„Sie haben den richtigen Beruf gewählt.“

Völlig abgehetzt und fertig von meinem morgendlichen Fahrradmarathon komme ich in der Schule an. Noch 13 Minuten. Ich muss noch kopieren und ein großes Tafelbild an die Tafel bringen.
Am Kopierer angekommen sehe ich, wie 2 völlig entnervte Kollegen am Kopierer herumwerkeln, weil sich ein Blatt verhakt hat. Also kein Kopieren, kann ich auch noch in der Frühstückspause machen. Vorsichtig dränge ich mich aber an die Schneidemaschine, um wenigstens vorher ausgedruckte Arbeitsblätter ordentlich zu halbieren.
Schnell wieder herunterrennen, Materialien schnappen, aufpassen, dass bei der Masse nichts herunterfällt und ab in den Klassenraum. Pünktlich zum Stundenklingeln steht auch das Tafelbild. Nebenbei erzähle ich noch mit meiner Seminarleiterin über Dies und Das.
Als ich mich umdrehe, ist der Raum noch immer leer. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich nicht unter Halluzinationen leide, sondern es durchaus zur Stunde geklingelt hat. Doch wo sind die Schüler? Und meine Mentorin?
Panik macht sich breit. Heute ist doch Mittwoch. Und es ist auch 7.45Uhr. Ich renne schnell in den Vorbereitungsraum, um noch einmal sicherzugehen, dass ich den Stundenplan nicht falsch im Kopf habe. Nein, alles richtig. Auch der Raum stimmt. Also ab ins Sekretariat, von dort zum Koordinator. Nach einigem Hin und Her teilt man mir mit, dass es eine Stundenplanänderung gab, von der mir keiner erzählt hat. 2. und 3. Stunde habe ich die Klasse, nicht mehr 1. und 2. Na super!
Also wieder runter in den Raum und der Seminarleiterin beichten… zum Glück nimmt sie es mit Humor und wir finden eine gute Lösung (später nimmt meine Mentorin auch noch die Schuld auf sich, weil sie mir nichts gesagt hat und es ihr auch beim Besprechen meiner Planung nicht auffiel, dass ich mit falschen Zeiten arbeitete). Wir nutzen die Zeit, um meine Planungen durchzusprechen und festzustellen, dass rein theoretisch eine super Stunde entstehen müsste. Nur meine Tafelschrift wird bemängelt – ich sei in irgendeiner pubertären Phase stehen geblieben und müsse meine Schrift weiterentwickeln… ah ja… gut, erster Arbeitspunkt gefunden.
Um 8.32 Uhr betreten dann auch endlich die ersten Schüler den Raum und pünktlich mit dem Klingeln kann die Stunde beginnen. An und für sich eine tolle Stunde. Etwas zügiger soll noch gearbeitet werden, d.h. ich muss mehr „Druck“ ausüben, der Rest war ok. Vor allem mochte sie, dass ich Raum für Diskussionen ließ und die Gespräche gut leitete. Auch meine Rückmeldungen zu den Schülerleistungen seien toll gewesen, weil sie so differenziert waren. Genau diese Punkte machen mich besonders stolz, weil ich dort im Praxissemester noch unsicher war. Aber anscheinend habe ich doch schon  eine Menge gelernt. Jetzt kann ich mich an die nächsten Baustellen machen.

Doch es blieb kaum Zeit zu verschnaufen. Schnell noch die Kopien anfertigen (Gott sei dank ging der Drucker wieder!), Englischsachen schnappen und ab in die nächste Stunde. (Ich bin dafür, dass man längere Pausen lässt, 5 Minuten reichen einfach nicht!) Selbstsicher trete ich vor die Klasse – ich hatte ja auch  keine Zeit zum Nachdenken und Grübeln, ob das alles Sinn macht. 😉 Fazit: Eine zweite (bzw. dritte) gelungene Stunde an diesem Tag. Lob von meiner Mentorin, dass ihr diese Stunde sehr viel besser gefallen hat, weil ich viel mehr aus mir herauskam, viel gelobt habe und alles Sinn machte (trotz innovativen Spielchen, die ihr allerdings zu viel Zeit einnahmen). Manko auch hier: Nicht zügig genug gearbeitet. Also auch hier morgen mehr Tempo machen.

Nach dem aufregenden Tag habe ich mich dann ganz schnell aufs Fahrrad geschwungen, bin nach Hause gefahren und habe mit meinem Traummann telefoniert und mich mit einem Festmahl belohnt. Die Planungen für morgen und übermorgen beschäftigten mich dann doch noch bis in den Abend… Ich bin für Feierabend! (Nur noch drucken…)

 

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