Der Schwurm

Kennt ihr ihn? Er ist eng verwandt mit dem Schweinehund. Ich weiß auch gar nicht, wer von den beiden nerviger und blöder ist. Noch schlimmer ist es, wenn der Wurm und der Schweinehund miteinander verschmelzen, denn dann läuft gar nichts mehr. Das nennt man dann Wurmhund oder Schwurm oder so… Schwurm finde ich gut. Naja, wie auch immer: Genau der hat mich befallen!

Irgendwie ist gerade der Wurm drin. So fühle ich mich zumindest. Der Unterrichtsbesuch lief gestern zwar gut und ich habe auch Lob bekommen, aber trotzdem habe ich das Gefühl, als sei ich gedanklich noch nicht wieder in der Schule. Um mich herum sind noch so viele, die Ferien haben und sich weiter entspannen können. Und wir machen Schule. Ich kann mich im Moment nicht aufraffen, wirklich mehr als das Allernötigste (also unmittelbare Stundenplanung) zu machen und ich glaube, meine Stunden sind gerade auch nur Mittelmaß. Es läuft – keine Frage – und es kommt am Ende auch etwas bei den Stunden heraus, aber es könnte definitiv noch besser sein. Zumindest habe ich schon bessere Stunden von mir erlebt.

Fest steht, dass mein Aufgabenberg schon wieder ins Unermessliche steigt und mir das auch durchaus bewusst ist, ich mich aber echt gar nicht aufraffen kann. Ich bin müde, ich esse kaum aus Appetitlosigkeit und hab keine Lust auf gar nichts. Nicht mal für ein Buch oder einen guten Film kann ich mich begeistern… weil mir die Konzentration fehlt. Und ich glaube, das merkt man mir auch in den Stunden an. Ich habe auch sekundenweise Schübe, dass ich unbedingt arbeiten möchte und etwas schaffen muss, aber die sind eben nach 2 Sekunden auch wieder vorbei und meine Trägheit siegt.
Das nervt, aber ich kann mich auch nicht motivieren, etwas zu machen.

Wenn ihr irgendwelche Tipps habt, was man dagegen machen kann, dann immer her damit! Ich kann jeden Rat gebrauchen. Nächste Woche geht es schließlich auch in die spannende Phase des Projektes – und die will genauso gewissenhaft vorbereitet werden wie der Rest!

Sie mag mich, sie mag mich nicht, sie mag mich, …

Heute hatte ich mal wieder einen Unterrichtsbesuch – Englisch, 7. Klasse. Da ich gerade mein Wales-Projekt mache, bei dem die Schüler vor allem frei arbeiten, habe ich gar nicht so viel von mir selbst zeigen können. Immerhin habe ich die Stunde extra so gemacht, dass man ein bisschen von mir sieht.

Gestern hatten wir uns schon die verschiedenen TV-Programme und ihre Merkmale und Funktionen angeschaut, da die Schüler ja einen Fernsehbeitrag über ihr Thema zu Wales gestalten sollen. Das klappte erstaunlich gut. Ich zeigte ihnen BBC-News u.Ä. ohne Untertitel und trotzdem verstanden sie schon recht viel und waren gebannt von den kleinen Filmchen. Ich war/ bin richtig stolz auf meine Kleinen. 🙂

Heute haben wir dann „useful phrases“ gelernt. Die Schüler mussten Zettel ordnen, die in kleinen Briefumschlägen waren (quasi „Geheim“tipp, da das immer unheimlich motivierend wirkt!). Anschließend haben wir diese noch vorn an der Tafel geordnet (hatte sie vorher alle auf bunte Moderationskarten geschrieben) und übersetzt. Und dann kam die große Aufgabe, dass sie diese Sätze in ihre Präsentationen einbauen sollten. Leider war die Konzentration meiner Schüler wie immer in der 5. Stunde kurz vor dem Mittagessen nicht allzu hoch, sodass nicht alle Schüler konzentriert arbeiteten. Zum Glück meinte meine Seminarleiterin aber, dass das normal sei und ich es nur entsprechend in meiner Arbeit reflektieren müsse.
Und auch sonst hatte sie wohl fast nur Positives zu sagen. Offiziell gab es heute leider keine Auswertung, da es Teil meiner SAB ist und ich es dann schriftlich selbst reflektieren muss, aber meine Mentorin hat mir trotzdem alles verraten, was sie über mich erzählt haben. Und das klang schon echt gut.
Ich habe mich wohl schon gut weiterentwickelt und einen hohen qualitativen Sprung gemacht. Gerade meine Englisch-Fachseminarleiterin hat immer kritisiert, dass ich zu introvertiert bin und meine Lehrerpersönlichkeit absolut ungeeignet wäre. Naja, so krass hat sie es nicht gesagt, aber so habe ich mich immer gefühlt. Nun hieß es endlich mal, dass ich mich schon stark verbessert habe. Zwar bin ich noch immer zu introvertiert, muss also weiter an mir arbeiten, aber man habe schon eine große Weiterentwicklung beobachten können. Außerdem hat man auch gemerkt, dass ich jetzt die Klasse besser im Griff habe (und die ist echt nicht immer einfach…) und eine bessere Beziehung zu den Schülern aufgebaut habe.
Ich bin also auf dem richtigen Weg, aber muss natürlich noch weiter an mir arbeiten. Bis zur Prüfung sind es noch ein paar Monate, also noch ein bisschen Zeit zum Weiterentwickeln.

Auf jeden Fall bin ich sehr erleichtert, dass meine Fachseminarleiterin mich wohl doch mag… Bei ihr geht es immer extrem um Sympathien und Mögen bzw. Nichtmögen. Danach werden auch die Noten festgelegt. Ist natürlich nicht sehr professionell, aber als Referendar gut zu wissen. Und nun weiß ich auch, dass sie nichts gegen mich hat. Wie sehr sie mich mag bzw. schätzt, weiß ich aber auch nicht. Es kam nur durch, dass sie merkt, dass ich sehr fit in der Theorie bin, weil ich mich wohl auch immer in den theoretischen Abhandlungen so wissenschaftlich ausdrücke… Aber ist das gut? Laut Frau A.’s Prüfern schon, aber bei meinen?