euch beruhigt: Auch ich habe nicht wirklich frei gemacht, sondern arbeite noch immer fleißg und bereite Dinge für das neue Jahr vor. Da ich nicht an den Weltuntergang glaub(t)e, habe ich schon seit Wochen im Kopf, was alles noch geschafft werden muss, bis das Weihnachtsfest wirklich kommen darf. So langsam merke ich, dass diese Pläne unrealistisch sind, doch ein bisschen möchte ich dennoch schaffen. Also sitze ich auch heute noch an meinem Schreibtisch und werkele fleißig vor mich hin. Die Motivation schwindet, genauso wie die Kraft in meinem Körper. Alles in mir sehnt sich nach Ruhe, Besinnlichkeit, Schlaf… einfach mal keine Arbeit erledigen. Ab 23. nachmittags nehme ich mir dann auch frei, versprochen! Bzw. dann mache ich mich endlich an die ganzen Erledigungen für Weihnachten: Geschenke einpacken, das Selbstgemachte fertigstellen, Torte backen usw. Aber das zähle ich einfach nicht mehr zur Arbeit, als Beruhigung für mein Innerstes.

Meine Schüler habe ich aber ohne Hausaufgaben o.Ä. in die Ferien erlassen… Naja, nicht ganz. Sie bekamen von mir die Hausaufgabe, sich mal über Weihnachten richtig schön zu entspannen, die Familienfeiern zu genießen und gut ins neue Jahr zu kommen. Nun hoffe ich, dass alle diese Aufgabe erledigen, damit wir dann im neuen Jahr fit in die neue Unterrichtssequenz starten können.

In diesem Sinne wünsche ich auch euch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, bei dem es keine Konflikte in der Familie o.Ä. gibt! Genießt einfach die Feiertage, ohne an die stressige Arbeit zu denken. 🙂

Mal wieder ein Linktipp

Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werden wir uns freuen… 🙂

Morgen ist es nämlich so weit, der letzte Schultag ist gekommen!!! Juchhu, darauf freuen wir uns alle schon seit Wochen! Heute hat man den Refs, aber auch der Seminarleiterin angemerkt, dass wir unbedingt Ferien brauchen. Neidisch wurde ich ja schon ein bisschen, als Mitrefs erzählten, morgen fände nur weihnachtliches Frühstück + Weihnachtskonzert in der Schule statt. Ich darf auch in der 6. Stunde noch Unterricht machen, was Lehrer und Schüler unheimlichen Spaß beschert. Aber da müssen wir alle durch…

Da wären wir dann auch bei der Überschrift: Ich werde morgen einen kleinen Filmausschnitt aus Four Christmases mit meinen Schülern sehen und diesen dann besprechen und einen Dialog schreiben lassen, wie es weitergehen könnte. Das wird sicher ganz lustig, weil es in der Szene u.A. darum geht, dass die Kinder dieser Familie auf ungemütliche Art und Weise erfahren, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Die Anregung hierfür habe ich von meiner Fachseminarleiterin Englisch bekommen – danke noch einmal!

Es gibt eine tolle Seite, auf der Filmausschnitte entweder thematisch oder sogar grammatisch ausgewählt sowie Fragen/ Aufgaben hierzu formuliert wurden. Absolut nützlich, um den Unterricht mal abwechslungsreich zu gestalten und die Schüler zu motivieren. 🙂

http://warmupsfollowups.blogspot.de/

http://moviesegmentstoassessgrammargoals.blogspot.de/

Viel Spaß damit, ein Blick darauf lohnt sich! 🙂

Motivation durch Verwirrung

Heutige Englischstunde:

„Bonjour mes amis!“, begrüße ich die Schüler. Heute wollen wir nämlich feststellen, dass das Lernen mehrerer Fremdsprachen sehr hilfreich beim Lernen sein kann, doch auch Risiken mit sich bringt (falscher Transfer). Heute haben wir also etwas fächerübergreifend gearbeitet.
Die Schüler antworten nicht auf meine Begrüßung, sondern schauen sich nur verwirrt gegenseitig an. Eine Schülerin reagiert mit dem Ausruf: „Hä? Falsche Sprache!“, ein anderer Schüler fragt mich, wie viele Sprachen ich denn noch spräche.
Ich sage dazu nichts und wiederhole meine Begrüßung: „Bonjour mes amis!“
Diesmal antworten die Schüler auch. „Bonjour, madame Zappelbein.“
„Asseyez-vous.“
Die Schüler setzen sich hin und es beginnt ein Gemurmel. Kurz lasse ich dieses gewähren, doch dann beginne ich mit dem Unterrichtseinstieg. Als die Schüler merken, dass ich nun wieder Englisch spreche, sind sie glatt etwas enttäuscht. Dafür waren sie aber umso motivierter, sich mit der folgenden Thematik zu beschäftigen. Selten habe ich so früh am morgen so viele Arme oben gesehen. Andererseits waren die Schüler, die nicht Französisch als zweite Fremdsprache lernen, etwas desinteressiert und demotiviert. Auf mein direktes Ansprechen einer Schülerin aus diesem Kreis bekomme ich auch keine Antwort, sondern nur ein genervtes „Weiß ich doch nicht.“, obwohl die Schülerin sonst immer ganz motiviert dabei ist. Das kann aber auch daran liegen, dass sie frustriert war, dass sie nun doch am Englischunterricht statt an der Generalprobe für das Weihnachtskonzert teilnehmen musste. Zumindest hielt sie sich die ganze Stunde bedeckt.
Ich würde den Einstieg trotzdem jederzeit wieder wählen, zumal wir dann auch auf andere spannende Themen wie „false friends“ und Homophone gekommen sind. Ich glaube, das hat fast allen Spaß gemacht. Dienstag folgt dann noch unsere kleine Weihnachtsfeier und danach starten wir endlich alle in die wohlverdienten Weihnachtsferien. Ich hoffe, die Schüler verzeihen mir dann auch, dass ich keinen Test mehr vor Weihnachten geschrieben habe, obwohl sie schon seit Tagen damit rechnen. 😉

„Was bedeutet das denn?“

Ach ja, Schüler sind manchmal schon echt süß… Heute habe ich ihnen ja das Gedicht von Rolf Krenzer, das ich gestern hier schon postete, vorgestellt. 4 Gruppen sollten 4 verschiedene Weihnachtsgedichte analysieren und verstehen, um sie anschließend ihren Mitschülern vorzustellen. In meine Rolf Krenzer-Gruppe packte ich meine Experten, die die Welt so schön in schwarz-weiß sehen und wenig kompromissbereit in Bezug auf andere Meinungen sind.
Abgesehen davon, dass alle Gruppen ihre Gedichte nur sehr oberflächlich behandelt haben, hatte ich den Eindruck, dass diese Gruppe die Message des Gedichtes nicht wirklich verstanden hatten. Oder sie waren einfach nicht in der Lage, diese in Worte zu fassen…
Nach der Präsentation stellte ein Schüler dann auch die berechtigte Frage: „Was bedeutet das denn, dass der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt?“
Ein anderer Schüler gibt die (schlaue) Antwort: „Das steht doch da, lies doch mal weiter. Der Starke liebt doch auch die Kräfte des Schwachen, also verzeiht der Schwache dem Starken, dass auch er Schwächen hat. Keiner ist perfekt.“
Da musste ich doch etwas schmunzeln. Leider schien damit auch alles gesagt zu sein. Kein weiterer Arm erhob sich, kein Schüler wollte sich äußern. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit erbarmte ich mich schließlich und erklärte den Schülern diese schöne Aussage noch einmal. Da war dann auch plötzlich der Aha-Effekt.
Fazit: Nächste Stunde, also am Freitag, werden wir uns diesem Gedicht noch einmal ganz intensiv widmen, damit alle Schüler mit einer schönen Weihnachtsstimmung in die Ferien entlassen werden können. Schließlich sehe ich die Schüler dann nicht mehr, zumindest nicht im Unterricht. Hoffentlich kommt die Aussage dann auch an!

Montag werden sie dann noch die Chance haben, bei meiner Mentorin gute Noten zu sammeln, indem sie eines der Gedichte auswählen und rezitieren. Irgendwie finden die Schüler diese Chance aber gar nicht gut… Dabei habe ich es so gut angepriesen. Schließlich geht es doch nicht nur um das Erhalten einer guten Note, sondern auch um die Schulung und Weiterentwicklung persönlicher Fähigkeiten, Präsentationsfähigkeiten sowie Merkfähigkeiten.
Aber Frau Zappelbein, was erzählen Sie denn da? (So fühlte ich mich zumindest beim Blick in die Gesichter.)
Dafür wollen alle Schüler gern noch einen Test vor Notenschluss schreiben, weil sie jetzt durch die Klassenarbeit soundso stehen und das noch rumreißen wollen. Auf meine Antwort, sie könnten doch einfach die Gedichtrezitation dafür nutzen, habe ich nur Augenrollen zurückbekommen… Das Leben ist kein Ponyhof, ne? 😉