Kennt ihr das?

Ihr kommt nach Hause und seid einfach nur fertig? Ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist 13.04 Uhr. Euer Körper sagt: Es ist Zeit für das Bett. Euer Geist sagt: Ich kann nicht mehr denken, das war heute alles zu viel. (Eure Katze sagt: Ich hab Hunger und war den ganzen Tag allein – bespaße mich!)

Wenn ihr diese Fragen mit „ja“ beantworten könnt, wobei die letzte Frage eher fakultativ ist, dann könnt ihr genau nachempfinden, wie ich mich gestern gefühlt habe. Umso erstaunlicher ist, dass ich abends doch tatsächlich noch etwas bezüglich meiner Stundenplanung geschafft habe.
Ich kann euch gar nicht erzählen, was alles passiert ist, aber zumindest die Ausmaße andeuten:

  • Ich habe – ungeplant – alle Stunden eigenverantwortlich unterrichtet, weil meine Betreuerin in Englisch Klasse 10 ein Elterngespräch hatte, was wider Erwarten größere Ausmaße annahm. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich im Nachhinein bin, dass die Großen so schön auf mich gehört und mich als Lehrperson akzeptiert haben. Gestern hatte ich in dem Moment gar nicht darüber nachgedacht und es als selbstverständlich angesehen, aber irgendwie macht es mich jetzt doch stolz, dass ich auch die „Großen“ im Griff habe.
  • Ich hatte mitten im Unterricht einen Lachflash und es dauerte über eine Minute bis ich mich wieder eingekriegt habe. Situationskomik ist eben die Beste. Im Nachhinein betrachtet war es ein ganz typischer Schülerwitz:
    Lehrer: „Alle Augen wieder nach vorn.“ – Schülern tut so, als werfe sie ihre Augen nach vorn und lacht leise (wohlgemerkt meine Klassenbeste!).
    Tja, dann musste ich auch lachen und alle Schüler fragten die Schülerin, warum wir denn nun lachen würden. Irgendwie schaukelte es sich hoch und alle Schüler begannen zu lachen. Noch lustiger wurde es, als ich versuchte, wieder zu reden und Ruhe in die Klasse zu bringen und doch wieder losprusten musste. Aber ich habe die Situation dann wieder gut in den Griff bekommen und wir alle hatten eine kleine Abwechslung und Pause für das Gehirn. Ich glaube, das hat mich zumindest menschlich den Schülern näher gebracht. Jede Stunde sollte das aber nicht passieren. 😉
  • Auch die Idee der Einführung in die Vorgangsbeschreibung war super: Ich tat so, als hätte ich vergessen, wie man die Tafel wischt und ließ mich von einem Schüler anleiten. Das machte er ganz gut, doch war es echt anstrengend, weil er meinte, man müsse ganz fest aufdrücken. Als ich noch einmal hinterfragte, ob ich wirklich so doll drücken muss, weil das anstrengend ist, bejahte er. *grml* Naja, ich habe es ihm nicht übel genommen.
    Nachdem wir dann die Merkmale einer Vorgangsbeschreibung erarbeitet hatten und uns ein Beispiel angesehen hatten, wiederholten wir das Ganze: Die Schüler sollten die Vorgangsbeschreibung schriftlich verfassen und dann rief ich einen Schüler nach vorne, der nach diesen Anleitungen wischen sollte. Und schon merkten die Schüler, dass das doch nicht so einfach ist, wie sie am Anfang dachten. („Das ist doch voll einfach! Müssen wir das wirklich aufschreiben?“)
  • In Englisch  habe ich Mr Egg vorgestellt (zur Einführung der if-clauses), d.h. ich habe fast die ganze Stunde erklärt, gemalt und abschreiben lassen. Die Stunde war trotz des frontalen Charakters ein voller Erfolg. Die Schüler mochten Mr Egg sehr und verließen den Raum mit den Worten: „War schön heute.“ Das sagten sie wahrscheinlich auch, weil sie nicht aktiv mitmachen und sich etwas berieseln lassen konnten, aber schön ist es trotzdem irgendwie.
  • Abgesehen davon, dass die Stunden gut liefen, aber sehr anstrengend waren, waren die Pausen auch keine Erholung. Schlechte Laune einiger Kollegen, oben beschriebener Ärger mit einem Konflikt zwischen Schülern und damit zusammenhängendem Elterngespräch und viel zu neugierige Schüler…

Alles in allem ein schöner Tag, an dem ich endlich mal wieder zufrieden mit mir selbst war, doch auch total kaputt und geschafft. Heute habe ich dann eher Sparflamme gefahren, was auch dadurch kommt, dass ich heute mehr hospitierte als alles andere.

Nun muss ich noch ein paar Stunden warten bis mein Herzallerliebster hier ist und dann wird gemeinsam der Rest des Abends genossen. Morgen eine letzte Runde, doch ich bin zuversichtlich, weil ich  mir wieder etwas Schönes ausgedacht habe. Noch lieber wäre mir allerdings Wochenende! 😉

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