Kleine Anekdote II

Widerwillig war ich aus meinem Bett gestiegen und bin in den grauen, schneevermatschten Tag gestartet. Die Nacht war wie die Nächte davor schrecklich und voller Alpträume. Leider erlebe ich auch im wahren Leben gerade einen Alptraum, da meine Oma seit nunmehr einem Jahr schwer krank ist und es immer schlimmer wird.
Voll in Gedanken versunken setzte ich mich ins Seminar. Es war 8.30 Uhr und nur 3 von 10 Teilnehmern anwesend. Na super…
„Wer von Ihnen möchte Protokoll schreiben?“, fragt die Fachseminarleiterin in die Runde.
„Bitte nicht ich, nicht heute, bitte nicht!“, denke ich.
„Ich mach das!“, meldet sich eine Mitreferendarin schnell freiwillig.
Puh, Glück gehabt. Dann kann ich mich in Ruhe meinen Gedanken widmen und trotzdem so tun, als wäre ich anwesend. Das war sogar leichter als gedacht, weil das Seminar heute seeeeehhr langweilig war. Und es zog sich und zog sich und zog sich… 4 Stunden kamen mir vor wie 8. Keiner bemerkte meinen Zustand, was sicher auch daran lag, dass ich die Fragen trotzdem immer beantworten konnte.
Kurz vor Ende fragt mich meine liebe Banknachbarin schließlich: „Alles ok bei dir? Du siehst heut so blass aus!“
Sie merkt es immer, wirklich immer. Das ist schließlich nicht das erste Mal.
Und dann frage ich mich, warum wir nicht enger befreundet sind… Weil sie Familie hat und ziemlich weit weg wohnt und arbeitet? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich sie mag und uns irgendetwas verbindet.

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