„Wie lange unterrichten Sie uns jetzt?“

Das war die einzige direkte Rückmeldung der Schüler, die ich heute nach meiner Stunde bekam. Dem Gesichtausdruck nach war das auch eine durchaus positiv gemeinte Frage. Vom Hocker gerissen habe ich sie heute aber sicher nicht. Ich war absolut unzufrieden mit meiner Stunde… ich war viel zu aufgeregt und verunsichert durch die Kommentare gestern und habe gar nicht richtig zu mir gefunden.

Letzte Nacht hatte ich geträumt, wie alles schief geht und sie mich ständig verbessert und unterbricht und am Ende die Stunde sogar selbst übernimmt… Horror!
Und auch heute früh nach dem Betreten des Vorbereitungsraums sagte meine Deutschmentorin zu mir, dass ich ängstlich und verunsichert wirke. Sie baute mich dann den ganzen Tag ganz lieb auf, da besagte Stunde erst in der 6. Stunde stattfand. Und ihre Rückmeldung zu meiner Planung für den morgigen UB war auch durchweg positiv. Es gab nur ganz wenige Anmerkungen und genau zu den Schwächen, die ich selbst bei mir auch kenne (z.B. Formulierung eines knackigen Themas). Morgen sollte das also laufen. Aber nochmal zu heute.

Die erste Hälfte der Stunde merkte man mir wohl meine Unischerheit an, da ich gar nicht aus mir herauskam und wenig mitreißend war. Nach und nach wurde es aber besser, was meine Mentorin als sehr positiv anmerkte. Sie meinte, ich sei sicher eine super Lehrerin, wenn ich mehr aus mir herauskommen würde, wie zum Schluss der Stunde. Puh, endlich etwas Positives! Naja, sie hatte auch nicht viel zu kritisieren, ich umso mehr. Ich fühlte mich in mein Bachelorstudium ganz an den Anfang zurückversetzt, weil ich die stupidesten Fehler machte, die ich mir eigentlich schon längst abgewöhnt hatte. Peinlich, peinlich…
Meine Mentorin fragte auch, woran es denn gelegen hätte und da sagte ich ihr ganz ehrlich ins Gesicht, dass ich mich von ihr habe einschüchtern lassen und echt Angst vor der Stunde hatte. Da lachte sie nur und sagte lieb-lachend-tröstend, dass das Quatsch sei und ich doch keine Angst haben brauche, die Stunde sei doch gut gelaufen und ein Anfang ist gemacht. Morgen wird es dann auch besser, wenn ich aufgetauter bin. Und ich hätte eine Sache super gemeistert, die die anderen Referendare meist gar nicht können: Zeitplanung!
Das hat mich wirklich beruhigt, endlich mal liebe Worte bezüglich meines Unterrichts. Vielleicht freunden wir uns ja doch noch an, ich geh es erstmal langsam und wenig innovativ an. Ich hoffe nur, dass ich so die Schülerherzen auch etwas für mich gewinne, denn schließlich sollen sie ja etwas lernen!

Morgen liegt dann ein großer Tag vor mir: Unterrichtsbesuch in Deutsch (Doppelstunde) von der wohl kritischsten Fachseminarleiterin und danach die 2. Stunde in Englisch. Ich bin gespannt, wie die Deutschklasse auf die Methoden reagiert, da sie doch neu für die Schüler sind… noch gespannter bin ich dann auf die Rückmeldung meiner Seminarleiterin. Und am gespanntestes (gibt es das? ^^) bin ich darauf, was die Schüler in Englisch aus meinem kleinen „Experiment“ machen – sie sollen nämlich mal versuchen, selbst eine schöne Übersicht zur Grammatik (relative pronouns) zu erstellen. Mal sehen, was dabei herauskommt und wie viel Schüler sich an der HA überhaupt versuchen. Bestimmt haben morgen viele zufällig ihre Hefter vergessen… 😉

Es bleibt also spannend, bleibt dran! 😀

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