Wochenende? Noch nicht ganz.

Heute habe ich mal wieder gemerkt, wie wenig nachtragend Schüler sind. Das ist echt Wahnsinn! Hatten wir doch in Deutsch am Mittwoch unsere Auseinandersetzungen wegen dieser ganzen Stereotypen, die dort an die Oberfläche gebracht wurden, waren die Schüler heute wieder die liebste Deutschklasse, die man sich wünschen kann. Sie haben super mitgearbeitet, es ließen sich sogar Schüler vom Mitarbeiten überzeugen, die ich bisher noch nie reden hören habe und wir haben trotz des straffen Zeitplans alles geschafft, was wir schaffen wollten.
Und trotzdem stellt sich bei mir nicht die rechte Zufriedenheit ein. Grund: Meine Mentorin hat sich die methodisch gute Stunde zum Anlass genommen, heute mal alle Kleinigkeiten zu kritisieren, die ich wahrscheinlich immer falsch mache. Sie sagte sogar selbst, sie sei viel zu kritisch und mache das alles selbst nicht, aber in der Prüfung wollen sie das ja sehen…
Nach der Besprechung fühlte ich mich wie ein Häufchen Elend, weil ich das Gefühl hatte, dass ich eigentlich nichts richtig gemacht hatte. Als ich mir dann aber noch einmal alles aufschrieb, was sie gesagt hatte, reduzierte sich das doch ganz schön:

  • mehr darauf achten, dass die Schüler in ganzen Sätzen antworten und vor allem auch lauter reden (den einen Schüler ermahnte ich 3 Mal, er solle lauter reden (während einer Äußerung) und trotzdem piepste er weiter vor sich hin)
  • die Schüler mehr Fachvokabular einsetzen lassen bzw. erklären lassen, was sie z.B. unter „alltagssprachlich“ verstehen (ich bin ganz naiv davon ausgegangen, dass die Schüler damit sicher dasselbe meinen wie ich)
  • am Stundenende eine Zusammenfassung machen, um das Wichtigste der Stunde, was die Schüler sich merken sollen, herauszustellen (ist ’ne schöne Sache, aber hab ich noch nie bei einem Lehrer beobachtet, weswegen ich es wohl selbst nur schwer verinnerlichen kann, auch wenn man mir das schon öfter gesagt hat)
  • naja, und das Tafelbild war heut wirklich grausig, aber das war die Ausnahme – sonst wurde ich dafür eigentlich immer gelobt

Nichts, woran man nicht arbeiten kann. Ich hoffe mal, dass sich das mit der Zeit noch alles einpendelt, damit das dann ganz automatisch passiert. Ihr seht, meinen Optimismus verliere ich nicht, auch wenn ich mich dennoch irgendwie blöd fühle nach dem Tag heute.

Und jetzt fragt ihr euch sicher, warum ich noch nicht so recht vom Wochenende reden mag… der pfiffige Leser weiß es schon: Morgen ist Tag der offenen Tür. Dafür habe ich mit den Schülern ganz allein eine Vorleseaktion aufgezogen und hoffe mal, dass sie morgen Anklang findet und viele Besucher anzieht. Die Schüler waren gestern beim nochmaligen Besprechen schon etwas verängstigt, was wir machen, wenn keiner kommt und sie dann ganz allein im Raum sind. Aber ich hoffe einfach auch, dass sich Kinder (und Eltern) trotz des naturwissenschaftlichen Schwerpunktes dafür interessieren.
Von unserer Seite kann eigentlich nichts schief gehen. Die 7 auserwählten Schüler waren so engagiert und motiviert gestern, dass wir sogar 5 Plakate hätten und bis weit nach Ende des Tages der offenen Tür vorlesen könnten. Ich bin also guter Dinge, dass das morgen läuft. Wir freuen uns über jeden Besucher. 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s