Hilfe ist da!

Das kann ja nicht so weitergehen mit der potenzierten Hilflosigkeit und ihren vielen Teilen – deswegen heute endlich mal positive Nachrichten. 🙂

Nein, der Klassenlehrer ist noch immer nicht da und es steht auch noch in den Sternen, ob er nächste Woche wiederkommt. Das behauptet die Schulleitung zwar, aber das war die letzten Wochen auch schon so.

Statt also auf seine Wiederkehr und eine Verbesserung dadurch zu hoffen (die ja nicht einmal feststeht), habe ich mir gestern sehr viele Gedanken gemacht (neben Examensarbeit- bzw. SAB-Schreiben), wie ich weiter mit der Klasse verfahre. Der Test war relativ durchschnittlich und doch schlecht für diese Klasse und insgesamt diese Schule ausgefallen: 3,0. Es gab eine Eins, einige Zweien, aber auch zwei Fünfen und einige Vieren. Alles in allem nicht berauschend, aber nach Gauß vollkommen in Ordnung (wobei seine Kurve auch diskutabel ist). Da ich den Schülern schon einmal einen grottigen Test erlassen hatte (hier war die beste Note eine 3!), habe ich mich mit meiner Mentorin darauf geeinigt, dass ich diesmal den Test bewerten werde. Das war für manch gute Schüler, die leider eine Vier hatten, sehr bitter, aber letztlich muss ich auch etwas durchziehen, wenn ich es androhe – schon allein, um mein Gesicht zu wahren und den Respekt nicht zu verlieren. Das war Lektion Nummer 1.

Lektion Nummer 2: Mir fiel endlich eine geeignete Möglichkeit des Umsetzens ein, da die drei Streithähne T., F. und R. nah aneinandersitzen. Da alle 3 aber auch vorne sitzen müssen, damit sie sich konzentrieren können, war das Ganze nie wirklich einfach. Vorerst bin ich mit der neuen Sitzordnung zufrieden, da sich F. und R. und auch F. und T. nicht mehr gegenseitig ablenken können. Und bei R. und T. kam das eh nie vor… Heute war es zumindest sehr angenehm, was aber mehrere Gründe haben kann: Das Gespräch am Dienstag, das Umsetzen oder auch meine 3. pädagogische Maßnahme:

Lange habe ich mich gegen solche Methoden gewehrt, obwohl die Wirksamkeit auch durch Mitreferendare bewiesen ist: Belohnungs- und Bestrafungssysteme. Statt Einträgen ins Hausaufgabenheft oder ins Klassenbuch gibt es bei mir jetzt Umschläge. Ja, richtig gelesen. Jede Stunde lege ich einen Zettel mit einer Extra-Hausaufgabe in den „magischen Umschlag“. Diesen bekommt immer der Schüler, der gerade stört, d.h. der Umschlag wandert in der Stunde von Schüler zu Schüler – je nachdem, wer gerade gestört hat. Wer den Umschlag am Ende der Stunde hat, muss die Aufgabe erledigen und in der nächsten Stunde vorweisen. Versäumt er das 3 Mal, kommt er zur mündlichen LK dran.
Die Schüler reagierten erstaunlich gut auf die Methode, bei der ich mir bis zur letzten Minute unsicher war, ob ich sie wirklich einführe. Viele sagten, dass sie das richtig gut fänden. Und was soll ich sagen? Es hat heute erstaunlich  gut funktioniert! Nur 3 verschiedene Schüler (und keiner der oben genannten!) erhielten den Umschlag und es war erstaunlich ruhig im Klassenraum. Die Schüler haben konzentriert gearbeitet und gut mitgemacht. Das hat mir wirklich gut gefallen. Bis zu den Sommerferien behalten wir das also bei.
Was mich allerdings stört, ist die Tatsache, dass dieses System nur auf Bestrafung aufbaut. Zum neuen Schuljahr werde ich etwas einführen, das mit Belohnung und Bestrafung arbeitet. Wie das genau aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber ich habe schon vage Vorstellungen. Und ich hoffe, dass solche Methoden auch auf Dauer wirken. Wir werden sehen… 🙂

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3 Kommentare zu “Hilfe ist da!

  1. ich habe bis jetzt ausprobiert, mir bis drei sus zu notieren, die stören….davon kommt einer dann nächste stunde mündlich dran, bei mehr als drei schreibt dann die ganze klasse. nachteil: vorbereitung von lks. naja und wieder bestrafung. aber es hat ganz ok funktioniert.

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