Wie tolle Ideen auch mal nicht funktionieren

Ich mag ja meine Elftklässler total. Nicht nur haben sie meinen GUB perfektioniert, indem sie so tolle Ergebnisse präsentiert haben, sondern sind sie auch sonst immer (naja, meistens) ganz toll bei der Sache und haben mich von Anfang an gut akzeptiert. Ich gehe gern in die Klasse und habe mich deswegen auch entschieden, sie als meine Prüfungsklasse zu nehmen. (Was aber nicht minder daran liegt, dass ich meine SekII-Klasse in Englisch eher weniger mag und wir irgendwie noch nicht auf einer „Ebene/ Wellenlänge“ angekommen sind.)

Heute habe ich aber gelernt, was ich mit der Klasse wohl nicht in der Prüfung mache (oder noch viel üben muss). Die Idee war Folgende: Wir haben Heines „Nachtgedanken“ behandelt, uns kreativ angenähert und dann das Gedicht analysiert und interpretiert. Dafür sollten die Schüler eine These aufstellen, ob das Gedicht politisch oder rein persönlich ist und entsprechend am Text mit Argumenten belegen (alles schriftlich). So weit, so gut. Beim Herumgehen habe ich ganz gute Ergebnisse gesehen, auch wenn sich einige Schüler dafür entschieden, ein rein persönliches Gedicht zu sehen statt zu erkennen, dass natürlich beide Ebenen eine Rolle spielen (bei Heine geht es insbesondere in der Zeit nicht ohne Politik und das wissen sie eigentlich auch!). Das wäre an sich auch kein Problem gewesen, wenn ich nicht im folgenden Schritt organisatorisch falsch geplant hätte. Ich wollte einige Ausarbeitungen einsammeln und 4 andere Schüler holte ich nach vorne, um dort ihre Thesen zu diskutieren. Meine Hoffnung war, dass alle Aspekte benannt werden und sie zu dem Schluss kommen, dass beide Ebenen vertreten sind. Was passiert stattdessen? ALLE Schüler, die vorn stehen, sind felsenfest davon überzeugt, dass es ein rein persönliches Gedicht ist und Politik keine Rolle spielt. Und der eine Schüler, der eigentlich etwas anderes stehen hat, kann nicht seinen Mann stehen, sondern schließt sich spontan der Meinung an… Man sollte meinen, dass sie durch die kritischen Nachfragen ihrer Mitschüler und deren indirekten bis direkten Hinweise zum Nachdenken angeregt werden, dass vielleicht doch Politik eine Rolle spielen könnte. Aber nein, sie bleiben alle felsenfest davon überzeugt und gehen auf keinen der Kommentare ein. *uff*

Fazit der Stunde: Die Diskussion verlief im Sande und ich muss das Gedicht nächstes Mal noch einmal aufgreifen und das richtigstellen.
So hatte ich mir das wahrlich nicht vorgestellt… Aber zumindest weiß ich, was ich in der Prüfung NICHT mache. 😉

 

PS: Ich sehe gerade, dass es jetzt schon 10.000 Aufrufe meines Blogs gab. Die letzten 1000 gingen echt schnell… Danke an alle meine Leser und Unterstützer! Ich hoffe, ihr bleibt auch weiterhin dran und vielleicht findet sich auch noch der ein oder andere, der meinen Berufseinstieg mitverfolgen möchte. Ich freue mich über jeden einzelnen Klick von euch! 🙂

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