Codename Nasenbär

Heute Morgen um 8.20 Uhr: In 10 Minuten beginnt das Seminar und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann mein redseliger Seminarleiter all seine wichtigen Wünsche für das neue Jahr und Sonstiges losgeworden ist und mir das Wort übergibt.
Zu diesem Zeitpunkt bin ich absolut fertig und halb durchgeschwitzt. Was war passiert?

In meiner weisen Voraussicht ging ich gestern schon sehr zeitig ins Bett. Man weiß ja nie, wie der Körper die Umstellung auf das frühe Aufstehen verkraftet, zumal mich eine fiese Erkältung eingeholt hat. Anderthalb Stunden später lag ich noch immer wach im Bett. So viel zum Plan. Super Zappelbein!
Endlich eingeschlafen wache ich alle Stunde auf, freue mich darüber, überhaupt eingeschlafen zu sein, schaue in „freudiger“ Erwartung auf die Uhr, wie lange ich durchgeschlafen habe und stelle fest, dass erst eine Stunde vergangen ist. So ging es tatsächlich die ganze Nacht. Erkältungen sind einfach nichts, Halsschmerzen am allerwenigsten. Auch meine Katze ist unruhig und wälzt sich neben mir hin und her. Immerhin macht sie sich aber die Mühe, sich immer wieder in meinen Nacken zu kuscheln und zu schnurren, sehr lobenswert.
Am nächsten Morgen war ich überraschenderweise natürlich gar nicht ausgeschlafen und nicht bereit für meine Präsentation. Aber es musste sein. Also schälte ich mich im Dunkeln aus dem Bett, vergaß das Licht im Bad anzumachen und hätte beinahe auch im Dunkeln geduscht. Da ich aber ohne Sehhilfe halb blind bin, war es gut, dann doch den Lichtschalter noch zu finden.
Dann das übliche Morgenprogramm, schnell Sachen gepackt und los! Im Seminar angekommen bemerke ich, dass mein Seminarleiter noch nicht da ist und ich versuchen muss, an den Schlüssel zu kommen. Hat zum Glück auch alles geklappt: Schlüssel geholt, gesamte Sitzordnung im Raum verändert, – den ersten Mitreferendar begrüßen -, Moderationskoffer besorgen, Plakate aufhängen, Handouts etc. austeilen, – zwischendurch immer mehr Mitreferendare begrüßen und Zeitpanik bekommen-, Flipchart-Papier besorgen, Computer anschließen und sich über die funktionierende Technik freuen… Also eigentlich lief alles gut, aber am Ende war ich in den 15 Minuten so viel herumgerannt, dass ich echt fertig war. Die Aufregung war natürlich nicht förderlich.
Nebenbei höre ich Gespräche, dass meine lieben Kollegen alle keine Lust auf das Ferienende haben und wie sie sich austauschen, dass bald schon wieder Ferien sind. Auch über die Examensarbeit wird geredet. Überaus empfänglich war ich dafür aber nicht. Hauptsache sie arbeiten mit und alles klappt.

10.30 Uhr war die Präsentation dann endlich vorbei. Ich habe zwar 15 Minuten überzogen, weil die Teilnehmer hohen Diskussionsbedarf hatten, aber mein Seminarleiter kommt trotz allem total erfreut auf mich zu und sagt, dass die Präsentation wirklich klasse und überaus gelungen war; es habe ihm sehr gut gefallen. Mein Entschuldigen wegen der Zeitüberziehung will er nicht hören, weil er das total wichtig fand und auch keine Langeweile aufkam. Puh! Mir fällt ein Stein vom Herzen (schließlich hatte er zur Zeiteinhaltung gemahnt, nachdem meine Vorreferentin vor den Ferien 60 Minuten überzog!) und ich bin glücklich, es endlich hinter mich gebracht zu haben. Meine Seminarteilnehmer haben zwar kleinere Kritikpunkte, aber perfekt ist keiner. Jetzt muss ich noch meine Reflexion schreiben und darf dann gespannt auf meine Note warten.

Ich danke euch also allen sehr für das Daumendrücken! Es hat wirklich geholfen!

Dafür kam mein Schnupfen nach der Präsentation mit doppelter Wucht zurück, wo er mich doch während der Präsentation so schön in Ruhe gelassen hatte… man kann ja nicht alles haben. Morgen fallen zum Glück 2 Stunden aus (wo auch immer sich meine Klasse rumtreibt), weswegen ich erst mittags in die Schule muss. Genug Zeit zum Auskurieren also. Und dann hoffe ich, dass ich meine Mentoren diese Woche endlich mal wieder von mir überzeugen kann und sie durch die Erholungsphasen auch mal wieder zum Lob fähig sind. Die neue Betreuerin in der 10. Klasse lobte mich zumindest bereits sehr viel per Mail für meine Sequenzplanung und die Stundenplanung für Mittwoch. Jetzt muss ich das alles nur noch umsetzen. 😉

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2 Kommentare zu “Codename Nasenbär

  1. Ich glaub, die letzte Nacht war für alle schrecklich. Hab mal rumgefragt und mindestens 5 weitere Personen gefunden, die auch nicht schlafen konnten. Inkl mir. Ätzend!
    Gratulation zur Präsentation, ich wusste doch, dass es klappt 😉

  2. Echt? Ist ja schlimm… Woran das wohl liegt? Die letzte Nacht war zum Glück viel besser!
    Und danke! Ich war mir da zwar nicht so sicher, aber ist ja alles gut gegangen. 🙂

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