Achterbahn der Gefühle

Ihr glaubt nicht, wie anstrengend und kräftezehrend diese Woche war. Eigentlich wollte ich alles ganz entspannt angehen und mich mal nicht bis spät abends an den Schreibtisch setzen (was ich auch erfolgreich geschafft habe), aber irgendwie war ich trotzdem nach Feierabend so fertig, dass ich kaum etwas geschafft habe. Ob es daran liegt, dass ich kein Fleisch und keinen Fisch mehr konsumiere und mir Eisen fehlt (bin ja sehr anfällig für Blutanämie)? Oder ob ich mich insgeheim doch so kaputt geackert habe (zumindest gedanklich nie ganz weg von der Schule gekommen bin), dass ich immer so fertig war? Ich weiß es nicht…

Dienstag fing alles gut an. Meine Stunde in der 7. lief gut und meine Mentorin hatte nicht viel zu bemängeln.

Mittwoch fand dann der Unterrichtsbesuch in der 2./3. Stunde statt. Das wäre ja alles kein Problem gewesen, wenn ich nicht schon seit Wochen ratlos gewesen wäre, wie ich das Thema möglichst ansprechend und kooperativ gestalten kann – so wollte es nämlich mein Seminarleiter sehen. Weder meine Mentorin noch ich hatten eine zündende Idee… und so machte ich mich erst am Montag und Dienstag so richtig an die Planung. *hust* Ich weiß, das ist SEHR kurzfristig, aber ich wusste einfach wirklich keinen Weg. Das soll schon etwas bedeuten, denn sonst bin ich bekannt dafür, immer eine tolle Methode parat zu haben. Dienstag entließ mich meine Mentorin dann mit den „aufmunternden“ Worten: „Da haben Sie sich ja ganz schön was vorgenommen. Das wird nicht einfach!“ Die Frau versteht es, Mut zu machen.

Tja, und am Mittwoch nahm dann das Unglück seinen Lauf. Englisch, 0./1. Stunde – Ich habe Wortfindungsstörungen und kann mich nicht richtig ausdrücken. Der Schülervortrag geht absolut am Thema vorbei, sodass ich darauf nicht aufbauen kann. Die Schüler haben anscheinend alles vergessen, was vor den Ferien gemacht wurde, sodass nicht auf Vorwissen aufgebaut werden kann. Oh man!!! Ich habe die Stunde am Ende zwar einigermaßen rund gekriegt, aber wenn das meine Prüfung gewesen wäre… huiuiui…
Naja, sowohl meine Betreurin in der 10. Klasse als auch meine Mentorin bauten mich auf: „Sie waren mit den Gedanken schon im Unterrichtsbesuch. Das ist alles nicht schlimm, dafür machen Sie es jetzt umso besser. Und bei uns läuft auch nicht immer alles gut, obwohl wir schon Jahrzehnte im Beruf sind.“ Das war echt lieb.
Etwas motivierter ging ich also in meinen Unterrichtsbesuch. Wenigstens in Deutsch habe ich die nötigen Wörter gefunden, viele Schüler haben gut mitgearbeitet und auch ich habe mich recht wohl gefühlt. Einziges Manko: Zeitmanagement. Eigentlich kann ich das ganz gut; meist kann man die Uhr danach stellen. Aber diesmal hat es nicht geklappt. Ich wusste, dass es eng war, aber hätte nicht gedacht, dass mir am Ende 10 Minuten fehlen! Dadurch haben wir die Auswertung nicht geschafft und ich hatte Angst, dass mir das angekreidet wird. Klar wurde das als Kritikpunkt aufgeführt, aber ich wurde dafür gelobt, wie gut ich den Bogen doch noch bekommen hätte und wie effizient ich die kurze Auswertungszeit genutzt hätte. Und auch meine sonst immer so oft kritisierte Lehrerpersönlichkeit hat wahnsinnig viel Lob bekommen. „Man merkt, dass sie eine gute Beziehung zu den Schülern haben und diese Sie sehr mögen.“ 🙂
Zwei andere Kleinigkeiten wurden noch kritisiert, aber im Großen und Ganzen habe ich mehr Lob als Kritik bekommen. Außerdem musste mein Seminarleiter auch vor meiner Mentorin noch einmal betonen, wie toll doch meine Präsentation im Seminar war. Auf die Note warte ich zwar noch, aber schlecht kann es auf keinen Fall werden.
Und was mich am meisten überrascht hat: „Ich habe auch mit Ihrer Deutschseminarleiterin gesprochen und sie meinte, dass Sie das super machen und Ihre Stunden sehr solide und gut strukturiert sind, sodass man sich bei Ihnen keinerlei Sorgen machen muss. Das habe ich jetzt auch gesehen.“ – Mein Herz lachte, weil auch meine Mentorin alles mitbekam und jetzt hoffentlich nicht mehr alles ganz so stark auseinandernimmt. Natürlich will sie mir damit helfen, aber manchmal fehlt doch ein kleines Lob.

Gestern kam meine Stunde dann leider nicht so gut bei meinen Schülern an – Pantomime ist in dem Alter wohl doch zu peinlich. Aber man lernt ja noch, weswegen ich es ihnen nicht übel nehme. Überhaupt schienen sie aber unterfordert zu sein, obwohl wir an dem grammatischen Schwerpunkt noch nicht lange gearbeitet hatten. In Zukunft wird also mehr angezogen und ich bin auf den Test gespannt, der am Dienstag ansteht.
Süß waren die Schüler aber vor der Stunde – die leuchtenden Augen und der freudige Ausruf meines Namens, als sie mich sahen und warteten, dass ich den Raum aufschließe. Für solche Momente lohnen sich all die Strapazen doch.

Heute lief dann auch alles wieder nach Plan. Ich habe heute KEINE Kritik bekommen, obwohl ich sogar zwei Stunden gehalten habe. Besser kann ein Wochenende nicht beginnen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen erholsame Tage! 🙂

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