Helau und Alaaf, Part I

Müde, demotiviert und lustlos steige ich heute langsam aus meinem warmen, kuschligen Bett. Im Bad werde ich blitzschnell wach, weil seltsame Töne aus dem Radio kommen. Ist das Ding etwa kaputt? Es ist doch „erst“ 20 Jahre alt, das kann gar nicht sein! Nein, ist es auch nicht. Es ist Rosenmontag. Und obwohl ich dachte, in Sachsen-Anhalt sei ich sicher vor den ganzen Pappnasen, muss ich mir das ganze Gedudel nicht nur im Radio anhören. Im Seminar geht es weiter. Unser Seminarleiter – anscheinend ein großer Fan des Karneval (oder Fasching, wie man es hierzulande nennt) – muss zwischendurch immer wieder komische Geräusche, die auf Fasching hinweisen, ausrufen. Klingt ein bisschen nach Tourette, aber er will damit wohl die Atmosphäre auflockern. Wenigstens zwei der 18 Seminarteilnehmer können lachen, manche zwingen sich ab und zu ein Lächeln ab. Zum Glück konnte ich dem Ganzen den Rest des Tages entfliehen. Bloß kein Radio oder Nachrichten mehr anmachen, dann ist man sicher vor dem ganzen Wahnsinn!

Den zweiten Schreck des Tages erlebe ich, als wir uns im Seminar noch einmal über die Entwürfe unterhalten. Eigentlich dachte ich, dass ich schon recht gut auf meinen GUB vorbereitet sei und „nur“ noch das Konzept schreiben müsse. Pustekuchen! Mein Gehirn hat versagt und so habe ich wohl auch verpasst, dass ich bei solchen großen Unterrichtsbesuchen auch Erwartungshorizonte zu jeder einzelnen Aufgabe erstellen muss. Auch das Tafelbild habe ich vernachlässigt. So kam es, dass ich den halben Nachmittag damit verbrachte, diese Schlamperei noch auszubessern (zum Glück haben wir aber heute darüber geredet, sodass ich es wenigstens noch nachholen konnte). Die andere Hälfte ging für die Planungen für morgen und übermorgen drauf. Jetzt bin ich wieder da angekommen, wo ich heute Morgen war: demotiviert und lustlos. Irgendwie hab ich meine Motivation in den Ferien verlegt… Hoffentlich find ich sie noch wieder, damit ich mit den Herausforderungen des morgigen Tages zurechtkomme.

Morgen ist nämlich schon wieder Fasching – zumindest in der Schule. Meine erste Doppelstunde in der 11. darf ich vor berühmten Musicalfiguren verbringen. Ich könnte mir wahrlich bessere Voraussetzungen für einen Neueinstieg in eine neue Klasse vorstellen. Aber gut, man muss damit leben. Danach folgen dann noch Stunden vor Zirkusfiguren (Motto der 7. Klasse) und Märchenfiguren (Motto der 6. Klasse). Wer sich das ausgedacht hat… Schüler verkleiden sich, einige Lehrer vielleicht auch und trotzdem sollen wir normalen Unterricht machen. Ich bin wirklich gespannt, wie das morgen ablaufen wird. Fest steht, dass es noch eine Menge Ärger deswegen geben wird, da die Faschingsfeier ohne Absprache mit der Schulleitung von den Schülern verkündet wurde und nun durchgeführt wird. Nachmittags finde ich solche Feiern auch wirklich in Ordnung, aber während der Unterrichtszeit? Und dann sollen wir noch normal Unterricht machen? Chaos vorprogrammiert! Ich berichte morgen im Part II. 😉

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2 Kommentare zu “Helau und Alaaf, Part I

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