„Was bedeutet das denn?“

Ach ja, Schüler sind manchmal schon echt süß… Heute habe ich ihnen ja das Gedicht von Rolf Krenzer, das ich gestern hier schon postete, vorgestellt. 4 Gruppen sollten 4 verschiedene Weihnachtsgedichte analysieren und verstehen, um sie anschließend ihren Mitschülern vorzustellen. In meine Rolf Krenzer-Gruppe packte ich meine Experten, die die Welt so schön in schwarz-weiß sehen und wenig kompromissbereit in Bezug auf andere Meinungen sind.
Abgesehen davon, dass alle Gruppen ihre Gedichte nur sehr oberflächlich behandelt haben, hatte ich den Eindruck, dass diese Gruppe die Message des Gedichtes nicht wirklich verstanden hatten. Oder sie waren einfach nicht in der Lage, diese in Worte zu fassen…
Nach der Präsentation stellte ein Schüler dann auch die berechtigte Frage: „Was bedeutet das denn, dass der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt?“
Ein anderer Schüler gibt die (schlaue) Antwort: „Das steht doch da, lies doch mal weiter. Der Starke liebt doch auch die Kräfte des Schwachen, also verzeiht der Schwache dem Starken, dass auch er Schwächen hat. Keiner ist perfekt.“
Da musste ich doch etwas schmunzeln. Leider schien damit auch alles gesagt zu sein. Kein weiterer Arm erhob sich, kein Schüler wollte sich äußern. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit erbarmte ich mich schließlich und erklärte den Schülern diese schöne Aussage noch einmal. Da war dann auch plötzlich der Aha-Effekt.
Fazit: Nächste Stunde, also am Freitag, werden wir uns diesem Gedicht noch einmal ganz intensiv widmen, damit alle Schüler mit einer schönen Weihnachtsstimmung in die Ferien entlassen werden können. Schließlich sehe ich die Schüler dann nicht mehr, zumindest nicht im Unterricht. Hoffentlich kommt die Aussage dann auch an!

Montag werden sie dann noch die Chance haben, bei meiner Mentorin gute Noten zu sammeln, indem sie eines der Gedichte auswählen und rezitieren. Irgendwie finden die Schüler diese Chance aber gar nicht gut… Dabei habe ich es so gut angepriesen. Schließlich geht es doch nicht nur um das Erhalten einer guten Note, sondern auch um die Schulung und Weiterentwicklung persönlicher Fähigkeiten, Präsentationsfähigkeiten sowie Merkfähigkeiten.
Aber Frau Zappelbein, was erzählen Sie denn da? (So fühlte ich mich zumindest beim Blick in die Gesichter.)
Dafür wollen alle Schüler gern noch einen Test vor Notenschluss schreiben, weil sie jetzt durch die Klassenarbeit soundso stehen und das noch rumreißen wollen. Auf meine Antwort, sie könnten doch einfach die Gedichtrezitation dafür nutzen, habe ich nur Augenrollen zurückbekommen… Das Leben ist kein Ponyhof, ne? 😉

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